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Gesundheit

Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Direktor der I. Med. Klinik, Universitätsklinikum Augsburg

Ohnmacht: Warnhinweis besonders für Herzpatienten Kurze Bewusstlosigkeit (Synkope) kann Anzeichen für gefährliche Herzrhythmusstörungen sein

Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Direktor der I. Med. Klinik, Universitätsklinikum Augsburg
Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Direktor der I. Med. Klinik, Universitätsklinikum Augsburg

Die Umgebung verschwimmt, Geräusche verschwinden wie hinter Watte, und
Augenblicke später kommt es zu Bewusstlosigkeit: Eine plötzliche Ohnmacht
kann auch gesunde Menschen treffen. Viele Ohnmachten haben harmlose
Ursachen wie Kreislaufregulationsstörungen und sind unangenehm,
beeinträchtigen die Lebenserwartung jedoch nicht. Insbesondere
Herzpatienten sollten aber solche Synkopen, wie die vorübergehende
Ohnmacht medizinisch genannt wird, immer ärztlich abklären lassen. Denn
dahinter können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen stecken. „Man muss
wissen, dass eine Ohnmacht erstes Anzeichen eines drohenden plötzlichen
Herztods sein kann. Daher sollte der Patient unbedingt einen
spezialisierten Arzt aufsuchen, der ihn gründlich untersucht, ob ein
Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen vorliegt, die einen Herz-
Kreislauf-Stillstand auslösen können“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med.
Wolfgang von Scheidt vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen
Herzstiftung. Je nach Befund kann die Implantation eines
Herzschrittmachers (z. B. bei langsamen Herzrhythmusstörungen) oder eines
Defibrillators (bei „bösartigen“, schnellen Rhythmusstörungen der
Herzkammer) notwendig sein. Über mögliche Ursachen, die Entstehung und
Folgen von Synkopen informiert der Experten-Beitrag “Kurzzeitig der Welt
entrückt”, der über <https://www.herzstiftung.de/Beitrag-HERZ-heute>
heruntergeladen werden kann. Der Artikel ist der aktuellen Ausgabe der
Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute entnommen, die als Probeexemplar
telefonisch über 069 955128-400 oder per E-Mail an
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> angefordert werden kann.

Synkopen: Wann harmlos, wann bedenklich?
Für unsere Hirntätigkeit – und damit unser Bewusstsein – ist es
erforderlich, dass das Gehirn kontinuierlich durchblutet und somit mit
Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Fällt der Blutdruck etwa beim
systolischen (oberen) Wert unter 70 mmHg, wird das Gehirn nicht mehr
ausreichend durchblutet, wir werden ohnmächtig. Häufig steckt eine
Fehlregulation des Kreislaufs dahinter. Bei Menschen, die zu Synkopen
neigen, stellen sich die Blutgefäße plötzlich weit, sodass der Blutdruck
abfällt und das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Mögliche
Auslöser sind langes Stehen, Hitze oder auch der Aufenthalt in stickigen
Räumen. Solche „Reflexsynkopen“ treten häufig bei jungen, herzgesunden
Menschen auf und gelten als harmlos. „Bedenklicher sind Synkopen, die
durch eine Schädigung des Nervensystems, beispielsweise bei Diabetes
Mellitus oder Nierenfunktionsstörungen, entstehen“, warnt der Direktor der
I. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg. „In diesen
Fällen muss der Arzt die Ursache abklären und gegebenenfalls die
Medikation anpassen.“

Herzerkrankungen als Ursache von Synkopen
Als besonders gefährlich gelten Synkopen, die durch Funktionsstörungen des
Herzens ausgelöst werden. Herzpatienten sollten eine vorübergehende
Ohnmacht daher unbedingt ärztlich abklären lassen. „Die Frage, ob einer
Synkope eine Erkrankung des Herzens zugrunde liegt, wird typischerweise
mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens geklärt“, sagt von Scheidt.
Damit lasse sich eine Herzmuskelschwäche, erlittene Herzinfarkte,
Klappenfehler oder auch ein Lungenhochdruck rasch erkennen, so der
Kardiologe. Liegen der Synkope hingegen Herzrhythmusstörungen zugrunde,
helfen ein Langzeit-EKG oder ein Ereignisrekorder, die Störung zu
erkennen. Insbesondere die Kammertachykardie, bei der sich die Herzkammern
viel zu schnell zusammenziehen und so eine normale Versorgung des
Kreislaufs verhindern, ist unmittelbar lebensbedrohlich. Angehörige von
Herzpatienten sollten daher umgehend die 112 wählen und gegebenenfalls mit
der Wiederbelebung beginnen, falls der oder die Betroffene nicht
kurzfristig aus der Ohnmacht erwacht. Infos zur Laien-Wiederbelebung: in
Zeiten der Corona-Krise unter: <https://www.herzstiftung.de/reanimation-
in-coronazeiten.html
>  Wird die Herzrhythmusstörung als Ursache der
Bewusstlosigkeit erkannt, setzen Ärzte den Betroffenen meist einen
Defibrillator ein. Dieser erkennt lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen
und kann im Ernstfall durch die Abgabe eines Elektroschocks den Herzschlag
normalisieren.
Auch bei langsamen Herzrhythmusstörungen können Synkopen neben
Schwindelattacken und einer verminderten Leistungsfähigkeit auftreten. Die
Beschwerden führen deutlich seltener zum plötzlichen Herztod und lassen
sich durch einen Herzschrittmacher beseitigen. Von einem langsamen
Herzschlag spricht man, wenn der Puls bei unter 40 Schlägen pro Minute
liegt. Das muss nicht krankhaft sein. Leistungssportler haben infolge
ihres körperlichen Trainings einen niedrigen Puls. Der niedrige Puls kann
aber auch durch Medikamente oder durch kurzfristig heilbare Erkrankungen
(z. B. Schilddrüsenunterfunktion) verursacht sein.

SYNKOPE: DIE MEDIZINISCHE DEFINITION
Unter einer „Synkope“, einer kurzfristigen Ohnmacht, versteht man einen
plötzlich
oder rasch eintretenden, nur kurz anhaltenden und von selbst wieder
aufhörenden
Verlust des Bewusstseins aufgrund einer zeitweiligen Minderdurchblutung
des Gehirns.
Dies geht einher mit einem Verlust der Körperhaltung, etwa einem
Hinstürzen
aus dem Stehen oder Zusammensacken in sitzender Ausgangsposition. Der Arzt
muss eine Synkope von anderen Ursachen eines kurzfristigen
Bewusstseinsverlusts
abgrenzen, beispielsweise von einem epileptischen Anfall oder Unterzucker.
Ebenso
muss er klären, ob es sich tatsächlich um einen kurzen Bewusstseinsverlust
gehandelt
hat oder lediglich um einen Sturz ohne Verlust des Bewusstseins.

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DGTHG: Zertifikat „Invasive Therapie der Herz- und Lungeninsuffizienz“ Zertifikat „Invasive Therapie der Herz- und Lungeninsuffizienz“

Herz- und/oder Lungenunterstützungssysteme dienen als komplexe
Therapieverfahren, um schwerstkranke Patienten mit terminaler oder
chronischer Herz- und Lungeninsuffizienz im Endstadium zu behandeln. Da
diese therapeutischen Optionen besonderer Kenntnisse sowie spezieller
Expertise bedürfen, bietet die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz-
und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) Fachärzten für Herzchirurgie, nach
Absolvierung einer entsprechenden Fortbildungszeit und Erfüllung
definierter Kriterien, die Möglichkeit, diese Zusatzqualifikation durch
das Zertifikat „Invasive Therapie der Herz- und Lungeninsuffizienz“
nachzuweisen. Neben den spezifischen Kenntnissen aus den Fachgebieten der
Herzchirurgie, Kardiologie, Kinderkardiologie, Infektiologie und
Intensivmedizin, ist insbesondere auch spezifisches Fachwissen zu offen
chirurgischen und endovaskulären Implantationstechniken notwendig. Neben
dem theoretischen Wissenserwerb, ist der Nachweis der praktischen
Kompetenz Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss, zu dem 30 Im- und
20 Explantationen von temporären Herz-/und Lungen-Unterstützungssystemen
sowie 15 Implantationen permanenter, mechanischer Herz-/Lungen-
Unterstützungssysteme gehören. Mit erfolgreich bestandener Prüfung hat das
Zertifikat eine Gültigkeit von fünf Jahren. Alle Information zu diesem und
weiteren Zertifikaten sind unter https://www.dgthg.de/de/Zertifikate_DGTHG
zu finden.

Die inhaltlichen Anforderungen können hier eingesehen werden:
https://www.dgthg.de/upload/DGTHG_Kriterien_ECLS.VAD_V1.0_2020.pdf

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Tag der Organspende am 6. Juni: Diabetes-Früherkennung kann Nierenschäden und möglicherweise Transplantationen vermeiden

Anlässlich des Tages der Organspende weist die Deutsche Diabetes
Gesellschaft (DDG) darauf hin, dass eine Diabetes-Früherkennung dringend
notwendig ist, um einerseits die zunehmende Zahl der
transplantationsbedürftigen Diabetespatientinnen und -patienten in
Deutschland zu reduzieren. Andererseits müssen auch andere
Begleiterkrankungen – wie Adipositas oder Herzkreislauferkrankungen –, die
Betroffenen eine Transplantation verwehren können, durch effektive
Vorsorge und gutes Diabetesmanagement verhindert werden.

Berlin - Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für eine
Niereninsuffizienz – über 40 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 haben
einen Nierenschaden. Einige von ihnen bräuchten eine neue Niere.
Allerdings kommt für Betroffene häufig aufgrund bestehender
Begleiterkrankungen eine Transplantation nicht in Frage. Für sie ist eine
lebenslange Dialyse unumgänglich. Anlässlich des Tages der Organspende
weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) darauf hin, dass eine
Diabetes-Früherkennung dringend notwendig ist, um einerseits die
zunehmende Zahl der transplantationsbedürftigen Diabetespatientinnen und
-patienten in Deutschland zu reduzieren. Andererseits müssen auch andere
Begleiterkrankungen – wie Adipositas oder Herzkreislauferkrankungen –, die
Betroffenen eine Transplantation verwehren können, durch effektive
Vorsorge und gutes Diabetesmanagement verhindert werden.

Über 7.000 Patientinnen und Patienten stehen derzeit in Deutschland auf
der Warteliste für eine Nierentransplantation. Etwa die Hälfte von ihnen
hat einen Diabetes oder Prädiabetes, der häufig nicht bekannt ist.1
„Insbesondere Menschen mit einem Typ-2-Diabetes haben meist bereits
klassische Begleiterkrankungen wie Adipositas oder
Herzkreislauferkrankung, die jedoch eine Transplantation erschweren oder
sogar die Erfolgsaussichten derart reduzieren, dass sie gar nicht erst als
Empfänger in Frage kommen, beziehungsweise von der Warteliste genommen
werden müssen“, berichtet Privatdozentin Dr. med. Martina Guthoff,
Nephrologin und Oberärztin der Sektion Nieren- und Hochdruckkrankheiten an
der Medizinischen Klinik IV in Tübingen. Diese Patienten bleiben
dialysepflichtig – das heißt, sie müssen sich lebenslang mehrmals in der
Woche einer Blutwäsche oder Bauchfelldialyse unterziehen und haben häufig
eine geringere Lebenserwartung.

Einer amerikanischen Untersuchung zufolge beträgt die Wahrscheinlichkeit
für Diabetespatienten, auf eine Warteliste für eine Nierentransplantation
zu kommen, nur rund 80 Prozent im Vergleich zu stoffwechselgesunden
Menschen.2 Dass eine Transplantation tatsächlich erfolgt, liegt nochmals
um knapp zehn Prozentpunkte darunter. Denn im Verlauf der durchschnittlich
sechs bis acht Jahre andauernden Wartezeit summieren sich bei vielen
Diabetespatienten Begleitkomplikationen auf, die einer erfolgreichen
Transplantation im Wege stehen.

Auch haben Menschen, die mit einem vorliegenden Diabetes
nierentransplantiert werden, ein geringeres Überleben sowie eine kürzere
Lebensdauer der Niere als Patienten ohne Diabetes2: In einer Untersuchung
war das Verlustrisiko einer Niere mit einem Diabetes doppelt so hoch wie
ohne die Stoffwechselerkrankung.3 „Es scheinen mikro­ und makrovaskuläre
Veränderungen durch die diabetische Stoffwechsellage nach einer
Transplantation beschleunigt aufzutreten“, so Guthoff. Ein ähnliches
Risiko gilt für Patienten, die nach der Transplantation einen Diabetes
entwickeln.

Die Expertin weist daher darauf hin, dass eine Früherkennung des Diabetes
und auch von Nierenerkrankungen unbedingt notwendig sei, um Patienten vor
schweren Nierenschäden zu bewahren und im Falle einer notwendigen
Nierenersatztherapie eine bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. „Bei
allen Nierenpatienten sollte zudem auch auf einen Diabetes getestet
werden. Denn Untersuchungen zeigen, dass etwa jeder Dritte auf der
Warteliste zur Nierentransplantation einen bislang unerkannten Diabetes
oder Prädiabetes hat“, führt Guthoff aus.

„Um eventuelle Nierenprobleme rechtzeitig zu diagnostizieren und
konsequent behandeln zu können sollten sich Patientinnen und Patienten mit
Diabetes mindestens einmal jährlich auf das Vorliegen von Eiweiß im Urin –
die so genannte Albuminurie – screenen lassen“, erklärt Dr. med. Ludwig
Merker vom MVZ DaVita Diabetes- und Nierenzentrum Dormagen und
Vorsitzender der DDG AG „Diabetes und Niere“.  Zudem sei es bei allen
Patienten mit Diabetes wichtig, den eGFR-Wert zu bestimmen, der die
Filtrationseigenschaft der Niere darstellt. „Auch der Blutdruck ist
regelmäßig zu überprüfen, da eine Erhöhung ein Hinweis auf einen
beginnenden Nierenschaden sein kann.“

Gleichzeitig sollte eine zielorientierte Diabetes- und Blutdrucktherapie
erfolgen, die für stabile Blutzuckerwerte und guten Blutdruck sorgt. Denn
dauerhaft erhöhter Blutzucker und Blutdruck sind Hauptrisikofaktoren für
eine Nierenschädigung. „Jeder Patient kann auch selbst etwas für eine gute
Nierenfunktion beisteuern. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn
Diabetespatienten ihr Gewicht reduzieren, nicht rauchen und sich gesund
ernähren“, rät Merker.

1Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO): Statistiken zu den
jeweiligen Organtransplantationen https://www.dso.de/organspende
/statistiken-berichte/organtransplantation - Siehe: https://www.dso.de
/DSO-Infografiken/Indikationen_NierenTX_2019.png

1Martina Guthoff et al., Diabetes Mellitus and Prediabetes on Kidney
Transplant Waiting List- Prevalence, Metabolic Phenotyping and Risk
Stratification Approach, PLoS One, September 23, 2015
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0134971

2Patibandla BK, Narra A, DeSilva R et al. Access to renal transplantation
in the diabetic population-effect of comorbidities and body mass index.
Clin Transplant 2012; 26: E307–E315; doi:10.1111/j.1399-0012.2012.01661
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1399-0012.2012.01661.x

3Einollahi B, Jalalzadeh M, Taheri S et al. Outcome of kidney
transplantation in type 1 and type 2 diabetic patients and recipients with
posttransplant diabetes mellitus. Urol J 2008;5: 248–254).

Guthoff, M., Diabetes mellitus vor und nach Nierentransplantation
Grundlagen, Prävention und Therapie, Diabetes aktuell 2018; 16: 290–294

Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft „Nephropathie bei
Diabetes“ https://www.deutsche-diabetes-
gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisempfehlungen/2019/15_Nephropathie_Merker_DDG.pdf

Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2019 https://www.deutsche-diabetes-
gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/Gesundheitspolitik/20181114gesundheitsbericht_2019.pdf

Wolfe et al., Comparison of Mortality in All Patients on Dialysis,
Patients on Dialysis Awaiting Transplantation, and Recipients of a First
Cadaveric Transplant, N Engl J Med 1999; 341:1725-1730, DOI:
10.1056/NEJM19991202341230
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199912023412303

Kramer A, Pippias M, Noordzij M, Stel VS, Andrusev AM, Aparicio-Madre MI,
et al. The European Renal Association – European Dialysis and Transplant
Association (ERA-EDTA) Registry Annual Report 2016: a summary. Clin Kidney
J. https://academic.oup.com/ckj/advance-
article/doi/10.1093/ckj/sfz011/5364536

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Einfache Gymnastikübungen stärken die Venen

Thrombosen ernst nehmen. Bewegung rettet Leben! Experten zeigen sich beunruhigt über steigende Zahl schwerer Thrombosen

Einfache Gymnastikübungen stärken die Venen
Einfache Gymnastikübungen stärken die Venen

Thrombosen und Lungenembolien machen auch während der Corona-Pandemie
keine Pause. Experten beobachten sogar eine Häufung schwerer Fälle der
lebensbedrohlichen Thromboembolie bei Menschen, die nicht an Covid-19
erkrankt sind. Viele scheuen in der aktuellen Corona-Pandemie den
Arztbesuch aus Angst vor einer Infektion, das kann gefährliche Folgen
haben. Auch mangelnde Bewegung ist ein Risikofaktor für die Gesundheit und
kann das das Thromboserisiko erhöhen.

Symptome ernst nehmen und ärztlichen Rat suchen

Durch den öffentlichen Fokus auf die durch das neuartige Corona-Virus
hervorgerufene Covid-19-Erkrankung scheinen andere lebensbedrohliche
Krankheiten aus dem Blickfeld zu verschwinden. Diese Entwicklung hat
fatale Folgen für viele Patientinnen und Patienten, etwa im Fall einer
nichtbehandelten Thrombose. Prof. Rupert Bauersachs, wissenschaftlicher
Leiter des Aktionsbündnis Thrombose, appelliert daher an die Patienten:
"Achten Sie auf jedes neue Symptom, etwa Schwellungen oder Schmerzen im
Bein. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an und lassen Sie Ihr Thromboserisiko
abklären."
Hintergrund ist eine Häufung von schweren Fällen in letzter Zeit. "Wir
beobachten eine deutlich geringere Zahl an Fällen, die von Hausärzten
überwiesen werden. Stattdessen kommen deutlich mehr schwere Fälle zu uns
in die Klinik, die stationär behandelt werden müssen und häufig
Folgeschäden davontragen. Diese Fälle hätte man oft frühzeitig gut
behandeln können."

Der erste Ansprechpartner sollte immer die Hausärztin oder der Hausarzt
sein. Nach einer kurzen Zeit mit vielen geschlossenen Praxen sind die
meisten mittlerweile mit Schutzmaterial ausgerüstet und treffen strenge
Vorsichtsmaßnahmen. Das Gleiche gilt für den Besuch von Fachärzten oder
Ambulanzen, der nicht unnötig verschoben werden sollte.

Bewegung nicht vernachlässigen

Auch mit den aktuellen Lockerungen bleibt der Grad der Bewegung vieler
Menschen unter dem Niveau vor dem Lockdown. Arbeiten im Homeoffice macht
den Weg zur Arbeit unnötig und auch die Wege in der eigenen Wohnung sind
häufig deutlich kürzer als im Büro. Auch Menschen in Kurzarbeit oder
Personen, die sich in ihrem normalen Tagesablauf viel bewegen, spüren
diese Einschränkungen.

"Hinzu kommt natürlich der Bereich Sport. Ein ganz normales Training im
Verein oder auch im Fitness-Studio wird noch einige Zeit so nicht möglich
sein", beschreibt Professor Bauersachs das Problem. "Gesunde Gefäße sind
aber ein wichtiger Schutzfaktor gegen eine Thrombose. Einfaches Training
hilft schon, die Venen so zu stärken, dass diese ihre Arbeit zuverlässig
machen können."

Das Aktionsbündnis Thrombose hat eine Übersicht mit einfachen Übungen wie
der "Fußwippe" oder "Zehenspitzen heben" anschaulich aufbereitet und zum
kostenlosen Download auf der Website https://www.risiko-thrombose.de/
bereitgestellt.

Fakten zur Thrombose und Lungenembolie

Über 40.000 Menschen sterben in Deutschland an den Folgen einer
Lungenembolie, das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und
Prostatakrebs und HIV zusammen. Häufigste Ursache dafür ist eine
Thrombose. Diese kann Menschen jeden Alters treffen. Jährlich werden knapp
über 370.000 Neuerkrankungen an Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis
registriert. Rund 50.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer
Lungenembolie.

Das Aktionsbündnis Thrombose

Das Aktionsbündnis Thrombose ist ein Zusammenschluss von medizinischen
Fachgesellschaften und einer Patientenvereinigung. Es initiiert eine
Aufklärungskampagne, um auf die Risiken von Venenthrombose und
Lungenembolie hinzuweisen. Sie soll das öffentliche Bewusstsein für
Prävention, Diagnose und Therapie schärfen, damit weniger Menschen an den
Folgen einer Thrombose sterben.

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