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Welttag der Immunologie - Universitätsmedizin Mainz kann auf 50 Jahre immunologische Forschung zurückblicken

Die Universitätsmedizin (UM) Mainz hat eine fünf Jahrzehnte währende
Tradition an immunologischer Forschung vorzuweisen. Sie begann 1973 mit
der Gründung des bundesweit ersten von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft im Bereich Immunologie bewilligten
Sonderforschungsbereichs. Neu eingerichtete Forschungsinstitute,
zahlreiche erfolgreiche Ausgründungen sowie herausragende
Forschungsergebnisse verdeutlichen die erfolgreiche Ära der Immunologie in
Mainz. Diese positive Entwicklung gilt es nun voranzutreiben, um die
Medizin von Morgen mitgestalten zu können. Daher wird sich die UM Mainz im
Bereich Immunologie zukünftig insbesondere auf Immuntherapien und
personalisierter Medizin fokussieren.

1973 bewilligt die Deutsche Forschungsgemeinschaft erstmals einen
Sonderforschungsbereich im Bereich Immunologie

Die Universitätsmedizin Mainz hat eine fünf Jahrzehnte währende Tradition
an immunologischer Forschung vorzuweisen. Sie begann 1973 mit der Gründung
des bundesweit ersten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im
Bereich Immunologie bewilligten Sonderforschungsbereichs (SFB). Seitdem
folgten zwölf weitere immunologische SFBs an der Universitätsmedizin
Mainz. Neu eingerichtete Forschungsinstitute, zahlreiche erfolgreiche
Ausgründungen sowie herausragende Forschungsergebnisse und Auszeichnungen
verdeutlichen zudem die sehr erfolgreiche Ära der Immunologie in Mainz.
Diese positive Entwicklung gilt es nun voranzutreiben, um die Medizin von
Morgen mitgestalten zu können. Daher wird sich die Universitätsmedizin
Mainz im Bereich Immunologie zukünftig insbesondere auf die Forschung und
Entwicklung von Immuntherapien und personalisierter Medizin fokussieren.

Der morgige Welttag der Immunologie steht an der Universitätsmedizin Mainz
sinnbildlich für 50 Jahre erfolgreicher immunologischer Forschung und
darauf basierender Krankenversorgung. Beginnend mit dem bundesweit ersten
SFB im Bereich Immunologie überhaupt, dem SFB 107 zum Thema
„Vollzugmechanismen der Immunreaktion“, hat sich die Immunologie immer
mehr zu einem bedeutenden und international anerkannten
Forschungsschwerpunkt der Mainzer Universitätsmedizin entwickelt. Dies
belegen herausragende SFBs, wie beispielsweise die SFBs 1066 und 1292 zum
Thema Nanocarrier bzw. Immuntherapie, neue Forschungseinrichtungen sowie
mehrere erfolgreiche Ausgründungen, wie beispielsweise Translationale
Onkologie (TRON gGmbH) und das weltweit bekannte Biotechnologieunternehmen
BioNTech SE. Zuletzt hat die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V.
(DGfI) Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, Direktor des Instituts für
Immunologie der Universitätsmedizin Mainz, zum nächsten Präsidenten der
Gesellschaft gewählt.

„Der insbesondere in den letzten Jahren deutlich gewordene Nutzen der
immunologischen Forschung für die Bevölkerungsgesundheit unterstreicht die
Weitsicht der Universitätsmedizin Mainz, frühzeitig ihr Profil im Bereich
der Immunologie zu stärken. Diesen Weg geht sie auch gegenwärtig
konsequent weiter: Im Fokus stehen die Immuntherapie und personalisierte
Medizin“, betont Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender
und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. Und ergänzt:
„Das Immunsystem hat eine herausragende Rolle für die Gesunderhaltung und
Gesundung aus Krankheit heraus. Daher bilden wir Boards von Immunologen
und Systemmedizinern, die gemeinsam den Erkrankten helfen, ihr Immunsystem
so zu stärken und zu modifizieren, dass sie besser und schneller gesunden
können - sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe. So ist die Immuntherapie einer
der vielversprechendsten Ansätze, um Krebs zu behandeln.“

Der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz,
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, erläutert: „Maßgeschneiderte Therapien
beanspruchen ein hohes Verständnis für Krankheitsbilder,
Wirkstoffmechanismen und modernste klinische Technik. Daher verfolgt die
Universitätsmedizin Mainz das Ziel, die klinische Forschung und
Translation im Bereich der Immuntherapie und personalisierten Medizin
weiter auszubauen. Ein wichtiger Schlüssel dabei ist die interdisziplinäre
und interprofessionelle Zusammenarbeit von Grundlagenforscher:innen,
forschenden Ärzt:innen und Kliniker:innen. Den Grundstein dafür legte die
Universitätsmedizin Mainz bereits vor fünfzig Jahren.“

Weitere Informationen:

Waisman A., Hövelmeyer N., Diefenbach A., Schuppan D., Reddehase M. J.,
Kleinert H., Kaina B., Grabbe S., Galle P.R., Theobald M., Zipp F., Sahin
U., Türeci Ö., Kreiter S., Langguth P., Decker H., van Zandbergen G.,
Schild H., (2016). Past, present and future of immunology in Mainz.
Cellular immunology, 308, 1-6.
https://doi.org/10.1016/j.cellimm.2016.09.001

Forschungszentrum für Immuntherapie: https://www.fzi.uni-mainz.de/

TRON gGmbH: https://tron-mainz.de/de

Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie: https://hi-tron.dkfz.de/

SFB 1292: https://sfb1292.uni-mainz.de/

SFB 1066: https://sfb1066.de/

SFB/TR 128: http://www.sfbtr128.de/

SFB/TR 156: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/sfbs/sfb-trr156/welcome

Ausgründungen: https://www.unimedizin-
mainz.de/technologietransfer/gruendungsbuero.html

Deutsche Gesellschaft für Immunologie:
https://dgfi.org/?sfw=pass1682595993

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Tag der Immunologie: Das Immunsystem als Brücke zwischen Gesundheit und Krankheit

Am 29. April wird jedes Jahr auf der ganzen Welt der Tag der Immunologie
gefeiert. Der von der European Federation of Immunological Societies
(EFIS) ins Leben gerufene Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für
die Bedeutung der Immunologie und immunologischen Forschung als Grundlage
für die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden stärken. Forschende
des Universitätsklinikums und der Universität Würzburg schildern, welche
Relevanz die Immunologie in ihrem jeweiligen Fachbereich hat.

Würzburg. Killerzellen, Fresszellen, Gedächtniszellen oder Helferzellen.
Sie alle sind wichtige Kämpfer in unserem Immunsystem, die unseren Körper
vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen sowie Giften
schützen. Warum wir diesen Abwehrmechanismen nicht erst Aufmerksamkeit
schenken sollten, wenn sie uns im Stich lassen, und wie die Immunologie,
also die Lehre der Grundlagen dieser Abwehrmechanismen sowie der Störungen
und Fehlfunktionen, unsere Gesundheit verbessern kann, verdeutlichen
Fachleute aus verschiedenen Disziplinen am Universitätsklinikum Würzburg
und an Instituten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Zu Beginn unseres Lebens ist unser Immunsystem besonders formbar

Schon mit der Geburt muss sich das kindliche Immunsystem an die neue
Umwelt anpassen und lernen, bedrohliche Einflüsse wie Infektionen
abzuwehren. „Dabei spielen die Besiedlung mit Keimen, das Mikrobiom, aber
auch Infektionen selbst entscheidende Rollen, um das Immunsystem zu
trainieren und eine Balance zwischen Toleranz und Abwehr einzustellen“,
weiß Prof. Dr. med. Dorothee Viemann, Ko-Sprecherin des
Sonderforschungsbereichs DECIDE - DECisions in Infectious DisEases (www
.crc-decide.de) und Leiterin der Translationalen Pädiatrie am Uniklinikum
Würzburg.

Prof. Dr. Martina Prelog Expertin für Kinder- und Jugendmedizin und
Immunologie bestätigt. „Unser Immunsystem bleibt fit, indem eine
ausbalancierte immunologische Interaktion mit unserer Umwelt und der
Selbsttoleranz stattfindet. Um gesund zu bleiben oder zu werden, brauchen
wir das Immunsystem, sei es im Rahmen von Entzündungsreaktionen,
Heilungsprozessen, Tumorabwehr, Abwehr von Infektionserregern, im
Austausch mit dem Mikrobiom oder einfach nur in Entwicklung und Alterung.“

Es gibt jedoch auch angeborene Erkrankungen des Immunsystems, die bereits
im frühen Kindesalter zur Immunschwäche und Anfälligkeit für schwere
Infektionen führen. Die Früherkennung sei extrem wichtig, um den
erkrankten Kindern Leid zu ersparen und die Behandlungsprognose deutlich
zu verbessern, betont Privatdozent Dr. Henner Morbach, Leiter der
Pädiatrischen Entzündungsmedizin an der Kinderklinik des UKW und Sprecher
des Zentrums für Primäre Immundefekte und Autoinflammatorische
Erkrankungen (ZIDA). Das Immundefektzentrum am UKW bietet als eines der
wenigen Zentren in Deutschland die Möglichkeit zur umfangreichen
Diagnostik und Therapie an „Durch eine Stammzelltransplantation lassen
sich viele dieser Erkrankungen heilen“, so Morbach.

Immunstatus kontrollieren und Impflücken schließen

Was wir selbst tun können, um unser Immunsystem fit zu halten? Dr. Manuel
Krone, kommissarischer Leiter Zentrale Einrichtung Krankenhaushygiene und
Antimicrobial Stewardship empfiehlt: „Kontrollieren Sie Ihren Impfpass und
schließen Sie Impflücken!“ Das Immunsystem sei die wichtigste Barriere
unseres Körpers gegenüber Infektionserregern, durch Impfungen könne es
gestärkt werden. Impfungen, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken,
empfiehlt ebenfalls Prof. Dr. Oliver Kurzai, Leiter des Nationalen
Referenzzentrums für Invasive Pilzinfektionen (NRZMyk) und Vorstand des
Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg.
„Impfungen sind ein gezieltes Fitness-Training für unser Immunsystem.
Darüber hinaus hilft unserem Immunsystem ein gesunder Lebensstil:
ausgewogenes Essen, Bewegung und frische Luft.“

Lebensbedrohliche Pilzinfektionen, wenn das Immunsystem nicht funktioniert

Oliver Kurzai und seine Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, dass der
Ausfall unseres Immunsystems dramatische Auswirkungen haben kann.
„Lebensbedrohliche Pilzinfektionen treten dann auf, wenn unser Immunsystem
nicht funktioniert! Besonders wichtig für den Schutz sind unsere
Immunzellen.“ Prof. Dr. Jürgen Löffler beschäftigt sich in seiner
Arbeitsgruppe zum Beispiel mit der funktionalen Analyse von Immunzellen in
deren Interaktion mit humanpathogenen Pilzen (Schimmelpilze), auch im
Zusammenspiel dieser Pilze mit Viruserkrankungen. „Wir möchten verstehen,
welche Immunzellen wie auf Schimmelpilze reagieren, warum sie bestimmte
Defekte haben, und wie wir solchen Immunzellen helfen können,
Pilzinfektionen besser abzuwehren.“

Rheuma: Wenn sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper

Die Auswirkungen von fehlgesteuerten Immunzellen sieht Privatdozent Dr.
Marc Schmalzing, Leiter des Schwerpunkts Rheumatologie und Klinische
Immunologie am UKW Tag für Tag. Bei rheumatischen und immunologischen
Erkrankungen richtet sich das Immunsystem zum Beispiel gegen den eigenen
Körper, die Immunzellen reagieren über oder verlieren ihre Funktion. Mit
einer Blockierung bestimmter immunologischer Botenstoffe könne diese
Fehlsteuerung der angeborenen und erworbenen Immunzellen gezielt
beeinflusst werden.

Behandlung von Hauttumoren mit Antikörper-basierten Immuntherapien

Gerät das Immunsystem aus der Balance können zudem verschiedenste
entzündliche Hautkrankheiten entstehen. „Erfreulicherweise können wir
diese Entzündungen häufig durch immer präzisere Immunmodulatoren
erfolgreich behandeln“, berichtet Prof. Dr. Bastian Schilling, Leiter der
AG Translationale Tumorimmunologie und Immuntherapie in der Haut-Klinik.
Für ihn ist das Immunsystem Fluch und Segen zugleich. Denn gleichzeitig
werden Hauttumoren vom Immunsystem oftmals spontan erkannt. „Wir können
dieses Phänomen durch Antikörper-basierte Immuntherapien nutzen, um selbst
sehr fortgeschrittene Tumoren zu behandeln und teilweise dauerhaft unter
Kontrolle bringen.“ Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Astrid Schmieder
arbeitet zum Beispiel gerade daran, Tumor-assoziierte Makrophagen
umzuprogrammieren: „Die Makrophagen, auch als Fresszellen bekannt, können
unter geeigneten Umständen das Wachstum von Krebszellen fördern. Wir
versuchen sie so zu verändern, dass sie gegen den Prozess der
Tochtergeschwulstbildung, der Metastasierung agieren und den Tumor
angreifen.“

CAR-T-Zellen zählen zu den großen Hoffnungsträgern in der Krebsmedizin

„Unser Immunsystem ist die beste Waffe gegen Krebs!“ Davon ist auch
Privatdozent Dr. Leo Rasche überzeugt von der Medizinischen Klinik und
Poliklinik II überzeugt. Man müsse dem Immunsystem aber manchmal auf die
Sprünge helfen, sonst kann es die Tumorzellen nicht erkennen und
beseitigen. „In der Hämatologie und Onkologie machen wir das mithilfe von
CAR-T-Zellen, bispezifischen Antikörpern und sogenannten Checkpoint-
Inhibitoren. Dabei leisten vor allem die T-Zellen eine wichtige Arbeit.
Diese Zellen sind Serial Killer, eine einzige kann tausende Tumorzellen
beseitigen.“ Prof. Dr. Michael Hudecek, einer der weltweit führenden
Wissenschaftler für die CAR-T-Zelltherapie ergänzt: „Mit Hilfe dieser
intelligenten CAR-modifizierten Immunzellen ist es möglich, selbst weit
fortgeschrittene Krebserkrankungen wirkungsvoll zu behandeln. CAR-
modifizierte Immunzellen als „lebendes Medikament“ sind in der modernen
Medizin eine der vielversprechendsten Behandlungsmethoden gegen Krebs.“
Das Uniklinikum Würzburg spielt bei der Erforschung, Anwendung und
Ausweitung dieses neuen Arzneimittelprinzips eine international bedeutende
Rolle. Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II und
Sprecher des NCT-Standortes WERA, gilt als Meinungsführer in der
CAR-T-Zelltherapie, er hat diese als erster in Europa klinisch eingesetzt.
Einsele ist Co-Sprecher in drei verschiedenen Transregio
Sonderforschungsbereichen mit Fokus auf das Immunsystem: TRR 124
„FungiNet“, TRR721 „Steuerung der Transplantat-gegen-Wirt- und
Transplantat-gegen-Leukämie-Immunreaktionen nach allogener
Strammzelltransplantation“ und TRR 338 „LETSImmun“.

Blutplättchen steuern neben Blutgerinnung auch Entzündung und Immunantwort

Neben den weißen Blutzellen, den Leukozyten, haben auch die Blutplättchen,
die so genannten Thrombozyten, wichtige Funktionen im Immunsystem. Sie
sind zentral an der Steuerung von Entzündungsprozessen und der
Immunantwort beteiligt sind, indem sie das Zusammenspiel von Immunzellen
und der Gefäßwand koordinieren und antreiben. Mit diesen gänzlich neuen
und klinisch hochrelevanten Funktionen der Thrombozyten beschäftigt sich
der TRR 240 „Platelets“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard
Nieswandt, Direktor des Instituts für Experimentelle Biomedizin. So wurde
in Würzburg der nunmehr international etablierte Begriff der Thrombo-
Inflammation geprägt, um diese neuen Krankheitsprozesse zu beschreiben.
„Thrombo-Inflammation spielt bei einer stetig wachsenden Zahl von
Krankheitsgeschehen, wie Schlaganfall, akutes Atemnotsyndrom, Sepsis, aber
auch bei Tumorerkrankungen eine entscheidende Rolle, was weitreichende
Möglichkeiten für neue Therapieansätze eröffnet“, ist Bernhard Nieswandt
überzeugt.

Thrombo-Inflammation bei Schlaganfall

PD Dr. Michael Schuhmann, Leiter des Klinischen Labors in der Neurologie
verdeutlicht die Relevanz des Immunsystems bei Schlaganfall: „Direkt
während eines Schlaganfallereignisses und somit viel früher als bisher
angenommen kommt es zu einer massiven lokalen Entzündungsreaktion. Dabei
sind T-Zellen und neutrophile Granulozyten beteiligt, und Blutplättchen
greifen steuernd ein. Wir konnten erste wichtige Signalmoleküle dieses
Zusammenspiels zwischen Blutplättchen und Immunzellen experimentell und
sogar unter Zuhilfenahme lokaler Biomarker bei Schlaganfallpatienten
identifizieren.“ Die Verfahren zur lokalen Biomarkergewinnung haben die
Kooperationspartner der Neuroradiologie, Dr. Alexander Kollikowski und
Prof. Dr. Mirko Pham, etabliert. Sie sind zuversichtlich, „dass genau in
diesen winzigen Tropfen Blut direkt aus dem Gehirn während eines
Schlaganfalls wichtige Informationen für neue Therapieansätze, die
speziell die lokale Thrombo-Inflammation modulieren, stecken.“

Die regenerative Macht des Immunsystems auf unser Herz

Darüber hinaus hat sich Würzburg weltweit einen Namen in der aufstrebenden
Fachrichtung Immunkardiologie gemacht. „Unser Immunsystem verhindert zum
Beispiel, dass unser Herz aus dem Takt gerät, es beeinflusst die Alterung
des Herzens und ist wichtig, um zerstörtes Herzgewebe, etwa nach einem
Herzinfarkt, wieder richtig heilen zu lassen“, berichtet Prof. Dr. Stefan
Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik I am UKW und Sprecher des SFB
1525 „Interaktionen zwischen Herz und Immunsystem". Auf der anderen Seite
könne eine Überaktivierung des Immunsystems die Funktion des Herzens auch
negativ beeinflussen. „Im SFB beschäftigen wir uns mit genau diesen
Interaktionen zwischen Herz und Immunsystem. Mithilfe der gewonnenen
Erkenntnisse wollen wir die Diagnostik verbessern und ein Fundament für
zielgerichtete immunmodulatorische Therapien legen.“

Das Immunsystem als unerlässlicher Bestandteil aller Organe

Ein starker Partner sowohl im SFB „Cardioimmune Interfaces“ als auch in
vielen weiteren Forschungsprojekten am UKW ist die Max-Planck
Forschungsgruppe Systemimmunologie. Sie wird geleitet von Prof. Dr.
Wolfgang Kastenmüller und Prof. Dr. Georg Gasteiger, die an der Uni
Würzburg die Lehrstühle für Systemimmunologie I und II leiten. Die
Experten fassen zusammen: „Immunzellen spielen eine Rolle bei sehr
unterschiedlichen Prozessen im Körper, zum Beispiel der Regulation des
Stoffwechsels, des regelmäßigen Herzschlags, und der aktiven Erhaltung der
Gesundheit durch Steuerung der Gewebserneuerung. Als fester Bestandteil
der Gewebe unterstützen lokal ansässige auf ihre Umgebung spezialisierte
Immunzellen deren Funktion, Wachstum und Reparatur und interagieren vor
Ort mit den Organen.“

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Pflegerische Vorbehaltsaufgaben im Krankenhaus

Das Projekt "Vorbehaltsaufgaben der Pflege im Krankenhaus" (VAPiK),
gefördert vom Katholischen Krankenhausverband Deutschlands (KKVD), startet
bundesweit mit acht Krankenhäusern, um Erkenntnisse im Hinblick auf die
pflegerische Qualität, die Zusammenarbeit im Krankenhaus und einen
zukünftigen Handlungsrahmen für den Umgang mit den Vorbehaltsaufgaben zu
gewinnen.

Mit dem Pflegeberufegesetz (PflBG) sind seit 2020 bestimmte Aufgaben des
pflegerischen Versorgungsprozesses dem Pflegefachpersonal vorbehalten.
D.h., diese Aufgaben dürfen nur noch von Personen ausgeübt werden, die
über eine abgeschlossene Qualifikation als Pflegefachperson verfügen. In
der Praxis wirft diese Regelung allerdings noch viele Fragen auf. Daher
startet das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP)
nun mit dem Projekt „Vorbehaltsaufgaben der Pflege im Krankenhaus“
(VAPiK). Gefördert wird das Projekt vom Katholischen Krankenhausverband
Deutschlands (KKVD), der sich Erkenntnisse im Hinblick auf die
pflegerische Qualität, die Zusammenarbeit im Krankenhaus und einen
zukünftigen Handlungsrahmen für den Umgang mit den Vorbehaltsaufgaben
verspricht. An VAPiK, das bundesweit umgesetzt wird, sind Mitarbeitende
aus acht Krankhäusern in katholischer Trägerschaft beteiligt.

Das PflBG regelt im § 4 u.a. die Erhebung und Feststellung des
individuellen Pflegebedarfs, die Organisation, Gestaltung und Steuerung
des Pflegeprozesses sowie die Analyse, Evaluation und Entwicklung der
Pflegequalität erstmals als pflegerische Vorbehaltsaufgaben. Allerdings
gelten die Vorbehaltsaufgaben nur in beruflichen Kontexten, d.h. pflegende
Angehörige können weiterhin die pflegerische Unterstützung für ihre
pflegebedürftigen Angehörigen planen und organisieren.

Dem Gesetzgeber geht es bei den Vorbehaltsaufgaben in erster Linie um
diejenige pflegerische Verantwortung, die für die Pflegequalität und den
Patientenschutz von besonderer Bedeutung ist. Zugleich soll mit der
gesetzlichen Regelung eine merkliche Aufwertung der Pflegeberufe erreicht
werden, da eine prozessbezogene Fachpflege in den verschiedenen
Praxisfeldern nur noch durch entsprechend ausgebildetes Personal mit den
erforderlichen Kompetenzen wahrgenommen werden darf.

Was bedeutet dies nun für die aktuelle Versorgung von Patientinnen und
Patienten im Krankenhaus? Welche Konsequenzen haben die Vorbehaltsaufgaben
für die Zusammenarbeit im Krankenhaus und für die Kooperation mit weiteren
Einrichtungen etwa bei Entlassungen aus dem Krankenhaus? Welche
Erfahrungen liegen in den Klinken bereits vor? Im Rahmen des Projektes
VAPiK sollen diese Fragen bis zum Ende des Jahres beantwortet und ein
Handlungsrahmen entwickelt werden, der zu mehr Klarheit und
Rechtssicherheit in den Krankenhäusern beitragen soll. Begleitend zum
Projekt ist nun auch die Website www.vorbehaltsaufgaben-pflege.de online
gegangen. Hier werden nach und nach auch Informationen zu VAPiK und
weiteren Themenfeldern rund um die pflegerischen Vorbehaltsaufgaben
bereitgestellt.

Kontakt: Elke Grabenhorst, Tel: 0221/ 4 68 61 – 30, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Der DIP e.V. ist ein gemeinnütziges Institut an der Katholischen
Hochschule NRW in Köln, das seit mehr als 20 Jahren nahezu 200 Projekte in
der Versorgung, Bildung und zu Innovationen in der Pflege umgesetzt hat.

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Elektronische Patientenakte: acatech und Körber-Stiftung starten digitale Orientierungshilfe

Bald schon soll für jeden Bürger und jede Bürgerin eine elektronische
Patientenakte (ePA) angelegt werden. So will es das Bundesministerium für
Gesundheit. Noch aber stößt die ePA in der Bevölkerung auf Vorbehalte,
viele wissen über die Neuerung zudem kaum Bescheid. Das heute gestartete
Webangebot „ePA Check-up“ von acatech und Körber-Stiftung soll den
Menschen bei einem komplexen Thema sachgestützt und für alle gut
nachvollziehbar Orientierung geben.

Knapp ein Viertel der Deutschen kennt das Angebot der elektronischen
Patientenakte (ePA) nicht – so das Ergebnis des TechnikRadar 2022, einer
repräsentativen Befragung zu den Technikeinstellungen der Deutschen.
Tatsächlich genutzt wird sie von weniger als einem Prozent der
Versicherten. Dabei soll nach Plänen des Bundesministeriums für Gesundheit
im nächsten Jahr für alle Patientinnen und Patienten automatisch eine ePA
angelegt werden, wenn nicht ausdrücklich widersprochen wird. Um diese
Entscheidung informiert, reflektiert und kompetent fällen zu können, haben
Körber-Stiftung und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
eine digitale Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger entwickelt.

Der ePA Check-up führt die Nutzenden durch insgesamt sechs Themenfelder:
von Diagnose und Alltag über Daten und Therapie bis hin zu Sicherheit und
Forschung. Mit anschaulichen Beispielen, nützlichen Informationen und
kleinen Quiz-Elementen können sich Nutzenden Klarheit über die
Funktionsweise, den konkreten Nutzen, die Chancen, aber auch die möglichen
Risiken der ePA verschaffen. Ausgewählte Umfrageergebnisse und Ratschläge
von Expert:innen helfen bei der Meinungsbildung. Zuletzt erhalten die
Nutzerinnen und Nutzer eine Auswertung ihres aktuellen Standpunktes.

Stimmen zum ePA Check-up

Thomas Paulsen, Vorstand Körber-Stiftung: „Mit der ePA stehen die
Bürgerinnen und Bürger vor der Frage, ob und mit wem sie zukünftig ihre
sehr persönlichen und sensiblen Gesundheitsdaten teilen wollen. Diese
wichtige Entscheidung sollte man wohl überlegt und informiert treffen. Für
diejenigen, die noch unsicher sind oder in kompakter Form mehr zum Thema
wissen wollen, haben wir den ePA Check-up entwickelt.“

Ortwin Renn, acatech Präsidiumsmitglied: „Wie bei anderen Diskussionen
rund um digitale Innovationen zeigt sich auch bei der ePA, dass viele
Deutsche besorgt sind, ihre persönliche Souveränität könne eingeschränkt
und sensible Daten ohne Zustimmung weitergereicht werden. Diese Sorgen und
Anliegen der Menschen müssen wir aufgreifen und einen breiten Bürgerdialog
darüber führen. Der ePA Check-up soll diesen Dialog befruchten und den
Menschen bei einem komplexen Thema sachgestützt und für alle gut
nachvollziehbar Orientierung geben. Uns ist es wichtig, dass wir auf der
Website sowohl Nutzen als auch Risiken der ePA aufzeigen. Der ePA Check-up
ist darüber hinaus ein Versuch, neue Wege der Wissensvermittlung und
Technikkommunikation zu gehen – wir sind gespannt, welche Erkenntnisse wir
am Ende aus dem Projekt ziehen.“

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