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Blutvergiftung: Das muss man über diese Diagnose wissen

Expertenwissen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
Unfallchirurgie (DGOU) zum Thema Blutvergiftung (Sepsis)

Laut Medienberichten erlitt der Schauspieler Til Schweiger infolge einer
Verletzung am Unterschenkel eine Blutvergiftung (Sepsis). Eine Sepsis ist
häufig lebensbedrohlich. Ob man nach einer Sepsis vollständig geheilt ist,
was zu beachten ist oder ob gar es einen Rückfall geben kann, darüber
informieren Orthopäden und Unfallchirurgen.

Wissenswertes über die Diagnose Sepsis erläutert Experte Prof. Dr. Andreas
Seekamp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
Unfallchirurgie (DGOU), Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Unfallchirurgie (DGU) und Direktor der gemeinsamen Klinik für Orthopädie
und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus
Kiel.

1) Was gibt es nach einer frisch überstandenen Sepsis zu beachten?
„Man sollte sich weiterhin schonen und körperlich nicht anstrengen, also
keinen Sport, keine Flugreisen, sondern nur tägliche Verrichtungen
durchführen: Haushalt führen, einkaufen gehen und gegebenenfalls auch
wieder zur Arbeit gehen, wenn es sich nicht um körperliche Tätigkeiten
handelt. Das Immunsystem ist noch geschwächt, der Körper kann keinen
zusätzlichen Stress vertragen.“

2) Ist man dann wieder vollständig gesund oder gibt es die Gefahr eines
Rückfalls?
„Als vollständig gesund kann man sich erst nach etwa vier bis sechs Wochen
betrachten, ältere Menschen, etwa jenseits des 70sten Lebensjahres können
auch Monate benötigen. Bei körperlicher Überanstrengung gibt es durchaus
die Möglichkeit eines Rückfalls, vornehmlich dann, wenn das Immunsystem
noch geschwächt ist. In jedem Fall muss die Ursache der Sepsis vollständig
ausgeheilt sein, damit es nicht zu einer erneuten Keimverschleppung kommt.
Die nicht ausreichend therapierte und ausgeheilte Ursache stellt die
wesentliche Gefahr für einen Rückfall dar.“

3) Was sollte man besonders beachten?
„Neben körperlicher Schonung sind regelmäßige Blutuntersuchungen und
Kontrollen der ausgeheilten Ursache als Verlaufsbeobachtung wichtig. In
den Blutkontrollen sind die Entzündungsparameter zu kontrollieren und es
ist die gegebenenfalls anhaltende Zirkulation von Keimen im Blut
auszuschließen. Zudem müssen gleichzeitige Beeinträchtigungen von Organen,
wie beispielsweise Herz und Nieren, ausgeschlossen werden. Eine Sepsis
kann über die Blutzirkulation von Bakterien zu Herzklappenfehlern und
Nierenschäden führen.“

4) Warum ist eine Sepsis lebensgefährlich?
„Eine Sepsis ist lebensgefährlich, wenn durch die Einschwemmung von
Bakterien in die Blutbahn und die Organe das Immunsystem des Körpers
überfordert ist und mehrere Organsysteme durch den Keimbefall und die
daraus entstehenden Entzündungsreaktionen versagen. Menschen versterben in
der Sepsis an einem gleichzeitigen Versagen mehrerer Organe, selbst die
Intensivmedizin mag schwere Verläufe dann nicht mehr aufhalten. Ein
solcher schwerer Verlauf kann sich innerhalb von wenigen Stunden
entwickeln und mit dem Tod enden.“

5) Wie kann eine Sepsis bei einer Bagatellverletzung entstehen?
„Die Verschleppung von Keimen in die Blutbahn kann durch sehr kleine
Wunden, Bagatellverletzungen, entstehen. Auch kleine Bissverletzungen oder
Kratzspuren können die Ursache sein. Jeder noch so kleinen
Bagatellverletzung muss man daher seine Aufmerksamkeit schenken, jede
Wunde muss gesäubert werden, wobei schon reines Wasser dafür ausreicht.
Verhindert werden muss in jedem Fall die gleichzeitige Infektion der
Wunde. Ist eine Wunde infiziert und zeigt nach zwei Tagen keine
Heilungstendenz, haben sich bereits Keime in der Wunde festgesetzt, zu
diesem Zeitpunkt ist notfallmäßig medizinische Behandlung aufzusuchen.
Häufig wird dann eine chirurgische Intervention erforderlich, um das
infizierte Gewebe zu entfernen und die Wunde wieder in einen reinen
Zustand zu versetzen. Es folgt in der Regel eine offene Wundbehandlung mit
regelmäßiger Spülung der Wunde.“

6) Welche Anzeichen sprechen für eine Sepsis?
„Der Beginn einer Sepsis ist schwierig zu erkennen und wird häufig
verkannt. Klinische Symptome sind ein schneller Puls, gegebenenfalls
niedriger Blutdruck, erhöhte Atemfrequenz und eine zunehmende
Bewusstseinsstörung, beginnend mit Müdigkeit, sowie das Gefühl der
Abgeschlagenheit und ein vermehrtes Durstgefühl. Fieber tritt häufig erst
später auf, in jedem Fall spricht eine normale Körpertemperatur nicht
gegen eine Sepsis.“

7) Was muss bei Verdacht auf Sepsis sofort gemacht werden?
„Es muss möglichst rasch eine medizinische Behandlung erfolgen, am besten
Vorstellung in der Notaufnahme einer Klinik und zwar schon wenn nur zwei
der oben genannten Symptome wahrgenommen werden und eine
Bagatellverletzung vorliegt oder wenige Tage zuvor erinnerlich ist.“

8) Welche Rolle spielt die Tetanus-Impfung?
„Die Tetanus-Schutzimpfung ist ganz wichtig und muss im Zuge einer
Bagatellverletzung in jedem Fall überprüft werden. Bei Unsicherheiten über
den bestehenden Impfschutz muss der Impfschutz großzügig erneuert werden.
Die Impfung hilft aber nur gegen den auslösenden Keim des
Wundstarrkrampfes, eine Sepsis mit anderen Keimen lässt sich durch die
Tetanus-Schutzimpfung nicht verhindern.“

9) Wie kann man sich vor einer Sepsis schützen?
„Der beste Schutz gegen eine Sepsis ist der aufmerksame Umgang mit
jeglichen Bagatellverletzungen, dazu zählen im Übrigen auch
Sonnenbrandverletzungen mit Blasenbildung. Das Grundprinzip ist eine
primäre Säuberung, klares Wasser ist ausreichend, und eine saubere
mechanische Abdeckung bis die Wundflächen trocken sind und sich eine
Wundheilung einstellt. Frühe alarmierende Zeichen sind eine Rötung,
Überwärmung und zunehmende Schwellung um die Wunde herum. Schon dann
sollte man medizinische Hilfe aufsuchen. Ein "ist doch nicht so schlimm"
ist in dieser Situation nicht mehr angebracht.“

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Wunderorgan Darm Symbolbild

Wunderorgan Darm: Wie gesund ist Ihr Verdauungstrakt

Wunderorgan Darm Symbolbild
Wunderorgan Darm Symbolbild

Niemand spricht gerne über Darmgesundheit. Doch warum eigentlich? Der menschliche Verdauungstrakt zählt zu den meistunterschätzten Organen des Körpers. Er ist ständig im Einsatz und sorgt unter anderem auch für das Wohlbefinden. Die Darmgesundheit sollte keinesfalls vernachlässigt werden. Schon alleine mit den täglichen Ernährungsgewohnheiten können Sie Ihren Verdauungstrakt unterstützen.

Wenn es zwickt: Das könnte dahinterstecken

Unregelmäßiger Stuhlgang ist für viele Personen ein leidiges Thema. Vor allem Frauen sind davon häufig betroffen. Der häufigste Grund für Beschwerden im Darm ist tatsächlich eine Verstopfung. In der Regel lassen sich Verstopfungen schon mit einfachen Hausmitteln wie warmem Wasser, Rizinusöl oder Sauerkraut lösen. Hält der Zustand jedoch mehr als vier Tage an, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt kann eine Verstopfung nämlich auch lebensgefährlich werden. Generell sollten Sie bei Veränderungen des Stuhlgangs immer einen Arzt aufsuchen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie Schmerzen verspüren oder sich Blut im Stuhl befindet. Zwar ist dies noch längst kein Grund zur Sorge. Dennoch sollten die Beschwerden so schnell wie möglich abgeklärt werden. Es könnte sich nämlich auch eine chronische Darmentzündung hinter den Symptomen verbergen. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen kommen häufiger vor als gedacht. In Deutschland sind rund 400.000 Personen offiziell davon betroffen. Die Dunkelziffer liegt aber deutlich höher. Viele Personen verspüren nämlich Scham, mit den Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Zwar sind Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa bislang noch nicht heilbar. Eine schnelle und vor allem effektive Behandlung kann die Prognose der Krankheit aber verbessern. Hinter häufigen Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfen kann sich jedoch noch mehr verstecken. Denn auch chronische Erkrankungen wie etwa HAE haben ihren Ursprung im Magen-Darm-Trakt. Die Erkrankung geht aber meist auch noch mit anderen Symptomen wie geschwollener und juckender Haut einher.

Alltagstaugliche Tipps für eine gesunde Verdauung

Ihre Darmgesundheit lässt sich durch eine gesunde Ernährung maßgeblich beeinflussen. Im Darm befinden sich nämlich rund 100 Billionen Bakterien. Das Gewicht des Mikrobioms im Verdauungstrakt beträgt alleine erstaunliche zwei Kilogramm. Damit die Bakterien ihre Arbeit auch verrichten können, müssen sie natürlich richtig „gefüttert“ werden. Fast-Food, hoch verarbeitete Produkte und zu viel Zucker sind ein No-Go und wirken sich schlecht auf das Mikrobiom aus. Stattdessen sollten Sie den Fokus auf frische und unverarbeitete Lebensmittel legen. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, gesunde Fette und Co. können die Darmgesundheit unterstützen. Wenn Sie Ihrem Mikrobiom etwas Gutes tun möchten, müssen Sie übrigens nicht einmal auf traditionelle Hausmannskost verzichten. Denn Sauerkraut ist aufgrund der Fermentation besonders gut für Ihren Darm. Auch das südkoreanische Kimchi enthält Bakterienkulturen, die sich positiv auf Ihre Darmflora auswirken.

Die Darmgesundheit nicht unterschätzen

Ein gesunder Darm spielt eine Schlüsselrolle für die Gesundheit des Körpers. Wussten Sie, dass der Darm eng mit dem Gehirn verbunden ist? Ein kranker Verdauungstrakt kann sich daher auch besonders schnell einmal auf das Wohlbefinden und die Stimmung auswirken. Außerdem spielt der Darm eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Eine gesunde Darmflora ist für den Körper daher von entscheidender Bedeutung, um Viren und Bakterien den Kampf ansagen zu können. Aber natürlich braucht es auch einen gesunden Verdauungstrakt, um Nährstoffe aus der Nahrung effizient aufnehmen zu können.

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Rauchfrei leben Symbolbild pixabay

Rauchfrei leben: Die effektivsten Strategien zum Erfolg

Rauchfrei leben Symbolbild pixabay
Rauchfrei leben Symbolbild pixabay

Das Aufhören mit dem Rauchen ist eine der besten Entscheidungen, die man für seine Gesundheit treffen kann. Es ist jedoch oft eine Herausforderung, diesen Schritt zu gehen und dabei erfolgreich zu sein. In diesem Artikel stellen wir bewährte Strategien vor, die helfen können, endlich rauchfrei zu werden und ein gesünderes Leben zu führen.

 

Klare Ziele setzen

Der erste und wichtigste Schritt ist die Entscheidung, dass man mit dem Rauchen aufhören möchte. Man benötigt Zeit, um darüber nachzudenken, warum man aufhören möchte und was man durch ein rauchfreies Leben gewinnt.

 

Einen Plan erstellen

Bei der Erstellung eines Plans, um mit dem Rauchen aufzuhören, ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und gründlich vorzugehen. Ein effektiver Plan sollte konkrete Ziele enthalten, wie zum Beispiel ein bestimmtes Datum für den Rauchstopp oder kleine Etappenziele auf dem Weg dorthin.

 

Es ist auch hilfreich, sich über die verschiedenen Methoden des Rauchstopps zu informieren und eine Strategie zu wählen, die am besten zu den eigenen Bedürfnissen und Lebensumständen passt. Ein detaillierter Plan sollte auch mögliche Herausforderungen berücksichtigen und Wege aufzeigen, wie man mit ihnen umgehen kann, um den Erfolg zu sichern.

 

Hilfsmittel nutzen

Es gibt verschiedene Hilfsmittel und Medikamente, die beim Rauchstopp helfen können, wie Nikotinpflaster, -kaugummis oder -sprays. Aber auch Tabakerhitzer sind eine bewährte Alternative zu herkömmlichen Zigaretten. Sie erhitzen den Tabak, anstatt ihn zu verbrennen, was dazu beiträgt, schädliche Verbrennungsprodukte zu reduzieren. Unter www.tabakerhitzer-shop.de findet man eine Vielzahl von Tabakerhitzern sowie Zubehör und Informationen, die einem bei der Entscheidung helfen können, ob ein Tabakerhitzer eine geeignete Alternative ist.

 

Unterstützung holen

Es kann hilfreich sein, sich mit anderen auszutauschen, die ebenfalls rauchfrei leben wollen oder bereits erfolgreich aufgehört haben. Dies können Freunde, Familie oder professionelle Berater sein.

 

Trigger vermeiden

Das Vermeiden von Triggern ist entscheidend für einen erfolgreichen Rauchstopp. Trigger sind Situationen, Orte, Personen oder Emotionen, die das Verlangen nach einer Zigarette auslösen können. Um sie zu umgehen, ist es wichtig, sie zu identifizieren und Strategien zu entwickeln, um ihnen aus dem Weg zu gehen. Das kann bedeuten, bestimmte Orte zu meiden, in denen man normalerweise raucht, oder indem man sich von Personen fernhält, die rauchen.

 

Alternativ hilft es, Bewältigungsstrategien zu finden, um mit Stress, Langeweile oder anderen Emotionen umzugehen, die das Verlangen nach einer Zigarette auslösen könnten.

 

Sich selbst belohnen

Sich selbst zu belohnen ist ein wichtiger Teil des Prozesses, um rauchfrei zu werden und zu bleiben. Belohnungen können dazu beitragen, positive Verstärkung zu schaffen und die Motivation aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, sich für jeden Fortschritt zu belohnen, sei es ein rauchfreier Tag, eine Woche oder ein Monat.

 

Diese Belohnungen können ganz individuell sein, ein entspanntes Bad oder einen Spaziergang in der Natur bis hin zu größeren Belohnungen wie einem besonderen Ausflug oder einer Reise. Indem man sich selbst belohnt, erkennt man die eigenen Erfolge an und stärkt das Selbstvertrauen, welches den Weg zu einem langfristig rauchfreien Leben unterstützt.

 

Aktiv bleiben

Bewegung und körperliche Aktivität können helfen, den Drang zu rauchen zu reduzieren und Stress abzubauen. Es ist wichtig, eine Aktivität zu finden, die einem Spaß macht und die man regelmäßig ausübt. Das kann alles sein, von Spaziergängen im Freien über Yoga bis hin zu Mannschaftssportarten.

 

Routinen verändern

Gewohnheiten und Routinen können starke Trigger für das Rauchen sein, daher kann es hilfreich sein, sie zu ändern, um das Verlangen nach einer Zigarette zu reduzieren. Das kann bedeuten, den Morgenkaffee an einem anderen Ort zu trinken, neue Wege zur Arbeit zu finden oder die Abendroutine umzustellen. Durch das Verändern von Routinen nimmt man das Rauchen aus dem täglichen Leben heraus und etabliert neue, gesunde Gewohnheiten, die einen auf dem Weg zu einem rauchfreien Leben unterstützen.

 

Positiv bleiben

Es ist normal, dass es Rückschläge und Herausforderungen gibt, aber eine positive Einstellung kann helfen, diese zu überwinden. Wichtig ist, sich daran zu erinnern, warum man mit dem Rauchen aufhören möchte, und sich auf die Vorteile eines rauchfreien Lebens zu fokussieren.

 

Fazit

Im Endeffekt ist der Weg zu einem rauchfreien Leben eine persönliche Reise, die Geduld, Entschlossenheit und Unterstützung erfordert. Durch das Setzen klarer Ziele, die Entwicklung eines detaillierten Plans und das Finden von Alternativen, können wir unsere Chancen auf Erfolg maximieren.

 

Die Vermeidung von Triggern und eine positive Einstellung sind entscheidend auf dieser Reise. Auch wenn es Rückschläge geben kann, ist es wichtig, nicht aufzugeben und sich daran zu erinnern, dass jedes Bemühen, rauchfrei zu leben, ein Schritt in die richtige Richtung ist.

 

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Bauchfellkrebs: Große Fortschritte bei der Behandlung einiger Patientengruppen

Krebs des Bauchfells ist eine besonders bösartige Erkrankung mit oft
tödlichem Ausgang. Meist handelt es sich um Metastasen von Krebs des
Dickdarms, Mastdarms, Magens oder der Eierstöcke. Doch bei einzelnen
Betroffenen kann die Kombination mehrerer Therapieverfahren die
Überlebensdauer deutlich verbessern. Die Behandlung ist jedoch äußerst
belastend und komplikationsträchtig. Damit es möglichst gar nicht erst zu
den sogenannten peritonealen Metastasen komme, sei es zentral, den
streuenden Krebs (Ersttumor) möglichst frühzeitig zu erkennen und
umfassend zu entfernen. Deshalb solle man seine Krebserkrankung in Zentren
behandeln lassen, die auf chirurgische Onkologie spezialisiert sind.

Jedes Jahr erhalten zehntausende Menschen die Diagnose Bauchfellkrebs.
Dies bedeutet meist, dass ihre Krebserkrankung schon weit fortgeschritten
ist. Dann haben sich Zellen von bösartigen Geschwülsten aus Magen, Darm
oder Eierstöcken auf das Bauchfell, Peritoneum genannt, ausgebreitet und
dort Tochtergeschwülste gebildet. Das Bauchfell kleidet den gesamten
Bauchraum aus und umhüllt die inneren Organe. Es produziert eine
Flüssigkeit, die die Organe gleiten lässt und sie versorgt. Gleichzeitig
erleichtert diese „Gleitschmiere“ das Ausbreiten von Krebszellen im
Bauchraum.
Fast alle Bauchtumore können in das Bauchfell metastasieren
„Grundsätzlich können fast alle Bauchtumore Metastasen am Bauchfell
verursachen“, sagt Piso, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und
Viszeralchirurgie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg und
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie
(DGAV). „Am häufigsten ist dies beim Magenkarzinom der Fall. Fast die
Hälfte der Rückfallerkrankungen nach der Operation finden sich hier.“ Auch
bei etwa 10 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs treten
Metastasen im Bauchfell auf. „Aber selbst Tumore außerhalb des
Bauchraumes, etwa Brustkrebs, können im Verlauf Bauchfellkrebs
verursachen“, so Piso. In seltenen Fällen können auch Zellen des
Bauchfells selbst bösartig entarten.
In der Vergangenheit galt Bauchfellkrebs als nicht heilbar. Die Operation
wurde abgebrochen und die Betroffenen wurden rein palliativ behandelt. Die
Restlebenszeit betrug nur wenige Monate.
Multimodale Behandlung von Krebs des Bauchfells
Doch mittlerweile gibt es für Patienten mit wenigen und gut operierbaren
Metastasen im Bauchfell Therapieangebote, die ihre Prognose deutlich
verbessern können. Meist werden mehrere Behandlungen miteinander
kombiniert. Der erste und wichtigste Schritt ist dabei die sogenannte
zytoreduktive Chirurgie (CRS). Hier entfernen Chirurginnen und Chirurgen
das Bauchfell und alle sichtbaren Tumoren so radikal wie möglich aus dem
Körper. Dies CRS wird begleitet durch die sogenannte hypertherme
intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC). Dabei handelt es sich um eine
maschinelle Spülung des Bauchraums mit einer auf 42 Grad Celsius erwärmten
Lösung. Sie enthält Zytostatika, die weitestmöglich auf die Merkmale des
Tumors zugeschnitten sind. „Gegenüber einer intravenösen Chemotherapie
können die Medikamente viel höher dosiert werden, weil die eingesetzten
Therapeutika kaum in den Blutkreislauf gelangen“, so Piso. Daher ist mit
weniger Nebenwirkungen zu rechnen. Ein weiterer Pluspunkt betrifft die
Wärme der Spülung, sie verstärkt die Wirkung der Zellgifte. OP und Spülung
können zusätzlich mit einer intravenösen Chemotherapie kombiniert werden.
Personalisierte Therapie von Anfang an
Piso betont die Notwendigkeit einer personalisierten Krebstherapie von
Anfang an, denn: „Krebs ist nicht gleich Krebs.“ Eine Generalisierung der
Therapie sei deshalb nicht möglich: „Die Prognose und beste Behandlung
variieren stark und erfordern eine Diskussion in einem fachübergreifenden
Tumorboard.“ Wichtig sei die Orientierung an den vielfältigen genetischen
Merkmalen der Tumortypen und den individuellen Patientenfaktoren. Zu
letzteren zählen die spezifischen anatomischen Gegebenheiten, etwa
Ausbreitung des Tumors und Voroperationen, Begleiterkrankungen und der
Patientenwille. Piso empfiehlt deshalb allen Betroffenen mit
Bauchfellkrebs, eine zweite Meinung in einem anerkannten Kompetenz- oder
Referenzzentrum einzuholen.
Bessere Prognose in auf Krebschirurgie spezialisierten Zentren
Professor Dr. med. Christiane Bruns, Direktorin der Klinik für Allgemein-,
Viszeral-, Tumor- und Transplantationschirurgie der Uniklinik Köln und
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) 2023/2024,
betont: „Es ist wichtig, zur Erstbehandlung in ein auf Krebschirurgie
spezialisiertes Zentrum zu gehen. Dort können alle Möglichkeiten der
Behandlung auf die Erkrankten maßgeschneidert und zielgerichtet
ausgeschöpft und mit den Möglichkeiten einer modernen Chirurgie – von KI-
gestützter Vorhersage der Erfolgsaussichten bis hin zu robotisch
unterstützter Chirurgie – kombiniert werden“.
Sind Metastasen erst einmal da, kehren sie oft zurück
Denn sind Metastasen erst einmal da, sei die Gefahr groß, dass sie
zurückkehren. „Aber auch wenn bei Bauchfellkrebs eine Heilung eher selten
ist, können wir die Erkrankung je nach Tumorart heute deutlich häufiger so
kontrollieren, dass eine gute Lebensqualität über die verbleibende
Lebenszeit möglich ist“, so die Viszeralchirurgin, die auch
stellvertretende Direktorin des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO)
Köln ist.
Auf dem 141. Deutschen Chirurgie Kongresses (DCK 2024) diskutieren
Expertinnen und Experten über den aktuellen Stand der chirurgischen
Optionen und perioperativen Therapien bei Krebs und wie diese, eingebettet
in multimodale Behandlungspläne, die Überlebenschancen verbessern können -
von der Analyse der molekularen Besonderheiten des jeweiligen Tumors über
KI-gestützte Einschätzung von Risiken, virtuelle Operationsplanung bis hin
zu robotergestützter Chirurgie. Sessionplaner:
https://apps.m-anage.com/dck2024/de-DE/pag
Auch auf der Online-Pressekonferenz am 15. April von 10.00 bis 11.30 Uhr
des teilhybriden 141. Deutschen Chirurgie Kongresses (DCK 2024) sind
Therapiefortschritte durch Präzisionschirurgie und perioperative Medizin
bei der Behandlung von Tumoren von Speiseröhre und Magen ein Thema. Ebenso
auf der Agenda stehen Bauchfellmetastasen. Der DCK 2024 findet ab dem 24.
April 2024 im CCL-Congress Center Leipzig statt. Zuvor, vom 16. bis 18.
April 2024, läuft jeweils nachmittags und abends der digitale Präkongress,
DCKdigital. www.dck2024.de

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