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Stille Gefahr Koronare Herzkrankheit: Warnzeichen und Risikofaktoren sollte jeder kennen

Dem plötzlichen Herztod gehen meist unerkannte Verengungen der
Herzkranzgefäße voraus, an denen Millionen Bundesbürger leiden. Wie lassen
sich Ursachen frühzeitig erkennen, welche Therapien gibt es und auf welche
Vorboten sollte man achten?

So schockartig der plötzliche Herztod über die betroffene Person
hereinbricht, gehen diesem lebensbedrohlichen Ereignis in den meisten
Fällen Herzerkrankungen voraus, die sich gut behandeln lassen. Jedes Jahr
fallen dem plötzlichen Herztod in Deutschland ca. 65.000 Menschen zum
Opfer. Bei etwa 80 Prozent der Fälle ist die Ursache eine unerkannte
langjährige Herzkranzgefäßerkrankung, auch koronare Herzkrankheit (KHK)
genannt. Die KHK ist bei weitem die häufigste Todesursache mit über
121.000 Gestorbenen in Deutschland und zugleich der häufigste Anlass für
einen Krankenhausaufenthalt mit jährlich über 552.000 vollstationären
Aufnahmen (2021). „Häufig machen sich Ablagerungen in den Herzgefäßen erst
dann mit Beschwerden wie Brustenge oder Luftnot bemerkbar, wenn die
Gefäßverengung schon kritische Ausmaße erreicht hat und ein Herzinfarkt
droht“, warnt der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung anlässlich der
bundesweiten Herzwochen unter dem Motto „Herzkrank? Schütze Dich vor dem
Herzstillstand!“ (Infos unter <https://herzstiftung.de/herzwochen>) „Umso
mehr müssen wir dafür sorgen, dass die koronare Herzerkrankung und ihre
Risikofaktoren frühzeitiger erkannt und behandelt werden. Denn alle
Risikofaktoren sind – abgesehen von Alter und Genetik – medikamentös und
mit Lebensstilmaßnahmen gut beeinflussbar, insbesondere Bluthochdruck,
Diabetes, Fettstoffwechselstörungen wie hohes LDL-Cholesterin und
Übergewicht.“ Unmittelbarer Auslöser des plötzlichen Herztods ist fast
immer eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die Folge einer
Herzerkrankung ist und die innerhalb weniger Minuten zu einem
Kreislaufstillstand führt und das Herz stillstehen lässt. Wird die KHK
rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, ist das Risiko an einem
plötzlichen Herztod zu sterben deutlich geringer – „fast so niedrig wie
das von Patienten ohne KHK“.

Risiko-Vorsorge mit Herz-Kreislauf-Check-ups
Für eine rechtzeitige Therapie von Herzerkrankungen – allen voran der KHK
und ihrer Risikofaktoren, rät die Deutsche Herzstiftung Männern und Frauen
zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ab 40 Jahren – bei familiärer
Vorbelastung früher. Das kann der regelmäßige Gesundheits-Check-up bei
Hausärztin oder Hausarzt sein, der ab 18 Jahren einmalig und ab 35 Jahren
alle drei Jahre erfolgt (zahlt die Krankenkasse). Darüber hinaus erlauben
es etwa Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern oder der Becken- und
Beingefäße, frühzeitig Gefäßverkalkungen zu erkennen, die für die
Betroffenen noch ohne Symptome sind. Das EKG in Ruhe und unter Belastung
sowie die Ultraschalluntersuchung des Herzens ergänzen das
Untersuchungsspektrum. Die KHK ist stark altersabhängig: bei den über
75-Jährigen leiden 16 Prozent der Frauen und 24,1 Prozent der Männer daran
(nach Robert-Koch-Institut). Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge ist
bei rund fünf Millionen Menschen in Deutschland eine KHK bekannt.
Welche Herzerkrankungen über die KHK hinaus Ursache eines Herzstillstands
sein können, wer besonders gefährdet ist und wie man sich schützt,
erläutern Herzexpertinnen und -experten in dem neuen kostenfreien Ratgeber
„Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“, anzufordern unter
https://herzstiftung.de/herzwochen oder per Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.  und telefonisch unter 069 955128400. Einen
Online-Risikotest bietet die Herzstiftung unter
<https://herzstiftung.de/risiko>  an.

Plaques bringen – lange Zeit unbemerkt – das Herz in Not
Vom Patienten unbemerkt können sich durch Plaques, die aus Kalk,
Bindegewebe und Cholesterin bestehen, an den Wänden von Herzkranzgefäßen
(Koronararterien) Veränderungen entwickeln. Weil diese Veränderungen
zunächst keine Durchblutungsstörung bewirken, äußern sie sich lange Zeit
nicht durch Beschwerden. Mit Hilfe bildgebender Verfahren lassen sich
diese Gefäßwandveränderungen durch Plaques (Arteriosklerose) gut erkennen.
„Auch ohne Herzkatheter können wir etwa mit der Computertomographie oder
anderen Bildgebungsverfahren wie MRT Verengungen und ihre Vorstufen
feststellen“, erläutert Voigtländer, Ärztlicher Direktor des Agaplesion
Bethanien Krankenhauses und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum
Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main. Erst wenn sich die Plaques weiterhin
vergrößern oder ihre Struktur verändern und dadurch instabil werden,
entwickelt sich die akute Form der KHK. Erreicht die Arterienverengung
eine kritische Schwelle von 70-80 Prozent, verschlechtert das die
Durchblutung derart, dass es zur Minderversorgung des Herzmuskels mit
Sauerstoff und Nährstoffen kommt, er „übersäuert“. Betroffene spüren das
unter körperlicher Anstrengung mit Brustschmerzen, Brustenge (Angina
pectoris) oder Luftnot. „Betroffene sollten unverzüglich eine Klinik
aufsuchen“, betont Prof. Voigtländer.

Herzinfarkt: Von der „leisen Gefahr“ zum „Elefanten auf der Brust“
Verschließt die Plaque ein Herzkranzgefäß vollständig oder bricht die
Plaque plötzlich auf, bildet sich innerhalb weniger Minuten ein Gerinnsel,
das die Arterie verstopft: Herzinfarkt. Bei Herzinfarkt-Anzeichen ist
sofort der Rettungsdienst über den Notruf 112 zu alarmieren – auf keinen
Fall den Umweg über den Hausarzt. Hier zählt jede Minute, denn der Infarkt
kann jederzeit in bösartige Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern
übergehen, die zum Herzstillstand führen, der nach wenigen Minuten den Tod
bedeutet. Auch führt der Infarkt zum Absterben von Herzmuskelgewebe mit
der Folge einer chronischen Herzschwäche, wenn nicht umgehend die
verstopfte Herzkranzarterie in der Klinik wiedereröffnet wird („Time is
Muscle“).
Herzinfarkt-Warnzeichen sind insbesondere plötzlich einsetzende starke
Schmerzen, die länger als fünf Minuten in Ruhe anhalten und die
überwiegend im Brustkorb oder häufig auch ausschließlich hinter dem
Brustbein auftreten. Sie können in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch,
Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen. „Brustschmerzen
und/oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe sind besonders
alarmierend. Dahinter kann die instabile Angina pectoris oder Brustenge
stecken, aus der sich jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann“, warnt
Prof. Voigtländer. „Viele Menschen spüren ein massives Engegefühl,
heftigen Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl im Brustkorb –
als würde ihnen ein Elefant auf der Brust stehen“, beschreibt der
Kardiologe eines der Herzinfarkt-Leitsymptome. Auch ein heftiges Brennen
kann im Brustkorb auftreten. Über die Herzinfarkt-Warnzeichen, auch
unspezifische vor allem bei Frauen wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot,
Schmerzen im Oberbauch, informiert die Herzstiftung unter
<https://herzstiftung.de/herzinfarkt-anzeichen>

Diese frühen Vorboten eines plötzlichen Herztods sollte jeder kennen
„Bei etwa jedem zweiten vom plötzlichen Herztod Betroffenen treten Tage
bis Stunden vor dem Ereignis typische Vorboten auf“, bestätigt der
Herzstiftungs-Vorsitzende. Insbesondere Herzschmerzen, Brustenge oder
plötzliche Luftnot, die unter körperlicher oder seelischer Belastung
auftreten, sind „alarmierende Symptome, bei denen man sofort zum Arzt
muss“, wie der Kardiologe betont. Auch Herzrasen, eingeschränkte
körperliche Belastbarkeit, hartnäckiges Herzstolpern, kurze
Bewusstlosigkeiten oder Schwindelanfälle können solche Vorboten sein. „Auf
diese Akutphase müssen die Patienten selbst, aber auch Angehörige und
Ärzte sehr viel mehr achten“, fordert der Herzspezialist. Leider werden
diese Warnzeichen einer KHK in ihrer Bedrohlichkeit zu wenig erkannt. Sie
sind aber bereits Symptome für das Endstadium einer langjährigen
schleichenden Schädigung der Herzkranzgefäße durch den ,leisen Killer‘
Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen (hohes LDL-
Cholesterin).

Was bietet den besten Schutz vor plötzlichem Herztod?
Die frühe Behandlung der KHK ist der beste Schutz vor Herzinfarkt und
plötzlichem Herztod. Wesentliche Therapiebausteine sind Medikamente, die
Implantation von Gefäßstützen (Stents), die verengte Herzkranzgefäße offen
halten, und (seltener) das chirurgische Anlegen von Umgehungsgefäßen durch
die Bypassoperation. „Die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt hat dank
verbesserter medikamentöser und neuer Therapieverfahren erheblich
abgenommen“, berichtet der Kardiologe Prof. Voigtländer. Allerdings
bedürfen Patienten auch nach dem Herzinfarkt und einer Stentimplantation
oder Bypassoperation einer dauerhaften medikamentösen Therapie. In
bestimmten Fällen ist vorsorglich die Therapie mit einem Implantierbaren
Kardioverter-Defibrillator (ICD) zum Schutz vor plötzlichem Herztod
notwendig. Das gilt vor allem bei Patienten, die einen großen Infarkt
erlitten haben und bei denen infolgedessen die Funktion der linken
Herzkammer deutlich eingeschränkt ist.

Entscheidend: Risikofaktoren als Treiber der Durchblutungsstörung
ausschalten
Darüber hinaus ist es wichtig, alle Risikofaktoren, die Treiber der
Ablagerungen und Verstopfungen der Koronararterien sind, konsequent mit
Hilfe medikamentöser Therapien und Lebensstilmaßnahmen anzugehen, allen
voran arterielle Hypertonie (Bluthochdruck). Bleibt Bluthochdruck
unbehandelt, droht wegen der chronischen Druckbelastung, die den
Herzmuskel verdicken und steif werden lässt, eine diastolische
Herzschwäche (Füllungsstörung der linken Herzkammer), auch Hochdruckherz
genannt. Die Koronargefäße können den Herzmuskel nicht mehr ausreichend
mit Blut versorgen. Unbehandelt drohen bei dieser Form der Herzschwäche
der Herzinfarkt oder der plötzliche Herztod. Ebenso wichtige
therapierelevante Risikofaktoren sind Fettstoffwechselstörungen, Diabetes
mellitus und Übergewicht. „Lebensstiländerungen – nicht rauchen, sich
ausreichend bewegen, sich gesund ernähren mit weniger Fleisch, dafür mehr
Fisch und viel Gemüse, und das Vermeiden von Dauerstress – sind weitere
wichtige Maßnahmen, um der koronaren Herzerkrankung und ihren schweren
Folgen vorzubeugen“, fügt Voigtländer hinzu.
(wi)

Service-Tipps
Die Deutsche Herzstiftung informiert in den bundesweiten Herzwochen 2023
(1.-30. November) unter dem Motto „HERZKRANK? Schütze Dich vor dem
Herzstillstand!“ darüber, wie Vorbeugung, Erkennung und konsequente
Behandlung von Herzerkrankungen helfen, das Risiko auf ein Minimum zu
reduzieren, dass das Herz plötzlich stillsteht. Infos zur Kampagne mit
kostenfreien Präsenz- und Online-Veranstaltungen, Herzseminaren,
Broschüren sowie Podcasts und Video-Clips unter
<https://herzstiftung.de/herzwochen> und über die sozialen Medien
instagram, facebook, YouTube, Linkedin und X (Twitter).

Der Ratgeber „Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“ (158 S.)
kann kostenfrei per Tel. unter 069 955128-400 (E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert werden. Leicht verständlich
informieren Herzexperten über die wichtigsten Ursachen des Herzstillstands
und wie Vorbeugung, Diagnose und konsequente Behandlung von
Herzerkrankungen helfen, das Risiko eines plötzlichen Herztods auf ein
Minimum zu reduzieren. Überlebende eines plötzlichen Herztods berichten
eindrücklich in Patientenportraits. Weitere Infos unter
https://herzstiftung.de/herzwochen

Experten-Videos und Podcasts zu Themen der Herzwochen bietet die
Herzstiftung unter:
https://herzstiftung.de/herzwochen

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Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!

Deutsche Herzstiftung informiert in den bundesweiten Herzwochen über den
plötzlichen Herztod: Welche Herzerkrankungen gehen dem Sekundenherztod
voraus und wer ist besonders gefährdet? Wie schützen Diagnose und Therapie
davor und welche Warnzeichen sind bekannt?

In Deutschland sterben Jahr für Jahr schätzungsweise 65.000 Menschen am
plötzlichen Herztod, bei dem es für Betroffene scheinbar aus heiterem
Himmel zu einem Herzstillstand kommt. In etwa 80 Prozent der Fälle eines
plötzlichen Herztods liegt allerdings eine langjährige Verkalkung und
Einengung der Herzkranzgefäße, die koronare Herzkrankheit (KHK), zugrunde.
Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge ist bei rund fünf Millionen
Menschen in Deutschland eine KHK bekannt, die wiederum durch
Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus und
Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) entsteht. Deren Ursache sind
meistens Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde
Ernährung und Übergewicht. „Unser Ziel ist, Menschen mit einem Risiko für
plötzlichen Herztod aufgrund ihrer Herzerkrankung oder familiären
Vorbelastung frühzeitig zu identifizieren und Betroffene durch mehr
Aufklärung für die Ursachen und Warnzeichen dieses lebensbedrohlichen
Ereignisses zu sensibilisieren“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med.
Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung,
anlässlich der bundesweiten Herzwochen. Deutschlands größte
Aufklärungskampagne auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen steht
unter dem Motto „Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“ mit
einem umfangreichen Informationsangebot unter
<https://herzstiftung.de/herzwochen>
Über die KHK hinaus gibt es noch weitere Herzerkrankungen, die ebenfalls
das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöhen. Dazu zählen die schwere
Herzinsuffizienz, Herzmuskelerkrankungen wie
Herzmuskelerweiterung/-verdickung (dilatative bzw. hypertrophe
Kardiomyopathie), die arrhythmogene Kardiomyopathie, die
Herzrhythmusstörungen verursacht, sowie eine Myokarditis
(Herzmuskelentzündung). Auch angeborene Herzfehler und eine genetische
Veranlagung für vererbbare Herzrhythmusstörungen können das Risiko für
plötzlichen Herztod erhöhen.

Selten ein schicksalhaftes Ereignis, vor dem es kein Entrinnen gibt
Unmittelbarer Auslöser des plötzlichen Herztods ist fast immer eine
lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die Folge einer Herzerkrankung ist
und die innerhalb weniger Minuten zu einem Kreislaufstillstand führt und
das Herz stillstehen lässt. „Der plötzliche Herztod ist aber selten ein
schicksalhaftes Ereignis, vor dem es kein Entrinnen gibt“, betont
Kardiologe Prof. Voigtländer. Frühzeitiges Erkennen und die konsequente
Behandlung von Herzerkrankungen sowie die Vorbeugung kardiovaskulärer
Risikofaktoren als Treiber der koronaren Herzerkrankung helfen, das Risiko
auf ein Minimum zu reduzieren, dass das Herz plötzlich stillsteht.
„Konsequente Prävention durch einen gesunden Lebensstil muss frühzeitig
beginnen, am besten schon im Kindesalter, und sie muss ein fester
Bestandteil unseres Lebens bleiben“, so Voigtländer, Ärztlicher Direktor
des Agaplesion Bethanien-Krankenhauses in Frankfurt am Main.

Herzwochen-Aktivitäten für Betroffene und Interessierte bundesweit
Deshalb veranstaltet die Herzstiftung ihre größte bundesweite
Aufklärungskampagne mit dem Ziel, die Bevölkerung für die Ursachen,
Risikofaktoren und Vorboten von Herzerkrankungen, die einem Herzstillstand
vorausgehen, zu sensibilisieren. In zahlreichen Herzwochen-Aktivitäten
(Präsenz- und Online-Veranstaltungen, Herzseminaren, Infomaterialien,
Podcasts, Video-Clips) informieren Herzspezialisten darüber, wie
Vorbeugung, frühzeitiges Erkennen und die konsequente Behandlung von
Herzerkrankungen helfen, das Risiko für den vorzeitigen Herztod auf ein
Minimum zu reduzieren. Infos sind abrufbar unter
<https://herzstiftung.de/herzwochen> Dabei geht es auch um notwendige
Maßnahmen in Diagnose und Therapie (Medikamente, katheterbasierte und
chirurgische Verfahren, Schrittmacher- und Defibrillatortherapie) und was
jeder im Fall eines beobachteten Herzstillstands im Alltag sofort tun
muss, um Leben zu retten (Laien-Wiederbelebung).
Veranstaltungstermine sind unter <https://herzstiftung.de/herzwochen>
abrufbar oder telefonisch zu erfragen unter 069 955128-333. Tipp: Wer
nichts zu den Herzwochen verpassen will, kann unter
<https://herzstiftung.de/newsletter> den kostenfreien Herzstiftungs-
Newsletter abonnieren, der neben Tipps zur Herzgesundheit wichtige Infos
zu den Herzwochen enthält.

Service-Tipps
Die Deutsche Herzstiftung informiert in den bundesweiten Herzwochen 2023
(1.-30. November) unter dem Motto „HERZKRANK? Schütze Dich vor dem
HERZSTILLSTAND!“ darüber, wie Vorbeugung, Erkennung und konsequente
Behandlung von Herzerkrankungen helfen, das Risiko auf ein Minimum zu
reduzieren, dass das Herz plötzlich stillsteht. Infos zur Kampagne mit
kostenfreien Präsenz- und Online-Veranstaltungen, Herzseminaren,
Broschüren sowie Podcasts und Video-Clips unter
https://herzstiftung.de/herzwochen und über die sozialen Medien instagram,
facebook, YouTube, Linkedin und X (Twitter).

Der Ratgeber „Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“ (158 S.)
kann kostenfrei per Tel. unter 069 955128-400 (E-Mail:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>) angefordert werden. Leicht verständlich
informieren Herzexperten über die wichtigsten Ursachen des Herzstillstands
und wie Vorbeugung, Diagnose und konsequente Behandlung von
Herzerkrankungen helfen, das Risiko eines plötzlichen Herztods auf ein
Minimum zu reduzieren. Überlebende eines plötzlichen Herztods berichten
eindrücklich in Patientenportraits. Weitere Infos unter
https://herzstiftung.de/herzwochen

Experten-Videos und Podcasts zu Themen der Herzwochen bietet die
Herzstiftung unter:
https://herzstiftung.de/herzwochen

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Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. kritisiert, dass in Deutschland noch immer viele PatientInnen mit einer kritischen Ischämie ohne vorherige, leitliniengerechte Diagnostik und Therapie amputiert werden. Hier gil

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie –
Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. kritisiert, dass in Deutschland noch
immer viele PatientInnen mit einer kritischen Ischämie ohne vorherige,
leitliniengerechte Diagnostik und Therapie amputiert werden. Hier gilt es
zum Wohle der PatientInnen aufzuklären.

Eine kürzlich im European Journal of Vascular and Endovascular Surgery
veröffentlichte Studie von Makowski et al. (1) vom Universitätsklinikum
Münster zeigt anhand von ca. 40.000 ischämie-bedingten Amputationen der
AOK-Versicherten, dass etwa ein Drittel aller Amputationen auf dem Boden
einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) durchgeführt
wurden, ohne dass ein vorheriger Revaskularisationsversuch zwecks Bein-
Erhalt unternommen wurde. Bei 22% der Amputationen erfolgte noch nicht
einmal eine Bildgebung (intraarterielle DSA, CT- oder MR-Angiographie), um
zu beurteilen, ob eine Revaskularisation möglich und ggf. erfolgreich
gewesen wäre. Dieselbe Arbeitsgruppe hatte bereits 2015 eine ähnliche
Studie anhand der BARMER-Versicherten durchgeführt mit ähnlichen
alarmierenden Zahlen (2).
„Alle nationalen und internationalen Leitlinien zur Behandlung von pAVK
und kritischer Bein-Ischämie propagieren eine rasche Diagnostik - und im
Falle einer relevanten Ischämie - die Durchführung einer
Revaskularisation, sei es endovaskulär oder gefäßchirurgisch“, sagt die
Erstautorin der Studie, Dr. Lena Makowski. Warum das sehr gut evidenz-
basierte und daher in den Leitlinien empfohlene Vorgehen mit adäquater
Diagnostik und Revaskularisation vor einer Amputation nicht konsequent in
die Praxis umgesetzt wird, kann sich Prof. Dr. med. Holger Reinecke,
Direktor der Klinik für Kardiologie I: Koronare Herzkrankheit,
Herzinsuffizienz und Angiologie am Universitätsklinikum Münster, nicht
erklären. „Es ist vorstellbar, dass bei einigen Patienten eine
Revaskularisation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Wir wissen aber
aus bundesweiten Registern, wie dem CRITISH-Register, dass der Anteil der
primär notwendigen Amputierten <5% beträgt. Und eine erfolgreiche
Revaskularisation kann mittlerweile in Zentren mit hoher
gefäßmedizinischer Expertise bei >95% der Betroffenen erreicht werden, wie
das RECCORD-Register (https://reccord.de/) der Deutschen Gesellschaft für
Angiologie zeigt“, sagt Reinecke.
Die Studie von Makowski et al. zeigt auch einen weiterhin bestehenden
Mangel an sekundär-präventiven Maßnahmen wie die Medikation mit
Plättchenhemmern und Statinen. Beide Substanzen senken nachweislich
kardiale Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle aber auch Bein-
Ereignisse wie Amputation und wiederholte Eingriffe und sind daher in den
Leitlinien mit dem höchsten Empfehlungsgrad versehen. In der aktuellen
Studie zeigt sich, dass in einem zwei-Jahres-Follow-Up nach ischämisch
bedingter Amputation knapp die Hälfte kein Statin und ca. 30% keinen
Plättchenhemmer erhielten. „Dies zeigt eine dramatische Unterversorgung
der pAVK-PatientInnen, welche zum Teil die schlechte Prognose erklären
können. Hier besteht weiterhin ein dringlicher Aufklärungs- und
verbesserungsbedarf“, schlussfolgert Dr. Makowski.

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Uniklinikum Dresden plädiert für Impfung gegen die Influenza

Die Klinikumsvorstände und Pflegedirektorin werben für zeitnahe
Grippeschutzimpfungen.
Die Impfung bietet wirksamen Schutz für Beschäftigte, Patientinnen und
Patienten sowie Bürger. Eine hohe Impfbereitschaft ist für den
reibungslosen Klinikbetrieb und eine ausreichende personelle Besetzung
notwendig. Mit dem Eintreffen der ersten Impfdosen gegen die saisonale
Grippe hat der Betriebsärztliche Dienst des Universitätsklinikums Carl
Gustav Carus Dresden Ende September die diesjährige Impfkampagne für die
Belegschaft gestartet. An diesem Donnerstag (19. Oktober) lassen sich nun
die beiden Klinikumsvorstände Prof. Michael Albrecht und Frank Ohi
öffentlichkeitswirksam gegen die Influenza impfen.

Der damit verbundene Appell richtet sich nicht nur an das eigene Personal,
sondern an alle Mitarbeitende des Gesundheitswesens sowie an die
Bevölkerung. „Ohne eine hohe Zahl an immunisierten Personen besteht die
Gefahr einer massiven Grippewelle. Folgen wären einerseits ein hoher
Personalausfall in den Kliniken, der die Krankenversorgung einschränken
könnte, und andererseits viele schwere Krankheitsverläufe mit einer
überdurchschnittlichen Zahl an Klinikeinweisungen“, sagt der Medizinische
Vorstand Prof. Michael Albrecht.

Der vierte Winter mit Covid-19 steht bevor und viele Menschen stehen vor
der Entscheidung, gegen welche Infektionskrankheiten sie sich impfen
lassen sollen. Denn neben SARS-CoV-2 kursieren noch andere Erreger, die
Atemwegsinfektionen auslösen können. Aktuell zirkulieren hauptsächlich
Rhinoviren, die in erster Linie Erkältungen verursachen. Doch auch die
Grippe rückt wieder in den Fokus. „Der Grippeschutz sollte in dieser
Saison nicht unterschätzt werden. Die echte Grippe – Influenza – ist keine
einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung“, sagt Prof.
Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden. Sie ist
häufig mit hohem Fieber verbunden und kann den Körper so stark schwächen,
dass Erkrankte nicht selten länger arbeitsunfähig sind. „Wenn eine solche
Grippewelle durch unsere pflegerischen oder ärztlichen Teams rollt,
geraten wir an unsere Grenzen.“

Auch Frank Ohi, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums, weist auf die
Bedeutung der Immunisierung hin. „Die Impfangebote – sei es die gegen die
Grippe oder bei Bedarf eine Covid-Boosterimpfung – sind uns sehr wichtig.
Wir sorgen so für die Gesundheit unseres Personals sowie die Sicherheit
der zu betreuenden Patientinnen und Patienten. Wir sehen uns hier als
Arbeitgeber in der Pflicht. Dies ist unser Beitrag in der Bekämpfung
möglicher Wellen im Herbst und Winter“, sagt er.

Pflegedirektorin Jana Luntz ergänzt: „Wir müssen unbedingt verhindern,
dass Personal in Größenordnung ausfällt. Deshalb haben wir unsere interne
Impfkampagne so frühzeitig gestartet und sind guter Hoffnung, dass sich am
Uniklinikum die guten Impfquoten der vergangenen Jahre noch einmal
erhöhen.“

Die Impfung dient dem persönlichen Schutz der Mitarbeitenden, die häufiger
als andere Berufsgruppen mit Influenzaerkrankten in Kontakt kommen. Ferner
folgt die Impfung des medizinischen Personals dem ethischen Gebot,
Patientinnen und Patienten nicht zu schaden. Denn viele dieser Menschen
sind wegen bestehender Grunderkrankungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt,
eine schwere, eventuell tödliche Verlaufsform der Influenza zu entwickeln.
Auch wenn die Immunisierung keinen hundertprozentigen Schutz gewährleisten
kann, sorgt sie für zusätzliche Sicherheit, vor allem unter den älteren
Patientinnen und Patienten. „In der letzten Wintersaison mussten rund 15
Prozent der Influenza-Fälle im Krankenhaus behandelt werden“, sagt Dr.
Katja de With, Leiterin des Instituts für Infektiologie und
Krankenhaushygiene am Uniklinikum. Mehr als 90 Prozent der an Influenza
Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter.

Auch bei SARS-CoV-2 stellt ein höheres Alter ein Risiko für einen schweren
Krankheitsverlauf dar, so Dr. de With. Derzeit empfiehlt die Ständige
Impfkommission (STIKO) eine Covid-19-Auffrischimpfung für eben jene
Menschen ab 60 Jahre und im Abstand von etwa einem Jahr zur letzten
Impfung oder Infektion. Schützen sollten sich aber auch Menschen mit einer
Grunderkrankung, etwa mit chronischen Erkrankungen wie der Lungenkrankheit
COPD, des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren und der Leber. Die Impfung
gegen Covid-19 und Influenza kann kombiniert verabreicht werden, ein
Impfabstand ist nicht mehr erforderlich.

Auch Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping appelliert: „Eine Grippe
ist keine harmlose Erkältung. Wir dürfen diese Krankheit nicht auf die
leichte Schulter nehmen. Bitte vereinbaren Sie jetzt einen Impftermin bei
Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder lassen Sie sich beraten, wenn Sie
unsicher sind.“ Wie gewohnt kann sich die Bevölkerung in den
Hausarztpraxen und den Impfstellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes
impfen lassen.

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