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Lifestyle

Tanz 28 New Waves Foto Gregory Batardon

Luzerner Theater, Tanz 28: New Waves besucht von Gabriela Bucher-Liechti

Tanz 28 New Waves Foto Gregory Batardon
Tanz 28 New Waves Foto Gregory Batardon

Produktionsteam «Twenty Eight Thousand Waves»

Choreographie, Bühne, Kostüme und Licht: Cayetano Soto
Einstudierung und Proben: Mikiko Arai

Mit: Janne Boere, Zach Enquist, Giovanni Insaudo, Carlos Kerr Jr., Valeria Marangelli, Aurélie Robichon, Sandra Salietti Aguilera, Louis Steinmetz, Andrea Thomspon, Tom van de Ven

Produktionsteam «Sortijas»

Choreographie, Bühne, Kostüme und Licht: Cayetano Soto
Einstudierung und Proben: Mikiko Arai

Mit: Aurélie Robichon und Tom van de Ven / Sandra Salietti Aguilera, Zach Enquist / Valeria Marangelli, Carlos Kerr Jr.

 

Choreographie und Bühne: Georg Reischl
Kostüme: Min Li
Licht: Clemens Gorzella
Dramaturgie: Selina Beghetto

Mit: Zach Enquist, Giovanni Insaudo, Valeria Marangelli, Aurélie Robichon, Sandra Salietti Aguilera, Tom van de Ven

 

Rezension:

Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon
Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon

Kathleen Mc Nurney ist seit 10 Jahren die künstlerische Leiterin der Kompanie «Tanz Luzerner Theater». Für dieses Jubiläum hat sie sich und ihrem Publikum ein wunderbares Geschenk gemacht: Ein «Triple Bill»-Abend bereits zu Saisonbeginn d.h. der Abend mit den drei verschiedenen Choreografien, welcher gewöhnlich die Saison beendet, eröffnet diese nun.

Wellen der Einsamkeit

Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon
Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon

«Twenty Eight Thousand Waves» ist der Titel des ersten Stücks des katalanischen Choreografen Cayetano Soto. Ballettfans erinnern sich bestimmt an sein fulminantes «Malasombra» aus Tanz 18! In «Twenty Eight Thousand Waves» geht es um Einsamkeit, darum, dass eine Türe zugeht, der Mensch allein zurückbleibt, dann aber wieder eine Türe aufgehen kann. Für die Einsamkeit wählt Soto eine Bohrinsel mitten im Ozean, der Macht der Wellen ausgeliefert. Im ersten Bild hängen die Scheinwerfer so tief, dass es scheint, als stünde das Wasser den Tänzerinnen in ihren nassen Blusen bis zum Hals, als würden sie fast erdrückt von der Situation. Auch wenn die Scheinwerferschienen später hochgezogen werden, im ersten Teil bleiben sie tief und grenzen den Raum ein, in welchem die 10 Tänzerinnen und Tänzer in einer Art Verzweiflung interagieren, sich finden und verlieren, sich begegnen und doch irgendwie gegenseitig völlig unbeteiligt scheinen. Sie kämpfen mit sich selbst, raffinierte Lichteffekte unterstreichen das Bedrückende der Situation, spielen mit den Körpern. Dann verändert sich das Bild, die Scheinwerfer jetzt angeordnet in Lichtvierecken hoch oben, die Tänzer tragen Faltenröcke, die Tänzerinnen haben ihre nassen Blusen ausgezogen, die Stimmung scheint weniger angespannt, die Interaktionen intensiver. Es folgen rasante, fast atemlose Bewegungsabläufe, wieder unterstreicht und betont das Licht. Cayetano – und mit ihm das Luzerner Ensemble – bescheren dem Publikum zwanzig Minuten voller unglaublicher Energie, temporeich fast bis ans Limit. Trotzdem bleiben die Bewegungen präzise, gleitend, stark und gleichzeitig leichtfüssig. Nur die schweissnassen Oberkörper der Tänzer zeugen beim tosenden Schlussapplaus davon, wie viel ihnen abverlangt worden ist.

Schmuckstück im wahrsten Sinn des Wortes

Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon
Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon

Caytano Soto zeichnet auch für das zweite Stück «Sortijas» (altes spanisches Wort für «Ring»). An diesem Abend tanzen Aurelie Robichon und Tom van de Ven diesen berauschenden Pas-de-Deux, fünf berückend schöne Minuten voller Intensität zur melancholischen Stimme von Lhasa da Sela. Die Bühne ist teilweise in grauen Nebel gehüllt, ab und an verschwinden die Körper kurz in totaler Dunkelheit um dann wieder aufzutauchen, oft nur schemenhaft. Tänzerin und Tänzer tragen lediglich schwarze Hosen, nichts lenkt ab von der bewegenden Tanzsprache. Es ist ein Miteinander, ein Gegeneinander, als versuchten die beiden, sich gegenseitig etwas zu erklären. Manchmal gelingt es, dann spricht wieder jeder für sich. Trotzdem bleibt eine Harmonie, als könnten sie nicht ohne einander. Man erkenne Situationen aus dem eigenen Leben, hatte die Dramaturgin Selina Beghetto in ihrer wieder sehr engagierten Einführung erzählt – die erkannte man durchaus, schön wäre es, man könnte sie jeweils ebenso poetisch darstellen! «Sortijas», ein magischer Moment, ein wundervolles Geschenk für die Schmuckschatulle.

Die verrückt-farbige Welt des David Bowie

Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon
Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon

«Let’s Bowie» heisst das dritte Stück des Abends des Choreografen Georg Reischl und Bowie ist auch Programm: Ein riesiger goldener Vorhang im Hintergrund, der die Tänzerinnen und Tänzer anfänglich sehr klein erscheinen lässt, ein goldener Boden und die verrückt farbigen, herrlich verspielten Kostüme des Modedesigners  Min Li. Faszinierend wie sich Tänzerinnen und Tänzer einzeln, zu zweit oder gemeinsam zu Bowies Songs verbiegen, denn bewegen lässt sich das kaum mehr nennen. Es ist eine Art spastische Lockerheit, wenn es diese denn überhaupt gibt: verdrehte Füsse, wild schlenkernde Arme und Beine, eine Verrücktheit in der Bewegung, die sich um nichts schert und sich bis in die Gesichter wiederspiegelt. Die Tänzer erinnern an Marionetten, welchen man die Fäden durchgeschnitten hat und die ausprobieren, was möglich ist und selbst kaum glauben können, wozu ein Körper fähig ist, ein Körper, dem man volle Freiheit gewährt. Auch schon mal tanzen sie mit und gegen ihre eigenen Schatten auf dem goldenen Vorhang; witzig, denn je nach Perspektive führen diese Schatten nicht dieselbe Figur aus. Dazu der Beat von Bowies Songs, man ertappt sich beim Füsse wippen, Szenenapplaus kommt auf und das Ensemble scheint genau so viel Spass zu haben wie das Publikum.

Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon
Tanz 28 Szenenfoto von Gregory Batardon

Ein wahrer Begeisterungssturm brach aus, langer Applaus, glückliche Gesichter auf der Bühne und ihm Saal – gibt es ein schöneres Geschenk zu einem Jubiläum?

Kleine Fotodiashow der Produktion von Gregory batardon:

fotogalerien.wordpress.com/2018/10/18/luzerner-theater-tanz-28-new-waves-besucht-von-gabriela-bucher-liechti/

Text: www.gabrielabucher.ch  Fotos: luzernertheater.ch

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olistin am Klavier Martha Argerich

Luzerner Sinfonieorchester, Martha Argerich spielt Liszt , 17. Oktober 2018, KKL Luzern, besucht von Léonard Wüst rgerich spielt Liszt , 17. Oktober 2018, KKL Luzern, besucht von Léonard Wüst

olistin am Klavier Martha Argerich
olistin am Klavier Martha Argerich

Besetzung und Programm:

Arvo Pärt (*1935)
«La Sindone» (Das Grabtuch)

Arvo Pärt
«Swansong»

Franz Schubert (1797 – 1828)
Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 «Unvollendete»

Franz Liszt (1811 – 1886)
«Mazeppa», Sinfonische Dichtung Nr. 6

Franz Liszt
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur

Rezension:

Luzerner Sinfonieorchester
Luzerner Sinfonieorchester

Die in Buenos Aires geborene  Pianisten Legende, die das Ehrenbürgerrecht der Stadt Lugano im Jahre 2010 aufgrund ihrer kulturellen Verdienste verliehen bekam, beehrte wieder einmal die Leuchtenstadt. Ihr Auftritt war für den zweiten Konzertteil programmiert. Zu Beginn hiess Intendant Numa Bischof Ullmann das Publikum im proppenvollen Konzertsaal willkommen, bedankte sich bei allen Unterstützern des Orchesters und verdankte ins besonders die 15 Millionen Zuwendung eines Gönners, die tags zuvor publik wurde. Das traditionelle Konzert zum Saisonbeginn eröffnete das Residenzorchester des KKL Luzern mit zwei Kompositionen des Esten Arvo Pärt (*1935), hielten so die Tradition der Einbindung zeitgenössischer Musik in ihre Konzerte aufrecht. «La Sidone» entstand anlässlich der Olympischen Winterspiele in Turin 2006. «Swansong» ist eine Orchestration von Pärts Motette «Littlemore Tractus». Die Kompositionen des Minimalisten Pärt kontrastierten stark zu dem darauffolgenden «schwelgerisch-romantischen» Werk von Franz Schubert, waren aber ideal zur Konzerteinstimmung des gutgelaunten Auditoriums. So spielte sich das Orchester unter der Leitung von Chefdirigent James Gaffigan locker ein, um im Verlaufe des Abends zur Hochform aufzulaufen.

Wie die «Unvollendete» vom Luzerner Orchester vollendet wurde

Dirigent James Gaffigan Foto Vera Hartmann
Dirigent James Gaffigan Foto Vera Hartmann

Um die 7. Sinfonie existieren sehr viele Legenden, viel wird und wurde spekuliert über die tatsächliche Entstehungsgeschichte. Schubert arbeitete 1822 an der Sinfonie in h-Moll. Warum er die Arbeit daran einstellte, die nach dem üblichen Gebrauch zur Entstehungszeit vier Sätze umfassen sollte, ist nicht bekannt. Danach geriet das Werk zunächst in Vergessenheit, und die Partitur wurde erst 1865 von Johann von Herbeck bei Schuberts Freund Anselm Hüttenbrenner aufgefunden und unter dessen Leitung dann am 17. Dezember in den Redouten Sälen der Wiener Hofburg uraufgeführt. Der erste Satz schliesst abgrundtief und hoffnungslos. Und doch gibt es einen zweiten Satz. Dieser verklingt lächelnd und leicht, voller Hoffnung auf das, was es nicht geben wird. Im 'Andante con moto' sind es auch wieder die Instrumentalsolisten, die diesen Satz zum regelrechten Genuss machen. Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott geben sich da sprichwörtlich die Klinke in die Hand. In diesem letzten Satz kommen dann auch die Klangfarben des Orchesters wieder sehr viel besser zum Vorschein, und auch der gute Beethoven scheint in den Tutti-Passagen nochmal durch. Das Dirigat von James Gaffigan zügig locker, die Intuitionen  des, oder der? Komponisten aufnehmend

Der kräftige, langanhaltende Applaus war mehr als redlich verdient, für einzelne Solistinnen/Register gabs den Extraapplaus obendrauf, speziell Solooboistin Andrea Bischoff wurde besonders bedacht, fiel sie doch durch ihr virtuoses Spiel und starke Präsenz auf, dies als Primus inter Pares.

Alles perfekt, gewohnt engagiert orchestriert von James Gaffigan, der seine Mitmusiker immer als Partner auf Augenhöhe einbindet.

Zweiter Konzertteil mit Werken von Franz Liszt

Zum Auftakt präsentiert sich Listzs 6. Sinfonische Dichtung «Mazeppa» mit dem stilistischen Ungarn-Anklang als ideal-fruchtbarer Nährboden für das Luzerner Weltklasseorchester, um sich (und das Publikum) stimmungsmässig auf den Glanzpunkt des Abends einzuspielen: Liszts erstes Klavierkonzert mit Martha Argerich, die, wie sich erweisen wird, auch nach bald 60jähriger Karriere noch immer sprüht vor unbändiger Spielfreude und explosiver Dynamik.

Der begeisternde Auftritt der 77jährigen, immer noch quicklebendigen Ikone Martha Argerich

Martha Argerich (77) auf der Bühne des KKL mit dem Residenzorchester des KKL Luzern c Pius Amrein
Martha Argerich (77) auf der Bühne des KKL mit dem Residenzorchester des KKL Luzern c Pius Amrein

Diese wird denn auch mit wahren Applauskaskaden bevorschussend begrüsst und setzt sich fast wie ein scheues Mädchen an den Konzertflügel. Dann aber wird aus dem vermeintlich scheuen Dings eine explosiv, eruptive, sehr expressive Interpretin, die aber auch fein austarieren kann, wo geboten, besonders erspürbar in den lyrisch träumerischen Passagen, von denen es doch ein paar gibt im sonst vorwärtstreibenden Pianisten Virtuosen auf den Leib, bzw. in die Hände geschriebenen Werk.

Die Starsolistin in wundervollen Dialogen mit ihren Mitmusikern

Besonders eindrücklich auch die diversen Dialoge der Pianistin mit wechselnden Partnern, so etwa im ersten Satz mit dem Klarinettisten Stojan Krukuleski oder im Finale mit Michael Erni am Triangel, der, aussergewöhnlich, unmittelbar beim Flügel, noch vor der Konzertmeisterin platziert war.

Diese Demonstration der Tastenkunst auf allerhöchstem Niveau begeisterte das Publikum, das dieser Demonstration nicht nur gebannt gelauscht, sondern auch fasziniert zugeschaut hatte.

Erstaunlich nur, dass der Applaus nicht in eine stehende Ovation mündete. Lag es vielleicht daran, dass man sich von der Grossmeisterin nichts anderes gewohnt ist?

Die Virtuosin beschenkte  uns noch mit einer bejubelten Zugabe in Form  der Lisztschen Überarbeitung von Robert Schumann`s „Widmung“.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Beim Durchschneiden des Bandes: v.li. Die Architekten, Direktor Wolfgang Laubichler, BMin Margarete Schramböck, LH Günther Platter, LRin Beate Palfrader, Vize-Bgmin Christine Oppitz-Plörer, Karlheinz Töchterle und Bgm Georg Willi.

Musik kann alles Am Wochenende des 6./7. Oktober wurde in Innsbruck das Haus der Musik feierlich eröffnet und Gabriela Bucher-Liechti war dabei

Beim Durchschneiden des Bandes: v.li. Die Architekten, Direktor Wolfgang Laubichler, BMin Margarete Schramböck, LH Günther Platter, LRin Beate Palfrader, Vize-Bgmin Christine Oppitz-Plörer, Karlheinz Töchterle und Bgm Georg Willi.
Beim Durchschneiden des Bandes: v.li. Die Architekten, Direktor Wolfgang Laubichler, BMin Margarete Schramböck, LH Günther Platter, LRin Beate Palfrader, Vize-Bgmin Christine Oppitz-Plörer, Karlheinz Töchterle und Bgm Georg Willi.

Bericht des Eröffnung:

Ein kühler klarer Samstagmorgen, gegenüber der Innsbrucker Hofburg  hat sich eine Menschenmenge versammelt, teils in eleganter Kleidung, teils in farbiger Tiroler Tracht. Fahnenspitzen leuchten golden, weisse und schwarze Federn flattern auf Hüten. Touristen recken neugierig die Hälse, Tablets und Handys werden gezückt, Tirol TV filmt. «Gibt scho was her, das Haus» sagt eine Frau zu ihrer Begleiterin. «Jo,» sagt diese, «aber wenn denksch was koschtet het».

Feierliche Zeremonie mit Ehrensalve

Land Tirol Haus der Musik Eröffungsimpression
Land Tirol Haus der Musik Eröffungsimpression

«Das Haus» ist das neue «Haus der Musik». Die Eröffnung beginnt mit einem «landesüblichen Empfang“, eine farbige und für Landesunkundige eher überraschende Angelegenheit. Die Ehrengäste haben sich aufgestellt, mit Blick auf die Reihen der Tiroler Traditionsverbände.  «Erich» ruft eine Frau aus dem Publikum noch «schauts mal vorne her» Erich, das ist der Architekt Erich Stolz, setzt sich kurz ab aus der Gruppe der Ehrengäste und schaut «vorne her», das Foto ist im Kasten. Dann wird die Front abgeschritten, Befehle werden gerufen, kurz, knapp, militärisch «habt acht, rechts schaut, schultert», Märsche ertönen, es wird mit Säbeln gegrüsst und die Ehrensalve wird abgefeuert, ohrenbetäubend. Dann werden Hände geschüttelt und die Marketenderinnen kredenzen den Ehrengästen das obligate Schnapserl. Kapellen und Fahnenabordnungen ziehen von dannen, spiegeln sich noch in den Fenstern des neuen Hauses. Dann schreiten die Ehrengäste über die imposante Promenade-Treppe im Innern des Hauses unter dem riesigen Lichtobjekt hoch in den grossen Saal.

Die gemeinsame Sprache der Musik

Land Tirol Haus der Musik Eröffungsimpression
Land Tirol Haus der Musik Eröffungsimpression

Die Begrüssungs-, Eröffnungs- und Festansprachen der anwesenden Prominenz (Beate Palfrader, Landesrätin für Kultur, Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeisterin von Innsbruck, Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol und Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft) sind angenehm kurz. Ein lang gehegter Wunsch werde wahr, ein Traum gehe in Erfüllung. Durchhaltevermögen, Mut und Überzeugungskraft habe es gebraucht, um diesen Ort der offenen Begegnungen, der Vielseitigkeit und des Ungewöhnlichen zu realisieren. Jetzt ist es vollbracht, aus der grössten Kulturbaustelle Westösterreichs ist die grösste Musik-WG entstanden, wie das Haus auch liebevoll genannt wird, der Hot-Spot der Musikpflege und des Schauspiels. Neue Räumlichkeiten sind geschaffen worden, wo generationen- und genreübergreifend zusammen gearbeitet werden kann, wo Traditionelles vertieft und Neues geschaffen werden soll. Proberäume, Seminarräume, Konzertsäle, Bibliothek und Büros sind unter einem Dach, der gemeinsame Nenner bleibt die Musik.

Land Tirol Haus der Musik Eröffungsimpression
Land Tirol Haus der Musik Eröffungsimpression

Musikalisch umrahmt wurde die Feier am Morgen von jenen 10 Vereinen, welche hier nun ein neues Zuhause gefunden haben. Im Eröffnungskonzert am Abend spielte dann das Tiroler Landesorchester Ouvertüren von Werken, welche in der kommenden Saison auf dem Programm stehen. Nicht weniger als 5 verschiedene Dirigenten standen am Pult, die Ehrung eines jungen Schauspielers durch die Freunde des Landestheaters wurde vorgenommen  und der hochbegabte 14-jähriger Saxofonist Marton Bubreg bescherte dem Saal die ersten Bravo-Rufe und den ersten tosenden Applaus.

Ein- und Ausblicke

Haus der Musik, Durchsicht Foto Guenther Egger
Haus der Musik, Durchsicht Foto Guenther Egger

Das Gebäude selber fasziniert durch dunkle, changierende, teils fixe, teils bewegliche Keramiklamellen. Dazwischen riesige Fenster, welche einerseits von aussen direkte Einblicke ins Innere gewähren, andererseits von innen wunderbare Ausblicke. Lichtdurchflutete Proberäume reihen sich aneinander, eine Terrasse bietet spektakuläre Aussicht auf die Hofburg und in die Berge. Im Konzertsaal begeistert das grosse Fenster hinter dem Orchesterpodium. Je nach Lichtverhältnissen ist die riesige Eiche vor dem Haus mal grünes Blättermeer, mal dominieren die dunklen Äste und Stämme. Hunderte Menschen wollten an diesem Wochenende das neue Haus sehen, sogar die frühmorgendliche Führung am Sonntag um 6:00 war restlos ausgebucht.

Musik verbindet über alle Grenzen

Land Tirol Haus der Musik Impression der Eröffung von Gabriela Bucher (2)
Land Tirol Haus der Musik Impression der Eröffung von Gabriela Bucher

Das Blasmusikkonzert am Sonntagmorgen fasste das Credo des Hauses zusammen: Das Verbindende über alle Grenzen und Genres hinweg. Das Landesblasorchester Tirol spielte das persische Märchen «Scheherazade» des russischen Komponisten Rimsky-Korsakov, am Dirigenten-Pult die slowenische Dirigentin Andreja Šolar, an der Sologeige der Armenier Martin Yavryan und  auf der Bühne mehrheitlich jüngere Musikerinnen und Musiker, viele in Trachten, Lederhosen und gestrickten weissen Socken – Musik verbindet tatsächlich über die Grenzen hinweg!

Land Tirol Haus der Musik Impression der Eröffung von Gabriela Bucher
Land Tirol Haus der Musik Impression der Eröffung von Gabriela Bucher

Möge dieses faszinierende Haus und dessen neue Bewohner unzählige verbindende, genre- und grenzüberschreitende Momente erleben, wie sie an diesem Eröffnungswochenende stattgefunden haben.

Ein paar Fakten:

Grundsteinlegung November 2015

Kosten zirka 62,5 Mio Euro

15700 m2 Fläche, davon 12900 m2 Nutzfläche,

Räumlichkeiten verteilt über 9 Stöcke (Proberäume, Büros, Bibliothek)

ein grosser Saal mit rund 550 Plätzen, ein kleiner mit rund 100 Plätzen

Das Haus wurde von der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol und dem Bund gemeinsam errichtet. Bauträger war die Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG).

Vereine im Haus der Musik

Tiroler Symphonieorchester

Festwochen der Alten Musik

Tiroler Volksmusikverein

Universität Mozarteum

Tiroler Landeskonservatorium

Tiroler Landestheater

Blasmusikverband Tirol

Tiroler Sängerbund

Institut für Musikwissenschaft

Musikbibliothek

Text und Fotos

www.gabrielabucher.ch

Land Tirol Haus der Musik Impressionen der Eröffung von Gabriela Bucher – Liechti

fotogalerien.wordpress.com/2018/10/10/land-tirol-haus-der-musik-impressionen-der-eroeffung-von-gabriela-bucher-liechti/

Fotos und Video

www.haus-der-musik-innsbruck.at

Film zur Eröffnung
 
 
 
 
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Status Quo Hallenstadion Zürich, 6.Oktober 2018 Foto Ruedy Hollenwäger Sursee

Status Quo, «Plugged In: Live And Rockin` 2017»-Tour, Hallenstadion Zürich, 6. Oktober 2018, besucht von Léonard Wüst

Status Quo Hallenstadion Zürich, 6.Oktober 2018 Foto Ruedy Hollenwäger Sursee
Status Quo Hallenstadion Zürich, 6.Oktober 2018 Foto Ruedy Hollenwäger Sursee

Besetzung:

Support Act: The Weight

 

Rezension:

Richie Malone Gitarre
Richie Malone Gitarre

Kann der aktuelle Sologitarrist die Absenz der Gründerlegende Rick Parfitt  vergessen lassen? Das war die grosse Frage vor Beginn des Konzertes.

Nach seiner Erkrankung im Sommer 2016 wurde Parfitt ab Oktober durch den irischen Gitarristen Richie Malone ersetzt. Bei einigen Konzerten während des Sommers war Freddie Edwards, der Sohn des Bassisten John „Rhino“ Edwards, für Parfitt eingesprungen. Am 24. Dezember 2016 starb Rick Parfitt in einem Krankenhaus im spanischen Marbella, seinem Wohnsitz, an einer Infektion nach einer Operation.

Status quo bei Status Quo, mit Einschränkungen

Andrew Bown Keyboards
Andrew Bown Keyboards

Die Ungewissheit war schon bei den ersten Riffs verflogen, der Status Quo ist auch mit Richie Malone gegeben, wenn er auch nicht die „Aura“ eines Rick Parfitt ausstrahlen kann, technisch aber keineswegs hintan steht. Das altersmässig eher reifere Publikum war sofort voll dabei. Status Quo legten unmittelbar los, performten zuerst ein paar eher unbekanntere Songs, bevor sie dann mit „What youre proposing“ ein erstes Ausrufezeichen setzten. Weiter gings mit einigen Coverversionen, bevor ihr UK Nr. 1 Hit von 1975 „Down Down“ einen weiteren Höhepunkt markierte. Die fünf Musiker stampften im 4/4 Takt durch ihre Set List aber eher emotionsarm routiniert. Stimmung kam immer auf, wenn well known Stücke, wie z.B. „Whatever you want“ an der Reihe waren. Mit den ganz grossen Knallern wurde es aber die erste Stunde nichts. Dann aber ihre erfolgreichste Coverversion aller Zeiten “In the army now” der holländischen Produzentenbrüder Bolland & Bolland. Damit war der zweite Teil des Sets richtig  lanciert. Ein Set, das den einzelnen Bandmitgliedern auch die Möglichkeit gab, ihre individuellen instrumentalen und gesanglichen Fähigkeiten zu demonstrieren.

Wenn Senioren ihre immer noch vorhandene Weltklasse demonstrieren

John Rhino Edwards Bass und Gitarre
John Rhino Edwards Bass und Gitarre
Francis Rossi  Leadgitarre
Francis Rossi Leadgitarre

Dem 69 jährigen Francis Rossi liegt seine aktuelle „Status‘ Graphite Guitar“ ebenso gut in den Händen, wie seinerzeit die original Fender Telecaster Jahrgang 1957, gekauft 1968 für 70 englische Pfund. Auch weiss er diese  immer noch sehr virtuos zu handhaben. Seine Mitmusiker standen ihm in nichts nach und jetzt kam erstmals so richtig Stimmung auf. Besonders spannend wurde es immer dann, wenn Keyboarder Andrew Bown auch eine Gitarre schnappte und sich zu den andern drei Gitarristen an den Bühnenrand gesellte. Dann war er unvermittelt wieder da, dieser fadengrade Rockgitarrensound der magischen 70er Jahre, der ausser den üblichen drei Akkorden nur noch einen Drummer, bei Status Quo Leon Cave, benötigt, der den Rhythmus angibt. Jetzt gings Schlag auf Schlag, Unterbrüche zwischen den einzelnen Songs füllten die Gitarristen, sich abwechselnd, mit ihren Soli. Dann der nächste veritable Hammer mit „Rockin` all over the world“. Dann wurde ausgetrudelt, nach 90 Minuten war das Konzert zu Ende. Damit waren aber die Fans gar nicht einverstanden und applaudierten die Protagonisten noch zu Zugaben, die den gelungenen Abend abrundeten.

Die aktuelle Besetzung der Band

Leon Cave Drums
Leon Cave Drums

Mitglieder der ersten Band, die es schaffte in 5 verschiedenen Jahrzehnten einen TOP20-Hit in Grossbritannien zu erzielen sind im Moment: Richie Malone (*1986), der „Rick Parfitt Ersatz“, der mit seinen 32 Jahren der klare Junior in dieser Band, dazu die „Rockdinos“ Francis Rossi (*1949), Andrew Bown (*1946), der leicht jüngere John „Rhino“ Edwards (*1953) und der zweitjüngste Leon Cave (*1978). Sie halten die Band am Laufen, die nach den Rolling Stones die meisten Hit-Alben in Grossbritannien hat und hatte, davon 4 Alben, die Nr.1 der Charts wurden.

Fazit des Konzerts der Unverwüstlichen

Status Quo Star Rick Parfitt
Status Quo Star Rick Parfitt

Sie spielen immer noch den „Geradeheraus-Gitarrenrock“, der seit über 50 Jahren die Massen mitriss und noch immer begeistert, wie sich an diesem Abend, im nicht ganz ausverkauften Zürcher Wädlitempel wieder einmal ausdrücklich manifestiert hat. Für mich  immer noch und wieder erstaunlich, dass drei simple Harmonien und ein banaler Rhythmus ausreichend sind, um ein halbes Jahrhundert Rockmusik entscheidend mitzuprägen.

Kleine Fotodiashow des Events von Ruedy Hollenwäger und Léonard Wüst:

fotogalerien.wordpress.com/2018/10/07/status-quo-plugged-in-live-and-rockin-2017-tour-hallenstadion-zuerich-6-oktober-2018-besucht-von-leonard-wuest/

http://www.statusquo.co.uk/

Rock meets Classic, Stadthalle Sursee, 17.März 2015: Gianna Nannini als Special Guest, besucht von Léonard Wüst

https://innerschweizonline.ch/wordpress/rock-meets-classic-stadthalle-sursee-17-maerz-2015-gianna-nannini-als-special-guest-besucht-von-leonard-wuest/

Support Act The Weight Trailer:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=6&v=Gqb9nn-wmk8

Status Quo The Last Night Of The Electrics

https://www.youtube.com/watch?v=8oGGP2Aou94

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Ruedy Hollenwäger & Léonard Wüst

http://www.abc-production.ch/index

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