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Gesundheit

Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2017: „Das Leben ist eine Chance, mach was Gutes daraus“

Franz Müntefering spricht über alternde Gesellschaft  DGS / LeisslAlt werden in Würde und ohne Schmerzen, das sind die beiden wichtigsten
Herausforderungen unserer Zeit, erklärte Franz Müntefering, ehemaliger
Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales, in seinem Vortrag
zum Thema „Schmerzen in der alternden Gesellschaft“ direkt im Anschluss an
die offizielle Eröffnung des 28. Deutschen Schmerz- und Palliativtages. In
Deutschland haben wir jetzt schon 4,5 Millionen über 80-Jährige und 12.300
über 100-Jährige. „In 50 Jahren füllen die 100-Jährigen ein Stadion mit
70.000 Plätzen! Um diese Menschen müssen wir uns kümmern. Und wie wir das
machen, darüber müssen wir reden, gesamtgesellschaftlich und rechtzeitig“,
so Müntefering.

„In den letzten 50 Jahren ist viel erreicht worden, auch durch die
Hochleistungsmedizin“, erklärte Franz Müntefering den Kongressteilnehmern.
Viel wichtiger seien aus seiner Sicht aber zum einen die wieder aufgelebte
Hospizbewegung, bei der vor allem die Begleitung der Menschen an ihrem
Lebensende im Vordergrund steht. Zum anderen die Palliativmedizin, bei der
die medizinische, vor allem schmerzlindernde Betreuung im Vordergrund
steht. Er selbst hat einige Hospize mit eingerichtet und dafür den
Ehrenpreis des deutschen Hospiz- und Palliativverbandes erhalten.

Heute gebe es für viele alte Menschen „viele gute Jahre on top“, doch man
soll auch einfach sterben dürfen. Wie es für den betroffenen alten
Menschen am besten ist, das sei sehr verschieden. Wichtig ist, dies
frühzeitig zu regeln, Angehörige müssen das Gespräch suchen, eine
Patientenverfügung sollte erstellt werden. „Viele Menschen möchten ihren
Angehörigen zuhause pflegen, das ist sehr ehrenwert. Aber können sie das
auch? Pflege muss man lernen. Müntefering fordert daher deutlich mehr
verlässliche Information und Beratung zu unterstützenden Angeboten.

Leider gebe es zudem gerade auf dem Land immer wieder Ärztemangel und
damit große Versorgungslücken: „Um das zu verbessern, müssen wir auch in
der Politik Kraft und Anstrengung reinstecken“, fordert Müntefering. In
seinem Schlusswort appellierte er aber auch an die Eigenverantwortung
jedes einzelnen: „Irgendwann muss man einsehen, dass man selber alt ist.
Es sind nicht nur die anderen. Wenn ich gut alt werden will, muss ich
rechtzeitig etwas tun, von gesunder Ernährung bis mehr Bewegung. Das Leben
ist eine Chance, machen Sie was Gutes daraus.“
Weitere Informationen finden Sie unter
www.schmerz-und-palliativtag.de

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Deutscher Schmerz- und Palliativtag: Hausärzte und Schmerzmediziner – gemeinsam gegen die Schmerzen

Schmerzmediziner und Hausärzte - Gemeinsam gegen die Schmerzchronifizierung  DGS / Leissl„Wir Schmerzmediziner wollen gemeinsam mit den
Hausärzten gegen die Chronifizierung von Schmerzen arbeiten“, sagte Dr.
Johannes Horlemann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für
Schmerzmedizin (DGS) beim Pre-Congress des Deutschen Schmerz- und
Palliativtages. Unter dem Motto „Hausärzte und Schmerzmediziner –
gemeinsam gegen die Schmerzchronifizierung“ fand dort erstmalig eine
gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der DGS und des Deutschen
Hausärzteverbands statt. „Wir wollen Schnittstellen zwischen Hausarzt und
Schmerzmediziner aufzeigen, gemeinsam mögliche Lösungen finden und die
Zusammenarbeit optimieren“, so Horlemann weiter.

Rund die Hälfte aller Schmerzpatienten leiden unter Rückenschmerzen. Das
zeigen z. B. erste Auswertungen aus dem DGS-PraxisRegister Schmerz, dem
weltweit größten Schmerzregister. Damit sind Rückenschmerzen eine
Volkskrankheit, mit der täglich sowohl Hausärzte als auch Schmerzmediziner
konfrontiert werden. Laut Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie
Kreuzschmerz können bis zu 90 Prozent der symptomatischen
Bandscheibenvorfälle durch eine konservative Therapie beherrscht werden.
Dennoch werden jährlich rund 100.000 dieser Patienten in Deutschland
operiert. Ein Beispiel, das den Optimierungsbedarf in der Therapie von
Rückenschmerzen demonstriert.

Ähnlich sieht es bei Kopfschmerzen aus, unter denen bis zu 20 Prozent der
Patienten leiden, die in eine Hausarztpraxis kommen. Ähnlich wie Patienten
mit Rückenschmerzen, sind Patienten mit Kopfschmerzen stark in ihrem
Alltag beeinträchtigt.

Ein enger Austausch zwischen Schmerzmedizinern und Hausärzten soll nun
dazu beitragen, Schmerzen erfolgreicher zu behandeln. Dazu wird es auch
zukünftig gemeinsame Fortbildungen geben. Die beteiligten
Fachgesellschaften, Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin und der
Deutsche Hausärzteverband, rufen zudem dazu auf, sich auch vor Ort
interdisziplinär zu vernetzen und sich z. B. zu konkreten Patientenfällen
auszutauschen.

Weitere Informationen unter www.schmerz-und-palliativtag.de

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Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

Fraunhofer FEPAm Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und
Plasmatechnik FEP, einem der führenden Forschungs- und Entwicklungspartner
für Elektronenstrahlanwendungen, werden darauf basierende Verfahren und
Anlagen zum Einsatz in Medizin, Pharma und zum Schutz von Ressourcen und
Umwelt entwickelt.

Wissenschaftler des Fraunhofer FEP forschen bereits seit einigen Jahren
mit weiteren Partnern innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft erfolgreich am
Einsatz der Elektronenstrahltechnologie in der Medizintechnik. Die dabei
verwendete niederenergetische Inaktivierung der Krankheitserreger mit
Elektronenstrahlen (LEEI - Low Energy Electron Irradiation) kann auch für
eine besonders schonende Herstellung von Impfstoffen genutzt werden. Die
Grundlagen hierfür werden seit 2014 zusammen mit den Fraunhofer-Instituten
IZI, IPA und IGB erarbeitet.

Die meisten Impfungen beruhen auf Totimpfstoffen, bei denen die Viren
inaktiviert, also an der weiteren Vermehrung gehindert werden. Die Erreger
können im Patienten nun keine Krankheiten mehr verursachen. Dennoch
erkennt das Immunsystem sie und bildet die entsprechenden Antikörper und
damit einen wirksamen Schutz. Üblicherweise müssen die Erreger mehrere
Tage in einer Chemikalie lagern, bis sie inaktiviert sind. So braucht
bspw. Formaldehyd etwa zwei Wochen, um Hepatitis-A-Viren den Garaus zu
machen. Dieser Zeitaufwand ist kostspielig und für die Industrie ein
Nachteil. Zudem greift Formaldehyd auch die Proteine der Viren an, gegen
die das Immunsystem Antikörper bildet. Es verändert die Viren also und
damit sinkt die eigentliche Wirksamkeit des Impfstoffs.

Seit drei Jahren arbeitet das Fraunhofer-Konsortium an der Entwicklung
einer alternativen Technologie unter Verwendung niederenergetischer
Elektronenstrahlen. Die Projektergebnisse zeigen, dass die Technologie
grundsätzlich auf verschiedenste Virusarten (z. B. Influenza oder PRRSV -
„Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus“ löst das
Reproduktions- und Atemwegssyndrom der Schweine aus) sowie andere
Erregerarten (Bakterien, Parasiten) anwendbar ist. Durch die Bestrahlung
wird die zur Vermehrung notwendige Erbsubstanz der Viren zerstört. Im
Gegensatz zur chemischen Inaktivierung mit zum Beispiel giftigem
Formaldehyd bleiben jedoch die für die Immunantwort wichtigen
Oberflächenstrukturen erhalten. Der Körper kann dadurch deutlich
spezifischere Antikörper gegen den Erreger bilden und ist somit besser
geschützt. Im Ergebnis könnten geringere Dosen zur Impfung eingesetzt
werden. Außerdem reichen dank dieser Technologie dann statt mehreren Tagen
oder gar Wochen einige Millisekunden aus, um die Viren oder Bakterien zu
inaktivieren. Weiterer Vorteil der Bestrahlung mit niederenergetischen
Elektronen ist, dass sie auch in jedem Labor durchgeführt werden kann.

»Durch die Verwendung von niederenergetischer Elektronenstrahlung entsteht
eine neuartige, kompakte und hocheffiziente Technologie für die Produktion
sicherer und auch kostengünstiger Impfstoffe.«, erläutert Dr. Jessy
Schönfelder, Leiterin der Gruppe Medizinische Applikationen am Fraunhofer
FEP, die Erwartungen an die Entwicklungsarbeiten.

Innovative Medizinprodukte können durch niederenergetische Elektronen
ebenfalls effektiv sterilisiert werden. Vorstellbar sind beispielsweise
künstliche Kniegelenke mit integrierter Elektronik zur Erfassung der
Abnutzung oder Implantate wie Herzklappen mit neuartigen
Materialkombinationen inklusive biologischen Geweben, die für ihren
Einsatz sterilisiert werden müssen.  Die Wissenschaftler des Fraunhofer
FEP freuen sich auf neue Projekte mit Industriepartnern, um diese
zukunftsweisende Technologie für weitere Anwendungen nutzbar zu machen.
Das können z. B. die Entwicklung eines produktspezifischen, transportablen
Mini-Sterilisators oder von Technologien zur Sterilisation von flüssigen
Produkten sein.

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Länger leben durch Rezepte aus der Mittelmeerküche: Traum oder Realität?

Herzstiftungs-Ratgeber (kostenfrei) informiert für jedermann verständlich
über die gesundheitsfördernde Wirkung der Mittelmeerküche

Das Besondere an der traditionellen Mittelmeerküche, wie sie neben
Herzspezialisten längst auch Mediziner bei Krebs und Erkrankungen des
Nervensystems ihren Patienten empfehlen: Sie verbindet genussreiches
Kochen und Essen mit großen Vorteilen für die Gesundheit. Charakteristisch
für die Mittelmeerküche, wie sie die Herzstiftung propagiert, ist ein
hoher Anteil an Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten, Obst, Vollkornprodukten,
weniger Fleisch, dafür eher Fisch, Milchprodukte, bevorzugt Oliven- oder
Rapsöl, statt viel Salz Gewürze und Kräuter. „Die mediterrane Küche trägt
die wichtigsten Bausteine einer herzgesunden Ernährung in sich. Wer sich
konsequent nach den Rezepten der Mittelmeerküche ernährt – am besten
bereits im Kindesalter –, trägt zu einer besseren Gefäßfunktion im jungen
Erwachsenenalter bei und kann so sein Risiko für Herzinfarkt,
Schlaganfall, aber auch für andere chronische Leiden wie Krebs und
Diabetes verringern“, unterstreicht der Herzspezialist Prof. Dr. med.
Helmut Gohlke vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung in dem
aktualisierten Experten-Ratgeber „Länger leben durch Mittelmeerküche:
Traum oder Wirklichkeit?“ (16 Seiten inkl. fünf Rezepte), der kostenfrei
per Tel. unter 069 955128400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden kann.
Leicht verständlich erläutert darin der Präventionsexperte, welche Effekte
für das Herz-Kreislauf-System von einzelnen Nahrungsbestandteilen wie
Kohlenhydraten (warum lieber komplexe als leere?), Fetten (warum sind
ungesättigte gesünder als gesättigte?), Omega-3-Fettsäuren (welcher Fisch
hat mehr, welcher weniger?), Ballaststoffen (warum sind sie nicht nur für
Diabetiker von besonderer Bedeutung?), Eiweiß und Kräutern ausgehen.

Was genau macht die Mittelmeerküche gesund?
Bei „gesunder Ernährung“ entsteht in den Köpfen vieler der Eindruck von
fader Kost, die von Verzicht und Einseitigkeit geprägt ist. Dagegen machen
die Rezepte der Mittelmeerküche wie sie die Herzstiftung im neuen Kochbuch
unter www.herzstiftung.de/kochbuch.php anbietet, Genuss und leckeres Essen
in einer großen Vielfalt möglich, die viele Möglichkeiten lässt,
Nahrungsbestandteile mit unterschiedlich günstigen Effekten für Herz und
Kreislauf zu kombinieren. Bei Betonung auf Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und
Vollkornprodukte (ohne den Komplettverzicht auf Fleisch und Milchprodukte)
ist ausschlaggebend, dass diese Komponenten die wichtigen komplexen
Kohlenhydrate enthalten und Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre
Pflanzenstoffe (hochwirksame Mikronährstoffe z. B. in Paprika, Brokkoli,
Tomaten, Radieschen und Brombeeren) liefern: „Gemüse, Salat,
Hülsenfrüchte, Obst und Kräuter üben gegen koronare Herzkrankheit (KHK),
Herzinfarkt und Schlaganfall eine Schutzfunktion aus. Welche
Einzelinhaltsstoffe hierbei eine Rolle spielen, ist aber durchaus unklar:
Es ist das Gesamtprodukt, das sich günstig auswirkt“, erläutert der
Kardiologe.

Fisch und Hülsenfrüchte gegen Zuviel an ungesundem Eiweiß
In der Mittelmeerküche wird weniger Fleisch gegessen, stattdessen Fisch
und Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen, die einen hohen Eiweißgehalt
haben. Viele Menschen essen mehr tierisches Eiweiß als notwendig (täglich
0,8 bis 1 g pro Kilogramm Normalgewicht reichen für einen Erwachsenen
aus). Erhöhter Eiweißkonsum kann der Nierenfunktion schaden. Z. B.
pflanzliches Eiweiß aus der Sojabohne enthält alle essenziellen
Aminosäuren in ausreichender Menge, um eine vollständige Ernährung zu
gewährleisten.

Auf gesunde Fette achten, ungesunde Fette vermeiden
Beim Konsum von Fetten ist mehr die Verteilung auf die verschiedenen Arten
von Fetten von Bedeutung als die Gesamtmenge (außer für das
Körpergewicht!). Studien zeigen, dass mehrfach ungesättigte Fette, wie sie
die Mittelmeerküche (z. B. Omega-3-Fettsäuren in Fisch) betont, und
einfach ungesättigte Fette (in Oliven-, Raps- und Erdnussöl, Avocados,
Mandeln) mit einem geringeren Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
einhergehen. Gesättigte Fette z. B. in Fleisch, Wurst und Speck haben
dagegen eine ungünstige Wirkung, weil sie das gesundheitsgefährdende LDL-
Cholesterin und die Gerinnungsaktivität im Blut verstärken. „Dadurch
begünstigen sie die KHK und vergrößern das Herzinfarkt- und
Schlaganfallrisiko“, so Prof. Gohlke. Eine Ausnahme: Gesättigte Fette aus
der Milch von Kühen, Schafen und Ziegen werden als eher günstig beurteilt.
Auch die in der Milch enthaltenen Transfette haben keine ungünstige
Wirkung. Somit spricht nichts gegen ein Butterbrot zum Frühstück. Fisch
hat einen wichtigen Gesundheitsvorteil wegen der Omega-3-Fettsäuren, u. a.
weil sie entzündungshemmend wirken und die Klebrigkeit der Blutplättchen
vermindern. „Omega-3-Fettsäuren wirken sich günstig auf die
Lebenserwartung aus und schützen vor KHK und Herzinfarkt“, sagt Prof.
Gohlke. Welche Fischarten welchen Omega-3-Fettsäure-Gehalt in g pro 100 g
Fisch haben, zeigt der Ratgeber in einer Tabelle.

Service-Tipp: Der Sonderdruck „Länger leben durch Mittelmeerküche: Traum
oder Wirklichkeit?“ (16 Seiten) von Prof. Dr. Helmut Gohlke (inkl. 5
Rezepte) kann kostenfrei angefordert werden unter Tel. 069 955128400 oder
per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. (Stichwort: Mittelmeerküche-
Sonderdruck).
Wer regelmäßig Rezepte der Mittelmeerküche erhalten möchte, abonniert am
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