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Krebstherapie: Wie Sport Kindern hilft

Wissenschaftspodcast anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am
15. Februar

Krebserkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen –
bei Erwachsenen und bei Kindern. Circa 2.200 Kinder erkranken in
Deutschland jährlich an Krebs. Leukämie ist bei ihnen die häufigste
Krebserkrankung. Zwar können über 80 Prozent der betroffenen Kinder
geheilt werden; die Therapie hat aber starke Nebenwirkungen: Die Kinder
fühlen sich müde, können sich schwer konzentrieren und bewegen sich fast
gar nicht mehr. Eine Sporttherapie kann ihnen dabei helfen, die
Nebenwirkungen der Behandlung besser zu verkraften und schneller wieder
fit zu werden. Wie genau und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es zur
Sporttherapie gibt, darüber spricht Sportwissenschaftlerin Dr. Vanessa
Oschwald im Wissenschaftspodcast der Deutschen Sporthochschule Köln.

Am 15. Februar ist der internationale Kinderkrebstag, der im Jahr 2002 ins
Leben gerufen wurde, um auf krebskranke Kinder und Jugendliche und deren
Angehörige aufmerksam zu machen. Diesen Tag nimmt „Eine Runde mit …“, der
Wissenschaftspodcast der Sporthochschule, zum Anlass, um über die
Krebstherapie bei Kindern zu sprechen. Im Detail geht es um die positiven
Effekte, die Sport und Bewegung haben können. In Zusammenarbeit mit dem
Kölner Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße setzen Dr. Vanessa Oschwald
und ihre Kolleg*innen vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin
Sportprogramme in der Klinik um.

Vanessa Oschwald gibt im Wissenschaftspodcast praktische Einblicke in den
Klinikalltag einer Kinderkrebsstation und sensibilisiert für die enormen
Belastungen, denen die gesamte Familie eines an Krebs erkrankten Kindes
ausgesetzt ist. Sie erklärt, welche Auswirkungen die Krebsbehandlung auf
die Kinder hat und wieso es wichtig ist, dass die Kinder auch während der
Therapie im Krankenhaus in Bewegung bleiben. Denn die langen Liegezeiten
und der Bewegungsmangel haben viele negative Auswirkungen: Die Muskeln
werden schwächer, die Knochendichte nimmt ab, das Herz-Kreislaufsystem
wird nicht mehr beansprucht. Hier setzt das Sportprogramm an; es reicht
von kleinen Mobilitätsübungen über spielerische Kräftigungsübungen bis hin
zum Vibrationsplattentraining. Und hinzu kommt: „Durch Sport fühlt man,
was man leisten kann. Man wird fitter, fühlt sich wacher und stärker und
traut sich etwas zu. Der Sport stärkt auch das soziale Gefüge“, sagt
Vanessa Oschwald.

„Eine Runde mit …“ (Folge 23) ist auf der Webseite der Deutschen
Sporthochschule Köln unter www.dshs-koeln.de/einerundemit erreichbar und
zusätzlich überall dort zu finden, wo es Podcasts gibt.

  • Aufrufe: 86

Spenderorganmangel: Deutsche Herzgesellschaften und Herzstiftung befürworten erneute Diskussion zur Widerspruchslösung

Strukturelle Verbesserungen im Transplantationswesen für Organspende
zusätzlich zur Widerspruchslösung dringend notwendig

Der deutliche Rückgang der Zahl der Organspenden im Jahr 2022 zeigt: Beim
Spenderorganmangel ist in Deutschland kein Ende in Sicht. Alarmiert von
diesem negativen Trend mit dramatischen Auswirkungen für die betroffenen
schwer kranken Patientinnen und Patienten, darunter auch Kinder, sehen die
Deutsche Herzstiftung und Deutschlands herzmedizinische Fachgesellschaften
dringlichen Handlungsbedarf. Sie befürworten daher eine erneute Diskussion
über die Einführung der Widerspruchslösung, wie von
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zuletzt gefordert. Deutschlands
herzmedizinische Fachgesellschaften sind die Deutsche Gesellschaft für
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), die Deutsche Gesellschaft für
Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) und die Deutsche
Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler
(DGPK).
Ein erster Anlauf pro Widerspruchslösung war im Januar 2020 gescheitert
und führte zur erweiterten Zustimmungslösung. Dazu gehörte ein Online-
Register zur Dokumentation der Organspendebereitschaft (aktuell auf 2024
verschoben). Seitdem hat sich die Organspendesituation nicht verbessert,
eher noch verschlechtert: Die enorme Kluft zwischen der Zahl schwer
kranker Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan und den
verfügbaren Organen für eine Transplantation ist noch größer geworden, wie
die aktuellen Organspendezahlen der Deutschen Stiftung
Organtransplantation (DSO) (1) zeigen. Dass sich die Situation verbessern
könnte, ist nicht abzusehen. Nach DSO-Angaben sind die Organspenden im
Jahr 2022 um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Mit den 2.795
nach postmortaler Spende übertragenen Organen konnte zwar 2.695 schwer
kranken Patientinnen und Patienten eine bessere Lebensqualität oder sogar
ein Weiterleben ermöglicht werden, so die DSO. Allerdings warten 8.500
Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Auch die Zahl der
Spenderherzen bewegt sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, sie
stieg nur wenig spürbar um 0,6 Prozent von 310 postmortal gespendeten
Herzen (2021) auf 312 im Jahr 2022 an. Nur mit Hilfe von weiteren 46
Spenderherzen aus dem Ausland – wohlgemerkt alles Länder mit
Widerspruchslösung – konnte die Zahl der transplantierten Herzen auf
insgesamt 358 Herzen erhöht werden.

Lage für Patientinnen und Patienten „hoch dramatisch“
„Die Lage ist hoch dramatisch“, warnt Herzchirurg Prof. Dr. Andreas
Böning, Präsident der DGTHG. Den 358 Herztransplantationen im Jahr 2022
stehen deutschlandweit mehr als 700 schwer herzkranke Menschen auf den
Wartelisten gegenüber, die dringend ein Spenderherz benötigen. „Wir sehen
daher besorgt auf den eklatanten, anhaltenden Organspendemangel“, erklärt
der Präsident der DGTHG, die bereits eigene Organspende-Kampagnen
initiiert hat. Die Widerspruchslösung wäre eine wichtige Maßnahme, um die
Zahl der Spenderorgane deutlich zu erhöhen und damit jenen Menschen zu
helfen, die dringlich auf ein Spenderherz warten, betont Böning.
Die Fachgesellschaften für Herzchirurgie (DGTHG), für Kardiologie (DGK)
und Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) sprechen
sich daher – auch als Verfasser des Positionspapiers zu einer Nationalen
Herz-Kreislauf-Strategie für eine bessere Versorgung von Patientinnen und
Patienten und innovative Forschung in Deutschland (NHKS) (2) – klar für
eine Widerspruchslösung aus. „Wir befürworten den Anlauf des
Bundesgesundheitsministers für eine erneute Abstimmung des Bundestags über
die Einführung der Widerspruchslösung in Deutschland mit dem Ziel, die
Zahl der Spenderorgane zu erhöhen“, betont der Kardiologe Prof. Dr.
Stephan Baldus, Präsident der DGK. Die Deutsche Herzstiftung als
Patientenvertretung der Herz-Kreislauf-Medizin unterstützt sämtliche
Anstrengungen der kardiologischen und herzchirurgischen
Fachgesellschaften, die zu einer Verbesserung der Organspendezahlen in
Deutschland beitragen. „Nur mit ausreichend verfügbaren Spenderherzen
können wir Patientinnen und Patienten mit schwer geschädigtem Herzen eine
Perspektive geben“, sagt Prof. Dr. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Dies gilt auch für die
21 zusätzlich auf der Warteliste befindlichen Kinder (Alter 0 bis 15
Jahre) für ein Spenderherz. 42 Herzen konnten bei Kindern im Jahr 2022
transplantiert werden. „Es braucht daher auch für Kinder, Jugendliche und
junge Erwachsene mit schweren Herzmuskelerkrankungen zwingend die
Widerspruchslösung“, fordert der Kinderkardiologe Prof. Dr. Matthias
Gorenflo, Präsident der DGPK. Die Widerspruchslösung gilt in 20
europäischen Ländern.

Das Widerspruchs-Prinzip besagt: Wer eine Organspende nicht ausdrücklich
verweigert, steht als Spender grundsätzlich zur Verfügung, wobei die
Angehörigen ein Veto einlegen können.

Die häufigsten Ursachen und Indikationen für eine Herztransplantation sind
schwerwiegende Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien), die koronare
Herzkrankheit (KHK), die Grundkrankheit des Herzinfarkts, und weitere
chronische Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzmuskelentzündung
(Myokarditis). Hauptursachen für die Entwicklung einer schweren
Herzinsuffizienz sind im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter
(EMAH) ein Versagen des Herzmuskels im Endstadium (z. B. nach
Herzmuskelentzündung, Kardiomyopathien) und komplexe angeborene Herzfehler
im terminalen Herzkreislaufversagen. Für Patientinnen und Patienten mit
schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) im Endstadium ist die
Herztransplantation eines Spenderorgans Goldstandard.

Widerspruchslösung erfordert zugleich strukturelle Verbesserungen in der
Transplantationsmedizin
Damit sich die Organspendesituation in Deutschland verbessert, müssen mit
Unterstützung der Politik im Transplantationswesen auch die logistischen
Voraussetzungen für mehr Organverpflanzungen stimmen. „Die jetzige
Situation des Krankenhauswesens ist insbesondere von Ressourcenknappheit
auf den Intensivstationen geprägt. Die Transplantationsmedizin bindet
enorme intensivmedizinische Kapazitäten“, betont Prof. Voigtländer. Der
Kardiologe sieht politischen Handlungsbedarf besonders aufgrund der
fehlenden Intensivpflegekräfte sowohl für erwachsene Patienten als auch
auf den Kinderherz-Intensivstationen, wo auch eine dramatische
Unterbesetzung der Pflegedienste zu beklagen ist. Diese personellen
Engpässe besonders auf den Intensivstationen der Kliniken bestanden schon
vor der Pandemie. SARS-CoV-2 verstärkte die Belastung auf den
Intensivstationen mit Auswirkungen auch auf andere Klinikbereiche.
So zeigen auch die DSO-Zahlen, dass die Coronavirus-Pandemie und damit
verbundene hohe Krankenstände beim Klinikpersonal „wesentlich zum starken
Einbruch der Organspenden um 30 Prozent“ im ersten Quartal 2022
beigetragen haben. Zum anderen scheint die Realisierung von möglichen
Organspenden dadurch erschwert zu werden, dass es den koordinierenden
Stellen nicht immer gelingt, den Willen von Verstorbenen für oder gegen
eine Organspende frühzeitig zu klären. Ein Problem, das die DSO für den
Rückgang der Organspenden anführt: Es fehlt häufig an eindeutigen
Einwilligungen der Verstorbenen. In 42 Prozent der Fälle kam eine
Ablehnung etwa aufgrund des vermuteten Willens der Verstorbenen zustande.
35 Prozent der Ablehnungen hätten auf der Einschätzung der Angehörigen
nach deren eigenen Wertvorstellungen beruht, die nicht unbedingt denen des
Verstorbenen entsprachen. „Die Zahlen stehen sehr im Kontrast zu den hohen
Zustimmungswerten in der Bevölkerung für das Thema Organspende“, gibt DGK-
Präsident Baldus zu bedenken. Nach einer aktuellen Umfrage der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) befürworten über 80
Prozent der Bundesbürger eine Organspende (3).

Machen Koordinatoren-Teams in Spaniens Kliniken den Unterschied?
Ein Blick auf die Situation in Spanien, das bei Organspenden seit
Jahrzehnten weltweit an der Spitze steht, lässt darauf schließen, dass
nicht allein die Widerspruchslösung, sondern vor allem auch effiziente
Strukturen in der Organisation der Organspende hohe Organspendezahlen erst
ermöglichen. Eine wichtige Säule des spanischen Systems bilden die eigens
für den Transplantationsprozess geschaffenen „Koordinatoren“-Teams aus
Ärzten und Pflegern in den Intensivstationen, die in engem Kontakt zur
staatlichen Zentralbehörde für Transplantationen (ONT) stehen. Hier
spielen Abläufe zwischen Koordinatoren-Teams auf den Intensivstationen,
der zentralen Koordinierungsstelle und den Angehörigen der Patienten auf
den Intensivstationen der Kliniken eine wichtige Rolle. Im Unterschied zu
den spanischen Koordinatoren müssen Transplantationsbeauftragte in
Deutschland ihre Aufgabe oft zusätzlich zu ihrer vollberuflichen
ärztlichen Tätigkeit in der Klinik wahrnehmen mit viel bürokratischer
Zusatzlast. Das erschwert ein effizientes Vorgehen bei der Realisierung
einer Organspende. Nur durch die Kombination von verbesserten Abläufen im
Krankenhaus und der Einführung einer Widerspruchslösung kann dem
Organmangel effektiv begegnet werden.

Deutschland importiert Organe aus Ländern mit Widerspruchlösung
Dass im Jahr 2022 von den 358 in Deutschland transplantierten Herzen 46
Spenderherzen aus Ländern mit Widerspruchslösung importiert wurden, sehen
die Verfasser der NHKS kritisch. Als „nicht hinnehmbar und ethisch
problematisch“ bezeichnet DGTHG-Präsident Prof. Böning, dass in
Deutschland Spenderorgane aus Ländern des Eurotransplant-Verbunds mit
einer Widerspruchslösung wie Spanien, Belgien und Österreich akzeptiert
werden, während hierzulande eine solche Lösung nicht eingeführt wurde.
„Deutschland hat als einziges Mitgliedsland von Eurotransplant keine
Widerspruchslösung.“

Herztransplantation die bessere Option als Herzersatzverfahren
Erfreulicherweise leben ca. 60 Prozent der Patienten 10 Jahre und länger
nach einer Herztransplantation. Bis zu 30 Prozent leben auch nach 20
Jahren noch mit ihrem neuen Herzen. Dank stetig weiterentwickelter und
innovativer Medikamente, vor allem Immunsuppressiva, verbessert sich das
Langzeitüberleben der Herztransplantierten kontinuierlich. Für das
komplexe menschliche Herz gibt es aktuell keinen kompletten
Kunstherzersatz. Die sogenannten Kunstherzen (Total Artificial Hearts,
TAH) sind noch im Frühstadium ihres Einsatzes beim Menschen, daher sind
weder mittelfristige Erkenntnisse noch Langzeitergebnisse verfügbar. Auch
die Transplantation eines tierischen Herzens (Xenotransplantation) ist
zurzeit keine Alternative. Für Patienten auf der Warteliste für ein
Spenderherz gibt es zwar bis zur Erholung des Herzmuskels oder zur
Überbrückung bis zur Herztransplantation die Option eines
Herzunterstützungssystems für die rechte, linke oder beide Herzkammern
(RVAD, LVAD, BVAD). Die Lebenserwartung mit einem Spenderherz ist
allerdings deutlich höher als mit dem häufigsten Herzunterstützungssystem
LVAD. LVAD-Träger können zwar inzwischen auch recht gut mit ihrem
künstlichen Pumpsystem leben. „Allerdings kann Patienten, bei denen beide
Herzkammern geschädigt sind, nach wie vor nur eine Herztransplantation
helfen“, so DGTHG-Präsident Böning.
(wi)

Literatur:

(1) Pressemitteilung der DSO „Organspendezahlen im vergangenen Jahr
gesunken“:
https://dso.de/dso/presse/pressemitteilungen/Organspendezahlen%20im%20vergangenen%20Jahr%20gesunken/103

(2) Nationale Herz-Kreislauf-Strategie für eine bessere Versorgung von
Patientinnen und Patienten und innovative Forschung in Deutschland (NHKS):
https://dgk.org/daten/nationale_herz-kreislauf-strategie-2021.pdf

(3) Befragung der BzgA zur Organ-/Gewebespende (2022):
https://www.organspende-info.de/mediathek/studien/
https://www.organspende-
info.de/fileadmin/Organspende/05_Mediathek/04_Studien/BZgA_Infoblatt_Repraesentativbefragung_Organspende_2022.pdf

BZgA:
www.organspende-info.de
Ein Organspendeausweis der Deutschen Herzstiftung kann kostenfrei unter
www.herzstiftung.de/organspendeausweis (E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert werden.
Weitere Infos zur Organspende sind abrufbar unter www.herzstiftung.de und
www.herzstiftung.de/podcasts

  • Aufrufe: 75

Neuer Vorstand der Deutschen Hochdruckliga rückt Früherkennung von Bluthochdruck in den Fokus

Prof. Markus van der Giet, Berlin, neuer Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Hochdruckliga, und Prof. Dr. Florian Limbourg, Hannover,
stellvertretender Vorstandsvorsitzender, haben ein ambitioniertes Ziel:
Sie möchten die Früherkennung stärken und dadurch das Auftreten
gefährlicher Folgeerkrankungen von Bluthochdruck minimieren. Kurz:
Vorsorge statt Reparatur. So ließe sich die Anzahl kardiologischer,
nephrologischer und neurologischer Folgeerkrankungen deutlich reduzieren.
Einzige Hürde: Der Nutzen der Früherkennung muss allen Menschen bekannt
sein. Hier wünscht sich das neue Vorstandsduo Unterstützung von Politik
und Medien.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat zu hohe
Blutdruckwerte. Doch viele wissen nichts von ihrer Erkrankung und andere
wiederum sehen keine Notwendigkeit, sie behandeln zu lassen, entweder weil
sie die Erkrankung bagatellisieren („das bisschen Bluthochdruck… hat doch
jeder“) oder dem Vorurteil aufsitzen, dass Medikamente doch „immer
irgendwie schädlich sind, Nebenwirkungen machen und man besser ohne
auskommen sollte“. Letzteres stimmt, wenn man gesund ist. Leidet man aber
unter Bluthochdruck, der sich nicht durch eine Lebensstilumstellung
korrigieren lässt, führt kein Weg an einer medikamentösen Blutdrucksenkung
vorbei. „Durch epidemiologische Untersuchungen und auch
Populationsuntersuchungen wissen wir, dass bereits leicht erhöhte
Blutdruckwerte in mittleren Jahren zu vielen gesundheitlichen Probleme im
höheren Lebensalter führen. Das Präventionspotenzial der
Bluthochdruckkorrektur ist daher enorm“, betont der neue
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga, Prof. Dr. Markus van der
Giet. Häufige Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks sind Herz-
Kreislauf- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall,
Nierenfunktionsverlust, Erkrankungen der Augen bis zur Erblindung und
Demenz.

Die wichtigsten Faktoren, um der Entwicklung von solchen Folgeerkrankungen
entgegenzuwirken, sind neben allgemeinen Präventionsmaßnahmen (ausreichend
Bewegung, gesunde Ernährung, aber auch Stressreduktion) die Früherkennung
und rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck. „Eine frühzeitige Diagnose
von Bluthochdruck und die rechtzeitige Intervention kann viele Schäden,
die im Verlauf des Lebens entstehen, massiv abmildern und damit die
allgemeine Gesundheit im höheren Lebensalter entscheidend positiv
beeinflussen“, führt Prof. van der Giet weiter aus. Sein Kollege und
stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, Prof.
Dr. Florian Limbourg, ergänzt: „In den letzten Jahrzehnten konnten
exzellente Möglichkeiten zur Behandlung eines hohen Blutdrucks entwickelt
werden. Zwar haben wir auch bessere Möglichkeiten, die durch Bluthochdruck
entstandenen Schäden zu behandeln, man denke z.B. an die neue
Substanzklasse der SGLT2-Inhibitoren zum Schutz der Nieren, aber Vorsorge
ist immer besser als Reparatur, die oft auch nur bedingt und auf Zeit
gelingt.“

Das neue Vorstandsduo hat es sich daher zur Aufgabe gemacht die
Früherkennung von Bluthochdruck zu stärken, ebenso wie gezielte
Präventionsmaßnahmen. „Wir müssen uns von einer reparativen Medizin zu
einer präventiven Medizin hin entwickeln. Hier will die Hochdruckliga in
den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag leisten.“ Doch das sei
letztlich nur möglich, wenn in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die
Bedeutung gesunder Blutdruckwerte vorhanden ist. Wer nicht weiß, zu
welchen gesundheitlichen Beeinträchtigungen Bluthochdruck führt, wird
nicht auf die Idee kommen, die eigenen Blutdruckwerte gelegentlich zu
überprüfen.

Prof. van der Giet und Prof. Limbourg sehen hier auch Medien und Politik
in der Verantwortung. „Pro Jahr sterben viele hunderttausend Menschen an
den Folgen von Bluthochdruck, dennoch findet das Thema kaum Eingang in den
öffentlichen Diskurs. Das möchten wir ändern“, erklärte Prof. van der Giet
abschließend.

Zu den Personen:

Prof. Dr. med. Markus van der Giet, neuer Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Hochdruckliga, ist Oberarzt und Leiter des Hochdruckzentrums der
Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische
Intensivtherapie der Charité – Universitätsmedizin. Seine klinischen
Schwerpunkte umfassen die Diagnostik und Therapie der arteriellen primären
und sekundären Hypertonie, die Diagnostik und Therapie chronischer
Nierenfunktionsstörungen, die Nierentransplantation und die Diagnostik und
Therapie des akuten und chronischen Nierenversagens. Themen seiner
Forschungsarbeit sind u.a. die arterielle Hypertonie und die arterielle
Gefäßsteifigkeit und ihre Pathophysiologie.

Prof. Dr. med. Florian Limbourg, neuer stellv. Vorsitzender der Deutschen
Hochdruckliga, ist Koordinator des Hypertoniezentrums in der Klinik für
Nieren- und Hochdruckerkrankungen und Oberarzt an der Medizinischen
Hochschule Hannover (MHH). Seine klinischen Schwerpunkte umfassen die
Diagnose und Therapie der Hypertonie, inklusive digitaler
Gesundheitsapplikationen. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit dem
„Cross-Talk“ zwischen Blutgefäßen und inflammatorischer Zellen.

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Frauen, achtet mehr auf Euer Herz!

Frauenherzen schlagen anders. Aber wie machen sich die
Geschlechterunterschiede bei Herzinfarkt, Herzschwäche oder Bluthochdruck
bemerkbar? Und was sollten Frauen für die Diagnose, Therapie und Vorsorge
beachten? Die Herzstiftung informiert über gendermedizinische Themen auf
dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Geht es bei Frauen um Gesundheitsrisiken, dann stehen oftmals
Krebserkrankungen wie Brustkrebs im Vordergrund. Herz-Kreislauf-
Erkrankungen werden bei Frauen immer noch unterschätzt, dabei sind diese
Erkrankungen mit über 180.000 Sterbefällen im Jahr 2021 die häufigste
Todesursache bei Frauen. Am häufigsten sterben Frauen an der koronaren
Herzkrankheit (KHK) mit über 52.200 Sterbefällen (2021), darunter rund
18.000 am Herzinfarkt, der längst keine „Männerkrankheit“ darstellt (1).
„Auch bei Frauen sind Herzkrankheiten wie die Herzschwäche und die
koronare Herzkrankheit der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen und
vorzeitigen Tod“, warnt der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Herzerkrankungen und
ihre Komplikationen wie der Herzinfarkt können in der Symptomatik und in
ihrer Entstehung je nach Geschlecht verschieden sein. Auf diese
Besonderheiten müssen wir Frauen aufmerksam machen und für gezielte
Vorsorge-Maßnahmen sensibilisieren“, betont Voigtländer anlässlich der
Initiative Go Red for Women® der US-amerikanischen Herzgesellschaft
(American Heart Association, AHA) mit Aktionen am 3. Februar rund um die
Herzgesundheit bei Frauen. Die Herzstiftung nimmt die Initiative der AHA
zum Anlass, um auch hierzulande Frauen für ihr Herz zu sensibilisieren,
mit Infos unter www.herzstiftung.de/frauenherzen
Die Gendermedizin beschäftigt sich gezielt mit der Erforschung von
geschlechterbezogenen kardiologischen Unterschieden: zum Beispiel bei
Krankheitssymptomen, beim Stoffwechsel, dem Hormon-, Immun- oder dem
Gefäßsystem sowie den Unterschieden hinsichtlich des Alters und der
Genetik. Medikamente können je nach Geschlecht anders wirken und bestimmte
Eingriffe im Ergebnis verschieden ausfallen. Deshalb sollten Medikamente
und Therapieverfahren gleichermaßen an Frauen wie Männern erprobt werden
(häufig nicht der Fall). Über solche Unterschiede und ihre
Wechselwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und weitere wichtige Themen
rund um die Herzgesundheit bei Frauen wie die Vorsorge informiert die
Herzstiftung auch in Form von Ratgebern und Podcasts die kostenfrei unter
Tel. 069 955128-400 angefordert bzw. unter www.herzstiftung.de/podcasts
abgerufen werden können.

Herzinfarkt-Warnsignale: Symptome werden verschieden wahrgenommen
Was Frauenherzen so besonders macht, zeigt sich am Beispiel Herzinfarkt
(keineswegs eine reine Männerkrankheit): Der Herzinfarkt bei Frauen ist
anhand der Symptome oftmals nicht so klar zu erkennen wie bei Männern.
„Häufiger als bei Männern können bei Frauen weniger eindeutige Symptome
auftreten, etwa Atemnot, ein Ziehen in den Armen, unerklärliche Müdigkeit,
Angstzustände, Schweißausbruch, Übelkeit oder Erbrechen, Schmerzen im
Oberbauch oder im Rücken“, erklärt die Kardiologin Prof. Dr. med.
Christiane Tiefenbacher vom Vorstand der Herzstiftung. Bei Frauen kommt es
häufig vor, dass der typische Brustschmerz als Hauptsymptom des
Herzinfarkts nicht im Vordergrund steht wie bei den Männern, sondern
andere Symptome. Informationen: www.herzstiftung.de/herzinfarkt-frauen-
symptome

Gefährliches Zögern: Frauen warten bei Herzinfarkt oft mit dem Notruf 112
Die diffusere Herzinfarkt-Symptomatik kann auch einer der Gründe dafür
sein, dass Frauen mit dem lebensrettenden Notruf 112 zögern und nicht
rechtzeitig in eine Klinik kommen. Dabei zählt beim Herzinfarkt jede
Minute. Eine polnische Studie hatte gezeigt, dass besonders jüngere Frauen
mit Herzbeschwerden berufliche Verpflichtungen oder die Sorge um die
Kinder voranstellen, bevor sie auf die Symptome reagieren (2). Eine von
der Herzstiftung geförderte Untersuchung („MEDEA“-Studie) konnte zeigen,
dass Frauen, besonders ältere über 65 Jahren, bei ersten Herzinfarkt-
Symptomen häufiger deutlich länger als Männer zögern, bis sie den
Rettungsdienst (112) rufen und in eine Notaufnahme kommen. Allerdings
können die atypischen Infarktsymptome auch ein Alterseffekt sein, so dass
ein fehlender Brustschmerz, Übelkeit und Erbrechen auch bei Männern über
65 Jahren gehäuft vorkommen kann, wie die MEDEA-Studie gezeigt hat (3).
„Bei Frauen über 65 Jahren steigt das Herzinfarktrisiko. Doch auch jüngere
Frauen zwischen 40 und 50 sind der Gefahr ausgesetzt – vor allem dann,
wenn in der Familie häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind
oder wenn ein ungesunder Lebensstil durch Bewegungsmangel, Rauchen,
Übergewicht, Dauerstress oder eine Hormontherapie das Infarktrisiko
erhöhen“, betont die Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie und
Pneumologie am Marienhospital Wesel.
Beim Broken-Heart-Syndrom, auch Stress-Kardiomyopathie genannte
Herzmuskelerkrankung, die bei Frauen viel häufiger vorkommt, wird die
Einschränkung der Herzleistung nicht wie beim Herzinfarkt durch ein
vollständig verstopftes Herzkranzgefäß (Thrombus), sondern in den meisten
Fällen durch ein stark belastendes emotionales Ereignis wie Tod eines
Angehörigen, plötzliche Trennung, extreme Stressbelastung verursacht.

Diastolische Herzschwäche: Störung der Füllungsphase bei Frauenherzen
Weibliche Herzen unterscheiden sich auch in Größe und Pumpleistung von
männlichen. Das spiegelt sich in der Form der Herzschwäche
(Herzinsuffizienz) wider. Frauenherzen sind in der Regel kleiner, steifer
und weniger elastisch als männliche Herzen und können sich schlechter
dehnen und mit Blut füllen. Ausgeglichen wird das über eine höhere
Pumpleistung. Werden Frauen älter, nimmt dieser anatomische Effekt zu. So
verliert das Herz mit zunehmendem Alter an Größe, zum anderen kommt es in
den Wechseljahren neben Blutdrucksteigerungen auch zu einer vermehrten
Bildung von Bindegewebe im Herzen. Das Herz verliert weiter an
Elastizität. Diese Dehnungsstörung des Herzens wirkt sich als Störung der
Füllungsphase (Diastole) mit Blut aus. Diese sogenannte diastolische
Herzschwäche ist bei Frauen häufiger. „Frauen sollten – ebenso wie Männer
- bei Symptomen wie Atemnot, Müdigkeit und einer Unfähigkeit, sich zu
belasten unbedingt zur Kardiologin oder zum Kardiologen und einen
Ultraschall des Herzens vornehmen lassen“, rät Prof. Dr. med. Vera Regitz-
Zagrosek, Kardiologin und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der
Deutschen Herzstiftung. Sowohl die diastolische Herzschwäche als auch die
Herzschwäche als Folge eines Herzinfarkts werden durch Risikofaktoren wie
Rauchen, Übergewicht, hohe Blutfettwerte (hohes LDL-Cholesterin), Diabetes
und Bluthochdruck sowie Schwangerschaftskomplikationen vor vielen Jahren
begünstigt. Frauen sollten daher diese Risikofaktoren für Herzinfarkt und
Herzschwäche durch einen aktiven und gesunden Lebensstil soweit möglich
bekämpfen und dies regelmäßig bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt
kontrollieren lassen. Auch sollten sie unklare Belastungszustände wie
Leistungsschwäche und Unwohlsein abklären lassen“, betont die
Seniorprofessorin „Gender in Medicine“ (GIM) an der Charité
Universitätsmedizin Berlin.

Bluthochdruck bei Frauen besonders nach der Menopause
Die Wechseljahre (Menopause) wirken sich auf die Entstehung des
Bluthochdrucks aus. In Deutschland haben über 20 Millionen Erwachsene
Bluthochdruck. Mehr als die Hälfte der 60- bis 69-jährigen Frauen haben
Bluthochdruck (4). Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, verdoppelt sich
ihr Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, weil der Östrogenspiegel im
Blut in der Menopause sinkt. Das weibliche Geschlechtshormon sorgt dafür,
dass die Gefäße elastisch bleiben, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei vielen Frauen in und nach den
Wechseljahren kommen Übergewicht, Ängste und Schlafstörungen als weitere
Risiken dafür hinzu, Bluthochdruck zu entwickeln. „Frauen sollten wachsam
für ihren Blutdruck sein und ihn regelmäßig beim Arzt messen lassen oder
ihn selbst messen“, rät Kardiologe Prof. Voigtländer und betont: „Ein
nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck ist eines der gefährlichsten
Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-
Erkrankungen.“ Info zur Blutdruckmessung: www.herzstiftung.de/blutdruck-
messen

Bluthochdruck bei jungen Frauen wegen „der Pille“ und in der
Schwangerschaft
Auch junge Frauen sind nicht vor einem Bluthochdruck gefeit. Fünf bis zehn
Prozent der Schwangeren entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen
Bluthochdruck. Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist der Hauptgrund von
Erkrankungen und Sterblichkeit sowohl der Mutter als auch des ungeborenen
und neugeborenen Kindes. In einer 2020 in „Hypertension“ veröffentlichten
Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (5) haben
Wissenschaftler Hinweise darauf gefunden, dass sich ein erhöhter Blutdruck
in der Schwangerschaft insbesondere auf den weiblichen Nachwuchs
überträgt. Frauen, die zur Verhütung „die Pille“ einnehmen, die eine
Kombination von Östrogen und Progesteron, enthält, können einen
Bluthochdruck entwickeln. Progesteron ist das in den Eierstöcken gebildete
Gelbkörperhormon, das vor allem den Menstruationszyklus, die
Schwangerschaft sowie die Entwicklung des Embryos regelt. „Ungefähr fünf
Prozent der Frauen, die ein solches Kombinationspräparat einnehmen,
reagieren mit einem bedeutsamen Blutdruckanstieg“, sagt die Kardiologin
Dr. med. Christa Bongarth vom Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung
und Ärztliche Direktorin der Klinik Höhenried. „Frauen, die die Pille
einnehmen und außerdem übergewichtig sind, tragen ein zwei- bis dreifach
hohes Risiko für Bluthochdruck.“ Liegen gleichzeitig mehrere
Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen oder Übergewicht vor, sollten
Frauen keine oralen Kontrazeptiva einnehmen, sondern andere
Verhütungsmethoden verwenden, so die Ärztin.

Achten Sie auf Ihr Herz! Herzstiftungs-ExpertInnen raten Frauen:
Risiko-Vorsorge

- Lassen Sie regelmäßig Blutdruck, Blutzucker, Körpergewicht und Blutfette
kontrollieren, z. B. beim regelmäßigen Check-Up bei der Hausärztin oder
dem Hausarzt. Frauen zwischen 18 und 34 Jahren können einmalig einen
Gesundheits-Check-up durchführen lassen. Ab dem 35. Lebensjahr ist die
ärztliche Gesundheitsuntersuchung alle drei Jahre möglich. Die Kosten
übernimmt die Krankenkasse.
- Achten Sie insbesondere im mittleren Lebensalter auf ein normales
Körpergewicht; seien Sie körperlich aktiv, essen Sie salzarm und gesund
mit viel Obst, Gemüse und wenig Fleisch, Fett und Zucker. Verzichten Sie
auf Alkohol und Zigaretten.

Herzschwäche

- Geraten Sie bei kleinen Belastungen in Atemnot und sind schnell
erschöpft, bitten Sie Ihren Arzt, einen Ultraschall des Herzens
vorzunehmen.
- Erbitten Sie beim Arzt eine Blutuntersuchung. Eisenmangel kann ein Indiz
für eine Herzschwäche sein. Außerdem sind bei der Herzschwäche zwei
wichtige Marker, die natriuretischen Peptide ANP und BNP, erhöht. Wichtig:
Bei Frauen sind auch leicht erhöhte Werte Warnzeichen.

Medikamente

- Fragen Sie Ihren Arzt, ob die empfohlene Arznei an Frauen erprobt worden
ist und ob spezielle Dosierungen angeraten sind.
- Frauen benötigen niedrigere Dosen von ACE-Hemmern und Betablockern als
Männer. Digitalis verursacht möglichweise mehr Komplikationen.
- Einige Bluthochdruckmedikamente wie etwa ACE-Hemmer oder Sartane dürfen
in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
- Die Gabe von Arzneien gegen Herzrhythmusstörungen sollte gut mittels EKG
überwacht werden.
- Ändern Sie bei möglichen Nebenwirkungen eines Medikamentes nicht auf
eigene Faust die Dosis oder setzen es ab, sondern sprechen Sie mit Ihrem
Arzt.

Bluthochdruck

- In den Wechseljahren sollten Sie regelmäßig den Blutdruck vom Arzt
kontrollieren lassen oder selbst messen.
- In der Menopause kann eine Hormonersatztherapie den Blutdruck positiv
beeinflussen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über seine Empfehlung.
- Im Falle einer Schwangerschaft sollten Sie, wenn Sie Bluthochdruck haben
oder gefährdet sind, einen zu entwickeln, engmaschig Ihren Arzt aufsuchen
und sich je nach Höhe des Blutdruckes medikamentös behandeln lassen.
- Der Bluthochdruck während der Schwangerschaft kann ohne Komplikationen
bleiben – es kann aber auch zu einer gefährlichen Präeklampsie kommen.
Davon betroffen sind vor allem Erstgebärende, Vielgebärende und Frauen mit
Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen, vorbestehendem
Bluthochdruck und dem sog. Antiphospholipidsyndrom (APS). Gehören Sie zu
den genannten Fällen, lassen Sie sich engmaschig von Ihrem Arzt betreuen.
- Hatten Sie in einer zurückliegenden Schwangerschaft Bluthochdruck oder
sogar eine Präeklampsie, sollten Sie auf einen gesunden Lebensstil achten
und sich mindestens einmal im Jahr vom Hausarzt untersuchen lassen.
- Haben Sie bereits erhöhten Blutdruck, leiden an Übergewicht und rauchen,
sollten Sie nicht „die Pille“ nehmen, sondern eine andere
Verhütungsmethode verwenden.

(wi/weg/akl)

Service

Podcast mit Nele Neuhaus: Der „imPULS“-Podcast mit Nele Neuhaus
„Alarmstufe Rot – Warum gerade Frauen mehr auf ihr Herz achten sollten“
ist abrufbar unter www.herzstiftung.de/alarmstufe-rot-frauenherzen

Infos zu Frauenherzen und Herzinfarkt-Alarmzeichen: Rund um die
Herzgesundheit von Frauen informiert die Herzstiftung mit zahlreichen
Infos unter www.herzstiftung.de/frauenherzen und über die Herzinfarkt-
Warnsignale unter www.herzstiftung.de/herzinfarkt-frauen-symptome

Ratgeber: Der Ratgeber „Koronare Herzkrankheit und Herzschwäche – was ist
bei Frauen anders?“ (20 Seiten) kann kostenfrei bei der Herzstiftung unter
Telefon (0 69) 955128-400 und unter www.herzstiftung.de/bestellung
angefordert werden.

Bildmaterial zu Herzinfarkt-Warnzeichen und Ratgeber kann angefordert
werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Literatur:
(1) Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022, (Stand: 01.02.2023):
(2) ESC-Mitteilung vom 3. März 2019: Women call ambulance for husbands
with heart attacks but not for themselves, https://www.escardio.org/The-
ESC/Press-Office/Press-releases/Women-call-ambulance-for-husbands-with-
heart-attacks-but-not-for-themselves

(3) Ladwig KH et al., Comparison of Delay Times Between Symptom Onset of
an Acute ST-elevation Myocardial Infarction and Hospital Arrival in Men
and Women <65 Years Versus ≥65 Years of Age.: Findings From the
Multicenter Munich Examination of Delay in Patients Experiencing Acute
Myocardial Infarction (MEDEA) Study.Am J Cardiol. 2017 Dec
15;120(12):2128-2134. doi: 10.1016/j.amjcard.2017.09.005.
(4) https://www.aok-bv.de/presse/medienservice/ratgeber/index_19158.html
(5) Birukov A. et al. (2020): Blood Pressure and Angiogenic Markers in
Pregnancy. doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.119.13966

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