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Vierte Corona-Welle: Herzpatienten sollten sich unbedingt gegen Covid-19 impfen oder boostern lassen

Deutsche Herzstiftung rät Herz-Kreislauf-Patienten dringlich zur
Covid-19-Impfung oder Auffrischimpfung („Booster“). Herzstiftung klärt
auf, für wen dritte Impfung sinnvoll ist

Angesichts sehr hoher SARS-CoV-2-Infektionszahlen und überlasteter
Intensivstationen in den Kliniken appelliert die Deutsche Herzstiftung an
ungeimpfte Herz-Kreislauf-Patienten wie auch an Gesunde, sich dringend
gegen Covid-19 impfen zu lassen. Wer bereits zweifach gegen Covid-19
geimpft ist, sollte bei nachlassender Immunität seinen Schutz vor Covid-19
durch eine dritte Impfung („Booster“) unbedingt auffrischen. Auf ein
Nachlassen der Immunität sechs bis zwölf Monate nach der Zweitimpfung
deutet die Studienlage hin, so dass eine Auffrischung sinnvoll ist.
„Eine Impfung gegen Covid-19 und die Booster-Impfung sind unser
effektivstes Mittel, mit dem jeder sowohl zu seinem individuellen Schutz
als auch zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann“, betont der
Kardiologe und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung Prof. Dr.
med. Thomas Voigtländer und fügt hinzu: „Sprunghafte Anstiege bei den
Corona-Neuinfektionen und den Impfdurchbrüchen trotz zweifacher Covid-
Impfung sowie eine dominierende aggressive Delta-Variante von SARS-CoV-2
führen uns klar vor Augen, wie wichtig es gerade jetzt ist, sich gegen
Covid-19 impfen zu lassen oder seinen Impfschutz aufzufrischen.“ Infos für
Herzpatienten zur Covid-19- und Booster-Impfung sind abrufbar unter
www.herzstiftung.de/corona-impfung „Für Patienten mit Herz- und
Kreislauferkrankungen und Ältere ist der Covid-19-Impfschutz deshalb so
wichtig, weil sie zum besonders gefährdeten Personenkreis mit einem
höheren Risiko für schwere Covid-19-Krankheitsverläufe zählen: das sind
insbesondere Patienten mit Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit,
Bluthochdruck und Diabetes“, so der Ärztliche Direktor des Agaplesion
Bethanien-Krankenhauses in Frankfurt am Main. Das aktuelle
Infektionsgeschehen zeige u. a. deutlich, dass es unter den Ungeimpften in
allen Altersgruppen deutlich häufiger zu symptomatischen Corona-
Neuinfektionen als bei den Geimpften kommt.

Impfeffektivität weiterhin hoch trotz Impfdurchbrüchen
Die vom Robert Koch-Institut (RKI) für die Kalenderwochen 41 bis 44 (2021)
geschätzte Impfeffektivität gegen Covid-19-assoziierte Ereignisse wie
Krankenhausaufnahme, Intensivmedizinische Behandlung und Tod ist trotz
Impfdurchbrüchen, deren Zahl mit den hohen Corona-Inzidenzen gestiegen
ist, weiterhin hoch. So liegt nach RKI-Berechnungen die geschätzte
Impfeffektivität für den Schutz vor Hospitalisierung bei ca. 88 % (Alter
18-59 Jahre) bzw. ca. 85 % (Alter ≥60 Jahre), für den Schutz vor einer
Behandlung auf der Intensivstation bei ca. 93 % (Alter 18-59 Jahre) bzw.
ca. 90 % (Alter ≥60 Jahre) und für den Schutz vor Tod bei ca. 92 % (Alter
18-59 Jahre) bzw. ca. 87 % (Alter ≥60 Jahre) (1).

Wer sollte jetzt eine Booster-Impfung bekommen?
Die Deutsche Herzstiftung folgt den Empfehlungen der Ständigen
Impfkommission (STIKO). Die STIKO und die Europäische Arzneimittelagentur
(EMA) befürworten eine zusätzliche dritte Dosis der Covid-19-Impfstoffe
von Biontech (Comirnaty) und ¬– für Über-30-Jährige – Moderna (Spikevax)
für Personen mit stark geschwächtem Immunsystem oder nach
Organtransplantation und für Personen mit unzureichender oder fehlender
Immunantwort auf zwei Impfungen. Bei älteren Menschen ab 70 Jahren – das
schließt auch Patienten mit Herzerkrankungen oder nach Aortenklappenersatz
ein – plädiert die STIKO ebenfalls dafür, sechs Monate nach der
Grundimmunisierung das Angebot einer Covid-Auffrischimpfung zu machen. Die
STIKO empfiehlt bei mRNA-Impfstoffen, dass möglichst der bei der
Grundimmunisierung verwendete Impfstoff angewendet werden sollte.
Zusätzlich zu den bereits genannten Personengruppen soll laut STIKO-
Empfehlung die Drittimpfung angeboten werden für:
- BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte
Menschen. Aufgrund des erhöhten Ausbruchspotentials sind hier auch
BewohnerInnen im Alter von < 70 Jahren eingeschlossen.
- Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt mit den zu
Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der
Pflege für alte Menschen oder für andere Menschen mit einem erhöhten
Risiko für schwere Covid-19-Krankheitsverläufe.
- Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt.

Die Auffrischimpfung soll mit einem mRNA-Impfstoff frühestens sechs Monate
nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen, unabhängig davon, welcher
Impfstoff zuvor verwendet wurde. Für eine Auffrischung sprechen Daten aus
Beobachtungsstudien. Forscher in Israel etwa ermittelten bei über
60-Jährigen komplett mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin Geimpften ¬– sowohl
mit als auch ohne zusätzliche Booster-Impfung ¬–, dass bei den Geimpften
mit Booster-Impfung das Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion 11,3-fach und
das Risiko für einen schweren Verlauf 19,5-fach verringert wurde (2).
Somit konnte eine Booster-Impfung die Zahl schwerer Durchbruchinfekte auf
einen Bruchteil reduzieren. Weitere Infos unter www.herzstiftung.de
/corona-impfung

Booster-Impfung bei Vektorimpfstoffen von Johnson & Johnson und
AstraZeneca
Wegen des ungenügenden Impfschutzes nach der bislang bei dem
Coronaimpfstoff von Johnson & Johnson empfohlenen Einzel-Dosis empfiehlt
die STIKO, die Wirkung mit einer zusätzlichen Dosis eines mRNA-Impfstoffs
ab vier Wochen nach der Grundimmunisierung zu optimieren. Für Geimpfte mit
dem Wirkstoff von AstraZeneca wird eine Auffrischung mit einem mRNA-
Wirkstoff nach sechs Monaten empfohlen.

Booster-Impfung gleichzeitig mit Grippeschutzimpfung möglich
Eine „Booster“-Impfung ist auch für Herzpatienten zusammen mit einer
Grippeimpfung ohne zeitlichen Abstand möglich. Das hat auch die STIKO
unlängst bestätigt. „Bei einer Infektion mit dem Influenzavirus oder mit
Pneumokokken, den Haupterregern einer Lungenentzündung, schwächen die
Krankheitserreger das vorgeschädigte Herz und Gefäßsystem zusätzlich.
Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung empfehlen wir deshalb, sich
auch gegen das Influenzavirus und gegen Pneumokokken impfen zu lassen“, so
der Herzstiftungs-Vorsitzende. Eine Pneumokokken-Impfung wird Menschen ab
60 Jahren oder Jüngeren mit einem besonderen Gesundheitsrisiko, etwa bei
chronischer Lungenerkrankung oder nach Entfernung der Milz, empfohlen.
Lungenentzündung und eine Grippeerkrankung (Influenza) können bei einer
vorbestehenden Herzerkrankung das Herz zusätzlich schädigen. Mögliche
Folgen sind Herzschwäche, Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung und andere
Herzkomplikationen. Bei gleichzeitiger Booster- und Grippeschutzimpfung
sollten verschiedene Arme genutzt werden.

Arzt oder Ärztin des Vertrauens bei Sorgen und Ängsten ansprechen
Dass immer noch Millionen Menschen der Covid-19-Schutzimpfung
zurückhaltend gegenüberstehen und sich nicht impfen lassen, erschwert das
Unterbrechen der Infektionskette und eine ausreichend hohe Impfquote zum
Schutz von Risikogruppen ohne oder mit stark vermindertem
Covid-19-Impfschutz (Kinder, chronisch Kranke mit Immunschwäche). Menschen
mit Sorgen und Ängsten wegen möglicher Nebenwirkungen und
Impfkomplikationen sollten diese mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt
besprechen oder sich über verlässliche Informationsquellen informieren.
„Impfnebenwirkungen wie die seltenen und meist mild verlaufenden
Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen sind kein Argument, sich nicht
impfen zu lassen. Wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lässt, geht ein
ungleich höheres Risiko ein“, erklärt Voigtländer. Die Deutsche
Herzstiftung informiert ausführlich rund um die Corona-Impfung speziell
für Herzpatienten unter www.herzstiftung.de/corona-impfung sowie über
kritische Fragestellungen wie Nebenwirkungen, etwa das sehr seltene
Auftreten einer in der Regel mild verlaufenden Myokarditis
(Herzmuskelentzündung) und Perikarditis (Herzbeutelentzündung) nach einer
Impfung, unter www.herzstiftung.de/corona-impfung-myokarditis

Weitere Infos zum Thema: Herzstiftungs-Podcast „Schutz vor Covid-19 – Wer
braucht eine Auffrischimpfung?“ Prof. Dr. med. Angelika Costard-Jäckle vom
Herz- und Diabeteszentrum HDZ NRW, Bad Oeynhausen im Gespräch:
www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/podcasts/covid-boosterimpfung

Quellen

(1)     Wöchentlicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019
(COVID-19) vom 11.11.2021:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-11-11.pdf?__blob=publicationFile
(2)     Protection of BNT162b2 Vaccine Booster against Covid-19 in Israel;
N Engl J Med 2021; 385:1393-1400. DOI: 10.1056/NEJMoa2114255

Weitere:
- Epid Bull 2021;39:3 -11. Doi: 10.25646/9087 / Epid Bull 2021;39:42 -45.
Doi: 10.25646/9044
- Clin Res Cardiol. 2021 Jul 9; 1-8. Doi: 10.1007/s00392-021-01880-5.
- Waning Immunity after the BNT162b2 Vaccine in Israel; DOI:
10.1056/NEJMoa2114228
- Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine through 6
Months; DOI: 10.1056/NEJMoa2110345
- Effectiveness of a third dose of the BNT162b2 mRNA COVID-19 vaccine for
preventing severe outcomes in Israel: an observational study;
DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)02249-2
- Pressemeldung der European Medicines Agency (EMA) „Comirnaty and
Spikevax: EMA recommendations on extra doses and boosters“ vom 4.10.2021:
https://www.ema.europa.eu/en/news/comirnaty-spikevax-ema-recommendations-
extra-doses-boosters

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Corona: Infektionsschutz auf Länderebene belassen

Ein dezentraler Infektionsschutz, der die Verantwortlichkeiten auf
Länderebene belässt, ist im Kampf gegen die Corona-Pandemie das
effizientere Vorgehen, sagt IfW-Forscher Jürgen Stehn. Eine Verlagerung
der Zuständigkeiten auf Bundesebene ist dagegen eher schädlich als
nützlich, eine bundeseinheitliche „Notbremse“ mit Blick auf ökonomische
Effizienzkriterien bestenfalls nutzlos. Voraussetzung ist allerdings, die
Mobilität zwischen den Bundesländern zu begrenzen.

„Es ist menschlich verständlich, aber ökonomisch schädlich, wenn
Entscheidungsträger auf Landesebene bundesweite Krisenregeln fordern, um
sich gleichsam hinter diesen Entscheidungen zu verstecken und um damit der
politischen Verantwortung zu entgehen“, sagte IfW-Forscher Jürgen Stehn
anlässlich der Veröffentlichung seiner Analyse im Auftrag der
Nordakademie-Stiftung („Föderalismus in der (Corona-)Krise“: https://www
.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-policy-briefs/2021/foederalismus-in-
der-corona-krise-0/
).

Demnach führt eine Verlagerung von Aufgaben von einer untergeordneten auf
eine übergeordnete politische Ebene stets zu einer Vernachlässigung
individueller Präferenzen. Da in der Corona-Krise die Präferenzen zwischen
den Bundesländern mit Blick auf die Art und das Ausmaß der
Pandemiebekämpfung relativ stark variierten, ist eine dezentrale
Zuständigkeit der Bundesländer für den Infektionsschutz in Deutschland
einer bundesweiten Zuständigkeit deutlich überlegen.

Voraussetzung ist allerdings, dass es gelingt, die Mobilität zwischen den
Bundesländern durch geeignete Maßnahmen zu verringern oder sicherer zu
gestalten, um eine Ausbreitung des Virus von einem Bundesland mit
erfolglosen Infektionsschutzmaßnahmen auf ein Bundesland mit erfolgreichen
Infektionsschutzmaßnahmen zu verhindern. Je strikter und effizienter die
Mobilitätsbeschränkungen ausfallen, umso größer sind die Effizienzgewinne
einer dezentralen, regionalen Pandemiebekämpfung.

„Eine dezentrale Aufgabenkompetenz in der Pandemie verspricht nicht nur
Wohlfahrtsgewinne aus einer Berücksichtigung regional variierender
Präferenzen, sondern auch aus einem Wettbewerb potenziell geeigneter
Problemlösungen zwischen den Ländern“, sagte Stehn.

Durch unterschiedliche regionale Pandemie-Regeln lassen sich
Erfolgsmodelle leichter identifizieren und imitieren. Außerdem ist es
etwas weniger riskant, viele den regionalen Umständen angepasste
Ausstiegsexperimente zu machen, als ein einziges deutsches Großexperiment,
denn Fehlentscheidungen haben aufgrund der kleineren Gebietseinheiten
geringere Folgen als Fehlschläge auf Bundesebene.

Erfolgreiche Beispiele für das unterschiedliche Vorgehen der Länder ist
etwa Schleswig-Holsteins stufenlose Öffnung des Tourismus im Mai 2020, die
ein Muster für andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern und
Niedersachsen war. Auch die schleswig-holsteinischen Strandampeln und
Teilsperrungen von Parkplätzen zur Begrenzung des Tagestourismus wurden
später in ähnlicher Weise auch in anderen Bundesländern eingeführt.
Ministerpräsidentenkonferenz unproduktiv

Stehn kritisiert außerdem die wiederholt zähen Verhandlungen der
Ministerpräsidenten als unproduktiv und als falsch verstandenen
Föderalismus. „Föderale Zuständigkeiten im Infektionsschutz bedeuten eben
gerade nicht, dass sich sechzehn Bundesländer gemeinsam mit der
Bundeskanzlerin auf gemeinsame Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung
verständigen müssen. Das Gegenteil ist der Fall. In einem effizienten
föderalen System sind es ausschließlich die Bundesländer, die für ihre
Regionen den Präferenzen ihrer Bürger angepasste Lösungswege im
Infektionsschutz erarbeiten und umsetzen.“

Stehn plädiert außerdem dafür, Wirtschaftshilfen in der Pandemie auf
Länderebene zu finanzieren, um Fehlanreize für Unternehmensschließungen zu
vermeiden. „‘‘Je besser es gelingt, Aufgaben- und Fiskalkompetenz in
Übereinstimmung zu bringen, umso größer ist die Überlegenheit eines
föderalen Systems gegenüber einer zentralisierten Ordnung“, so Stehn.

„Der föderale Weg in der Pandemiebekämpfung ist nicht einfach zu
bestreiten. Föderalismus erfordert Mut von den regionalen
Entscheidungsträgern. Sie müssen die Verantwortung für die Folgen von
Hygieneregeln, Schließungen und Öffnungen tragen, das ist der Kern des
Föderalismus.“

Zur Analyse: Föderalismus in der (Corona-)Krise (https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/kiel-policy-briefs/2021/foederalismus-in-der-
corona-krise-0/
)

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COVID-19-Schutzimpfung: Expert*innen raten zu Auffrischungsimpfungen bei krebskranken Menschen

Auch Krebspatient*innen sollten bevorzugt eine
COVID-19-Auffrischungsimpfung erhalten. Dafür plädiert die Corona-
Taskforce des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Deutschen Krebshilfe
und der Deutschen Krebsgesellschaft.

Untersuchungen weisen darauf hin, dass Menschen mit einer Krebserkrankung
ein vergleichsweise höheres Risiko für sogenannte Durchbruchsinfektionen
aufweisen. „Das gilt insbesondere für Menschen mit Blutkrebs und für
Krebskranke, die aktuell eine Krebstherapie erhalten, die das Immunsystem
schwächt“, begründet Prof. Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des
Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, diese Empfehlung.
„Bitte besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob und wann eine
Booster-Impfung angezeigt ist“, rät Baumann.

„Tatsächlich beobachten wir derzeit eine rasch fortschreitende Steigerung
der COVID-19-Inzidenzen und eine zunehmend starke Belastung der
Intensivstationen. Der Hauptanteil der Menschen, die intensivmedizinisch
versorgt werden müssen, gehört zur Gruppe der Nicht-Geimpften oder ist
geimpft und hat eine oder mehrere Vorerkrankungen. Anders als im letzten
Winter steht uns mittlerweile aber ein wirksames und sicheres Instrument
zur Verfügung, um die vierte COVID-19-Welle einzudämmen – die
COVID-19-Schutzimpfung“, ergänzt Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Präsident
der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). „Durch eine Booster-Impfung können
auch Krebskranke, deren Impfschutz möglicherweise rascher abnimmt als bei
Gesunden, das Risiko senken, bei einer Durchbruchsinfektion schwer zu
erkranken.“

„Der rasche und kontinuierliche Anstieg der COVID-19-Inzidenzraten erfüllt
uns mit großer Sorge“, bestätigt auch Gerd Nettekoven,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Umso wichtiger, dass
Krebspatientinnen und -patienten bevorzugt die Möglichkeit zu einer
Auffrischungsimpfung erhalten. Darüber hinaus richten wir unseren Appell
an die bislang noch ungeimpften Bürgerinnen und Bürger: Sie alle können
die vierte COVID-19-Infektionswelle bremsen, indem Sie, soweit möglich,
von ihrem Anspruch auf eine Impfung Gebrauch machen. Dadurch schützen Sie
sich nicht nur selbst, sondern tragen auch zu einem besseren Schutz von
Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen vor einem ernsten
COVID-19-Verlauf und dem Tod bei.“

Um mögliche Änderungen der onkologischen Versorgungssituation zu erfassen,
haben das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche
Krebshilfe ihre regelmäßige Befragung an 18 großen deutschen universitären
Krebszentren (Comprehensive Cancer Center) wiederaufgenommen. Diese
Befragung war 2020 im Rahmen der Corona-Taskforce von DKFZ, Deutscher
Krebshilfe und DKG initiiert worden, um Versorgungsengpässe und
-einschränkungen frühzeitig zu erkennen und den Dialog mit politischen
Entscheidungsträgern zu suchen. Nachdem während der ersten Pandemiewelle
erhebliche Einschränkungen in einzelnen Versorgungsbereichen verzeichnet
wurden, hat sich die Versorgungslage in der zweiten Jahreshälfte 2021
weitestgehend normalisiert. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und
der sich abzeichnenden Belastung der stationären Versorgungskapazitäten
wird das onkologische Versorgungsgeschehen in regelmäßigen Abständen
überwacht. Mit ersten Ergebnissen zur aktuellen Versorgungssituation ist
im Laufe des Novembers zu rechnen.

Die Deutsche Krebsgesellschaft
Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) – eine Nachfolgeorganisation
des 1900 gegründeten „Comité für Krebssammelforschung“ – ist die größte
wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum.
In der DKG vertreten sind rund 8.000 Einzelmitglieder in 25
Arbeitsgemeinschaften, die sich mit der Erforschung und Behandlung von
Krebserkrankungen befassen; dazu kommen 16 Landeskrebsgesellschaften und
35 Fördermitglieder. Die DKG engagiert sich für eine Krebsversorgung auf
Basis von evidenzbasierter Medizin, Interdisziplinarität und konsequenten
Qualitätsstandards, ist Mitinitiatorin des Nationalen Krebsplans und
Partnerin der „Nationalen Dekade gegen Krebs“.
https://www.krebsgesellschaft.de/

Deutsche Krebshilfe
Die Deutsche Krebshilfe wurde am 25. September 1974 von Dr. Mildred Scheel
gegründet. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, Krebserkrankungen
in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen. Unter dem Motto „Helfen.
Forschen. Informieren.“ fördert die Stiftung Deutsche Krebshilfe Projekte
zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie,
medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung, einschließlich der
Krebs-Selbsthilfe. Ihre Aufgaben erstrecken sich darüber hinaus auf
forschungs- und gesundheitspolitische Aktivitäten. Sie ist ebenfalls
Mitinitiator des Nationalen Krebsplans sowie Partner der „Nationalen
Dekade gegen Krebs“. Die Deutsche Krebshilfe ist der bedeutendste private
Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung – unter anderem der
Krebsforschung – in Deutschland. Sie finanziert ihre gesamten Aktivitäten
ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung.
https://www.krebshilfe.de/

Das Deutsche Krebsforschungszentrum
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische
Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen
Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass
Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen
Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt
werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten
Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf
alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den
Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für
Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in
Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen
Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs
Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ
Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die
Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen
Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist
ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung
in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu
verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und
ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
https://www.dkfz.de/de/index.html

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COVID-19-Pandemie: Bevölkerung fühlt sich weniger sicher

Nur etwa zwei von fünf Befragten des BfR-Corona-Monitors glauben, sich
selbst vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützen zu
können

Derzeit steigt auch in Deutschland die Zahl der gemeldeten Coronavirus-
Infektionen. Gleichzeitig wächst die Sorge in der Bevölkerung, sich mit
dem Virus anzustecken. Dies zeigt die 48. Ausgabe des BfR-Corona-Monitors,
einer regelmäßigen Erhebung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
Während sich Ende Oktober noch mehr als die Hälfte der Befragten sicher
oder sehr sicher vor einer Infektion gefühlt haben, sind es aktuell nur
noch 42 Prozent. „Die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit, sich über die Nähe
zu anderen Menschen anzustecken, ist erneut angestiegen“, sagt BfR-
Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Derzeit stufen zwei Drittel
der Befragten diese Wahrscheinlichkeit als hoch oder sehr hoch ein.“

Link zu den Ergebnissen: BfR-Corona-Monitor | 9.-10. November 2021

<https://www.bfr.bund.de/cm/343/211109-bfr-corona-monitor.pdf>

Angesichts der derzeit steigenden gemeldeten Infektionszahlen werden auch
die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus von der Mehrheit der Befragen
als angemessen angesehen. Insbesondere die Akzeptanz für das Absagen von
Veranstaltungen ist in den vergangenen zwei Wochen um zehn Prozentpunkte
gestiegen und liegt jetzt bei 75 Prozent. Auch die 2G-Regel, die in immer
mehr Regionen Deutschlands angewandt wird, stößt auf mehr Zustimmung.
Momentan halten 65 Prozent die 2G-Regel für angemessen - acht
Prozentpunkte mehr als in der letzten Erhebung Ende Oktober.

Beim Thema COVID-19-Pandemie gewinnen außerdem persönliche Gespräche
wieder mehr an Bedeutung. So liegt der Anteil derjenigen, die sich täglich
über persönliche Kontakte zum Geschehen rund um die Pandemie informieren,
jetzt bei 41 Prozent - ein Anstieg um zehn Prozentpunkte im Vergleich zu
Ende Oktober. Trotz dieses ausgeprägten Informationsverhaltens ist das
Gefühl, über das Geschehen informiert zu sein, in der Bevölkerung
gesunken: Während sich in der letzten Befragung 54 Prozent gut oder sehr
gut informiert gefühlt haben, ist dies derzeit nur noch bei 46 Prozent der
Fall.

Das BfR hat Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus veröffentlicht:

<https://www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmittel_und_gegenstaende_uebertragen_werden_-244062.html>

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige)
repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in
Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März
und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte
Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des
Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020
wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000
Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf
der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr
Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den
Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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