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Gesundheit

Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe und die Oberärzte Dr. Tania-Cristina Costea und Abdulwahab Arbi  (Foto: Marcel Mompour).  HDZ NRW

Amputationen vermeiden

Gliedmaßenerhalt lautet das oberste Gebot im Wundheilungszentrum.

Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe und die Oberärzte Dr. Tania-Cristina Costea und Abdulwahab Arbi  (Foto: Marcel Mompour).  HDZ NRW
Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe und die Oberärzte Dr. Tania-Cristina Costea und Abdulwahab Arbi (Foto: Marcel Mompour). HDZ NRW

Diabeteszentrum Bad Oeynhausen als "Fußbehandlungseinrichtung DDG" erneut
ausgezeichnet.

Patienten mit Diabetes kennen die Angst vor einer Fußamputation, weil sich
eine Wunde gebildet hat, die einfach nicht heilen will. In vielen Fällen
lässt sich dieses Schreckensszenario jedoch verhindern: wenn der Diabetes-
Patient auch in Bezug auf das sogenannte „Diabetische Fußsyndrom“
qualifiziert, strukturiert und umfassend betreut wird.

Die Arbeitsgemeinschaft „Diabetischer Fuß“ der Deutschen Diabetes
Gesellschaft (DDG) hat das Diabeteszentrum des Herz- und Diabeteszentrum
NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, erneut für seine hohe Qualität in der
Fußbehandlung ausgezeichnet. „Diabetespatienten sind gut beraten, sich bei
schlecht heilenden Wunden so frühzeitig wie möglich qualifiziert beraten
und behandeln zu lassen“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe,
Direktor des Diabeteszentrums. Seit 2003 zeichnet die Fachgesellschaft DDG
Einrichtungen aus, die nachweislich eine leitliniengerechte Behandlung
ihrer Patienten sicherstellen.

„Jeder vierte Diabetiker muss im Laufe seiner chronischen Erkrankung damit
rechnen, vom Diabetischen Fuß-Syndrom betroffen zu sein. Mitunter drohen
eine Amputation von Zehen, Unter- oder Oberschenkel“, erläutert Tschöpe.
Im Wundheilungszentrum seiner Klinik behandelt Oberärztin Dr. Tania-
Cristina Costea Patienten mit einem akuten Fußproblem daher grundsätzlich
als Notfall. Denn bei Diabetespatienten reiche es nicht aus, den
Heilungsprozess chronischer Wunden zu fördern und Extremitäten zu
erhalten. Vielmehr gelte es, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

„Wir überprüfen die Blutzuckereinstellung, den Zustand der Gefäße und
untersuchen, ob eine diabetesspezifische Nervenstörung, eine sogenannte
Polyneuropathie, zugrunde liegt“, beschreibt Dr. Costea das Vorgehen. „Die
Empfindungsstörungen aufgrund einer solchen Nervenschädigung führen leider
oft dazu, dass der Patient Verletzungen und Schädigungen am Fuß nicht
rechtzeitig und nicht hinreichend störend wahrnimmt.“

Zur Förderung der Wundheilung werden im Wundheilungszentrum neben einer
medikamentösen Therapie auch Behandlungen mit Eigenblut, Maden, Kaltplasma
oder Fischhaut durchgeführt. Ein spezielles Augenmerk gilt der Behandlung
des Charcot-Fußes, bei dem es nach unbemerkten Verstauchungen oder
Knochenbrüchen aufgrund fehlender Schmerzsensibilität zu
Gelenkdeformitäten des Fußes kommen kann. Um das Diabetische Fuß-Syndrom
letztlich erfolgreich zu behandeln, seien nicht nur Fachärzte, sondern
Podologen, Wundassistenten, Orthopädieschuhmacher und -techniker,
Pflegekräfte und Diabetesberater eng in den Behandlungsprozess einbezogen.

„Mit rechtzeitiger Diagnostik und Therapie können viele Amputationen
verhindert werden“, betont Professor Tschöpe. In Deutschland werden
jährlich rund 40.000 Diabetes-Patienten Teile des Fußes oder der gesamte
Fuß amputiert. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent dieser
Fälle durch eine bessere Behandlung vermeidbar wären. Für die Betroffenen
bedeutet der Verlust des Fußes nicht nur einen großen Verlust an
Lebensqualität: Sie haben in der Folge auch ein erhöhtes Sterberisiko.
„Daher ist eine zeitnahe strukturierte Versorgung des Fußes bei Patienten
mit Diabetes unerlässlich.“

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 35.000 Patienten pro Jahr, davon
14.600 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa.

Im Diabeteszentrum des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr.
h.c. Diethelm Tschöpe werden jährlich rund 2.000 Menschen mit allen Typen
des Diabetes mellitus und seinen Folgeerkrankungen behandelt. Zum
Leistungsspektrum gehört auch die Diagnostik und Therapie
endokrinologischer und gastroenterologischer Erkrankungen. Ein besonderer
Schwerpunkt ist die kardiovaskuläre Risikoabschätzung und Behandlung von
Herz- und Gefäßerkrankungen im integrierten Versorgungskonzept. Zudem ist
das Diabeteszentrum auf die Behandlung von Nervenschäden und
Durchblutungsstörungen spezialisiert, dazu gehört auch die Wundheilung bei
Diabetischem Fußsyndrom.

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Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack mit den HDZ-Spezialisten, die zu den besten in Deutschland zählen  (Foto: Marcel Mompour).  HDZ NRW

Deutschlands beste Ärzte: Neun Auszeichnungen für das HDZ NRW

Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack mit den HDZ-Spezialisten, die zu den besten in Deutschland zählen  (Foto: Marcel Mompour).  HDZ NRW
Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack mit den HDZ-Spezialisten, die zu den besten in Deutschland zählen (Foto: Marcel Mompour). HDZ NRW

Hervorragender Ruf und große Erfahrung: Das Nachrichtenmagazin FOCUS
zeichnet in diesem Jahr neun Spezialisten des Herz- und Diabeteszentrum
NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, in seiner Liste Deutschlands führender
Ärzte aus. Im jährlichen Ranking der besten Mediziner und Krankenhäuser
ist das Spezialklinikum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen seit vielen Jahren regelmäßig aufgeführt.

Das HDZ NRW ist seit 1989 Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
und zählt weltweit zu den bekanntesten Einrichtungen, wenn es um die
Versorgung herz- und diabeteskranker Menschen geht. Herzchirurg Prof. Dr.
Jan Gummert, Diabetologe und Endokrinologe Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm
Tschöpe, Dr. Siegfried Eckert als Kardiologe und Bluthochdruckexperte, der
Leiter des Departments für Fetale Kardiologie am HDZ-Kinderherzzentrum,
Dr. Johannes Steinhard, sowie die Klinikdirektoren Prof. Dr. Volker
Rudolph (Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie), Prof.
Dr. Philipp Sommer (Elektrophysiologie/Rhythmologie) und Dr. Eugen Sandica
(Kinderherzchirurgie/Chirurgie angeborener Herzfehler) haben die
Auszeichnung schon im Vorjahr erhalten. Neu aufgenommen wurden Oberarzt
Dr. Klaus-Peter Mellwig als Kardiologe und Spezialist zur Behandlung von
Fettstoffwechselstörungen und Prof. Dr. Wolfgang Burchert, Direktor des
Instituts für Radiologie, Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung am HDZ
NRW. Und eigentlich müssten es noch viel mehr sein, findet
Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack.

„Als große Volkskrankheiten sind Herz- und Diabeteserkrankungen in den
Medien durchgehend präsent“, sagt Dr. Overlack, die es grundsätzlich
richtig findet, dass ein
unabhängiges Rechercheinstitut jährlich eine qualitative Beurteilung
erhebt. „Es ist in der Medizin aber nicht einfach, individuelle
Behandlungsergebnisse und weiche Faktoren wie Fachwissen, große Erfahrung
oder Weiterempfehlungsraten auszuwerten.“

Bei aller Freude um die öffentliche Anerkennung verweisen die Spezialisten
am HDZ NRW daher lieber auf das Engagement und die hervorragende
interdisziplinäre Zusammenarbeit  „Das betrifft sämtliche Ebenen unseres
Klinikums und viele Bereiche, die weniger im Rampenlicht stehen, aber für
die Therapie von größter Bedeutung sind“, betont Prof. Dr. Jan Gummert,
der Ärztliche Direktor des HDZ NRW. Anästhesiologie, Laboratoriums- und
Transfusionsmedizin und die Pflege sollten daher nicht unerwähnt bleiben,
wenn es um die Gesamtbeurteilung einer Einrichtung oder die Einschätzung
einzelner Ärzte gehe. Ein ausgewiesenes Spezialgebiet mit hervorragendem
Ruf sei zudem die Kinderkardiologie am HDZ NRW.

Zum jährlichen Leistungsspektrum des hochmodern ausgestatteten
Gesamtklinikums mit insgesamt 35.000 Patienten zählen 3.600 Eingriffe am
Herzen und den herznahen Gefäßen, 6.000 kathetergestützte Verfahren und
Ablationen, 1.000 Eingriffe im Kinderherz-OP-Saal und
Kinderherzkatheterlabor sowie ein Versorgungsspektrum von rund 2.000
Patienten mit allen Typen des Diabetes mellitus und seinen
Folgeerkrankungen.

Zahlreiche Behandlungsbereiche im Herz- und Diabeteszentrum NRW sind als
Kompetenzeinrichtungen zertifiziert, zum Beispiel für die Behandlung
Erwachsener mit angeborenem Herzfehler, für die Bluthochdruckbehandlung
und die Wundheilung bei Diabetischem Fußsyndrom. Das HDZ NRW zählt
deutschlandweit zu den Kliniken mit den meisten Herzklappenoperationen und
Implantationen von Herzschrittmachern, Defibrillatoren sowie künstlichen
Herzunterstützungssystemen. Die Einrichtung ist bekannt als größtes
Herztransplantationszentrum in Europa.

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Praxistraining im Skills Lab der Hochschule  Florian von Ploetz  EHB

Pflege studieren! Neustart für den Bachelor of Nursing an der EHB

Praxistraining im Skills Lab der Hochschule  Florian von Ploetz  EHB
Praxistraining im Skills Lab der Hochschule Florian von Ploetz EHB

Mit dem kommenden Wintersemester 2020/2021 wird an der Evangelischen
Hochschule Berlin (EHB) der etablierte Studiengang „Bachelor of Nursing“
in neustrukturierter Form als generalistisches Pflegestudium angeboten. 40
Studienplätze können besetzt werden und bieten Interessierten im
praxisbezogenen Studium einen regulären Weg in den Pflegeberuf. Das
Bewerbungsportal der EHB ist ab sofort bis zum 20.August auf der Webseite
der EHB geöffnet.

Bereits seit 2004 kann man an der EHB Pflege studieren. Deutschlandweit
war die Hochschule die erste mit einem akademischen Pflegestudium, das
gleichzeitig den berufsqualifizierenden Abschluss für die Gesundheits- und
Krankenpflege beinhaltete. Fast 300 Ehemalige mit dem Abschluss „Bachelor
of Science“ sind seither erfolgreich in verschiedensten Pflege- und
Gesundheitseinrichtungen als reflektierende und wissenschaftlich
ausgebildete Praktiker*innen tätig. Die Umstellung des Studiengangs auf
das neue primärqualifizierende, generalistische Pflegestudium erfolgte
nach der bundesweiten Reform durch das Pflegeberufegesetz. Das Studium
bereitet auf die Berufstätigkeit in vielfältigen Arbeitsfeldern der
ambulanten und stationären Akut- und Langzeitpflege vor.

Die EHB kann hier auf langjährige Erfahrung und Kompetenz in der
wissenschaftlichen und praxisorientierten Lehre und Forschung bauen.
„Unsere Studierende erwerben in diesem Studiengang die Kompetenzen für
eine wissenschaftlich begründete Pflege von Menschen aller Altersstufen.
Hierbei liegt eine besondere Stärke in den vielfältigen Angeboten der
Vernetzung von Hochschule und Berufspraxis“, sagt Prof. Dr. Anne Bohrer,
eine der beiden Studiengangsleiterinnen. „Pflege-Expert*innen aus der
Berufspraxis sind in die Lehre und die Praxistrainings an der Hochschule
eingebunden und unterstützen, ebenso wie die klinisch erfahrenen
Dozent*innen, in einem interprofessionellen Team der Hochschule die
optimale Vorbereitung auf die im Studium integrierten Praxismodule.“

Die Pflegestudierenden profitieren auch von der internationalen
Ausrichtung des Studiengangs, beispielsweise durch die langjährige
Mitgliedschaft in zwei internationalen Netzwerken, dem European Network of
Nursing in Higher Education (ENNE) und dem Florence Network. Dort haben
sie die Gelegenheit, an den jährlichen Netzwerkwochen teilzunehmen. „Auch
Studienaufenthalte im Ausland werden aktiv unterstützt“, so Prof. Dr.
Erika Feldhaus-Plumin, Professorin für Gesundheits- und
Sozialwissenschaften und zweite Studiengangsleitung. „Darüber hinaus
können sie sich an verschiedenen (Forschungs-) Projekten der Hochschule
beteiligen und so den Wissenstransfer zwischen Hochschule und
Einrichtungen in der Praxis mitgestalten.“

Die hauptamtlich Lehrenden und Praxistrainer*innen weisen eine langjährige
Erfahrung in Pflege, Pflegewissenschaft und Bezugswissenschaften wie der
Medizin auf und sind gut vernetzt. So sind für Studierende gemeinsame
Bachelorarbeiten mit Kooperationspartner*innen zu vielfältigen
praxisrelevanten Themen möglich. Die Studierenden werden zudem in laufende
Forschungsprojekte als studentische Mitarbeiter*innen oder im Rahmen von
Bachelorarbeiten eingebunden. In den vergangenen Jahren gehörten BoN-
Absolvent*innen mehrfach zu den Gewinnern*innen des EHB-Hochschulpreises
und konnten auch außerhochschulisch überzeugen. So unter anderem beim 3.
FachPFLGEsymposium in Heidelberg, als die Absolventinnen Marlen-Charlot
Breitkreutz und Clarissa Schweizer mit dem „Pflegewissenschaftlichen Preis
der Deutschen Stiftung Organspende“ ausgezeichnet wurden.

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Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Deutsches Gesundheitsportal Portal

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor. Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von Menschen testen. Zellbiolog*innen der Universität Bielefeld haben nun mit mehreren Kooperationspartnern in einer Studie ein Verfahren entwickelt, das rund zehnmal schneller ein Ergebnis liefert. „Der Test dauert nur rund 16 Minuten“, sagt Professor Dr. Christian Kaltschmidt vom Lehrstuhl für Zellbiologie der Universität Bielefeld. „Die Methode ist zudem günstiger als die herkömmlichen Tests.“

Weltweit sind inzwischen mehr als zehn Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Einen wirksamen Impfstoff oder eine Therapie gegen SARS-CoV-2 gibt es bislang nicht. Hinzu kommt: Nicht jede infizierte Person entwickelt auch Symptome. Die wirksamste Methode, um die Verbreitung einzudämmen, sind im Moment deshalb Tests: Wer sich infiziert hat, wird isoliert und verbreitet das Virus nicht.Das gängigste Verfahren, um zu testen, ob sich jemand mit SARS-CoV-2 infiziert hat, sind sogenannte PCR-Tests. Sie nutzen das genetische Material des Virus als Grundlage. Das haben auch die Bielefelder Wissenschaftler*innen in ihrer Studie gemacht. PCR-Tests laufen immer nach einem ähnlichen Schema ab. Zunächst wird genetisches Material einer Testperson benötigt. Dies wird in der Regel durch einen Abstrich im Mund-, Nasen- oder Rachenraum gewonnen. „Wenn ein Mensch sich mit SARS-CoV-2 angesteckt hat, dann ist in der Probe auch genetisches Material des Virus enthalten, das als sogenannte RNA vorliegt“, sagt Kaltschmidt. Die RNA-Moleküle werden in einem chemischen Verfahren isoliert. Allerdings ist danach zu wenig RNA enthalten, als dass ein Test sie sofort nachweisen könnte. Deshalb muss sie vervielfältigt werden.

Methode spart nicht nur Zeit, sondern auch Aufwand

Das geschieht bei einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion, die dem PCR-Verfahren seinen Namen gegeben hat (Polymerase Chain-Reaction). Sie läuft in einem Gerät ab, das sich Thermocycler nennt. Es fährt die Temperatur nach einem vorher festgelegten Programm hoch und wieder herunter. In Kombination mit bestimmten Zusatzstoffen, einem Enzym mit Kopierfunktion und Stabilität bei hoher Temperatur vervielfältigt sich dadurch das genetische Material, bis so viel vorhanden ist, dass sich damit SARS-CoV-2 nachweisen lässt – sofern jemand infiziert ist.

Die Bielefelder Forschenden haben bei ihrem Verfahren einen speziellen Thermocycler eingesetzt – den NEXTGENPCR. Durch das besondere Design, das mehrere Temperaturzonen umfasst, laufen die Reaktionen in dem Gerät besonders effektiv und vollautomatisch ab. „Beim Vorgehen haben wir uns am sogenannten Drosten-Protokoll der Berliner Charité und am Protokoll des Centers of Disease Control and Prevention in Atlanta orientiert“, sagt Kaltschmidt. Das sind Standards für Tests auf SARS-CoV-2. Die Forschenden konnten mir ihrer Methode die Ergebnisse herkömmlicher PCR-Tests wiederholen – nur in deutlich kürzerer Zeit und mit weniger Aufwand.

Spezialgerät kann stündlich 570 Tests analysieren

Entwickelt hat den Thermocycler das niederländische Unternehmen Molecular Biology Systems B.V. Für die Tests auf das Coronavirus schrieben die Entwickler eine Software, die sowohl die benötigte Zeit als auch die Arbeitsschritte verringert. „Wir haben dazu sehr viele positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Gert de Vos, Gründer und Geschäftsführer von Molecular Biology Systems. Das Gerät kann mehrere Proben parallel analysieren – damit sind mit einem einzigen Thermocycler pro Stunde rund 570 Auswertungen möglich. Molecular Biology Systems arbeitet inzwischen mit Regierungen und privaten Laboren in den USA, Europa, dem mittleren Osten und Afrika zusammen.Kaltschmidt sieht viele Vorteile in dem neuen Verfahren. So könnte ein solcher Test vor allem dort zum Einsatz kommen, wo schnelle Ergebnisse gefragt sind. „Wenn beispielsweise Kreuzfahrtschiffe ihren Betrieb wieder aufnehmen, könnten sie in kurzer Zeit jede Person testen, bevor sie an Bord geht.“

Beteiligt an der Studie waren zudem das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen, die Arbeitsgruppe molekulare Neurobiologie der Universität Bielefeld, das Evangelische Klinikum Bethel sowie der Forschungsverbund Biomedizin Bielefeld OWL e.V.

Originalveröffentlichung:

Ehsan Asghari, Anna Höving, Paula van Heijningen, Annika Kiel, Angela Kralemann-Köhler, Melanie Lütkemeyer, Jonathan Storm, Tanja Vollmer, Cornelius Knabbe, Barbara Kaltschmidt, Gert de Vos, Christian Kaltschmidt: Ultra-fast one-step RT-PCR protocol for the detection of SARS-CoV-2, https://doi.org/10.1101/2020.06.25.20137398, veröffentlicht am 26. Juni 2020.

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