Bundesversicherungsamt kritisiert Pflegekassen scharf
Das Bundesversicherungsamt hat den Umgang der Pflegekassen mit Pflegebedürftigen scharf kritisiert. Ihrer umfangreichen Informations- und Beratungspflicht kämen die Kassen "teils gar nicht, teils nur unvollständig" nach, heißt es nach Informationen der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinische Post" im Tätigkeitsbericht der Aufsichtsbehörde. Das Versicherungsamt beanstandet auch, dass die Pflegekassen "überwiegend" keine Beratungsangebote machten, welche Pflegeleistungen für die Betroffenen in ihrer "persönlichen Situation" in Betracht kämen.
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Pflegebedürftige müssen eine immer größere Summe für ihre Versorgung selbst erbringen: Ein Schwerstpflegebedürftiger in Stufe 3 muss pro Monat rund 757 Euro zuzahlen - Unterkunft und Verpflegung sind dabei noch nicht eingerechnet. Dies geht aus einer Berechnung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK "Wido" hervor, wie die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" berichtet. Im Jahr 1999 lag der Eigenanteil noch bei nur 545 Euro pro Monat. In der Pflegestufe 1 hat sich der Eigenanteil für die Pflegebedürftigen nahezu verdreifacht. Er beträgt aktuell 369 Euro. Im Jahr 1999 waren es 133 Euro pro Fall und Monat. In Pflegestufe 2 wenden die Betroffenen durchschnittlich 562 Euro monatlich auf, etwas mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 1999. Für das Jahr 2015 rechnen die Experten in allen Pflegestufen um einen weiteren Anstieg pro Fall und Monat von jeweils 30 Euro.
Die Arzneimittelversorgung in Deutschland wird nach Angaben von Ingo Kailuweit, dem Vorsitzenden der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), wieder teurer. Eine Auswertung der Krankenkasse zeige, dass die Kosten pro Rezept zunehmen. "Oft werden teure patentgeschützte Präparate vom Arzt verschrieben und nicht günstigere Nachahmer-Produkte, die bei gleichem Nutzen den Krankenkassen weniger Geld kosten würden", sagte der KKH-Chef gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland". Der kurzfristige "positive Trend" durch das Arzneimittelsparpaket von 2010 werde zunehmend unterlaufen. "Wir begrüßen es zwar sehr, dass diese Arzneimittel jetzt genauer geprüft werden. Die volle finanzielle Entlastung wird aber erst im Jahr 2018 erwartet und dann nach neuesten Prognosen leider auch deutlich unter den von der Politik angenommenen Wert von zwei Milliarden Euro liegen."