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Gesundheit

Diskret und komfortabel - im Projekt »MOND« wird ein mobiles Neurosensorsystem entwickelt, das in Alltagssituationen epileptische Anfälle erkennen und dokumentieren soll.  Fraunhofer IDMT / Hannes Kalter

Mobiles EEG zur Detektion epileptischer Anfälle im Alltag

Diskret und komfortabel - im Projekt »MOND« wird ein mobiles Neurosensorsystem entwickelt, das in Alltagssituationen epileptische Anfälle erkennen und dokumentieren soll.  Fraunhofer IDMT / Hannes Kalter
Diskret und komfortabel - im Projekt »MOND« wird ein mobiles Neurosensorsystem entwickelt, das in Alltagssituationen epileptische Anfälle erkennen und dokumentieren soll. Fraunhofer IDMT / Hannes Kalter

Eine Epilepsie-Erkrankung kann in Form, Ursache und Ausprägung stark
variieren. Zur Auswahl einer passgenauen Therapie ist es daher sehr
wichtig, das individuelle Krankheitsbild genau zu kennen. Bislang sind
Ärztinnen und Ärzte bei der Einschätzung der Anfallsfrequenz auf
Schilderungen von Betroffenen und von Bezugspersonen angewiesen. Die
Angaben sind jedoch oftmals unvollständig, da Anfälle nicht immer bewusst
wahrgenommen werden. An einer Lösung wird innerhalb des Projekts »MOND«
gearbeitet: Ein alltagstaugliches, mobiles Neurosensorsystem soll
automatisch epileptische Anfälle erkennen und für die ärztliche Anamnese
sowie zur Optimierung der Patientensicherheit dokumentieren.

Der eingängige Projekttitel »MOND« steht für die klare Zielsetzung des im
April 2020 gestarteten Vorhabens: Die konzeptionelle Entwicklung eines
»Mobilen, smarten Neurosensorsystems für die Detektion und Dokumentation
epileptischer Anfälle im Alltag«. Ein umfassend dokumentiertes
Krankheitsbild von Epilepsie-Patientinnen und -Patienten wäre ein
weitreichender Erfolg, da dieses eine passgenaue Diagnose und Therapie
ermöglichen würde. »Die Betroffenen selbst schätzen jedoch die
Anfallshäufigkeit und -stärke oftmals falsch ein. Das kann
unterschiedliche Ursachen haben. Die Symptome lassen sich nicht immer
eindeutig zuordnen oder sie bleiben unbemerkt, wie z.B. im Schlaf. Wir
schätzen, dass nur maximal die Hälfte der Anfälle bewusst wahrgenommen
wird«, erklärt Prof. Dr. Rainer Surges, Direktor der Klinik und Poliklinik
für Epileptologie am Universitätsklinikum Bonn.

Bisweilen ist eine automatische, mobile Dokumentation epileptischer
Anfälle außerhalb des Krankenhauses nicht zuverlässig möglich. Ein solcher
Ansatz würde jedoch vorhandene Lücken im Patientenbericht und in der
Einschätzung des Therapieerfolgs schließen. Durch die Auswertung eines
mobil erfassten Elektroenzephalogramms (EEG), also der elektrischen
Aktivitäten des Gehirns, geht das »MOND«-Projektkonsortium neue,
vielversprechende Wege. Diese sind aber auch mit großen Herausforderungen
verbunden. Das EEG-Signal selbst und seine Interpretation sind komplex.
Jegliche Muskel- und Bewegungsaktivität (Augenbewegung, Sprechen, Gehen)
erzeugt starke Signalstörungen oder Verfälschungen von Messergebnissen.
Diesen sogenannten »Artefakten« will man im Projekt mit Methoden der
künstlichen Intelligenz begegnen.

Ohrnahe Sensorik sorgt für Alltagstauglichkeit

Darüber hinaus gilt es ein System zu entwickeln, das möglichst unauffällig
und gleichzeitig mit hohem Komfort im Alltag getragen werden kann. Dr.
Insa Wolf, Gruppenleiterin Mobile Neurotechnologien am Fraunhofer IDMT,
erklärt: »Wir planen eine Datenerfassung mit einer am Ohr getragenen,
mobilen Aufnahme-Einheit für EEG- und weitere Biosignale. Zwei
verschiedene EEG-Systeme - eines im Ohr, das andere als flexible
Klebeelektrode hinter dem Ohr - werden miteinander bezüglich
Leistungsfähigkeit und Tragekomfort verglichen. Gerade durch die EEG-Daten
erhoffen wir uns eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Detektion
epileptischer Anfälle.« Das Projekt baut auf den Arbeiten und
Erkenntnissen des BMBF-geförderten Projekts »EPItect« auf, in welchem
einige Mitglieder des Konsortiums bereits aktiv waren
(Universitätsklinikum Bonn, Cosinuss GmbH, Fraunhofer ISST).

Forschen im Verbund zum Nutzen der Patienten

Im Projekt »MOND« haben sich Experten aus der Technologie-Entwicklung und
der klinischen Praxis zusammengetan. Ein wesentlicher Ausgangspunkt der
Arbeiten ist ein Im-Ohr-Sensor der Cosinuss GmbH, welcher die
Vitalparameter Herzrate, Körpertemperatur, Sauerstoffsättigung und
Atemrate kontinuierlich misst und nun durch die Komponente der EEG-
Erfassung erweitert wird. Das Fraunhofer IDMT und die Universität
Oldenburg bringen sowohl methodische Expertise als auch weitreichende
Erfahrungen in den Bereichen Neurotechnologie, der Muster-Erkennung und
des Machine Learning ein. Die hinter dem Ohr klebenden Elektroden
(»cEEGrids«), die als zusätzliche EEG-Sensorik im Projekt eingesetzt
werden, sind ebenfalls eine Entwicklung der Universität Oldenburg. Darüber
hinaus setzt die HörTech gGmbH den Fokus auf die frühe Einbindung der
Nutzer und den Tragekomfort des Systems. Die Planung und Umsetzung der
patientennahen Projektstudien erfolgt gemeinsam mit dem
Universitätsklinikum Marburg unter der Führung des Universitätsklinikums
Bonn. Die Integration der neuen sensorbasierten Technologien in die
bestehende Systemlandschaft, die Telematikinfrastruktur sowie in den
Versorgungsprozess haben darüber hinaus das Fraunhofer ISST und das
Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der
Universität Bayreuth im Blick. Das IMG ist im Projekt außerdem für die
gesundheitsökonomische Bewertung zuständig.

Für das Fraunhofer IDMT hat das Projekt »MOND« zudem eine besondere
Bedeutung. Dr. Jens-E. Appell, Abteilungsleiter des Institutsteils Hör-,
Sprach- und Audiotechnologie in Oldenburg, erklärt: »Die Entwicklung und
Anwendung mobiler Neurotechnologie ist für uns gemeinsam mit der
Universität ein zentrales Forschungsthema, welches auf unserem Weg zu
einem eigenständigen Fraunhofer-Institut in Oldenburg von großer Bedeutung
ist. Umso mehr freut es uns, dass wir unser Know-how im Projekt »MOND« mit
exzellenten Forschungs , Entwicklungs- und Anwendungspartnern bündeln
können und gemeinsam an einer Verbesserung der Situation von
Epilepsiepatientinnen und -patienten arbeiten dürfen.«

Förderinformation: Das Projekt »MOND« wird gefördert durch das
Bundesministerium für Gesundheit BMG im Rahmen des Förderschwerpunkts
»Digitale Innovationen für die Verbesserung der patientenzentrierten
Versorgung im Gesundheitswesen, Smarte Sensorik«

Koordiniert wird das Projekt durch das Fraunhofer-Institut für Digitale
Medientechnologie IDMT, Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie
in Oldenburg.


Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA am Fraunhofer-Institut für Digitale
Medientechnologie IDMT in Oldenburg

Ziel des Institutsteils Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA des
Fraunhofer IDMT ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über die
Hörwahrnehmung und Mensch-Technik-Interaktionen in technologischen
Anwendungen umzusetzen. Schwerpunkte der angewandten Forschung sind die
Verbesserung von Klang und Sprachverständlichkeit, die personalisierte
Audiowiedergabe sowie die akustische Sprach- und Ereigniserkennung mit
Hilfe künstlicher Intelligenz (KI). Einen weiteren Fokus setzt der
Institutsteil auf mobile Neurotechnologien, um auch außerhalb des Labors
Gehirnaktivitäten zu erfassen und die dabei gewonnenen Daten zu nutzen. Zu
den Anwendungsfeldern gehören Consumer Electronics, Verkehr, Automotive,
Produktion, Sicherheit, Telekommunikation und Gesundheit. Über
wissenschaftliche Kooperationen ist das Fraunhofer IDMT-HSA eng mit der
Carl von Ossietzky Universität, der Jade Hochschule und anderen
Einrichtungen der Oldenburger Hörforschung verbunden. Das Fraunhofer IDMT-
HSA ist Partner im Exzellenzcluster »Hearing4all«.
Der Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA wird zur
Überführung in ein eigenes Fraunhofer-Institut für Hör-, Sprach- und
Neurotechnologie gefördert im niedersächsischen Programm »Vorab« durch das
Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Volkswagen Stiftung.

Weitere Informationen auf www.idmt.fraunhofer.de/hsa

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Pilotstudie: Viruzide können das im Mund/Speichel vorhandenen COVID-19-Virus eindämmen

Einige frei verkäufliche Viruzide, die oral eingenommen werden, können offenbar die Ausbreitung des im Mund/Speichel vorhandenen COVID-19-Virus eindämmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Pilotstudie, die an der Universität Chieti-Pescara (Italien) von einem Team unter Leitung der renommierten Wissenschaftler Giovanni Belcaro und Ezio Bombardelli durchgeführt wurde.

Als besonders effektiv erwies sich bei der Untersuchung die pflanzliche Lutschpastille Phytorelief-CC (in Deutschland Phytorelief®), die auch am längsten wirksam war. Das Supplement der Firma AlchemLife™ enthält Granatapfel (als lokales Hauptviruzidal/-antiviral) in Kombination mit Süßholz, Ingwer und Kurkuma. Im Rahmen der Pilotstudie wurden 39 COVID-19-Patienten, die positiv getestet, aber asymptomatisch waren, viermal täglich pflanzliche, synthetische bzw. chemische Viruzide verabreicht.  

Besonderes Augenmerk wurde dabei neben Sicherheits- und Hygienekriterien auf eine normale Mundhygiene gelegt, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich während der dreitägigen Testphase auf den Mund- und Rachenraum, den sie in der Pilotstudie als den Inkubator bezeichnen, in dem sich die Viren vermehren, bis sie solch eine hohe Viruslast erreicht haben, dass sie sich in die Zielorgane ausbreiten (Trachea, Bronchialbaum und Lunge). Sie schreiben zudem, dass unter Umständen auch die Speicheldrüsen das Virus enthalten und als sogenannter zweiter Inkubator fungieren könnten, was mit „Super-Spreading“ in Verbindung gebracht werden könne. 

Nach Auswertung der Ergebnisse zeigte sich, dass die Anwendung der insgesamt in die Pilotstudie einbezogenen fünf Viruzide in den meisten Fällen zu einer deutlichen Reduktion des Virus führte. Das Produkt Phytorelief® hatte die längste viruzidale Wirkung (über drei Stunden) aufgrund der verlangsamten Freisetzung der Inhaltsstoffe durch die Verabreichung als Lutschpastille. Der Prozentsatz der positiven Mundtests lag nach dem dreitägigen Einsatz von Phytorelief® nur noch bei 9,08 Prozent. 

Insgesamt kommt das Wissenschaftsteam zu dem Ergebnis, dass die beim Test gemachten Beobachtungen auf eine deutliche Wirkung der Viruzide bei infizierten Mündern durch ein einfaches, kostengünstiges Modell hinweisen. Für die Allgemeinheit könnten die Viruzide nach Einschätzung der Wissenschaftler zur Begrenzung der Ausbreitung des Virus von Nutzen sein.

Auch der unabhängige Sachverständige und Gutachter Dr. Martin Müller findet die Ergebnisse der Pilotstudie interessant und erläutert: „Bei dem Präparat handelt es sich aufgrund der wertgebenden drei Pflanzenextrakte, die ihre Wirkung offenbar direkt auf den Schleimhäuten des Hals-Nasen-Rachen-Raums entfalten, um kein typisches Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere auch um kein sogenanntes ,Fake-Supplement‘, vor denen jetzt in Corona-Zeiten oft gewarnt wird.“ Er empfiehlt, den antiviralen Effekt durch weitere wissenschaftliche Arbeiten zu bestätigen und näher zu untersuchen. Abhängig von den Ergebnissen erscheint für Dr. Martin Müller eine EU-weite Zulassung als Medizinprodukt mit der Zweckbestimmung „antiviral aktiver Mund-Nasen-Schutz von Innen“ als diskutierbar. 

Bei AlchemLife™ nimmt man das Ergebnis der Pilotstudie, die im Journal „Medical & Clinical Research“ veröffentlicht wurde, zum Anlass, das Viruskiller-Potenzial von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln in dieser Richtung weiter zu erforschen. Zurzeit läuft bereits in Spanien eine größere COVID-19-Studie, die einen Untersuchungszeitraum von drei Monaten vorsieht, um diesen medizinischen Ansatz intensiver überprüfen zu können.

Insgesamt will das global agierende Unternehmen, das über eine 85-jährige Expertise und weltweite Erfahrungen in der PhytoAdvance™-Technologie verfügt, untersuchen, ob die Inhaltsstoffe des Supplements quasi wie eine „Maske im Mund“ gegen Corona-Viren wirken könnten, indem eine mechanische Barriere aufgebaut wird, die das Eindringen der Corona-Viren in potenzielle Wirtszellen im Mund- und Rachenraum verhindern kann. 

Mit weiteren Ergebnissen der momentan laufenden Studie wird in etwa vier bis fünf Monaten gerechnet.

Link zur Pilotstudie: 

https://medclinres.org/pdfs/2020/virucidals-control-the-presence-of-covid-in-mouth-saliva-mcr-20.pdf

 

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Deutsche Leberstiftung zum Welt-Hepatitis-Tag: Früherkennung ist bei Virushepatitis wichtig

„Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“ lautet auch in diesem Jahr
das Motto, das im Rahmen einer dreijährigen Kampagne der World Hepatitis
Alliance (WHA) die Forderungen des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli 2020
fokussiert. Abhängig vom Virustyp unterscheidet man derzeit Hepatitis A,
B, C, D und E. Hepatitis-Viren rufen unterschiedlich schwere
Leberentzündungen hervor, die spontan ausheilen oder wie bei den
Hepatitiden B, C, D und E chronische Verläufe nehmen können. Anlässlich
des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages informiert die Deutsche
Leberstiftung über Risiken und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-
Virusinfektionen und betont die Wichtigkeit der Früherkennung.

Hepatitis-Viren sind auf der ganzen Welt verbreitet. Virushepatitiden –
durch Viren verursachte Leberentzündungen – zählen zu den bedeutendsten
Infektionskrankheiten. Man unterscheidet derzeit Hepatitis A, B, C, D und
E. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte im Juli 2019
aktualisierte Daten, die zeigen, dass in Deutschland die Zahlen zu allen
fünf Virustypen in den vergangenen Jahren angestiegen sind.

Infektionen mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) und dem Hepatitis C-Virus
(HCV) können chronische Leberentzündungen und im weiteren Verlauf auch
Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) verursachen. Nach
Schätzungen der WHO leben weltweit circa 257 Millionen Menschen mit einer
Hepatitis B-Virusinfektion und circa 71 Millionen mit einer Hepatitis
C-Virusinfektion – und die meisten der infizierten Menschen wissen nichts
von ihrer Erkrankung. Auch für Deutschland geht die WHO von hohen Zahlen
aus: etwa 250.000 Menschen sollen mit dem Hepatitis C-Virus und circa
200.000 bis 400.000 Menschen mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sein.

Im Jahr 2016 hat die WHO das Ziel vorgegeben, Hepatitis B und C bis 2030
weltweit zu eliminieren. Auch die deutsche Bundesregierung hat sich 2016
zu einer strategischen Neuausrichtung verpflichtet und beschloss die
Strategie „BIS 2030“ – zur „Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und
anderen sexuell übertragbaren Infektionen“. Theoretisch könnte das
angestrebte Ziel einer Eliminierung von Hepatitis B und C erreicht werden:
Als Therapie gegen eine chronische Hepatitis B können wirksame Medikamente
verordnet werden, mit denen bei fast jedem Patienten eine Viruskontrolle
erreicht werden kann. Eine Impfung, die von der WHO seit 1992 empfohlen
wird, schützt vor Hepatitis B – und gleichzeitig auch vor Hepatitis D
(delta), da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen
kann. Eine Impfung gegen das Hepatitis C-Virus existiert zwar nicht, aber
seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung der
chronischen Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus
des Virus eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents)
und mit denen die chronische Hepatitis C bei fast allen Patienten in
kurzer Zeit und nahezu nebenwirkungsfrei geheilt werden kann.

Doch trotz der vorhandenen Therapie- und Schutzmöglichkeiten lassen die
aktuellen Zahlen die WHO daran zweifeln, dass Deutschland das
Eliminierungsziel erreichen wird. Damit die erfolgreichen Therapien
eingesetzt werden können, ist eine Identifizierung der Betroffenen
notwendig. „Solange die Infizierten nichts von ihrer Erkrankung wissen,
können sie nicht behandelt werden. Daher ist die Identifizierung von
Erkrankten eine wichtige Voraussetzung für die Elimination der Hepatitis B
und C“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung,
Professor Dr. Michael P. Manns.

Auch für die Hepatitis delta, die Virushepatitis mit dem schwerwiegendsten
Verlauf, besteht eine neue, bahnbrechende Behandlungsmöglichkeit. Nach
vielversprechenden Ergebnissen einer 2019 veröffentlichten Phase 2b-Studie
mit Bulevirtide (Myrcludex B), einem Eintrittshemmer für das Hepatitis B-
und D-Virus, wird eine Zulassung des Medikaments in Kürze erwartet. Mit
dieser Therapie kann bei fast allen Patienten eine deutliche Reduktion der
HDV-Viruslast erreicht werden, was zu einer Verringerung der
Leberentzündung führt.

„Wir haben in den letzten Jahren in der Therapie der verschiedenen
Virushepatitiden viel erreicht. Nun müssen wir gemeinsam dafür sorgen,
dass diese positiven Entwicklungen auch allen Betroffenen zugutekommen.
Hier ist auch die Politik gefordert“, betont Professor Dr. Michael P.
Manns die Bedeutung der Früherkennung.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Videoclip  Kurzsichtigkeit c  PRO RETINA

Zwei Stunden im Freien schützen Sehkraft von Kindern - Videoclip „Kurzsichtigkeit - (K)eine Gefahr für das Augenlicht?!“ zeigt Risiken und Chancen auf

Videoclip  Kurzsichtigkeit c  PRO RETINA
Videoclip Kurzsichtigkeit c PRO RETINA

Viel Zeit draußen zu verbringen, hilft Kindern und Jugendlichen gegen Kurzsichtigkeit. Das ist eine der wichtigen Botschaften, die ein Videoclip von PRO RETINA Deutschland vermitteln möchte. Er ist Teil einer in diesem Jahr angestoßenen Präventionskampagne der Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen zur Verhinderung von Sehverlust durch krankhafte Kurzsichtigkeit (pathologische Myopie). Schirmherren der Kampagne sind die renommierten Experten Prof. Dr. med. Wolf Alexander Lagrèze (Freiburg), Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel und Prof. Dr. med. Focke Ziemssen (Tübingen). 

Auch, wenn sich eine bestehende Kurzsichtigkeit nicht umkehren lässt, kann ihr Fortschreiten in eine krankhafte Form (pathologische Myopie) gebremst werden. Menschen, die davon betroffenen sind, können im Erwachsenenalter oft nicht mehr selbst Auto fahren oder haben Schwierigkeiten beim Lesen. Einigen droht sogar Blindheit im gesetzlichen Sinne. Prof. Dr. med. Wolf Lagrèze, Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, empfiehlt vorbeugend für Kinder und Jugendliche, sich zwei Stunden am Tag draußen zu bewegen oder zu spielen. Das Risiko einer zunehmenden Kurzsichtigkeit kann so erheblich erniedrigt werden, sagt Prof. Focke Ziemssen, Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen. „Mit dieser Risikoreduktion kann auch die Zahl stark kurzsichtiger Menschen, also jener mit mehr als sechs Dioptrien, deutlich verringert werden“, ergänzt Prof. Frank Schaeffel, Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen.

Doris S. war seit ihrer Kindheit kurzsichtig, auch bei Ruth. F. wurden Brillengläser von Jahr zu Jahr immer dicker. Bereits im jungen Erwachsenenalter haben beide Frauen dann eine pathologische Myopie entwickelt. Sie berichten im neuen Myopie-Kurzfilm der PRO RETINA Deutschland über die Folgen des gravierenden Sehverlustes. Beide Frauen sind Mitglieder der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA und engagieren sich in der öffentlichen Präventionskampagne, die auf die häufig unterschätzten Gefahren einer Kurzsichtigkeit aufmerksam machen möchte. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, mit Seheinschränkungen zu leben und möchte jungen Menschen späteren Sehverlust ersparen“, so Ruth Forschbach, Leiterin des Arbeitskreises pathologische Myopie bei Pro Retina und Initiatorin der Kampagne.

Heute ist wissenschaftlich belegt, dass Kurzsichtigkeit keineswegs krankhaft werden muss. Verantwortlich für Kurzsichtigkeit, so Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel, ist die Tatsache, dass vor allem mit Einritt in das Schulalter das Auge oft beginnt, zu schnell zu wachsen, weil Kinder viel häufiger und länger im Nahsichtbereich arbeiten. Augenexperten wie er empfehlen deshalb dringend, für gute Beleuchtung beim Lesen oder bei der Computerarbeit sowie für regelmäßige Pausen zu sorgen. Zu empfehlen sei die aus Taiwan stammende sogenannte 30/10 Regel. Sie besagt, die Naharbeit nach einer halben Stunde für jeweils zehn Minuten zu unterbrechen. Außerdem sollte ein Lese-/Arbeitsabstand von mindestens 30 Zentimeter eingehalten werden. Als geeignete Gegenmaßnahmen sind auch Spielzeiten draußen wissenschaftlich belegt.

Der PRO RETINA-Videoclip „Kurzsichtigkeit -(K)eine Gefahr für das Augenlicht?!“ stellt noch weitere bewährte Wege der Augenheilkunde vor, wie einer krankhaften Kurzsichtigkeit effektiv vorgebeugt werden kann. Je früher man Maßnahmen im Elternhaus, in Kindergarten und Schule ergreift, umso wirksamer sind sie.

Zu sehen ist der vollständige Clip auf der Kampagnenseite. 

PRO RETINA Deutschland stellt flankierend Informationsmaterial zur krankhaften Kurzsichtigkeit (pathologische Myopie) für Familien, Fachleute und Interessierte zur Verfügung, entweder zu bestellen unter (0228) 227 217-0 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Sie haben Fragen? Wenden Sie sich auch gern an den Arbeitskreis pathologische Myopie unter Leitung von Ruth Forschbach, Kontakt unter Tel. (02 23 4) 61 15 0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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