Universitätsklinikum Halle (Saale) bietet ab Mitte 2020 CAR-T-Zelltherapie gegen Lymphdrüsenkrebs an
Das körpereigene Immunsystem spielt in der Bekämpfung von Krebs eine große
Rolle. Besondere Bedeutung haben bestimmte Abwehrzellen, die sogenannten
T-Zellen, weil sie Krebszellen erkennen und abtöten können. Ab Mitte des
Jahres 2020 wird nun auch an der Universitätsklinik und Poliklinik für
Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Halle die sogenannte CAR-T-Zell-
Therapie für Patientinnen und Patienten mit B-Zell-Lymphom, eine Form des
Lymphdrüsenkrebses, und perspektivisch auch für Blutkrebs angeboten. Die
CAR-T-Zelltherapie steht derzeit nur an ausgewählten Zentren zur
Verfügung, die über ausreichend klinische Erfahrung mit Zelltherapien
verfügen.
„Bei vielen Krebspatientinnen und -patienten entziehen sich Tumorzellen
den Angriffsversuchen einer Therapie mithilfe verschiedener molekularer
Mechanismen. Allerdings konnten diese, dank weltweiter Forschung und auch
der Forschung an der Universitätsmedizin Halle (Saale), in den vergangenen
Jahren zunehmend entschlüsselt und entsprechende neue Therapieansätze
entwickelt werden“, sagt Professorin Dr. Mascha Binder, Direktorin der
Klinik für Innere Medizin IV.
Einer dieser Ansätze ist die CAR-T-Zell-Immuntherapie. „Für die CAR-T
-Zell-Therapie werden körpereigene T-Zellen der Patientin oder des
Patienten entnommen, außerhalb des Körpers gentechnisch mit dem
sogenannten Chimären Antigenrezeptor, kurz CAR, versehen, und dabei scharf
geschaltet“, so die Fachärztin für Innere Medizin sowie Hämatologie und
Onkologie, die seit Jahren in der immunologischen Krebsforschung aktiv
ist.
Bevor der Patient die im Labor hergestellten und vermehrten CAR-T-Zellen
verabreicht bekomme, erhalte er eine vorbereitende Chemotherapie. „Damit
sollen gute Bedingungen für die Vermehrung der Immunzellen im Körper
geschaffen werden“, so Binder. Die danach mit einer einmaligen Infusion
verabreichten CAR-T-Zellen sind sozusagen darauf programmiert, die
bösartigen Tumorzellen aufzuspüren und sie effektiv und zielgerichtet zu
bekämpfen. „Der Erfolg ist dann in einigen Wochen erkennbar. Bei bis zu 50
Prozent der Fälle führt diese Therapieform zu einer dauerhaften
Zurückdrängung der Erkrankung“, sagt apl. Prof. Dr. Lutz Müller von der
Klinik für Innere Medizin IV, der das CAR-T-Zell-Programm leiten wird.
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