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DFG-Graduiertenkolleg „Urban future-making“ in Hamburg gestartet

Das Graduiertenkolleg „Urban future-making: Professional agency across
time and scale“ hat am 1. April mit zwölf Doktorand:innen und drei
Postdoktorand:innen seine Arbeit aufgenommen und ist an der HCU
angesiedelt.

Verbund aus HCU, TUHH und UHH

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert
und von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) in Kooperation mit der
Technischen Universität Hamburg (TUHH) und der Universität Hamburg (UHH)
durchgeführt. Es ist die erste Kooperation zwischen den drei Hamburger
Universitäten im Rahmen eines Graduiertenkollegs.

Fokus auf gebaute Umwelt und transformative Herausforderungen

Ziel des Graduiertenkollegs ist es, die Handlungsfähigkeit von
Expert:innen im Bereich der gebauten Umwelt angesichts der drängenden
Herausforderungen eines transformativen Wandels zu untersuchen. Die Gruppe
hat ein stark interdisziplinäres und internationales Profil.

Doktorand:innen und Postdoktorand:innen aus den Sozialwissenschaften und
den Disziplinen der gebauten Umwelt werden Labore, Architekturen und
Infrastrukturen in verschiedenen Kontexten rund um den Globus erforschen
und untersuchen, wie sie als Schlüsselorte, Objekte und Vehikel für die
Gestaltung der urbanen Zukunft dienen.

Beteiligte und Ausblick

Beteiligte Forschende an der HCU sind Prof. Dr. Monika Grubbauer
(Sprecherin), Prof. Dr.-Ing. Annette Bögle, Prof. Dott. Arch. Paolo Fusi,
Prof. Dr. Gernot Grabher, Prof. Dr.-Ing. Gesa Kapteina und Dr. Joachim
Thiel. Anna-Lena Krüger hat die Koordination übernommen.

Wir halten Sie über die beteiligten Personen und die Forschungsagenda des
Graduiertenkollegs "Urban-future making" auf dem Laufenden. In Kürze
werden Kurzporträts der teilnehmenden Forscher:innen und der verschiedenen
Projekte veröffentlicht.

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The Damaged Planet – Symposium mit internationalen Gästen an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM)

Mit Beiträgen von Leonie Bremer, Alenda Y. Chang, Peter Emorinken-Donatus,
Thom van Dooren, Fabiana Fragale, Beate Gütschow, Carmen Hornbostel,
Kilian Kuhlendahl, Jens Mühlhoff, Milo Rau, Doris Schweitzer, Nicole
Seymour, Esteban Servat, Agnes Stillger, Louise Wagner, Markus Wissen.

In Fortführung der Veranstaltungsreihe "The Damaged Planet – Solidarität
mit unserem verletzten Planeten“ (im letzten Wintersemester) möchten wir
die aktuelle Lage im Rahmen eines Symposiums diskutieren.

Freitag + Samstag, 6. + 7. Mai 2022
ab 10 / 12 Uhr, Aula und online, auf Deutsch und Englisch, Filzengraben 2,
50676 Köln
Anmeldungen bitte via: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Handlungsmöglichkeiten in der Klimakrise werden weltweit diskutiert: Viele
politische Prozesse sind angestoßen, die EU arbeitet an einem Green Deal,
einige Staaten haben mit dem Umbau zu einer CO2-neutralen
Energieversorgung begonnen. Trotzdem wird das für die global-ökologische
Transformation vorhandene knappe Zeitfenster nicht beachtet; Artenschutz
als zweite fundamentale Säule für das Überleben wird weiterhin
ausgeblendet. Gerechtigkeitsfragen entstehen: Wie kann die anstehende
Transformation untere und mittlere Einkommen nicht überproportional
belasten? Was ist ein fairer Ausgleich für die schon entstandenen Schäden
in den Ländern des Globalen Südens? Was fehlt, ist die Bereitschaft,
Wirtschaft und Gesellschaft radikal neu zu denken. Gleichzeitig findet
allerorts ein überdimensionales politisches wie privatwirtschaftliches
Green-Washing statt. Diesen Herausforderungen möchten wir auf unserer
Tagung mit radikalen Denkansätzen und konkretem Handeln begegnen.

Wir beginnen mit den Theatermacher*innen Carmen Hornbostel und Milo Rau,
die ihren ökosozialen Einsatz am NT Gent auch als Zusammenarbeit mit
aktivistischen Gruppierungen verstehen. Die an der KHM lehrende Künstlerin
Beate Gütschow verbindet ebenfalls politisches und künstlerisches
Engagement zu einer fotografischen Arbeit, die sie im Anschluss ihres
Forschungsfreisemesters vorstellen wird. Die Studierenden und
Absolvent*innen der KHM Fabiana Fragale, Jens Mühlhoff und Kilian
Kuhlendahl werden einen Film über Aktivismus in Deutschland vorstellen,
der aus dem Filmmaterial von Steffen Meyn entstanden ist. Meyn hatte die
Besetzung des Hambacher Waldes dokumentiert und ist dabei 2018 tragisch
ums Leben gekommen. In einem Panel werden die Aktivist*innen Leonie
Bremer, Peter Emorinken-Donatus, Esteban Servat und Louise Wagner von
ihren Aktionen berichten. Die Film- und Medienwissenschaftlerin Alenda Y.
Chang beschäftigt sich mit Ökologie in Videospielen und setzt sich für
eine medienvermittelte Interessenvertretung bedrohter Spezies ein. Der
Philosoph und Autor Thom van Dooren stellt in seinen Multispezies-
Ethnographien eine Ethik der Sorge vor, in der Wissen vom eigenen Handeln
nicht abgekoppelt ist. Die Literaturwissenschaftlerin Nicole Seymour
beschäftigt sich aus queer-feministischer Perspektive mit Emotionen in
Eco-Kunst, Aktivismus und Diskurs und fragt, ob es auch kontraproduktive
Erzählungen der ökologischen Krise gibt. Agnes Stilliger,
Kunsthistorikerin und Ethnologin, spricht über „Environmental Racism“ und
de-koloniale Kunstpraktiken in Afrika. Wie Wirtschaft und Recht neu
gedacht werden können, danach fragen der Politikwissenschaftler Markus
Wissen und die Rechtssoziologin Doris Schweitzer und plädieren dabei
nachdrücklich für eine alternative Ökonomie jenseits von Profit und einem
neuen Recht der Natur.

Organisator*innen: Pascal Dreier, Beate Gütschow, Thomas Hawranke, Ute
Hörner, Fatima Kastner, Isabell Lorey und Kathrin Röggla.

Freitag,  6 . Mai 2022, Aula
12:00 – 12:30 Uhr, Einführung
12:30 – 13:45 Uhr, Carmen Hornbostel / Milo Rau (NT Gent) – Ein Theater
der Nachhaltigkeit? Produktion, Distribution, Theorie, Politik
14:00 – 15:00 Uhr, Fabiana Fragale, Jens Mühlhoff und Kilian Kuhlendahl
(Kunsthochschule für Medien Köln) – Ein Kampf mit Körpern und Bildern
PAUSE
15:30 – 16:30 Uhr, Leonie Bremer, Peter Emorinken-Donatus, Esteban Servat
und Louise Wagner – Podiumsdiskussion mit Aktivist*innen von Fridays for
Future, Bündnis Ökozidgesetz, Shell Must Fall, Ende Gelände
16:45 – 18:00 Uhr, Doris Schweitzer (Goethe-Universität Frankfurt) –
„Rechte der Natur“ als kritische Intervention?
PAUSE
18:30 – 19:45 Uhr, Markus Wissen (Hochschule für Wirtschaft und Recht
Berlin) – Imperiale und solidarische Lebensweise

Samstag, 7. Mai 2022, Aula
10:30 – 11:45 Uhr, Agnes Stillger (Universität zu Köln) – Für den Erhalt
des Gleichgewichts alles Lebendigen. Ökologie-kritische Kunstpraktiken in
Afrika
12:00 – 13:15 Uhr, Thom van Dooren (University of Sydney) – Stories from
the Snail Ark: Hope in a Time of Loss
PAUSE
14:30 – 15:45 Uhr, Beate Gütschow (Kunsthochschule für Medien Köln) –
Bericht aus dem Forschungsfreisemester
16:00 – 17:15 Uhr, Alenda Y. Chang (University of California, Santa
Barbara) – Cloudy with a Chance of Play
PAUSE
17:30 – 18:45 Uhr, Nicole Seymour (California State University, Fullerton)
–  Climate Change and the Limits of Satire
19:00 Uhr, Abschlussdiskussion

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36 Jahre Tschernobyl: Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht neue Radioaktivitätskarten

Erste flächendeckende radiologische Kartierung der Sperrzone seit über 30
Jahren

Anlässlich des 36. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am
26. April hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erste Ergebnisse
einer radiologischen Neukartierung der dortigen Sperrzone veröffentlicht.
Die zugrunde liegenden Radioaktivitätsmessungen hatte das BfS auf
Einladung der Staatlichen Agentur der Ukraine zur Verwaltung der Sperrzone
bereits im September 2021 in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und
ukrainischen Partnerorganisationen durchgeführt.

Zwei Übersichtskarten zeigen die Cäsium-137-Belastung der Böden und die
Gamma-Ortsdosisleistung innerhalb der Sperrzone. Die Ortsdosisleistung
gibt an, wie viel Strahlung von außen auf einen Menschen einwirkt. Erhöhte
Ortsdosisleistungswerte in der Sperrzone gehen heute fast ausschließlich
auf Cäsium-137 zurück, das eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat.
Kurzlebigere radioaktive Stoffe wie Jod-131 sind bereits seit Jahren nicht
mehr nachzuweisen.

Bedeutung internationaler Zusammenarbeit im Strahlenschutz
„Mit der Entscheidung, erste Auswertungen von Messdaten aus der Sperrzone
von Tschernobyl trotz des Krieges in der Ukraine zu veröffentlichen,
wollen wir die Bedeutung einer engen internationalen Zusammenarbeit im
Strahlenschutz unterstreichen“, betont BfS-Präsidentin Inge Paulini. „Wir
setzen damit auch ein Zeichen des Respekts für unsere ukrainischen
Kolleginnen und Kollegen, die trotz widrigster Umstände ihre
wissenschaftliche und praktische Arbeit im Strahlenschutz fortsetzen.“

„Die Messungen, auf denen die Karten basieren, wurden im Jahr 2021 in
einer beispiellosen deutsch-ukrainischen Kooperation in der Sperrzone von
Tschernobyl erhoben“, sagt Paulini. „Diese gemeinsame wissenschaftliche
Arbeit ist in dieser schwierigen Zeit wichtiger denn je: Sie zeigt
Perspektiven für die Zeit des Wiederaufbaus in der Ukraine auf und kann
schon jetzt bei der Beantwortung praktischer Fragen des Strahlenschutzes
unterstützen.“

Aktueller Überblick über die radiologische Situation
Die Karten und die zugehörigen Messdaten bieten einen umfassenden
Überblick über die aktuelle radiologische Situation in der Sperrzone. Mit
ihrer Hilfe lässt sich für jeden vermessenen Ort innerhalb der Sperrzone
vorausberechnen, wie lange dort Personal eingesetzt werden kann, ohne
einer unzulässigen Strahlenbelastung ausgesetzt zu werden.

Dies ist beispielsweise für die ortsansässige Feuerwehr wichtig, die in
der Sperrzone immer wieder Waldbrände zu bekämpfen hat. Das bisher für die
Einsatzplanung genutzte Programm kann mit den neuen Messdaten aktualisiert
werden. In gleicher Weise können mit den aktuellen Messdaten kriegsbedinge
Aufräumarbeiten wie Munitionsbereinigung unterstützt werden.

Da die Karten des BfS die radiologische Situation in der Sperrzone vor dem
Krieg zeigen, können sie bei Verdacht auf größere Verlagerungen von
radioaktiven Stoffen und kontaminiertem Material – zum Beispiel durch
Panzerbewegungen – oder bei Verdacht auf neue Freisetzungen innerhalb der
Sperrzone als Vergleich herangezogen werden.

Überprüfung der Sperrzone möglich
Langfristig können die ukrainischen Strahlenschutzbehörden die Messdaten
des BfS als Planungsgrundlage zur Neubewertung der Größe der Sperrzone
nutzen. Anhand der Daten kann beurteilt werden, welche Bereiche der
Sperrzone möglicherweise wieder für eine Nutzung freigegeben werden
können. Voraussetzungen dafür wären zusätzliche Detailmessungen vor Ort,
die eine entsprechende Ersteinschätzung bestätigen.

Messungen von Hubschraubern aus
Für die erste flächendeckende radiologischen Kartierung der Sperrzone von
Tschernobyl seit über 30 Jahren wurden Messungen von Hubschraubern aus
durchgeführt. „Wir halten diese Technik vor, um bei einem akuten Unfall
schnell die betroffenen Gebiete ermitteln zu können“, erläutert der
zuständige Projektleiter im BfS, Christopher Strobl. Dabei arbeitet das
BfS eng mit der Bundespolizei zusammen, die die Hubschrauber mit Besatzung
zur Verfügung stellt und sich um die fliegerische Vorbereitung und
Koordination der Flüge kümmert.

„Bei den Messungen in Tschernobyl standen wir vor einer besonderen
Herausforderung: Gelangen bei einem Unfall radioaktive Stoffe in die
Umwelt, lagern sie sich direkt auf dem Boden ab,“ erklärt Strobl. „35
Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind die radioaktiven Stoffe
aber mehrere Zentimeter tief in den Boden gewandert.“

Umfangreiche Messungen am Boden
Damit dieser Umstand die Messergebnisse nicht verfälscht, führten
Messteams des BfS zusammen mit ukrainischen Expert*innen an fast
zweihundert Punkten zusätzliche Messungen am Boden durch. Außerdem nahmen
sie an diesen Punkten Bodenproben, um zu bestimmen, wie tief die
radioaktiven Stoffe mittlerweile in den Boden eingedrungen sind. Auf
dieser Grundlage ließ sich die Abschirmung der Strahlung durch den Boden
aus den Messergebnissen herausrechnen. Der Vergleich der bodengestützten
Messungen und mit den Messungen von den Hubschraubern aus zeigte eine gute
Übereinstimmung und diente der Qualitätssicherung der Messkampagne.

Karten bestätigen bisherige Erkenntnisse
Die neuen Karten bieten einen Überblick über die gesamte Sperrzone, mit
Ausnahme des direkten Umkreises des havarierten Reaktors: Um die
kerntechnischen Anlagen in der Sperrzone zu schützen, besteht dort eine
Flugverbotszone, sodass dort keine Hubschraubermessungen möglich waren.

Die Karten sind aktueller und räumlich besser aufgelöst als die bisherigen
Gesamtdarstellungen aus den 1990ern. Sie bestätigen die Erkenntnisse aus
den Jahren nach dem Reaktorunglück: Es zeichnen sich deutlich die beiden
Haupt-Ausbreitungsrichtungen der 1986 aus dem Reaktor freigesetzten Stoffe
nach Norden und Westen ab.

Große Bandbreite der Gamma-Ortsdosisleistung
Die in der Sperrzone von Tschernobyl ermittelte Gamma-Ortsdosisleistung
liegt zwischen 0,06 Mikrosievert pro Stunde und etwa 100 Mikrosievert pro
Stunde. In Deutschland liegt die natürliche Ortsdosisleistung
üblicherweise zwischen 0,06 und 0,2 Mikrosievert pro Stunde. Die
niedrigsten in der Sperrzone gemessenen Werte unterscheiden sich damit
nicht von der Situation in Deutschland.

Hielte man sich in der Sperrzone von Tschernobyl dagegen an den Orten mit
den höchsten Werten dauerhaft im Freien auf, wäre bereits nach etwa acht
Tagen eine Strahlendosis von 20 Millisievert (20.000 Mikrosievert)
erreicht. Das ist die maximale Strahlendosis, die Personen in Deutschland
im Jahr erhalten dürfen, die beruflich Strahlung ausgesetzt sind.

Nachweis von Cäsium-137
Die Cäsium-Belastung der Böden in der Sperrzone schwankt zwischen Werten
unterhalb der Nachweisgrenze von Messungen aus der Luft und einem
Spitzenwert von 50.000 Kilobecquerel pro Quadratmeter.

Der höchste Wert, der 2016 mit derselben Messmethode im Bayerischen Wald –
einem der in Deutschland am schwersten von dem Reaktorunfall in
Tschernobyl betroffenen Gebiete – erhoben wurde, lag bei 24 Kilobecquerel
pro Quadratmeter. Das ist knapp über der Nachweisgrenze von Messungen aus
der Luft.

Hervorragende internationale Zusammenarbeit
„Insgesamt waren an den Messungen in Tschernobyl fast 100 Personen vor Ort
und in unserer Datenzentrale im BfS beteiligt“, sagt Strobl und lobt die
hervorragende internationale Zusammenarbeit.

Bundespolizei: Wichtige Einsatzerfahrung in kontaminiertem Gebiet
Auch für die Bundespolizei waren die Messungen in der Ukraine ein
außergewöhnlicher Einsatz: „Die Zusammenarbeit von BfS und Bundespolizei
bei Radioaktivitätsmessungen aus der Luft hat eine lange Tradition und
wird regelmäßig trainiert“, sagt der zuständige Einsatzleiter der
Bundespolizei, Klaus-Jürgen Jess. „In der Sperrzone von Tschernobyl
konnten wir erstmals Einsatzerfahrung in einem kontaminierten Gebiet
sammeln und unsere Leistungsfähigkeit auch unter diesen Bedingungen
zeigen.“

Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen geplant
Die veröffentlichten Übersichtskarten sollen den Auftakt für
wissenschaftliche Detailauswertungen und deutsch-ukrainische Publikationen
bilden. „Während der gemeinsamen Messungen sind intensive persönliche und
institutionelle Kontakte gewachsen“, betont Strobl: „Es ist uns wichtig zu
zeigen, dass diese Kontakte auch während und nach dem Krieg Bestand haben
und dass daraus weitere gemeinsame Projekte erwachsen können.“

Redaktionelle Verwendung der Karten
Die beiden Karten können unter Angabe der Quelle „Bundesamt für
Strahlenschutz“ zu redaktionellen Zwecken verwendet werden.

Zusammenarbeit von Bundesamt für Strahlenschutz und Bundespolizei
Mit Strahlungsmessungen von Hubschraubern aus lassen sich innerhalb kurzer
Zeit große Gebiete auf radioaktive Kontaminationen hin untersuchen. Neben
der Schnelligkeit ist von Vorteil, dass sich auch Gebiete untersuchen
lassen, die vom Boden aus nicht zugänglich sind.

Zur hubschraubergestützten Bestimmung am Boden abgelagerter radioaktiver
Stoffe arbeiten das BfS und die Bundespolizei seit vielen Jahren eng
zusammen: Die Bundespolizei stellt dabei Hubschrauber und deren Besatzung
zur Verfügung. Expert*innen des BfS führen die Messungen durch und stellen
den Strahlenschutz aller Beteiligten sicher. Regelmäßige Übungen erhalten
die Einsatzbereitschaft. In einem radiologischen Notfall kann eine Fläche
von rund 100 Quadratkilometern innerhalb von etwa drei Stunden überflogen
und kartiert werden. Die Messergebnisse liegen bereits kurz nach der
Landung vor.

Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die über 550 Beschäftigten bewerten Strahlenrisiken,
überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen
Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im
medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und
strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind
weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde
betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen
Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de.

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Viertes gemeinsames Symposium zur Nanotechnologie

BfR und Fraunhofer FNT laden im Mai 2022 zu zweitägiger Vortragsreihe

Nanotechnologie findet als Schlüsseltechnologie in zahlreichen Bereichen
Anwendung. Die Betrachtung von Chancen und Risiken steht auch bei der
vierten Auflage des Symposiums im Mittelpunkt. Bei der englischsprachigen
Veranstaltung am 30. und 31. Mai 2022 präsentieren Expertinnen und
Experten ihre Erkenntnisse zu Themen wie dem Einsatz von Nanotechnologie
in Textilien und Verpackungen, ihrer Anwendung in der Landwirtschaft, den
Auswirkungen von Nanomaterialien im Körper und zukunftsorientierten
Bewertungsansätzen. Mit Nanotechnologie betritt der Verbraucherschutz in
vielen Bereichen wissenschaftliches Neuland. „Die Frage ist, wie unser
Körper auf Nanomaterialien, die aus unterschiedlichen Verbraucherprodukten
kommen können, reagiert. Auch über Emissionen von 3-D-Druckern oder
Saatgut mit Inhaltsstoffen im Nanometerbereich können verschiedene Stoffe
in unseren Körper gelangen, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Luch,
Naturwissenschaftler und Arzt am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
„Das BfR forscht daher an einer Vielzahl von Projekten, zum Beispiel zur
Aufklärung von Wirkmechanismen, Analytik komplexer Proben oder
Gruppierungsansätzen, um die gesundheitliche Risikobewertung neuer
Materialien voranzubringen.“ Mit dem Nanosymposium fördert das BfR den
regelmäßigen, fächer- und ressortübergreifenden Wissensaustausch. Das BfR
lädt zusammen mit dem Fraunhofer Themennetzwerk Nanotechnologie FNT zu der
hybriden Veranstaltung, die Interessierte wahlweise vor Ort im BfR-Hörsaal
in Berlin-Marienfelde oder digital via Livestream verfolgen können.
Anmeldeschluss ist der 20. Mai 2022.

Zur Anmeldung:

<https://www.bfr-akademie.de/english/nano2022.html>

Zum Programm:

<https://www.bfr-
akademie.de/media/wysiwyg/2022/nano2022/Nano2022_programme.pdf>

Nanomaterialien werden inzwischen in vielen Bereichen des täglichen Lebens
eingesetzt, beispielsweise in kosmetischen Produkten, in
Lebensmittelverpackungen und zahlreichen Bedarfsgegenständen. Nicht immer
ist dies für Verbraucherinnen und Verbraucher ersichtlich. Für einige
Produktbereiche wie Lebensmittel und Kosmetika gelten spezifische
Kennzeichnungsvorschriften.

Produktionsmengen und Formenvielfalt steigen stetig an, was eine erhöhte
und eventuell auch neuartige gesundheitliche Belastung für
Verbraucherinnen und Verbraucher bedeuten kann, beispielsweise wenn
Nanomaterialien aus Produkten freigesetzt werden. Ob von Nanomaterialien
oder Produkten, die solche enthalten, gesundheitliche Risiken für
Verbraucherinnen und Verbraucher ausgehen können, lässt sich nicht
pauschal beantworten. Die Nanosicherheitsforschung befasst sich daher mit
Risiken von Nanomaterialien für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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