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Gesundheit

Diskutierten gemeinsam das Thema MZEB: (v.l.) Dr. Gisela Goedicke-Padligur, Dr. Peter Engel, Prof. Dr. Andreas Schulte, San.Rat Dr. Michael Rumpf, Dr. Christian Junge und Dr. Anne Bredel-Geissler  DGZMK/Michelle Spillner

„Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch einiges zu tun“

Diskutierten gemeinsam das Thema MZEB: (v.l.) Dr. Gisela Goedicke-Padligur, Dr. Peter Engel, Prof. Dr. Andreas Schulte, San.Rat Dr. Michael Rumpf, Dr. Christian Junge und Dr. Anne Bredel-Geissler  DGZMK/Michelle Spillner
Diskutierten gemeinsam das Thema MZEB: (v.l.) Dr. Gisela Goedicke-Padligur, Dr. Peter Engel, Prof. Dr. Andreas Schulte, San.Rat Dr. Michael Rumpf, Dr. Christian Junge und Dr. Anne Bredel-Geissler DGZMK/Michelle Spillner

Zahnmedizinisches Engagement in Medizinischen Zentren für Erwachsene mit
Behinderung dringend erforderlich
Die Idee ist relativ jung aber dennoch hoch aktuell: Medizinische Zentren
für die Behandlung von Erwachsenen mit Behinderung (MZEB) sollen dazu
beitragen, die Betroffenen umfassend und angemessen zu betreuen. Unter der
Leitung von Prof. Dr. Andreas Schulte (Uni Witten/Herdecke) stellte eine
Session der Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung
oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB) in der DGZMK
unter dem Thema „Beteiligung der Zahnmedizin bei den Medizinischen Zentren
für Erwachsene mit Behinderung“ im Rahmen des wissenschaftlichen
Kongresses zum Deutschen Zahnärztetag 2019 die dringende Notwendigkeit
solcher Zentren vor. „Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch
einiges zu tun“, stellte Prof. Schulte heraus und ergänzte, dass die im
ganzen Bundesgebiet entstehenden MZEB auf die Mitwirkung von Zahnärzten
angewiesen sind.

Dr. Anne Bredel-Geissler, Leiterin eines MZEB in Mainz, referierte
zunächst aus medizinischer Sicht, wie sehr komplexe Behinderungen,
insbesondere in Kombination mit geistiger Behinderung, regelhaft eine
Vielzahl von Beeinträchtigungen in großer Variationsbreite, Schwere und in
unterschiedlicher Kombination aufweisen, die sich wechselseitig
beeinflussen. Die üblichen Instrumente von Diagnostik und Therapie würden
hier häufig versagen. Maßnahmen der täglichen Pflege benötigen Erfahrung
und Zeit. Gerade die Zahnpflege bleibe aus unterschiedlichen Gründen oft
unzureichend. Dr. Bredel-Geissler: „Die Prävalenz von Karies oder
Parodontitis ist bei Menschen mit komplexen Behinderungen deutlich erhöht.
Fehlende Mitteilungsmöglichkeiten führen oft zu atypischen Symptomen im
Sinne problematischer Verhaltensweisen, die in Unkenntnis der Ursache
durch pädagogische Maßnahmen oder Psychopharmaka therapiert werden.“

Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen seien
also wesentliche Elemente für eine angemessene und zielführende
Gesundheitsversorgung dieser Menschen. Die zahnärztliche Versorgung
erfordert spezielle Kenntnisse der Behinderungsformen und Syndrome ebenso
wie Erfahrung und Einfühlungsvermögen, wenn eine zielführende Behandlung
gelingen solle.

Einblicke in diese Praxis gab San.-Rat Dr. Michael Rumpf. Der frühere
Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz beschrieb die
Behandlung von Menschen mit Behinderung im zahnärztlichen Alltag als eine
besondere, aber interessante Herausforderung. Rumpf: „Die Behandlung
schwerstbehinderter Menschen stellt uns vor große Probleme . Bei
Erwachsenen ist durch die Einrichtung von medizinischen Zentren für die
Behandlung von erwachsenen Behinderten ( MZEB ) nun eine neue
Betreuungsform geschaffen worden.“ Eine zahnärztliche konsiliarische
Tätigkeit in dieser Einrichtung zeige multiple Probleme einer nachhaltigen
Versorgung auf. Dabei gehe es nicht nur um eine Lösung von Akutfällen,
sondern um eine der UN-Behindertenrechtskonvention angepasste adäquate
Versorgung dieser Patientenklientel. Dabei stünden Fragen wie die
Mitwirkung von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bei der
Behandlung im Wachzustand, in Sedierung oder in Vollnarkose im
Mittelpunkt.

Eines wurde in seinem bildgestützten Vortrag besonders deutlich: ohne
vorurteilsfreie Empathie und Zuwendung für diese Patienten ist eine
Behandlung kaum möglich. Am Beispiel eines Patienten stellte Rumpf dar,
wie sich über Vertrauensaufbau eine Basis für Behandlungen im Wachzustand
schaffen lässt. Mit seiner Anwesenheit während der Session unterstrich
auch der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, die
Bedeutung des Themas.

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Prof. Dr. Annette Schürmann im Gespräch mit jungen Diabetesforschenden in ihrer Abteilung Experimentelle Diabetologie  Foto: David Ausserhofer/DIfE

Diabetologie: Fehlender Nachwuchs – Steigender Bedarf

Prof. Dr. Annette Schürmann im Gespräch mit jungen Diabetesforschenden in ihrer Abteilung Experimentelle Diabetologie  Foto: David Ausserhofer/DIfE
Prof. Dr. Annette Schürmann im Gespräch mit jungen Diabetesforschenden in ihrer Abteilung Experimentelle Diabetologie Foto: David Ausserhofer/DIfE

Die Diabetologie steht angesichts fehlender Lehrstühle und einer
steigenden Zahl von Menschen mit Diabetes vor großen Herausforderungen.
Das verdeutlichen Professorin Annette Schürmann und Dr. Thomas Laeger vom
DIfE im gerade veröffentlichten Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes
2020. Gemeinsam mit Kollegen aus Aachen und Freiburg beschreiben sie ab
Seite 231, wie es zum Nachwuchsmangel kommt und was getan wird, um sowohl
junge Medizinerinnen und Mediziner als auch aufstrebende Forscherinnen und
Forscher wieder für das Fach Diabetologie zu begeistern und die
Patientenversorgung zu sichern.

Derzeit leben in Deutschland rund sieben Millionen Menschen mit Diabetes –
Tendenz steigend. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Betroffenen
bis zum Jahr 2040 auf etwa 12 Millionen erhöht. Im Gegensatz dazu nimmt
die Zahl universitärer Lehrstühle für Endokrinologie und Diabetologie
stetig ab. So gab es vor 20 Jahren an den 33 medizinischen Hochschulen in
Deutschland noch 17 klinische Lehrstühle für Endokrinologie, Diabetologie
und Stoffwechsel – heute gibt es nur noch acht. Professorin Annette
Schürmann, Leiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie am Deutschen
Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und ihr
wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Thomas Laeger weisen im Bericht darauf
hin, dass es immer weniger adäquate Ausbildungsstellen gibt, wodurch auch
die diabetologische Expertise in Klinik und Praxis sinkt. Das Problem
fange bereits im Studium an, weil das Fach Diabetologie in vielen
universitären Lehrplänen zu kurz komme. Dadurch hätten Studierende der
Medizin nach ihrem Abschluss oft nur unzureichende diabetologische
Kenntnisse.

Dem Nachwuchsmangel in der Diabetologie entgegenwirken

Seit dem Jahr 2007 verfolgt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein
systematisches Nachwuchsprogramm, um junge Medizinerinnen und Mediziner
sowie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler für die
diabetologische Forschung und Praxis zu begeistern. Es werden
Reisestipendien zu nationalen und internationalen Kongressen vergeben
sowie spezifische Mentoring-Programme angeboten.

Aus diesem Nachwuchsprogramm der DDG hat sich 2017 die Arbeitsgemeinschaft
(AG) Nachwuchs entwickelt, deren Sprecherin Professorin Annette Schürmann
zusammen mit Professor Jochen Seufert, Leiter der Abteilung Endokrinologie
und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg, ist. Die AG setzt sich
unter anderem dafür ein, dass das Fach Diabetologie standardmäßig im
Medizinstudium verankert wird und organisiert ein eigenes Symposium auf
den DDG-Tagungen. Im April 2019 hat die AG Nachwuchs den 1. Aachener
Diabetestag organisiert, um das Interesse von Studentinnen und Studenten
der Medizin, Biologie, Biotechnologie etc. für die Diabetologie zu wecken.
Über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten den Vorträgen und Workshops
zu Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie zu Karrieremöglichkeiten in Forschung
und Klinik. Weil die Veranstaltung so gut angenommen wurde, fand am 7.
November in Leipzig bereits ein weiterer Diabetestag statt. Eine
Fortsetzung an weiteren Universitäten in Deutschland ist geplant.

Nachwuchsförderung im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung

Annette Schürmann und Thomas Laeger greifen in ihrem Artikel auch die
Nachwuchsförderung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) auf.
So findet jedes Jahr vor den internationalen europäischen
Diabeteskongressen (EASD-Tagungen) oder dem „International Symposium on
Insulin Receptors and Insulin Action“ die DZD-Research School statt. Dort
erhalten rund 80 junge Forschende von renommierten Referenten einen
Einblick in die aktuelle Diabetesforschung. Darüber hinaus unterstützt das
DZD die Ausbildung von jungen Ärztinnen und Ärzten sowie von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch spezielle Kurse und
Programme.

Neue Generation mit vielen positiven Eigenschaften

Schürmann und Laeger sehen viel Potenzial in der kommenden
Ärztegeneration, da sie Missstände erkennt und sich aktiv für deren
Verbesserung einsetzt. Die Diabetologie ermögliche es,
patientenorientierte Medizin mit ärztlicher Lebensqualität zu verbinden.
Um aber Frust und Überarbeitung im Arbeitsalltag von Beschäftigten aus dem
Bereich Diabetologie in Kliniken und Forschungseinrichtungen zu vermeiden,
sei es wichtig, „dass die Forderungen nach mehr Personal, fairer
Entlohnung von hohen Arbeitszeiten und die Schaffung von mehr entfristeten
Stellen nicht ignoriert werden.“

Hintergrundinformation:

Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) veröffentlicht jährlich
anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November gemeinsam mit der
Deutschen Diabetes-Hilfe DiabetesDE den Deutschen Gesundheitsbericht
Diabetes. Die Publikation stellt dar, wie es aktuell um Prävention,
Therapie und Erforschung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes steht.

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Blinddarmentzündungen bei Kindern: Ultraschall als erstes Mittel zur exakten Diagnose

Kinder haben häufig akute Bauchschmerzen – oft ist es nicht leicht, die
Ursache dafür zu finden. Schmerzen im rechten Unterbauch können auf eine
Blinddarmentzündung hinweisen, aber auch andere Auslöser sind möglich.
Eine sehr genaue Diagnose ermöglicht der Bauchultraschall – das hat jetzt
eine weitere Studie gezeigt. Bei jenen Kindern, die mehr als zwölf Stunden
unter Beschwerden litten, konnte eine Blinddarmentzündung mittels
Ultraschall zu 100 Prozent diagnostiziert werden. Experten der Deutschen
Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) empfehlen, die
Sonografie als erste weiterführende Untersuchung bei Verdacht auf eine
kindliche Blinddarmentzündung einzusetzen.

Eine Blinddarmentzündung tritt bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren
besonders häufig auf, kann aber auch bei Kleinkindern vorkommen. Bei ihnen
ist sie zwar seltener, aber oft besonders schwer zu diagnostizieren.
„Zunächst verspüren Erkrankte oft Schmerzen, die vom Bauchnabel ausgehen
und sich anschließend in den rechten Unterbauch verschieben“, sagt PD Dr.
Doris Franke von der Kinderklinik an der Medizinischen Hochschule
Hannover. „Häufig kommen Übelkeit und Fieber hinzu.“ Wenn die Beschwerden
bei Bewegungen mit Erschütterungen schlimmer werden, beispielsweise beim
Hüpfen, dann sollten Eltern mit ihren Kindern umgehend zum Arzt gehen, der
mit einer Ultraschall- und Blutuntersuchung abklärt, ob eine
Blinddarmentzündung dahintersteckt.

Die Sonografie des Bauchraumes ermöglicht bei den kleinen Patienten eine
besonders exakte Diagnose – wie eine aktuelle Studie von spanischen
Wissenschaftlern zeigt. Marcos Prada-Arias von der Universitätsklinik
Ávaro Cunqueiro in Vigo und seine Kollegen haben für die Untersuchung nach
den wertvollsten Instrumenten zur exakten Diagnose einer kindlichen
Blinddarmentzündung (Appendizitis) gesucht. Über fünf Jahre hinweg
dokumentierten die Wissenschaftler die Daten von 82 Kindern unter fünf
Jahren, die mit Verdacht auf Appendizitis in die pädiatrische Notaufnahme
der Universitätsklinik in Vigo gebracht wurden. Eine besonders gute
diagnostische Klarheit brachte der Bauchultraschall. „Bei Kindern, die
mehr als zwölf Stunden unter Beschwerden litten, konnte eine
Blinddarmentzündung mittels Ultraschall in dieser Studie zu 100 Prozent
diagnostiziert werden“, so Dr. Rüdiger Kardorff, Sektionsleiter
Kindergastroenterologie in Duisburg. Auch wenn eine Diagnosesicherheit von
100 Prozent im praktischen Alltag nicht erreicht wird, hat die Sonografie
gerade bei den kleinen Patienten eine besonders hohe Aussagekraft – viel
exakter beispielsweise als die gängige Methode der Blutuntersuchung. Die
Expertin empfiehlt, die Ultraschalldiagnostik bereits frühzeitig als
Bildgebung zur Abgrenzung verschiedener Differentialdiagnosen anzuwenden.

Eine rasche Diagnose ist sehr wichtig, da eine Blinddarmentzündung bei
Diagnoseverschleppung lebensbedrohlich werden kann. „Wenn die Appendizitis
nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann der entzündete
Wurmfortsatz des Blinddarms platzen“, sagt der Kinderchirurg Dr. med. Kay
Großer, Stellvertretender Leiter der DEGUM-Sektion Pädiatrie.
„Dabei können Eiter und Stuhl in die Bauchhöhle gelangen – und so eine
lebensbedrohliche Blutvergiftung auslösen.“ Die Sonografie des Bauchraumes
ist bei Kindern primär empfehlenswert, da sie generell sonografisch besser
zu untersuchen sind als Erwachsene und da bei ihnen durch die im Vergleich
zu Erwachsenen dünneren Bauchdecken noch mehr Einzelheiten dargestellt
werden können. „Organe und Strukturen, von denen das Bauchweh kommen
können, sind per Ultraschall besonders gut darstellbar. Unterstützt wird
das durch Anwendung der Sonopalpation, bei der mit dosiertem Druck die
schmerzhafte Region untersucht wird. Gefahndet wird nach
Umgebungsveränderungen, die bei der Entscheidungsfindung zu einer
eventuell erforderlichen Operation hilfreich sind“, erläutert Großer.

Wesentliche Voraussetzung für eine genaue Diagnose ist neben
entsprechender Gerätetechnik die Ultraschall-Kompetenz des behandelnden
Arztes: „Nur wenn der Untersucher entsprechend qualifiziert ist, kann er
eine Blinddarmentzündung exakt diagnostizieren oder auch hinreichend
sicher ausschließen“, so Universitätsprofessor Dr. Hans-Joachim Mentzel,
DEGUM-Experte und Leitender Arzt der Sektion Kinderradiologie am
Universitätsklinikum Jena. Weiterführende invasivere Bildgebung wie die
Magnetresonanztomografie, die in dieser Altersgruppe mitunter eine
Sedierung erforderlich macht, kann den Kindern so erspart werden. Die
DEGUM-Sektion Pädiatrie bietet Kinderärzten, -chirurgen und -radiologen
nach ihrem bewährten Dreistufenkonzept Fortbildungsmaßnahmen an. Ärzte,
die auf diese Weise qualifiziert sind, können dann auch besonders gut
entscheiden, ob eine Operation notwendig ist oder nicht.

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Weiterführende Informationen:

J Paediatr Child Health 2019; online 4. September.  Appendicitis or
non‐specific abdominal pain in pre‐school children: When to request
abdominal
ultrasound?https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jpc.14617

Über die DEGUM:

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet
ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000
Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am
häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-
zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: <www.degum.de>

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Innen im Herzunterstützungssystem können sich kleinste Gerinnsel bilden  (Foto: Marcel Mompour).

Blutgerinnsel so früh wie möglich erkennen

Innen im Herzunterstützungssystem können sich kleinste Gerinnsel bilden  (Foto: Marcel Mompour).
Innen im Herzunterstützungssystem können sich kleinste Gerinnsel bilden (Foto: Marcel Mompour).

Mit 200.000 Euro unterstützt der Förderverein des Herz- und
Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, ein neues Forschungsvorhaben in der
Nuklearmedizin. Dabei geht es um die Früherkennung von thromboembolischen
Ereignissen bei Herzpumpen-Patienten.

Blutgerinnselbildungen (Thromben) in implantierten künstlichen
Herzunterstützungssystemen zählen zu den lebensbedrohlichen Risiken für
Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche. Etwa 1.000 Patienten pro
Jahr erhalten in Deutschland ein Herzersatz- oder Herzunter-
stützungssystem. Am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, werden rund 100 Patienten jährlich mit solchen Systemen
versorgt. Sie warten vor allem mit den Linksherzunterstützungssystemen auf
ein Spenderherz oder werden sogar auf Dauer damit unterstützt.

„Bestimmte Laborwerte sowie eine Leistungsabweichung der Pumpe können
erste Anzeichen für ein Gerinnsel sein, sind allerdings nur indirekt“,
sagt Dr. Verena Hugenberg. Die Wissenschaftlerin am Institut für
Radiologie, Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung unter der Leitung von
Prof. Dr. Wolfgang Burchert will kleinste Thromben am System direkt und so
früh wie möglich mittels moderner Bildgebungstechniken erkennen.
Allerdings erschweren das Titangehäuse und die Beschaffenheit der
Implantatkanülen die Untersuchung mit MRT-, CT- oder Ultraschallgeräten.

Eine Lösung könnte der Einsatz der PET/CT- gestützen Diagnostik sein,
sofern ein spezielles Kontrastmittel die Signalgebung durch das
Titangehäuse ermöglichen kann. Einen solchen radioaktiven Arzneistoff, ein
sogenanntes Radiopharmakon, haben Dr. Hugenberg und ihre Arbeitsgruppe
auch schon identifiziert. Es handelt es sich um einen PET-Tracer der Firma
Life Molecular Imaging GmbH (Berlin), der in der klinischen Erprobung ist
und seit einem Jahr auch im eigenen Institut untersucht wird. 18F-GP1, so
der Name, hat die besondere Eigenschaft, sich an aktive Thromben zu
binden. Das Mittel wurde bereits im Rahmen einer klinischen Phase-I-Studie
erfolgreich für die Bildgebung von akuter arterieller und venöser
Thrombose getestet.

Mit dem neuen Forschungsprojekt, an dem weitere Wissenschaftler des HDZ
NRW und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) beteiligt sind, will
Dr. Verena Hugenberg nun untersuchen, ob sich kleinste Thromben innerhalb
der Herzunterstützungssysteme auf diese Weise frühzeitig
nuklearmedizinisch nachweisen lassen.

Erste Untersuchungen an Patienten mit Verdacht auf Pumpenthrombose deuten
bereits darauf hin. Daher sollen nun im nächsten Schritt in Zusammenarbeit
mit Prof. Dr. Hendrik Milting, Leiter des Erich und Hanna Klessmann-
Instituts für kardiovaskuläre Forschung und Entwicklung am HDZ NRW und
Frau Dr. Christina Feldmann von der MHH, weitere Forschungen betrieben
werden. Milting‘s Idee war es, in-vitro-Versuche an Simulatormodellen
durchzuführen. Hier wollen die Wissenschaftler Thromben entstehen lassen,
um die Bindung des PET-Tracers an diese systematisch zu untersuchen.

„Wir erhoffen uns Antworten darauf, wie groß die Schwächung des 18F-
Signals durch das Titangehäuse ist, ab welcher Größe wir Gerinnsel
nachweisen können und wie hoch die Rezeptorkonzentration auf den
unterschiedlichen Thromben sein muss“, erläutert Hugenberg das von ihr
geleitete Forschungsvorhaben.

„Uns haben das große klinische Interesse und die Zielsetzung überzeugt,
Herzpumpen-Patienten zukünftig besser als bisher vor schwerwiegenden
Komplikationen bewahren zu können“, begründet Titularprofessor Dr. Otto
Foit als Vorsitzender die Mittelzusage des Vereins, der das
Forschungsprojekt damit für die kommenden zwei Jahre absichert.

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 35.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier
Universitätskliniken und Institute seit 35 Jahren interdisziplinär
zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Das Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung
unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Burchert versorgt die stationären
Patienten mit bildgebender Diagnostik. Ambulant werden im
nuklearmedizinischen Bereich außerdem Tumor- und Schilddrüsenerkrankungen
behandelt. Die diagnostischen Leistungen werden von einem
interdisziplinären Ärzteteam mit modernsten Untersuchungsmethoden
(SPECT/CT, PET/CT, MRT, Röntgen, Gammakameras) erbracht. Wichtige Arbeits-
und Forschungsschwerpunkte sind der Strahlenschutz und die Reduktion der
Strahlenexposition. Das Institut stellt seine Expertise auch anderen
Kliniken zur Verfügung. In Westfalen und darüber hinaus in Norddeutschland
versorgt es täglich Kliniken und Praxen mit kurzlebigen
Radiopharmazeutika.

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