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Gesundheit

Gesundheitsförderung berufsbegleitend studieren

Trainingswissenschaftliche Diagnostik im Labor  Alex Koch
Trainingswissenschaftliche Diagnostik im Labor Alex Koch

Für alle, die bereits ein Bachelorstudium oder eine Berufsausbildung im
Bereich Gesundheitsförderung, Prävention oder Rehabilitation absolviert
haben und sich nebenberuflich weiterqualifizieren möchten, gibt es nun ein
neues Angebot. Ab Wintersemester 2017/18 bieten die Hochschule Furtwangen
und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Verbund den Studiengang
„Interdisziplinäre Gesundheitsförderung“ an. Er führt zum Abschluss
„Master of Science“. Das Besondere daran: Es können entweder einzelne
Lehr-Module oder der gesamte Masterstudiengang belegt werden. Die
Geschwindigkeit und die Intensität des Studiums können an die eigenen
Bedürfnisse angepasst werden.

Um was geht es inhaltlich? In bewegungsbasierten pädagogischen und
therapeutischen Berufen wie auch in Gesundheits- und Pflegetätigkeiten
fehlt oft die Nähe zur Forschung und zum Transfer. Hier setzt der neue
Studiengang an: Weiterbildung auf akademischem Niveau und zugleich mit
Praxisbezug. Die Module zu Ernährung, Bewegung, Diagnostik in der
Gesundheitsförderung, Management, Gesundheitspsychologie und Betrieblichem
Gesundheitsmanagement schaffen interdisziplinäre, wissenschaftlich
fundierte Kompetenzen. Für alle, die im Bereich Physiotherapie arbeiten,
sind die Module im Bereich Orthopädische Manuelle Therapie (OMT) besonders
interessant. Denn hier bietet sich die Möglichkeit, das OMT-Examen
abzulegen und zugleich eine akademische Ausbildung zu erhalten.

Damit Berufstätige das Studium absolvieren können, findet der Unterricht
am Wochenende statt – meist in Freiburg, teils auch in Furtwangen. Großer
Wert wird auf begleitete Online-Selbstlern-Phasen gelegt, die
ortsunabhängig absolviert werden können.
"Ein wissenschaftlich fundiertes Weiterbildungskonzept", bewertet Marco
Maier, Physiotherapeut und studierter Sportwissenschaftler, der das neue
Angebot für den Masterabschluss nutzen möchte.

Bewerbungsschluss ist der 15. August.

Kontakt: Katharina Poggel, Tel. 0761 203-67459, und Karen Markowski, Tel.
07723 920-2676
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.igf-studium.de

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Medizininformatik studieren an der BTU Cottbus–Senftenberg

Jetzt bewerben für ein interdisziplinäres Studium mit hohem Praxisbezug
und Einbeziehung in die Forschung!

Seit dem Wintersemester 2016/17 verbindet der neue universitäre
Bachelorstudiengang Medizininformatik an der BTU Cottbus–Senftenberg die
Möglichkeiten der Informationsverarbeitung und der Medizintechnik mit den
Anforderungen der modernen Medizin. Nach sechs Semestern erlangen die
Studierenden den Abschluss Bachelor of Science. Wer sich für ein Studium
der Medizininformatik interessiert, kann sich jetzt und noch bis zum 30.
September 2017 für den Beginn zum Wintersemester 2017/18 bewerben und
dafür die Möglichkeit der Online-Bewerbung unter der Interentadresse
www.b-tu.de/studium/bewerbung-und-zulassung nutzen.

Dort, wo zwischen Medizin und Informationstechnik theoretisch eine Grenze
verläuft, baut Medizininformatik Brücken zwischen den beiden Disziplinen -
für eine Medizin, die den Patienten bestmöglich dient, für eine Forschung,
die Grenzen überwindet. Dabei setzt der Studiengang an der BTU
Cottbus–Senftenberg Schwerpunkte in Computational Neuroscience, Analyse
und Auswertung von medizinischen Daten sowie Signal- und Bildverarbeitung
in der Medizin. Themen des Studienganges sind zum Beispiel die Entwicklung
von Modellen für eine Wissensbasis, die den Arzt in seinen Entscheidungen
unterstützt. Dies kann durch eine automatisierte modellbasierte Analyse
von Patientendaten oder die Simulation von Patientenverhalten geschehen.

Auf der Basis einer breit gefächerten Grundlagenausbildung werden die
künftigen Absolventinnen und Absolventen befähigt, analytische und
konzeptionelle Fähigkeiten auf dem Gebiet der Medizininformatik zu
entwickeln. Darüber hinaus werden sie bewusst auf die Entwicklung von
sozialen Kompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeiten orientiert.
Zudem entwickeln die Studierenden Methodenkompetenzen, beispielsweise
Problemlösungstechniken.

Selbständiges Arbeiten an wissenschaftlichen Fragestellungen
Ein großes Plus für die Studierenden ist ihre Einbeziehung in die
Forschung des Instituts für Medizintechnologie. Aufgrund einer projekt-
und praxisbezogenen Studienphase können sie selbstständig über mehrere
Semester an wissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten.

Zum Beispiel erforscht das Institut für Medizintechnologie in Kooperation
mit dem Klinikum Niederlausitz unter Einbeziehung von Studierenden die
Motorik von an Parkinson erkranken Patienten. Studierende der
Medizininformatik sind zudem an der Entwicklung des kinästhetischen
Transferierungsassistenzsystems (KITRAS) beteiligt, das die Funktionen
einer Aufstehhilfe und Transferhilfe, mit einer neuartigen Hebevariante
vereint. Auch an der Entwicklung einer sogenannten Anti-Dekubitusmatratze,
des ersten sensorgesteuerten Systems zur Prävention von Druckgeschwüren im
Pflege- und Intensivmedizinbereich auf der Basis des
Mikroumlagerungsprinzips, und in Projekten mit dem Gesundheitsclub Vital
in Senftenberg und der Praxisklinik für Herz und Gefäße in Dresden haben
Studierende mitgewirkt.

Wer ein Studium in Medizininformatik aufnehmen möchte, sollte gute
Leistungen in Mathematik, Interesse an Programmierung und eine Neigung für
medizinische Fragestellungen haben. Für die vielfältigen Aufgaben sind
interdisziplinäres Denken, Kommunikationsfähigkeit und Kreativität
erforderlich.

Der universitäre Studiengang Medizininformatik ist einzigartig in der
Region von Berlin bis Dresden. Standort des Instituts für
Medizintechnologie, das den Studiengang anbietet, ist Senftenberg. Für
einige Fächer der Informatik und Mathematik im Studiengang findet Lehre
auch am Zentralcampus in Cottbus statt. Der Studiengang ist nicht
zulassungsbeschränkt.

Beste Aussichten für die berufliche Zukunft. Die beruflichen
Tätigkeitsfelder der Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs
Medizininformatik sind vielfältig. Unter anderem finden sich diese in
Krankenhäusern, in Gemeinschaftspraxen von
Fachärzten, bei Krankenkassen, in Medizintechnik-Unternehmen, in der
pharmazeutischen Industrie und in Forschungseinrichtungen, aber auch im
Öffentlichen Dienst, in Verbänden des Gesundheitswesens, in der IT-
Branche, in Software- und Systemhäusern sowie bei Beratungsunternehmen.

Ebenso haben die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs
die Möglichkeit, ihr Studium an der BTU Cottbus–Senftenberg im
Masterstudiengang Informatik fortzuführen. Ein viersemestriger
Masterstudiengang Medizininformatik ist geplant.

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Bei Diabetes ist jedes akute Fußproblem ein Notfall

Als anerkannte ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtung ist das
Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, seit mehr als zehn Jahren
zertifiziert.

Erneut hat Professor Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Direktor des
Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), die
Auszeichnungen als „Ambulante und Stationäre Fußbehandlungseinrichtung“
nach erfolgreich abgeschlossenem Re-Zertifizierungsverfahren
entgegengenommen.

Seit 2003 zeichnet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Einrichtungen
aus, die nachweislich eine leitliniengerechte Behandlung ihrer Patienten
sicherstellen. Das erklärte Ziel der Fachgesellschaft ist es, die Qualität
der Patientenversorgung in Deutschland fortlaufend und flächendeckend zu
verbessern. Denn die Behandlung der Folgeerkrankung „Diabetisches Fuß-
Syndrom“ ist komplex und langwierig – oft ist ein stationärer
Klinikaufenthalt notwendig.

„Jeder vierte Diabetiker muss im Laufe seiner lebenslangen Erkrankung
damit rechnen, vom Diabetischen Fuß-Syndrom betroffen zu sein,“ sagt
Professor Tschöpe. Zunehmend leiden ältere Patienten daran. „Die Ursachen
können in einer diabetesspezifischen Nervenstörung liegen, der sogenannten
Polyneuropathie. Aber auch Durchblutungsstörungen verursachende
Gefäßerkrankungen sind für schlecht heilende Wunden am Fuß
verantwortlich.“

Oberstes Ziel: Erhalt der Gliedmaßen

Um eine drohende Amputation von Zehen, Unter- oder Oberschenkel zu
vermeiden, ist es wichtig, den Ernst der Erkrankung so früh wie möglich zu
erkennen. „Grundsätzlich ist es ratsam, bei Menschen mit Diabetes jedes
akute Fußproblem als Notfall zu behandeln,“ rät Oberärztin Dr. medic.
Tania-Cristina Costea, Leitende Ärztin des Wundheilungszentrums im
Diabeteszentrum. Allein den Heilungsprozess chronischer Wunden zu fördern
und Extremitäten zu erhalten, reiche aber nicht aus. „Die gezielte
Diagnose sollte die Gefäße und mögliche Polyneuropathien einschließen und
vor allem auch die Blutzuckereinstellung überprüfen.“ Um das Diabetische
Fuß-Syndrom erfolgreich zu behandeln, müssen Ärzte, Podologen,
Wundassistenten, Orthopädieschuhmacher/-techniker, Pflegekräfte und
Diabetesberater interdisziplinär zusammenarbeiten.

Dass dieser Zusammenschluss der beteiligten Fachkräfte im HDZ NRW
hervorragend funktioniert, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft nunmehr
erneut anerkannt. Um die Auszeichnungen zu erhalten, muss nachgewiesen
werden, dass die Prinzipien der Behandlung des Diabetischen Fuß-Syndroms
eingehalten werden, alle Diagnostik- und Behandlungsabläufe miteinander
koordiniert stattfinden und auch vorbeugende Maßnahmen berücksichtigt
werden. Auch ein gegenseitiger Austausch mit anderen zertifizierten
Zentren ist vorgeschrieben.

In Ostwestfalen-Lippe gibt es derzeit acht ambulante (bundesweit 209)
sowie drei stationäre (bundesweit 87) Fußbehandlungseinrichtungen, die
nach den DDG-Kriterien zertifiziert sind. Schwerpunkte im
Wundbehandlungszentrum des Diabeteszentrums im HDZ NRW gelten der
eingehenden Diagnostik sowie der Infektbehandlung und systemischen
antibiotischen Therapie. Zur Förderung der Wundheilung werden Therapien
mit Eigenblut oder Maden durchgeführt. Auch innovative Verfahren wie
Kaltplasma oder Fischhaut werden erprobt. Ein spezielles Augenmerk gilt
der Behandlung des Charcot-Fußes, bei dem es nach unbemerkten
Verstauchungen oder Knochenbrüchen aufgrund fehlender Schmerzsensibilität
zu Gelenkdeformitäten des Fußes kommen kann. Die Druckentlastung und
Ruhigstellung der betroffenen Regionen hat dabei oberste Priorität.

„Das Diabetische Fuß-Syndrom ist heute einer der wichtigsten Gründe für
Amputationen,“ betont Professor Tschöpe. „Viele davon könnten bei
rechtzeitiger Diagnostik und Therapie verhindert werden.“ Daher fordere
die Fachgesellschaft, dass der Weg zum Einholen einer Zweitmeinung vor der
Amputation sichergestellt sein müsse.

Hintergrundinformation:

Die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß ist die wissenschaftlich und
interdisziplinär arbeitende Gruppe in der Deutschen Diabetes Gesellschaft,
die sich mit der Thematik „Diabetischer Fuß“ beschäftigt. Unter den über
700 Mitgliedern finden sich neben Podologen, Diabetesberatern,
Wundassistensten und Orthopädieschuhmachern über 400 Ärzte zusammen. Die
AG Fuß ralisiert seit 2003 die Zertifizierung „Stationäre/Amublante
Fußbehandlungseinrichtung“ mit aktuell rd. 300 anerkannten Einrichtungen
in Deutschland.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon
14.400 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa.

Im Diabeteszentrum des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr.
h.c. Diethelm Tschöpe werden jährlich rund 2.000 Menschen mit allen Typen
des Diabetes mellitus und seinen Folgeerkrankungen - behandelt. Zum
Leistungsspektrum gehört auch die Diagnostik und Therapie
endokrinologischer und gastroenterologischer Erkrankungen. Ein besonderer
Schwerpunkt ist die kardiovaskuläre Risikoabschätzung und Behandlung von
Herz- und Gefäßerkrankungen im integrierten Versorgungskonzept. Zudem ist
das Diabeteszentrum auf die Behandlung von Nervenschäden und
Durchblutungsstörungen spezialisiert, dazu gehört auch die Wundheilung bei
Diabetischem Fußsyndrom.
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HPV-Impfung - die oft versäumte Chance gegen Krebs

Gegen Bakterien gibt es Antibiotika, nur gegen einzelne Viren gibt es
antivirale Medikamente, die jedoch oft nicht ausreichend wirksam sind und
auch Nebenwirkungen verursachen können. Daher hat die Impfprävention gegen
virusbedingte Krankheiten, wie z.B. Masern, Mumps, Röteln oder Hepatitis B
schon immer eine ganz besondere Bedeutung.

Eines der erfreulichsten Ergebnisse dieser Bemühungen war die Entwicklung
und Zulassung einer Impfung gegen humane Papillomviren, die
Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen verursachen können. Studien
bestätigen die schützende Wirkung der HPV-Impfung, unerwünschte Reaktionen
sind ausgesprochen selten. Dennoch liegen die Durchimpfungsraten trotz der
seit zehn Jahren durch die STIKO ausgesprochenen Empfehlung noch unter 50
Prozent, stellt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Übersicht
fest.

Eine Untersuchung der Ständigen Impfkommission STIKO beim Robert-Koch-
Institut Berlin kam nämlich zu eher ernüchternden Ergebnissen, berichtet
die Stiftung Kindergesundheit: Seit der Einführung der Impfung in
Deutschland sind die Impfquoten zwar leicht angestiegen, liegen jedoch
immer noch auf niedrigem Niveau. Ende 2016 wiesen nur 30,5 Prozent der
15-jährigen Mädchen eine vollständige Impfung auf. Auch unter den
17-jährigen waren Ende 2016 lediglich 42,5 Prozent vollständig geimpft.
Dabei lagen die Impfquoten in den neuen Bundesländern stets weit über den
noch niedrigeren Werten der alten Bundesländer.

„Beim Gebärmutterhalskrebs – in der Fachsprache Zervixkarzinom genannt -
konnte durch den deutschen Forscher Harald zur Hausen belegt werden, dass
an seiner Entstehung bestimmte Viren beteiligt sind“, berichtet Professor
Dr. Johannes Liese, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung
Kindergesundheit. „Es sind die Humanen Papillomviren, abgekürzt HPV. Die
bis heute bekannten rund 210 Untertypen des humanen Papillomvirus sind
weltweit verbreitet. Einige von ihnen können bei Menschen
Gebärmutterhalskrebs, aber auch Scheiden-, Penis- und Analkarzinome und
Genitalwarzen hervorrufen“.

Es gibt mittlerweile drei zugelassene Impfstoffe gegen HPV-Viren: Alle
drei Impfstoffe schützen vor der Infektion mit den beiden häufigsten an
der Krebsentstehung beteiligten HPV-Typen, HPV 16 und 18. Diese zwei Typen
führen zu Schleimhautveränderungen, die in der Scheide und auch an den
äußeren Genitalien beider Geschlechter, also bei Frau und Mann, Krebs
auslösen können. HPV 16 und 18 verursachen in Europa rund 75 Prozent der
Gebärmutterhalskrebse.

Ein weiterer Impfstoff bietet ebenfalls Schutz vor HPV 16 und 18, richtet
sich darüber hinaus auch gegen die beiden HPV-Typen HPV 6 und 11, die zwar
nicht zu Krebs, aber zu Genitalwarzen, so genannten Kondylomen oder
Feigwarzen führen können.

Ein weiterer, im letzten Jahr zugelassener Impfstoff vermittelt Schutz vor
den HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 und kann damit die
Infektion mit weiteren, Zervixkarzinom auslösenden HPV Typen verhindern.
Dieser so genannte „9-valente“ Impfstoff wird vermutlich nach einer
Übergangszeit den früheren („4-valenten“) Impfstoff ersetzen. Zusammen
sind die HPV-Impfstoffe weltweit bereits über 260 Millionen Mal verwendet
worden.
Lovestories mit Risiken
„HPV-Infektionen sind häufig“, erläutert Professor Dr. Johannes Liese.
„Fast jeder sexuelle aktive Erwachsene kommt irgendwann in seinem Leben in
Kontakt mit Papillomviren. Die meisten von ihnen müssen keine negativen
Folgen befürchten: Das Immunsystem schafft es in aller Regel, den
unerwünschten Eindringling wieder loszuwerden. Eine chronische Infektion
mit den so genannten Hochrisikotypen von HP-Viren kann aber auch
gefährlich werden: Als vermutliche Folge davon erkranken in Deutschland
jedes Jahr etwa 4.700 Frauen neu am Gebärmutterhalskrebs, 1.500 bis 1.600
sterben daran“.

Die Impfung ist nur dann wirksam, wenn es noch nicht zur Ansteckung
gekommen ist. Da humane Papillomviren durch Geschlechtsverkehr übertragen
werden, sollte früh genug geimpft werden, lautet die übereinstimmende
Empfehlung von Infektiologen und Impfexperten. Sie lässt sich mit Zahlen
untermauern: Die Mehrheit der Mädchen erlebt heute ihre erste Regel mit
zwölf oder 13 Jahren. 36 Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Jungen
geben an, bereits mit 14 bis 15 Jahren den ersten Geschlechtsverkehr
erlebt zu haben (Statista 2016).
Wirksam und gut verträglich
Der Schutz der HPV-Impfstoffe wird durch die Erzeugung von hohen
Antikörperspiegeln im Blut der Geimpften vermittelt. Die Dauer des
Schutzes ist jedoch noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch von
mindestens 10 Jahre ausgegangen. Empfehlungen für Auffrischungen gibt es
deshalb noch nicht.

In Australien wurden bereits 2007 durch ein staatliches Impfprogramm an
Schulen fast neun von zehn Mädchen geimpft, berichtet die Stiftung
Kindergesundheit. Bereits einige Jahre später wurde eine 60-prozentige
Abnahme der auffälligen Gebärmutterhals-Abstriche beim Frauenarzt
dokumentiert. Bei Jugendlichen unter 21 Jahren konnte zudem ein Rückgang
der Genitalwarzen um 80 Prozent festgestellt werden. Da in Australien sehr
viele Mädchen geimpft sind, ist die Infektionsrate auch bei den Jungen
zurückgegangen, obwohl nur die Mädchen geimpft wurden (Herdenschutz).

In den USA wurden bisher mehr als 56 Millionen Impfdosen verabreicht.
Lebensbedrohliche Nebenwirkungen sind dabei nicht aufgetreten. Als
unerwünschte Wirkungen der Impfung wurde häufiger über Fieber, Schmerzen,
Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle berichtet. Auch Juckreiz und
Blutungen an der Injektionsstelle sind möglich. Im Schnitt wurden bei
100.000 Impfungen lediglich 54 Nebenwirkungen gemeldet.
Schutz auch vor Krebs in Mund und Hals
In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die HPV-Impfung auch
Genitalwarzen und Krebsvorstufen an der Scheide und den Schamlippen
vorbeugen kann, die mit Papillomviren in Zusammenhang stehen, hebt die
Stiftung Kindergesundheit hervor. Studien mit insgesamt über 18.000 jungen
Frauen ergaben: Geimpfte Frauen hatten zu 49 Prozent weniger
Hautveränderungen an Scham und Scheide als nicht geimpfte Patientinnen. In
Australien, wo Impfprogramme zu einer Durchimpfungsrate von 73 Prozent
geführt haben, ging die Häufigkeit von Genitalwarzen bei Frauen unter 21
Jahren von 11,5 Prozent im Jahre 2007 auf 0,85 Prozent im Jahre 2011
zurück. Bei Frauen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren wurde ein Rückgang
von 11,3 auf 3,1 Prozent registriert.

Möglicherweise kann die HPV-Impfung auch das Risiko für Krebserkrankungen
im Mund-Rachen-Raum, wie z.B. von Kehlkopf-Krebs verringern. Offenbar
spielen nämlich neben Alkohol und Rauchen auch HP-Viren vom Typ 16 bei der
Entstehung derartiger Tumore eine ursächliche Rolle.
Impfalter auf neun Jahre gesenkt
Die STIKO empfahl die Impfung ursprünglich für Mädchen zwischen zwölf und
17 Jahren. Im August 2014 senkte das Expertengremium am Robert-Koch
Institut das empfohlene Impfalter auf neun bis 14 Jahre und empfahl nur
noch zwei anstatt drei Impfstoffdosen für eine vollständige Immunisierung.
Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt
werden. Alle Krankenkassen übernehmen die kompletten Kosten für die
Impfung für den Altersbereich der 9- bis 17jähriger Mädchen, ohne dass
eine Zuzahlung nötig ist.

Zur besseren Information der Zielgruppe bieten sich die von Kinder- und
Jugendärzten angebotene und vielen Krankenkassen freiwillig übernommene
Vorsorgeuntersuchung U11 im Alter von 9 bis 10 Jahren und die
Jugendgesundheitsuntersuchung J1 im Alter von 12 bis 14 Jahren an. „Leider
wird gerade die J1 immer noch von viel zu wenigen Berechtigten
wahrgenommen“, so Professor Liese. „Es bedarf deshalb einer Intensivierung
der Impf-Aufklärung auch in den gynäkologischen Praxen. Auch Eltern
sollten den Kinder- und Jugendarzt, Haus- oder Frauenarzt ihrer Töchter
früh auf die HPV-Impfung ansprechen“.
Impfung bald auch für die Jungen?
Laut Professor Liese wäre es auch sinnvoll, nicht nur junge Mädchen,
sondern auch Jungen gegen die Papillomviren zu impfen. Schließlich können
auch Männer an den Folgen einer HPV-Infektion erkranken, am häufigsten an
den schwer zu behandelnden und sehr infektiösen Genitalwarzen.
Darüberhinaus sind jugendliche Männer auch Überträger der Viren. Dadurch
bestünde die Möglichkeit, die Anzahl der Gebärmutterhalskrebserkrankungen
und anderer HP-Virus assoziierter Erkrankungen noch weiter zu senken. Die
sächsische Impfkommission SIKO empfiehlt die HPV-Impfung bereits seit 2013
auch für Jungen und Männer. Seit Anfang 2017 empfiehlt sie die HPV-Impfung
für alle Mädchen und Frauen ab 10. bis zum vollendeten 26. Lebensjahr und
für alle Jungen und Männer ab 10. bis zum vollendeten 26. Lebensjahr,
bevorzugt mit dem 9-valenten Impfstoff.

Mädchen und Frauen, die sich gegen die humanen Papillomviren impfen
lassen, sollten jedoch wissen: Die Impfung schützt nur vor den darin
deklarierten HPV-Viren, nicht jedoch vor Infektionen mit anderen Typen des
Virus, betont die Stiftung Kindergesundheit. Die Früherkennungsmaßnahmen
zum Gebärmutterhalskrebs beim Frauenarzt sollten deshalb auch von
geimpften Frauen unverändert in Anspruch genommen werden. In Deutschland
haben alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf die
kostenlose Früherkennung.

Wichtige Informationen über die HPV-Impfung und über die Sexualaufklärung
von Kindern und Jugendlichen vermittelt die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Maarweg 149-161 / 50825 Köln / Tel +49
221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300. Online-Angebote unter www.bzga.de, www
.impfen-info.de und www.kindergesundheit-info.de

Nachdruck kostenlos. Wir freuen uns über einen Beleg.

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