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Gesundheit

Ist der Beruf des Zahnarztes das Richtige für mich? UW/H bietet Gelegenheit zum Schnupperstudium

Schnupperstudium an der UW/H  ArchivbildAm 4. und 5. Mai 2017 haben 50 Interessierte die Gelegenheit für zwei Tage
probeweise Zahnmedizin zu studieren / Bewerbung ab 13. Januar 2017

Die meisten kennen den Beruf des Zahnarztes oder der Zahnärztin nur aus
der Patientenperspektive. Wie fühlt es sich aber auf der anderen Seite des
Bohrers an? Entspricht ein zahnmedizinisches Studium tatsächlich meinen
eigenen Vorstellungen? Diese Fragen will das Orientierungsseminar an der
Universität Witten/Herdecke (UW/H)  helfen zu klären.

50 Schnupperstudierende nehmen zwei Tage lang an fachwissenschaftlichen
Lehrveranstaltungen teil, probieren sich in praktischen Übungseinheiten
und bekommen Einblicke in die speziellen Angebote der UW/H , wie zum
Beispiel dem interdisziplinären Studium fundamentale. Darüber hinaus
erhalten  sie Gelegenheit, sich mit Professoren und Oberärzten der
Zahnklinik auszutauschen. Engagierte Zahnmedizinstudierende aus
verschiedenen Semestern betreuen das Schnupperstudium und stehen mit Rat
und Tat zur Seite, um alle Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu
beantworten.

Der Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung ist eine mehrstündige
Praxisübung am Phantomkopf. Die Teilnehmer probieren ihre Fingerfertigkeit
aus, um mit dem Bohrer neben dem Absauger in der engen Mundhöhle präzise
zu arbeiten.  Bohren, Füllen und Präparieren - Für diesen Selbsttest steht
das Übungsmodell mit Gebiss als geduldiger und schmerzfreier Testpatient
zur Verfügung.

„Die Präparation am Phantomkopf war für mich das Highlight. Weitergebracht
haben mich Tipps rund um das Bewerbungsverfahren.“ „Der praktische Teil
hat mir besonders gut gefallen. Es wurden viele interessante Leute aus
unterschiedlichsten Situation eingeladen, sodass der Eindruck, dass
wirklich jeder eine faire Chance bei der Aufnahme in Witten hat, gut
vermittelt wurde.“ „Für jemanden, der bis jetzt noch unsicher ist, ob er
Zahnmedizin studieren will oder in einen anderen Bereich wechseln sollte,
bietet das Schnupperstudium die Gelegenheit, sich kompakt und intensiv den
Bereich anzuschauen und einen Eindruck zu bekommen. So etwas kann eine
öffentliche Universität in dieser Qualität nicht geben.“
So lauten die Stimmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer  aus dem letzten
Schnupperstudium im November 2016.

50 begehrte  Plätze vergibt die Universität Witten/Herdecke in einem
Auswahlverfahren an alle interessierten Schüler und Quereinsteiger. Die
Kosten (inkl. Verpflegung, Unterbringung und Materialkosten) betragen 475
Euro. Zehn Plätze werden wieder für Bildungs-Pioniere als Stipendien zur
Verfügung stehen. „Bildungs-Pioniere sind für uns Menschen, die als Erste
in ihrer Familie studieren“, erläutert Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter des
Departments Zahnmedizin an der UW/H. „Ich komme selbst aus einer
Arbeiterfamilie und begrüße die Regelung, zehn Interessenten ohne
akademischen Hintergrund die Teilnahme zu ermöglichen. Damit möchten wir
die gewünschte Heterogenität bei der Schnupperveranstaltung und auch
später im Studium sicherstellen.“ Das Schnupperstudium organisiert das
Team Campus Relations mit dem Department Zahnmedizin und über 20 aktuell
Studierenden.

Interessierte können sich vom 13. Januar  bis zum 28. Februar 2017 auf der
Webseite www.uni-wh.de/schnupperstudium für die Teilnahme am
Schnupperstudium Zahnmedizin bewerben.

Weitere Informationen:
zum Schnupperstudium: www.uni-wh.de/schnupperstudium
zum Studium der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.uni-wh.de/zmk
zum Studium fundamentale: www.uni-wh.de/stufu

Kontakt für Rückfragen:
UW/H Campus Relations – Sabine Stratmann unter 02302 / 926-901 oder
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.400 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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Fernüberwachung bei Herzschwäche kann Klinikaufenthalt ersparen

Das Implantat besteht aus einem etwa einen Zentimeter großen Sensor und zwei Antennen.  Universitätsklinikum FreiburgMini-Implantat alarmiert bei drohender Herzschwäche per Handy den Arzt /
Als erstes Klinikum Baden-Württembergs setzt das Universitäts-Herzzentrum
Freiburg · Bad Krozingen die Technologie ein / Internationale Studie
schätzt, dass dadurch bis zu jede dritte Krankenhauseinweisung bei
Herzschwäche-Patienten entfallen könnte

Das Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) nutzt als
erstes Klinikum Baden-Württembergs einen miniaturisierten Sensor, mit dem
sich der Blutdruck bei Herzschwäche-Patienten aus der Ferne kontrollieren
lässt. Mithilfe des in die Lungenschlagader implantierten Sensors misst
der Patient einmal täglich den Blutdruck sehr nahe am Herzen und überträgt
die Werte per Handy an das Behandlungszentrum am UHZ. Steigt der Druck,
kann das der Vorbote einer akuten, lebensgefährlichen Herzschwäche sein.
Noch vor Auftreten von Symptomen können die behandelnden Ärzte aus der
Ferne die Therapie so anpassen, dass der Blutdruck wieder fällt. Eine
internationale Studie im Fachmagazin The Lancet kam kürzlich zu dem
Ergebnis, dass dadurch bis zu jede dritte Krankenhauseinweisung bei
Patienten mit Herzschwäche entfallen könnte.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzschwäche, auch
Herzinsuffizienz genannt. Typische Anzeichen sind Atemnot bei leichter
körperlicher Belastung wie Treppensteigen. Bei einer Herzinsuffizienz
reicht die Pumpleistung des Herzens nicht mehr aus, um den Blut- und
Sauerstoffbedarf des Körpers zu decken. Das schwerste Stadium einer
Herzinsuffizienz wird als Dekompensation bezeichnet und kündigt sich durch
Müdigkeit, Atemnot, Schwellungen der Beine und der Leber an. Unbehandelt
kann es zum Herzstillstand führen.

„Für die Patienten bedeutet das neue Herz-Überwachungssystem einen enormen
Gewinn an Lebensqualität und auch an Lebenszeit“, sagt Prof. Dr. Andreas
Zirlik, Stellvertreter des Ärztlichen Direktors an der Klinik für
Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad
Krozingen. „Das System schlägt Alarm, noch bevor die Patienten Symptome
bemerken.“ Dadurch können im besten Fall ein Krankenhausaufenthalt und
Folgeschäden an Herz und Nieren vermieden werden, die wiederum das
Sterberisiko erhöhen. Geeignet ist das CardioMEMS genannte System für
Patienten, die in den letzten zwölf Monaten wegen Herzschwäche im
Krankenhaus waren und der Herzinsuffizienzklasse III gemäß der
Klassifizierung der New York Heart Association (NYHA) angehören.

Seit Oktober 2016 wurde das CardioMEMS-System an den Kliniken für
Kardiologie und Angiologie I und II des UHZ im Rahmen einer klinischen
Studie bei neun Patienten eingesetzt. Weitere folgen in den nächsten
Wochen und Monaten. Bei zwei Patienten hat sich das System im Akutfall
schon bewährt. „Als sich die Werte verschlechterten, haben wir die
Patienten angerufen und mit einer angepassten Therapie gezielt
gegengesteuert. Damit konnten wir ihnen vermutlich den
Krankenhausaufenthalt ersparen“, sagt Prof. Zirlik.
Der etwa büroklammergroße Sensor funktioniert während der gesamten
Lebenszeit des Patienten und benötigt keine Batterien. Für die tägliche
Messung legt sich der Patient auf ein spezielles Kissen. Dieses regt den
Sensor über magnetische Wellen an und empfängt dann die Messwerte. „Die
Messvorgänge sind schmerzfrei und dauern nur wenige Sekunden“, sagt Dr.
Wolfgang Zeh, Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe für Klinische
Herzinsuffizienz der Klinik für Kardiologie und Angiologie II des UHZ.

Im November 2016 wurden im Fachmagazin The Lancet die Ergebnisse einer
großen Studie mit 550 Patienten veröffentlicht. Demnach wurden Patienten
mit CardioMEMS ein Drittel seltener wegen Herzschwäche ins Krankenhaus
eingeliefert als Patienten ohne das System. In Europa ist Herzinsuffizienz
bei älteren Menschen der häufigste Grund für Klinikeinweisungen. Innerhalb
von sechs Monaten kommt die Hälfte aller Herzinsuffizienzpatienten erneut
in die Klinik.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736%2815%2900723-0.pdf Link zur Studie
http://www.herzzentrum.de/kliniken-fachbereiche/klinik-fuer-kardiologie-und-angiologie-i.html Klinik für Kardiologie und Angiologie I
http://www.herzzentrum.de/kliniken-fachbereiche/klinik-fuer-kardiologie-und-angiologie-ii/forschung/herzinsuffizienz.html Arbeitsgruppe für Klinische Herzinsuffizienz, Klinik für Kardiologie und Angiologie II

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Schlafmedizin 4.0: Grenzüberschreitendes Zusammenarbeiten und innovative Zukunftsperspektiven

Die Schlafmedizin hat es in den zurückliegenden beiden
Jahrzehnten erreicht, sich von einer reinen Grundlagenwissenschaft zu
einer Fachrichtung zu entwickeln, die, interdisziplinär agierend,
medizinische Standards zur Diagnostik und Therapie von über 70
Schlafstörungen gesetzt und es überdies geschafft hat, gesellschaftlich
den hohen gesundheitlichen Stellenwert von erholsamem Schlaf zu
manifestieren.

2000 Experten aus zahlreichen medizinischen Disziplinen sowie aus
Psychologie und Naturwissenschaften kamen zur 24. Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) im
Dezember 2016 in Dresden zusammen, um wissenschaftliche und klinische
Fortschritte in der Schlafmedizin zu diskutieren.

Von schlafbezogenen Atmungsstörungen, Chronobiologie, Vigilanz und
Tagesmüdigkeit über den Bezug von Schlaf und Depressionen,
Herzinsuffizienz, COPD/Asthma und Schlaganfall über spezielle Themen wie
Klartraumforschung, Beziehungsqualität, Schlaf in extremen Situationen,
Smartphone Apps und Schlafstörungen bei der Bundeswehr hielt das
wissenschaftliche Programm wieder ein großes Spektrum bereit. Insgesamt
wurden 105 Vorträge in 24 Symposien sowie weitere Sessions mit freien
Vorträgen und Kurzvorträgen, 61 Poster-Präsentationen, TA-
Fortbildungsprogramme, Lunch-Workshops, ein Kolleg Schlafmedizin und ein
Fortbildungscurriculum „Hausärztliche Schlafmedizin“ angeboten. Es gab
gemeinsame Symposien mit den Deutschen Gesellschaften für Pneumologie, für
Kardiologie, für Biomedizinische Technik, für Neurologie sowie für
Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.  Neu in
diesem Jahr war die Sitzung „Generationen im Dialog“, bei welcher die
Professoren Marianne Schläfke und Hartmut Schulz, beide Schlafmediziner
der ersten Stunde, zur Quintessenz ihres wissenschaftlichen Wirkens
referierten und gleichzeitig die wissenschaftlichen Arbeiten der aktuellen
Preisträgerinnen Marion Kuhn (DGSM-Nachwuchsförderpreis 2016) und Isabel
Brandhorst (Promotions-

Nachwuchsförderpreis „Becker-Carus“ 2016)
vorgestellt wurden.

Die 24. Jahrestagung der DGSM in Dresden hatte den Schwerpunkt
medizinisch-technischer Innovationen in der Schlafmedizin und war
dementsprechend überschrieben mit dem Motto „Schlafmedizin:
grenzüberschreitend und innovativ“. Technische Innovationen werden in den
kommenden Jahren dazu beitragen, schlafmedizinische Diagnostik und
Therapie zu verbessern und patientenfreundlicher zu gestalten – darüber
herrschte allgemeiner Konsens. Ja mehr noch, die dringende Notwendigkeit
diesen nächsten Schritt in Richtung „Schlafmedizin 4.0“ zu gehen, wurde
übereinstimmend erkannt. Thematisch war dies auch im wissenschaftlichen
Programm verankert. Exemplarisch sollen hier die Symposien zu künftigen
Nutzungsmöglichkeiten von Smartphones bei der Schlaferfassung und das
gemeinsame Symposium mit der DGBMT zu neuen medizintechnischen Verfahren
genannt werden. Im Festvortrag zeigte Professor Gerhard Fettweis, Inhaber
des Vodafone-Stiftungslehrstuhls für Mobile Nachrichtensysteme an der TU
Dresden, faszinierende Visionen des künftigen Mobilfunk der fünften
Generation („5G“) auf. Dessen Möglichkeiten reichen dabei von
Internetsicherheit über Mobilfunk in Echtzeit bis hin zu Verkehrs-
Echtzeitsteuerung und Fern-Operationen. Die fünfte Netzgeneration ebnet
den Weg in die umfassende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
und somit ist der Standort Dresden ein entscheidender Impulsgeber für
revolutionäre Innovationen. „Dresden war der perfekte Tagungsort für die
Jahrestagung der DGSM, weil die starke informationstechnische Ausrichtung
des Standortes in Forschung und Wirtschaft neue schlafmedizinische
Anwendungen stimulieren wird. Dresden ist einer der wichtigsten
Technikstandorte weltweit, wobei die Unterstützung des Menschen in seiner
Gesundheit und seiner Lebensweise ein zentraler Schwerpunkt neuer
Technologien sein wird“, so Professor Hagen Malberg, Direktor des
Instituts für Biomedizinische Technik der TU Dresden.  Er bildete in
diesem Jahr gemeinsam mit Dr. med. Andrea Bosse-Henck, Leiterin des
Schlaflabors der Abteilung für Pneumologie des Universitätsklinikums
Leipzig und Dr. med. Steffen Schädlich, Leiter des Schlaflabors der Klinik
für Innere Medizin II des Krankenhauses Martha-Maria Halle-Dölau die
Leitung der DGSM-Jahrestagung. Malberg bekräftigte das große Interesse an
schlafmedizinischen Erkenntnissen aus anderen Bereichen, wie etwa der
Automobilindustrie. Spannende Entwicklungen dazu offerierte auch der
Workshop „VUFO-Expertenforum – interdisziplinäre Verkehrsunfallforschung“,
in welchem aufgezeigt wurde, welche Synergien etwa hinsichtlich der neuen
Fahrerrichtlinien und Systeme für autonomes Fahren bestehen. Es wurde
diskutiert, wie schlafmedizinische Ergebnisse zu Stress, Vigilanz und
Einschlafen im Auto eingesetzt, gemessen und verarbeitet werden können.

Im Bereich der Verkehrsunfallforschung ist die DGSM sehr engagiert: Am 9.
Dezember 2016 startete eine Kampagne des Bundesverkehrsministeriums, des
Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der DGSM, die in den nächsten
beiden Jahren öffentlich aufklären helfen soll. „Es geht darum, für
Schläfrigkeit am Steuer zu sensibilisieren. Diese ist gefährlicher als
Alkohol am Steuer und verursacht doppelt so häufig tödliche Unfälle, aber
es wird weniger dagegen unternommen. Hier muss dringend ein
Bewusstseinswandel stattfinden“, fordert Dr. Hans-Günter Weeß vom Vorstand
der Gesellschaft.

Ein Bewusstseinswandel ist auch im Zusammenhang mit der inneren Uhr des
Menschen von Seiten der DGSM gefordert. „Wir können heute noch nicht
messen, wie viel Schlaf jemand braucht, sondern nur wie viel jemand
bekommt“, sagte der bekannte Chronobiologe Professor Till Roenneberg, der
den Begriff des sozialen Jetlags prägte, ein Zustand chronischer Ermüdung,
verursacht dadurch, dass man, wenn der Wecker klingelt, „biologisch noch
nicht zu Ende geschlafen hat“. Die Menschen leben zumeist gegen ihre
innere Uhr, die Zeitgeber Licht und Dunkelheit greifen nicht mehr. So
arbeiten nachweislich fast zehn Prozent der Deutschen dann, wenn sie
eigentlich im Schlafmodus sind. Auch 18 Prozent der Spitzenkräfte in der
Wirtschaft und ein Drittel der Spitzenpolitiker bekommen weniger als fünf
Stunden Schlaf täglich. Und das Schlimme daran: Wenig Schlaf wird
gesellschaftlich mit Fleiß und Tüchtigkeit verbunden. Auch ein Umdenken in
punkto Schichtarbeit wollen die Experten der DGSM erreichen.
Schichtarbeiter, so haben es Studien erwiesen, leiden öfter unter Herz-
Kreislauf-, Stoffwechsel- und Magen-Darm-Erkrankungen sowie eben
Schlafstörungen. Das körpereigene Hormon Melatonin wird nachts
ausgeschüttet und bewirkt das Einschlafen. Ein Ansatz der Schlafforschung:
Bessere Lichtquellen für Nachtarbeiter schaffen mittels LED-Technik. Mehr
Blauanteile im Licht in Anlehnung ans Tageslicht sollten generell
eingeführt werden. Denn bei Tage wird die Melatonin-Ausschüttung
unterdrückt.

Für die interessierte Öffentlichkeit fand im Rahmen des DGSM-Kongresses
ein Patientenforum zum Thema „Schlaf und Partnerschaft“ statt. Die
Dresdner nutzten die Möglichkeit hier umfassend ihre Schlafprobleme zu
schildern und sich Rat bei den anwesenden Schlafmedizinern zu holen. Die
DGSM bietet auf ihrer Homepage dgsm.de für Betroffene u.a. eine
Übersichtskarte der akkreditieren Schlaflabore in Deutschland sowie
Patientenratgeber zu den wichtigsten Schlaferkrankungen an. Derzeit
besteht in Deutschland ein regional unterschiedlich ausgeprägtes Angebot
schlafmedizinischer Versorgung, wobei die jeweiligen Versorgungsangebote
meistens auf spezielle Fragestellungen ausgerichtet sind. Für Patientinnen
und Patienten mit Schlafstörungen ist es daher oft schwierig, die
richtigen Ansprechpartner zu finden. „Anzustreben sind daher
interdisziplinär arbeitende schlafmedizinische Versorgungszentren, die den
unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen mit Schlafstörungen
vollumfänglich gerecht werden können“, betont Dr. Alfred Wiater,
Vorsitzender der DGSM. Des Weiteren ist eine intensivere Verankerung der
Schlafmedizin in der hausärztlichen Versorgung dringend erforderlich. Nur
dadurch wird es möglich werden, Menschen mit Schlafstörungen rechtzeitig,
d.h. bevor Chronifizierungen und Folgeprobleme manifest sind, zu
identifizieren und der geeigneten Diagnostik und Therapie zuzuführen.
„Wenn man bedenkt, welche gravierenden Auswirkungen Schlafstörungen in
unserer Gesellschaft haben können, wie schwere Unfälle infolge von
Sekundenschlaf, Herzkreislaufstörungen bei unbehandelter Schlafapnoe,
Stoffwechselstörungen bei Schlafmangel oder Konzentrations- und
Lernprobleme bei Kindern etc., wird deutlich, dass dringender
Handlungsbedarf besteht“, so Alfred Wiater.

Die nächste Jahrestagung findet unter dem Motto „Schlaf bewegt!“ vom
9.-11. November 2017 in Münster statt.
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Minusgrade können Herzanfall auslösen

Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe.  Foto: Angela PfeifferDeutsche Herzstiftung warnt vor Überanstrengung bei starker Kälte/
Koronarpatienten sollten auf Schneeschippen verzichten
Für manche Menschen bedeutet starke Kälte ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
Niedrige Temperaturen können insbesondere für ein krankes Herz eine
gefährliche Zusatzbelastung darstellen – bis hin zur Auslösung eines
lebensbedrohlichen Angina pectoris-Anfalls oder Herzinfarkts. Starke Kälte
belastet die Herzkranzgefäße, indem sich die Gefäße verengen und die
Blutversorgung Herzmuskels vermindern, der dadurch weniger Sauerstoff
bekommt. Gleichzeitig werden auch die Widerstandsgefäße im übrigen Körper
verengt (Blutdruckanstieg!), so dass das Herz gegen einen größeren
Widerstand anpumpen muss.
„Geht ein bisher Gesunder in die Kälte hinaus und bekommt plötzlich
Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb und Atemnot, dann ist das
ein Warnzeichen. Umgehend sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das Herz
gründlich untersucht“, warnt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas
Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Solche
Brustschmerzen dürfen keinesfalls als Reizung der Bronchien durch die
Kälte verharmlost werden, was nicht selten vorkommt – oft mit fatalen
Folgen. Denn die genannten Beschwerden können auf eine mangelhafte
Sauerstoffversorgung des Herzens hindeuten und somit Vorboten eines Angina
pectoris-Anfalls oder Herzinfarkts sein. Wichtige Tipps zum Thema Kälte
bei Herzproblemen erhalten Herzpatienten unter www.herzstiftung.de/Kaelte-
Herz-Herzinfarkt.html
oder in der kostenfreien Expertenschrift „Wie komme
ich gut durch den Winter?“, die per Tel. unter 069 955128-400 oder per
E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden kann.

Was aber heißt „starke“ Kälte? Es kommt nicht unbedingt auf die Temperatur
auf dem Thermometer an, sondern oft mehr auf die gefühlte Kälte, wie
Herzexperten betonen. Bewegung bei Minus 3 – 5 Grad Celsius kann bei
Gegenwind oder Smogwetter deutlich unangenehmer sein als ein klarer
windstiller Wintertag bei Minus 5 – 10 Grad. Bei Außentemperaturen im
zweistelligen Minusbereich sollte körperliche Belastung vermieden oder auf
ein Mindestmaß beschränkt werden. „Wenn Herzpatienten bei Minusgraden ins
Freie gehen, sollten sie nach Möglichkeit einen Schal leicht über Nase und
Mund legen, damit sie die vorgewärmte Luft vor den Minusgraden schützt“,
rät Prof. Meinertz.

Vorsicht bei Herzerkrankung – auf Schneeschippen verzichten
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bereits eine Herzerkrankung besteht.
So sollten Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen bei starker Kälte auf
hohe körperliche Anstrengungen wie Schneeschippen verzichten. Denn ein
vorgeschädigtes Herz kann dadurch schnell überfordert werden, im
Extremfall drohen Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod. Ein erhöhtes
Risiko für Koronarpatienten durch Schneeschippen wurde an Patienten mit
akutem Koronarsyndrom belegt*. Wenn Koronarpatienten bemerken, dass sie
plötzlich empfindlicher als sonst auf Kälte reagieren, sollten sie dies
rasch mit ihrem Arzt besprechen, um gegebenenfalls durch eine Anpassung
ihrer Behandlung einer sich verschlimmernden Angina pectoris vorzubeugen.
So sollten Koronarkranke morgens – zu einer Zeit also, in der der Körper
schon durch die Nacht-Tag-Umstellung (Blutdruckanstieg, Anstieg der
Herzschlagfolge) belastet ist – nicht zum Brötchenholen oder Zeitungkaufen
gehen, ohne vorher ihre Medikamente eingenommen zu haben. Experten wie
Prof. Meinertz empfehlen, dass „gerade in solchen Situationen und unter
solchen Bedingungen vor einer geplanten Belastung auch der Einsatz von ein
bis zwei Hub Nitrospray unter die Zunge hilfreich ist.“

Welche Aktivitäten trotz Kälte?
Grundsätzlich rät die Deutsche Herzstiftung dazu, sich auch im Winter
ausreichend zu bewegen, mindestens drei Einheiten à 30 Minuten
wöchentlich. Statt jedoch Aktivitäten mit hohen Belastungen zu wählen,
sollte man weniger anstrengenden Sport bevorzugen. Geeignet sind zum
Beispiel ausgedehnte Winterspaziergänge, Walking-Einheiten oder kleinere
Jogging-Runden. Man sollte zunächst langsam beginnen, damit sich der
Körper auf die Kälte einstellen kann. Bei extremer Kälte bietet es sich
an, den Sport in die Turnhalle zu verlegen oder auch ein paar Bahnen im
örtlichen Hallenbad zu schwimmen. Möglich ist auch ein Hometrainer
(Fahrradergometer etc.), der sich auch im gemütlichen Wohnzimmer
aufstellen lässt.  Als Faustregel hat sich dabei bewährt, die Intensität
so zu wählen, dass zwar der Puls ansteigt, aber eine Unterhaltung noch gut
möglich ist.

Tipp: Wichtige Infos zum Thema Kälte bei Herzproblemen bietet die Deutsche
Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/Kaelte-Herz-Herzinfarkt.html
kostenfrei an. Der Sonderdruck „Wie komme ich gut durch den Winter?“ an,
ein Experteninterview mit dem Kardiologen Dr. med. Frank Sonntag, kann
angefordert werden unter Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

*Nichols RB et al., Snow-shoveling and the risk of acute coronary
syndromes, Clin Res Cardiol (2012) 101:11-15

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