Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Weltkongress der Psychiatrie in Berlin

Die neuesten Trends in der Diagnostik und Therapie von psychischen
Erkrankungen: Auf dem Weltkongress der Psychiatrie in Berlin trifft sich
vom 8. bis 12. Oktober 2017 die internationale Forscherszene der
psychischen Gesundheit. Medienvertreter können sich ab sofort kostenlos
für das Großereignis anmelden.

Fünf Tage, über 900 Einzelveranstaltungen, mehr als 3000 aktive Experten –
im kommenden Oktober steht Berlin ganz im Zeichen der psychischen
Gesundheit: Die World Psychiatric Association (WPA) lädt in Kooperation
mit der DGPPN zum Weltkongress der Psychiatrie und Psychotherapie nach
Deutschland ein. Im Mittelpunkt stehen brandaktuelle Themen aus
Wissenschaft, Versorgung, Politik und Gesellschaft.

Psychische Erkrankungen gehören weltweit zu den größten
Gesundheitsproblemen der heutigen Zeit. Nahezu 50 Prozent der Bevölkerung
sind im Laufe ihres Lebens betroffen. In vielen Ländern stellt die
Krankheitsgruppe eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und
Frühberentungen dar. Gleichzeitig erlebt das Fachgebiet einen rasanten
Aufschwung in der Grundlagenforschung mit neuen präventiven,
diagnostischen und therapeutischen Ansätzen für die Praxis. Der
Weltkongress thematisiert deshalb die national und international
dringendsten Herausforderungen und beleuchtet die neuesten Entwicklungen
in der Wissenschaft.

„Die Teilnehmer erwartet ein Kongress der Superlative: Noch nie fand in
Deutschland ein größerer Kongress auf dem Gebiet der psychischen
Gesundheit statt. Ein Schwerpunkt bildet zum Beispiel die Komorbidität von
psychischen und körperlichen Erkrankungen. Darüber hinaus rücken wir aber
auch gesundheitspolitische, gesellschaftliche und kulturelle Themen in den
Vordergrund. Die Stichworte sind hier soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und
Menschenrechte“, sagt WPA-Präsident Professor Dinesh Bhugra aus London.
„Dieser Austausch findet nicht nur auf Ebene der Experten statt, sondern
bezieht auch Betroffene und Angehörige mit ein. So enthält das Programm
auch viele trialogische Veranstaltungen“, stellt Bhugra fest.

WPA und DGPPN erwarten rund 10.000 Teilnehmer in Berlin. Hochkarätige
Keynote Speaker haben sich angekündigt – u. a. der Turiner Placebo-
Forscher Fabrizio Benedetti, der amerikanische Gesellschaftsanalyst
Richard Sennett oder der deutsche Altersforscher Andreas Kruse. Das
hochkarätige Wissenschafts- und Fortbildungsprogramm greift alle
relevanten psychischen Störungen auf und beinhaltet auch zahlreiche
deutschsprachige Schwerpunkte. Für die zukünftige Fachärztegeneration
steht ein thematisch strukturiertes Nachwuchsprogramm bereit.

Jetzt akkreditieren
Medienvertreterinnen und Medienvertreter können Sie sich ab sofort
kostenlos für den Weltkongress der Psychiatrie registrieren und Interviews
mit Experten vereinbaren. Gleichzeitig steht ein umfangreicher
Themendienst zur Verfügung. Auf dem Kongress finden mehrere
Pressekonferenzen statt.

Über die World Psychiatric Association (WPA
Die WPA ist die Weltorganisation der Psychiatrie: Sie vereint unter ihrem
Dach über 138 nationale Fachgesellschaften mit insgesamt mehr als 200.000
Fachärzten, Therapeuten und Wissenschaftlern. Seit vielen Jahren engagiert
sie sich auf allen Kontinenten für die Qualität in Forschung, Versorgung
und Ausbildung auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit. Die WPA fördert
mit ihren Initiativen aktiv den Dialog zwischen Psychiatern, Betroffenen
und Angehörigen.

Über die DGPPN
Die DGPPN ist die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft
für Fragen der psychischen Erkrankungen in Deutschland. Sie macht sich für
eine optimale Versorgung der Patienten stark, entwickelt wissenschaftliche
Leitlinien, fördert die Aus-, Fort- und Weiterbildung und engagiert sich
in der Erforschung psychischer Erkrankungen zur Weiterentwicklung von
Diagnostik und Therapie. Im Zentrum steht dabei die ganzheitliche Sicht
auf den Menschen mit allen individuellen psychischen, körperlichen und
sozialen Aspekten.

  • Aufrufe: 289

Bluthochdruck bei Kindern - die unterschätzte Gefahr Die Stiftung Kindergesundheit informiert über die aktuellen Risiken der Jugendjahre für die spätere Gesundheit

Hoher Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die
Entstehung der Arteriosklerose und ihrer gefährlichen Folgen wie
Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen sowie für das
Entstehen eines chronischen Nierenversagens. Das Tückische am Hochdruck
(„Hypertonie“) ist, dass er oft lange Zeit keine Beschwerden bereitet und
deshalb häufig viel zu spät erkannt und behandelt wird.

Dabei kommt hoher Blutdruck heute auch bei Kindern immer häufiger vor,
stellt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme
fest. Schuld an der besorgniserregenden Entwicklung sind vor allem
Übergewicht, Bewegungsmangel und offenbar auch die intensive Nutzung des
Internets.

„Früher galt eine Hypertonie im Kindesalter als eine seltene Erkrankung“
berichtet die Münchner Kinder- und Jugendärztin PD Dr. med. Bärbel Lange-
Sperandio. „Am ehesten betroffen waren Kinder mit angeborenen Erkrankungen
der Nieren, des Herzens und der Blutgefäße. Daneben gab es seltenere
Fälle, bei denen die Ursache Störungen des Hormonhaushalts oder eine
familiären Belastung waren. Seit einiger Zeit wird jedoch auch bei
Kindern, die nicht unter derartigen organischen Erkrankungen leiden, immer
öfter ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert. Die Erklärung liefert dann
die Waage: Die meisten dieser Kinder sind zu dick“, so Leiterin der
Abteilung für Pädiatrische Nephrologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital
der LMU München.

Woran erkennt man einen hohen Blutdruck?
Die frühzeitige Diagnose des hohen Blutdrucks ist schon bei Erwachsenen
ein großes Problem und bei Kindern erst recht, betont die Expertin der
Stiftung Kindergesundheit. Der hohe Blutdruck verursacht im Anfangsstadium
kaum Beschwerden und besonders im Kindesalter fehlen die Symptome manchmal
völlig. „Die Hypertonie tut nicht weh. Das Kind fühlt sich nicht krank und
macht auch keinen kranken Eindruck“, erläutert PD Dr. Bärbel Lange-
Sperandio. „Deshalb bleibt selbst ein massiv erhöhter Blutdruck eines
Kindes häufig über lange Zeit unbemerkt. Nur selten geben Kopfschmerzen,
Schwindel, Nasenbluten, Ohrgeräusche (Tinnitus), schnelle Ermüdbarkeit
oder Schlafstörungen dem Kinder- und Jugendarzt einen Hinweis auf den
bestehenden Hochdruck“.

Studien haben gezeigt, dass die Höhe des Blutdrucks in Kindheit und Jugend
die Entwicklung von Bluthochdruck im Erwachsenenalter maßgeblich
beeinflusst, betont die Stiftung Kindergesundheit. Bei längerem Bestehen
kann die Hypertonie Gefäße und Organe des Kindes schädigen. Wird sie nicht
behandelt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, schon im jungen
Erwachsenenalter an Herz oder Nieren zu erkranken oder einen Schlaganfall
zu erleiden. Die „European Society of Hypertension“ ESH empfiehlt deshalb,
dass Kinderärzte und Hausärzte den Blutdruck ab dem 3. Lebensjahr bei
allen Kindern und Jugendlichen regelmäßig kontrollieren sollten.

Bei besonders gefährdeten Kindern muss der Blutdruck häufiger gemessen
werden, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Dazu zählen Kinder mit
Übergewicht, Kinder mit einem erhöhten Blutfettspiegel, Kinder, in deren
Familie hoher Blutdruck gehäuft vorkommt, sowie Kinder, deren Eltern schon
vor dem 60. Lebensjahr einen Herzinfarkt oder vor dem 70. Lebensjahr einen
Hirnschlag erlitten haben.

Wie wird der Blutdruck bei Kindern gemessen?
Am gebräuchlichsten ist die Messung mit einer aufblasbaren Gummimanschette
am Oberarm, bei kleineren Kindern auch am Unterschenkel. „Leider lässt
sich der richtige Blutdruck bei Kindern wesentlich schwieriger ermitteln
als bei Erwachsenen“, erläutert PD Dr. Bärbel Lange-Sperandio: „Umfang und
Länge der Oberarme sind bei Kindern unterschiedlich und der Kinder- und
Jugendarzt muss verschieden breite Druckmanschetten benutzen. Bei
unruhigen und schreienden Kindern fallen die Messwerte oft zu hoch aus.
Deshalb braucht der Arzt viel Geduld und meistens auch die Hilfe der
Mutter. Bei einem verdächtigen Befund muss die Messung mehrere Male
wiederholt werden“.

Wie wird der hohe Blutdruck heute behandelt?
An erster Stelle stehen Maßnahmen zur Veränderung des Lebensstils, vor
allem eine Verringerung des Übergewichts, betont die Stiftung
Kindergesundheit mit großem Nachdruck. Die wichtigsten Empfehlungen zur
Umstellung der Ernährung lauten: Getränke, Brot, Getreide und
Getreideflocken, Kartoffeln, Reis, Gemüse und Obst sollten reichlich
verzehrt werden, Milch und Milchprodukte, Fleisch und Wurst sowie Fisch
und Eier mäßig, Öle und Fette sowie Salz nur sparsam. Getränke mit hohem
Zuckergehalt, wie Limonaden und Colagetränke, „Energy-drinks“, aber auch
unverdünnte Fruchtsäfte sollten gemieden, Leitungswasser bevorzugt werden.

„Besonders wichtig ist auch eine Verbesserung der körperlichen und
seelischen Kondition der Kinder und Jugendlichen durch intensive, tägliche
Bewegung, mindestens 60 Minuten am Tag“, hebt PD Dr. Bärbel Lange-
Sperandio hervor. Nach aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts sind in
Deutschland mittlerweile nur noch 27,5 Prozent, also nur etwas mehr als
ein Viertel der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren täglich
mindestens 60 Minuten körperlich aktiv. Durch zu wenig Bewegung steigt
aber das Risiko für Fettsucht und Bluthochdruck. In einer Studie im Rahmen
der EU-Studie IDEFICS haben spanische Forscher um Dr. Augusto de Moraes
mit tragbaren Akzelerometern mehrere Tage lang die körperliche Aktivität
von 5.221 Kindern erfasst und die gewonnenen Daten mit den zwei Jahre
später gemessenen Blutdruckwerten in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis:
Kinder, die sich weniger als 60 Minuten am Tag bewegt hatten, entwickelten
zu 53 Prozent häufiger einen erhöhten Blutdruck.

Für die Behandlung des hohen Blutdrucks steht eine Reihe von Medikamenten
(„Antihypertensiva“) zur Verfügung, die prinzipiell auch bei Kindern und
Jugendlichen eingesetzt werden können. Die meisten Medikamente gegen
Hochdruck sind gut verträglich und bei Kindern und Jugendlichen ebenso
effektiv wie bei den Erwachsenen.

Sie müssen allerdings meist auf Dauer und mit großer Zuverlässigkeit
eingenommen werden, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Mit der
notwendigen Therapietreue (auch „Compliance“ oder „Adhärenz“ genannt)
hapert es jedoch oft bei Erwachsenen wie bei Kindern.

Wischen, bis der Arzt kommt?
Als weiteren Übeltäter für Übergewicht und Bluthochdruck haben
internationale Studien die intensive Nutzung von Bildschirmmedien und des
Internets ausgemacht. Sie hat nachweisliche Auswirkungen auf das
Körpergewicht der Kinder, berichtete jüngst Professor Dr. Wolfgang Ahrens
vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie Bremen auf
einem Symposium der Stiftung Kindergesundheit in München.

Die von seinem Institut koordinierte IDEFICS-Studie untersuchte bei über
11.000 Kindern in acht europäischen Ländern die Zusammenhänge zwischen
Ernährung, Lebensstil und sozialen Determinanten und der Entwicklung von
Übergewicht bei zwei- bis neunjährigen Kindern. Das Ergebnis: Mit jeder
zusätzlichen Stunde, die ein Kind am Tag vor dem Fernseher verbrachte,
erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit um 22 Prozent, zur Gruppe mit
Übergewicht zu gehören. Diese Gefahr wuchs um 33 Prozent, wenn das
Fernsehgerät im Kinderzimmer stand und um 22 Prozent, wenn auch während
des Essens ferngesehen wurde.

Den Einfluss von Smartphones auf Übergewicht und Blutdruck nahmen
Gesundheitsforscher in Detroit (US-Bundestaat Michigan) unter die Lupe.
Dr. Andrea Cassidy-Bushrow und ihre Kollegen haben 335 Jugendliche im
Alter von 14 bis 17 Jahren nach ihrer Internet-Nutzung gefragt und die
Angaben mit den Blutdruckwerten in Beziehung gesetzt. Die Fragen betrafen
unter anderen das Versenden von Mails, den Besuch von Webseiten, das
Herunterladen von Software, das Einkaufen, das Spielen mit Games, aber
auch das Erledigen von Hausaufgaben.

Ein intensiver Internetkonsum (heavy Internet use) war definiert als eine
Nutzung von mehr als zwei Stunden am Tag. Als „moderat“ galten weniger als
zwei Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche und als „leichte“ Nutzung
wurden weniger als zwei Stunden am Tag an weniger als vier Tagen
angesehen. Als „schwere“ User stellten sich 134 Jugendliche heraus. Unter
ihnen fanden sich 26 Probanden mit einem für ihr Alter zu hohem Blutdruck.
Eine Hypertonie trat in dieser Gruppe 3,25-mal häufiger auf als bei
Teenagern mit einer leichteren Mediennutzung.

Zu viel Surfen macht außerdem dick: Unter den intensiven Internet-Usern
gab es 43 Prozent Übergewichtige im Vergleich zu 26 Prozent der „leichten“
Nutzern des Netzes.

Nachdruck kostenlos. Wir freuen uns über einen Beleg.

Unabhängige und wissenschaftlich basierte Berichterstattung braucht
Förderer:

Fördern auch Sie die Gesundheit unserer Kinder durch Ihre Spende, die in
voller
Höhe den Projekten der Stiftung Kindergesundheit zugute kommt.

Mit einem Beitritt zum Freundeskreis der Stiftung Kindergesundheit können
Sie die Arbeit der
Stiftung regelmäßig fördern.
Mehr Informationen hierzu finden Sie unter: www.kindergesundheit.de
Spendenkonto: HypoVereinsbank München
IBAN: DE41 7002 0270 0052 0555 20
SWIFT (BIC): HYVEDEMMXXX

  • Aufrufe: 187

Mediterrane Küche empfiehlt sich auch für nierenkranke Menschen

Die Arbeitsgruppe „European Renal Nutrition“ der „European Renal
Association–European Dialysis Transplant Association“ (ERA-EDTA)
diskutiert in einer Veröffentlichung [1] die Vor- und Nachteile der
mediterranen Ernährung bei Nierenpatienten. Grundsätzlich empfiehlt sie
diese Diät, sie habe zahlreiche positive Effekte. Allerdings sollten bei
nierenkranken Patienten, die sich mediterran ernähren, regelmäßig die
Laborparameter überprüft werden, und zwar insbesondere die
Serumkaliumwerte. Denn unter der mediterranen Diät wird vermehrt Kalium
zugeführt.

Bekannt ist, dass die mediterrane Diät für die Allgemeinbevölkerung und
für Menschen mit Herz-Kreislaufbeschwerden empfohlen wird. Sie ist
fleischarm und basiert hingegen auf Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten,
Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen wie kaltgepresstem Olivenöl. Einer
großen Studie [2] zufolge, kann sie das Risiko für
Herzkreislauferkrankungen von kardiovaskulären Risikopatienten allein um
30% senken. Auch nierenkranken Patienten bringt sie Vorteile:

- Die durchschnittliche Eiweißzufuhr entspricht bei mediterraner Kost in
etwa der für nierenkranke Patienten empfohlenen Menge (∼0,8 g/kg/Tag),
wobei das Eiweiß hauptsächlich aus Gemüse, Fisch und weißem Fleisch
stammt.

- Unter der Diät kommt es zu einer niedrigen glykämischen Last /
glykämischem Index.

- Die Diät reduziert oxidativen Stress und Entzündungen.

- Durch die frischen Zutaten/frische Zubereitung der Speisen ist die Salz-
und Phosphataufnahme geringer als bei vielen anderen Ernährungsweisen.

Die europäische Arbeitsgruppe geht davon aus, dass sich diese Vorteile
gerade auch bei nierenkranken Patienten günstig auswirken. Sie räumt
allerdings auch ein, dass diese Kost zu höheren Kaliumwerten führen kann,
da Früchte und Gemüse viel Kalium enthalten. Inwieweit das schädlich oder
gar gefährlich ist, könne noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Die
Arbeitsgruppe empfiehlt daher Patienten, die sich mediterran ernähren,
regelmäßig zur Laborwertkontrolle zu gehen. Ideal wäre eine Betreuung
durch einen Ernährungsberater.

„Grundsätzlich schließt sich die deutsche Nephrologie dieser Empfehlung
an“, erklärt Prof. Dr. Jan C. Galle, Pressesprecher der Deutschen
Gesellschaft für Nephrologie. „Solange die Kaliumwerte im Normalbereich
liegen, spricht vieles dafür, dass Nierenpatienten im Hinblick auf ihr
kardiovaskuläres Risiko und auch im Hinblick auf nierenspezifische
Problematiken von der mediterranen Diät profitieren. Sie ist phosphatarm –
und wir wissen, dass ein hohes Phosphat zu einer höheren Sterblichkeit bei
unseren Patienten führt. Sie ist salzarm und kann daher den Blutdruck
senken, was für Nierenpatienten bedeutsam ist, um die verbliebe
Nierenfunktion noch möglichst lange zu erhalten. Sie ist arm an
gesättigten, aber reich an ungesättigten Fettsäuren, die in Fisch oder
hochwertigen Ölen enthalten ist. Das führt zu einem guten Lipidspiegel und
wirkt sich positiv auf die Herz-Kreislaufgesundheit aus.“

Wichtig: Einige Menschen glauben, dass jedes mediterrane oder mediterran
klingende Gericht zur mediterranen Kost zählt. Das ist falsch. Fastfood-
Gerichte wie Döner, fett- und fleischlastige Pasta oder Tiefkühlpizzen
entsprechen nicht der mediterranen Diät.

[1] https://academic.oup.com/ndt/article/doi/10.1093/ndt/gfx085/3917052/Mediterranean-diet-as-the-diet-of-choice-for?guestAccessKey=23f7158f-9dfc-4555-b924-33ad20c47712
[2] Estruch R, Ros E, Salas-Salvado J et al. Primary prevention of
cardiovascular disease with a Mediterranean diet. N Engl J Med 2013; 368:
1279–1290

  • Aufrufe: 166

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Trauernde brauchen Zeit, Raum und Unterstützung

In einer aktuellen Stellungnahme unterstreicht die Deutsche Gesellschaft
für Palliativmedizin (DGP), dass Trauer eine natürliche Reaktion
darstellt, „eine normale und hilfreiche Emotion, der Akzeptanz,
Wertschätzung und Unterstützung seitens der Gesellschaft zusteht.“ Für
Einzelne jedoch kann der persönliche Verlust „auch so schwerwiegende und
stark belastende Folgen haben, dass der Trauerprozess in eine Störung
münden kann, die einer therapeutischen Unterstützung bedarf.“ betont die
multiprofessionelle Fachgesellschaft anlässlich der geplanten Einführung
einer Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“ in das internationale
Krankheitsklassifikationssystem ICD-11.

„Trauer braucht Zeit und Raum.“ Mit diesem kurzen Satz unterstreicht die
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in einer aktuellen
Stellungnahme, dass Trauer eine natürliche Reaktion darstellt, „eine
normale und hilfreiche Emotion, der Akzeptanz, Wertschätzung und
Unterstützung seitens der Gesellschaft zusteht.“ Trauer gehört ebenso wie
die Themen Tod und Sterben enttabuisiert, damit trauernde Menschen diese
Zeit mit Unterstützung und in Begleitung von Familienangehörigen und
Freunden oder auch mit Hilfe von Trauerbegleitung durch Ehren- und
Hauptamtliche durchlaufen können, erklärt Diplompsychologe Jan Gramm für
die DGP. Für Einzelne allerdings kann der persönliche Verlust „auch so
schwerwiegende und stark belastende Folgen haben, dass der Trauerprozess
in eine Störung münden kann, die einer therapeutischen Unterstützung
bedarf.“, betont die multiprofessionelle Fachgesellschaft anlässlich der
geplanten Einführung einer Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“ in das
internationale Krankheitsklassifikationssystem ICD-11.

Für die Diagnosestellung braucht es, so Psychotherapeut und Psychoonkologe
Urs Münch, Vorstandsmitglied der DGP, auf Seiten der Behandler sehr gute
Kenntnisse der Diagnosekriterien und sorgfältiges Vorgehen, um „normale
Trauer“ von „komplizierter Trauer“ abzugrenzen. Die Bezeichnung
„anhaltende Trauerstörung“ be-deutet nicht , dass jede länger anhaltende
Trauer eine psychische Störung darstellt. Vielmehr zeigt eine große
internationale Trauerstudie, dass als Leitsymptom für diese Diagnose die
„Sehnsucht“ im Sinne eines brennenden Verlangens und als Ausdruck tiefsten
Trennungsschmerzes gelten kann, sofern sie täglich auftritt, das Leben
deutlich beeinträchtigt und dies über eine sehr lange Zeit. Beschrieben
ist außerdem das Zeitkriterium von mindestens sechs Monaten, das - so Jan
Gramm - bedeutet, dass frühestens nach einem halben Jahr eine
Risikoabschätzung zur zukünftigen Entwicklung einer komplizierten Trauer
getroffen werden kann.

Denn nur etwa drei Prozent der Trauernden leiden nach aktuellen
Forschungsergebnissen unter einer Form der Trauer, die sie in
Lebensführung und Lebensfluss so stark beeinträchtigt, dass ihnen der
Zugang zu professioneller Hilfe erleichtert werden sollte. Deshalb geht es
nicht darum, den normalen Trauerprozess zu pathologisieren, sondern denen
zu helfen, denen bislang eine Unterstützung erschwert wird, weil es keine
angemessene Diagnose zur Beschreibung der Komplikationen im Rahmen eines
Trauerprozesses gibt. Vielmehr wird wohl meist eine Anpassungsstörung oder
eine depressive Störung diagnostiziert.  Urs Münch verspricht sich von
einer entsprechenden Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“, dass sich Ärzte
und Psychotherapeuten stärker mit dem Verlauf und der Komplexität von
Trauer befassen und sich in deren adäquater Behandlung fachlich
qualifizieren, „so dass Betroffene ein ausreichendes auf ihr Problem
zugeschnittenes Angebot ambulanter Psychotherapie haben“.

Abschließend unterstreicht Sindy Herrmann, Sprecherin der Sektion Soziale
Arbeit der DGP, deren Mitglieder sterbende Menschen wie auch deren
Angehörige intensiv betreuen, die Wichtigkeit und Wirksamkeit von
Trauerbegleitung, welche von unterschiedlichen Berufsgruppen sowie von
geschulten Ehrenamtlichen geleistet wird. Trauerforscher Prof. Dr. Michael
Wissert hebt hervor: „Dieses Angebot muss weiter ausgebaut, bekannter
gemacht und mit der Palliativversorgung und niedergelassenen Ärzten
vernetzt werden. Denn Trauerbegleitung in ihrer gesamten Bandbreite hat
nachweislich präventiven Charakter.“


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgpalliativmedizin.de/images/20170705_DGP_Stellungnahme_Anhaltende_Trauerst%C3%B6rung.pdf

  • Aufrufe: 545