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Gesundheit

„Muss er weg? Schmerz im Zeitalter der Selbstoptimierung“

90 Besucher beim 3. Akademietag der Pallottiner Vallendar 2017
Am Samstag, den 21.01.2017, fand in der Aula der Philosophisch-
Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) der dritte Akademietag der
Pallottiner Vallendar (PTHV, Haus Wasserburg, Pfarrei Vallendar) statt.
Die Frage „Muss er weg? Schmerz im Zeitalter der Selbstoptimierung“ stand
im Fokus des Nachmittags. Neben JProf. Dr. Erika Sirsch, Lehrstuhl für
Akutpflege an der PTHV, referierte Josef Thümmel, Diplompsychologe und
Psychologischer Psychotherapeut aus Koblenz. Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC,
Rektor der PTHV, moderierte die anschließende Diskussion.

„Schmerzen kennt fast jeder Mensch, ob als Zahnschmerz oder ‚schmerzenden
Rücken‘“, führte JProf. Dr. Erika Sirsch in die Thematik ein. „Schmerz
beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, er schränkt auch unsere
Leistungsfähigkeit ein.“ Die Werbung verspreche, dass das Ziel der
Schmerzfreiheit erreicht werden kann. „Es scheint nur eine Frage der
richtigen Salbe zu sein, ob die Beweglichkeit wieder hergestellt werden
kann oder nicht.“ Aber ist das Ziel Funktions- oder Leistungsfähigkeit?
Wie sollen wir mit dem Phänomen Schmerz umgehen, wenn selbst
Leistungssportler vorbeugend Schmerzmittel nehmen? In ihrem Vortrag
erklärte JProf. Sirsch den Schmerz aus Sicht des drei Ebenen Modells
(biologische-psychologische-

soziale Faktoren). Dazu stellte sie Konzepte
zur Kommunikation von Schmerz sowie einen multidimensionalen Zugang zum
Phänomen Schmerz vor.

Bedeutung des Schmerzes für Pflegende

In einem zweiten Schritt erläuterte sie die Bedeutung des Schmerzes für
Pflegende. Dabei machte sie deutlich, wie wichtig es ist, dass Pflegende
sich in den anderen hineindenken und zuhören, ihn ernst nehmen sollen und
nicht auf Schmerzmittel vertrösten und dann absichtlich oder unabsichtlich
„vergessen“ und es gleichermaßen für den zu Pflegenden wichtig sei, wie
die Schwester ihnen in dieser Situation begegnet. Zudem verdeutlichte sie,
dass Schmerzen vor dem jeweiligen gesellschaftlichen und kulturellen
Hintergrund interpretiert werden. Als Einflussfaktoren zur Beurteilung des
jeweiligen Schmerzes müssen Geschlecht, Verhalten, physischer Status,
emotionaler Status, der kognitive Kontext sowie die kognitive
Beeinträchtigung und die Schmerzhistorie. Als Fazit konnte sie festhalten,
dass Schmerz für alte Menschen immer noch ein hochrelevantes Problem ist.

Im Hinblick auf die Akutpflege zeigte sie auf Basis eines Auszuges aus der
Agenda Pflegeforschung zu erforderlichen Studien in der Akutversorgung
auf, dass als Konsequenz Folgendes von Nöten sei: Entwicklung von
Instrumenten für eine effektive Pflegediagnostik in Akutsituationen,
Entwicklung, Erprobung und Evaluation evidenzbasierter (auf empirische
Belege gestützt) pflegerischer Interventionen sowie eine Sicherung
effektiver Interdisziplinarität/ Multiprofessionalität (Mitwirkende
verschiedener Disziplinen) in Akutsituationen und einem effektiven
Schnittstellenmanagement.

„Ich habe Schmerzen, ich habe Rücken!"

Josef Thümmel, Diplompsychologe und Psychologischer Psychotherapeut aus
Koblenz hat den Vortrag von JProf. Sirsch ergänzt und sprach zum Thema
„Ich habe Schmerzen, ich habe Rücken! Diagnostik von
Chronifizierungsrisiken und Interventionsmöglichkeiten“ aus
psychologischer Sicht. „Wesentlicher Grund der Beziehungsaufnahme und
Behandlungserwartung aller Patienten ist die Schmerzlinderung,
gleichzeitig besteht der Wunsch nach Erhalt der Autonomie, Vermittlung von
Sicherheit und Orientierung sowie Zuwendung“, sagte Josef Thümmel. „Bei
der Schmerzdiagnostik erleben wir Patienten in der Begegnung mit ihren
Aussagen und ihrem Verhalten, ihrer Lebensgeschichte und ihren
Erfahrungen, auch und gerade im Umgang mit ihrer Krankheit und dem
Schmerz.“ Dies gelte es zu beurteilen und in der Behandlungsplanung zu
berücksichtigen. Zentrale Aufgabenstellung der Diagnostik sei die Klärung
der Frage, was einen akuten Schmerz daran hindert, wieder zu verschwinden,
welche Risikofaktoren (bio-psycho-sozial) vorlagen und welche Hindernisse
es gegenüber einer Remission gab.

In seinem Vortrag stellte er neben diesen diagnostischen Fragen
Chronifizierungsrisiken bei Rückenschmerz, Behandlungserwartungen von
Patienten, hiermit verbundene Motivations- und Bewältigungsprobleme und
Lösungsversuche, Ziele und Möglichkeiten psychologischer Schmerztherapie
im Rahmen eines multimodalen Konzeptes dar. „Stößt die Bewältigung von
Schmerzen an Grenzen, zeichnen sich Lebensthemen wie Linderung und
Akzeptieren von Schmerzen als verbleibende Möglichkeiten ab, so sollen
abschließend Anforderungen an die Begleitung betroffener Menschen
angedacht werden“, erklärte Thümmel.

Die Akademietage werden in gemeinsamer Trägerschaft mit der Katholischen
Erwachsenenbildung Fachstelle Koblenz und der Katholischen
Erwachsenenbildung der Bildungswerke Westerwald und Rhein-Lahn geplant und
umgesetzt. Weitere Informationen bei Frau Stefanie Fein, Institut für
Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) an der PTHV unter der Tel.:
0261/6402-255.

Information zur PTHV:
Die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV) ist eine
kirchlich und staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule (im Rang
einer Universität) in freier Trägerschaft. Die Gesellschafter der PTHV
gGmbH sind die Vinzenz Pallotti gGmbH und die Marienhaus Holding GmbH.
Rund 50 Professoren und Dozenten forschen und lehren an der PTHV und
betreuen etwa 430 Studierende beider Fakultäten.
Besuchen Sie uns auch im Internet unter: www.pthv.de
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Rudern gegen Krebs in Dresden: Erlös der Benefizregatta erreicht erstmals 25.000-Euro-Marke

v.l.n.r.) Dr. Kretzschmar (DIU), H. Elsner, I. Andersch (SERV), Prof. Wimberger (Uni-Frauenklinik), M. Glaschker (UCC), S. Grünewald-Fischer (Stiftung) PD Folprecht (UCC), A. Herrmann (Sonnenstrahl)  Foto: Uniklinikum Dresden / Holger OstermeyerDie Dresdner Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ sorgte Anfang September
2016 für neue Bestmarken: Mit 92 Teams stiegen noch nie so viele
Hobbyteams für die von der Stiftung Leben mit Krebs initiierten Regatta in
die Boote und noch nie kam dabei so viel Geld für Krebspatienten jeden
Alters zusammen. Darauf sind die Dresden International University, der
Sächsische Elbe-Regattaverein e.V. und das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden stolz. Sie organisierten die Veranstaltung in der
Landeshauptstadt bereits zum sechsten Mal.

Die Erlöse werden am heutigen Freitag (13. Januar) an drei Institutionen
übergeben, die damit Projekte für Krebskranke finanzieren. So kann der
Sonnenstrahl e.V. Jugendliche nach überwundener Krebserkrankung zu einem
WinterAktivCamp einladen, während das Präventions- und Bildungszentrum des
Universitäts KrebsCentrums dank der Spendengelder innovative Kochkurse für
Krebspatienten sowie ihre Partner veranstaltet. Zudem ermöglichen die
Spenden aus der Benefiz-Regatta, dass die Frauenklinik des
Universitätsklinikums Dresden Brustkrebspatientinnen weiterhin kostenlose
Yogakurse anbieten kann.

Letztlich waren es 92 Vierer-Teams – zehn mehr als im Vorjahr – die am 3.
September in die Vierer-Boote stiegen und in 63 Läufen gegeneinander
antraten. Damit trugen insgesamt 368 Hobby-Ruderer dazu bei, dass am Ende
des Regattatags eine Spendensumme von 25.000 Euro zusammenkam. Einen
wesentlichen Anteil daran hatten die sportlichen Teilnehmer, die mit einem
Großteil ihres Startgelds Projekte unterstützen, durch die sich die
Lebensqualität von Tumorerkrankungen betroffener Menschen spürbar
verbessern lassen. Aufgestockt wurden die Startgelder durch weitere
Spenden, durch eine auf dem Dresdner Neumarkt gestartete Luftballonaktion
sowie den Verkauf von Losen der Regatta-Tombola. Dadurch kamen allein
3.325 Euro zusammen.

„Mich freut besonders, dass sich das Engagement der Dresdner für ‚ihre‘
Benefizregatta von Jahr zu Jahr steigert. Sichtbares Zeichen sind die
25.000 Euro, die die Stiftung heute übergibt. Dabei will ich aber nicht
die großartige Unterstützung der Rudervereine im Sächsischen Elbe-
Regattaverein vergessen, die von Anfang an mit mehr als 100 Rudersportlern
die Veranstaltung ehrenamtlich als Trainer, Betreuer und Organisatoren
unterstützen. Sie tragen damit wesentlich zum Erfolg des Wettbewerbs bei.
Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz besonders bedanken“, sagt
Klaus Schrott, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Leben mit Krebs.
„Die Erfolgsgeschichte der Dresdner Ausgabe von ‚Rudern gegen Krebs‘
beeindruckt uns jedes Jahr wieder. Damit bewahrheitet sich unsere
Einschätzung der ersten Stunde, dass die Stadt ein idealer Austragungsort
für die Benefizregatta ist. Mit der durch das Herz der Stadt fließenden
Elbe, mit begeisterungsfähigen und selbstlosen Rudersportlern und mit der
von den Einwohnern offen gezeigten Empathie für Krebskranke verfügt
Dresden über die besten Zutaten für diese besondere Regatta“, sagen Dr.
Reinhard Kretzschmar, Geschäftsführer der Dresden International University
(DIU) und Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.
Gemeinsam hatten sie sich vor mehr als sechs Jahren dafür stark gemacht,
dass „Rudern gegen Krebs“ auch in der sächsischen Landeshauptstadt
stattfindet.

Universitäts KrebsCentrum animiert zu gesundem und ausgewogenem Essen

Mit dem Dresdner Uniklinikum und dem Universitäts KrebsCentrum (UCC) /
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT) findet die Stiftung
Leben mit Krebs – dem Initiator der in ganz Deutschland stattfindenden
Benefizregatten – einen natürlichen Partner: „Prävention und Aufklärung
zum Gesundheitsverhalten sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit am
Universitäts KrebsCentrum, denn so können wir der steigenden Zahl der
Tumorerkrankungen entgegenwirken und die Lebensqualität von Krebspatienten
weiter verbessern“, sagt UCC-Direktor Prof. Gerhard Ehninger. „Und gerade
nach einer Krebsdiagnose ist der Wunsch, selbst etwas für die eigene
Gesundheit zu tun, sehr groß. Eine aktuelle Studie verdeutlicht die
Bedeutsamkeit des Ernährungsverhaltens für die Gesundheit von
Krebspatienten. Um Patienten dabei zu unterstützen, sich gesünder als
bisher zu ernähren, bieten wir am UCC das ‚Aktiv in der
Nachsorge‘-Programm an.“ Bei diesem Angebot geht es darum, Strategien für
eine langfristig gesunde Ernährung im Alltag zu vermitteln, aber auch
gemeinsam zu kochen und zu genießen. Die jetzt übergebene Spende trägt
dazu bei, über das ganze Jahr verteilt die aus jeweils vier
Veranstaltungen bestehenden Kurse kostenlos anzubieten. Sie richten sich
an Patientinnen und Patienten nach abgeschlossener Krebstherapie, die sich
in der Nachsorge befinden. Das Konzept setzt darauf, dass die Betroffenen
die Kursabende gemeinsam mit einem Kochpartner durchlaufen, um sich später
im Alltag gegenseitig zu motivieren und inspirieren. Ziel des „Aktiv in
der Nachsorge“-Ernährungsprogramms ist es, die Teilnehmer darin zu
unterstützen, sich abwechslungsreicher, gesünder und genussvoller zu
ernähren. In den Kursen geht es deshalb nicht nur darum, einen neuen
Zugang zu Lebensmitteln und deren Zubereitung zu finden, sondern auch
Anstöße zu liefern, den Ernährungsstil Schritt für Schritt auf den
Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls zu ändern.

WinterAktivCamp stärkt Körper und das Selbstwertgefühl Jugendlicher

Ein mittlerer vierstelliger Betrag aus dem Spendenerlös der Benefizregatta
steht dem Sonnenstrahl e.V. für ein einwöchiges WinterAktivCamp im
Erzgebirge zur Verfügung. In der zweiten Februarwoche werden 14
Jugendliche, die ihre Krebserkrankung besiegt haben, nach
Johanngeorgenstadt fahren. „Es ist großartig, dass wir dank der Spenden
das Wintercamp für die ehemaligen Patienten anbieten können! Die
Jugendlichen werden dabei nicht nur Skifahren lernen und üben, sondern
auch ihre Körper und ihr Selbstwertgefühl stärken. Und darüber hinaus
können sie in der Gruppe tolle Gemeinschaft erleben“, sagt Antje Herrmann,
Geschäftsführerin des Sonnenstrahl e.V..

Therapeutisches Yoga für Krebspatientinnen – gut für Körper und Seele

Gut ein Drittel der Dresdner Erlöse aus der 2016er Benefiz-Regatta fließen
in das Angebot der Kurse „Therapeutisches Yoga für
Brustkrebspatientinnen“, das damit in diesem Jahr fortgesetzt werden kann.
In kleinen Gruppen von maximal zehn Teilnehmerinnen absolvieren die Frauen
wöchentlich eine 90-minütige Übungseinheit. Dabei haben sie bei den über
zehn Wochen laufenden Kursen die Wahl zwischen Vormittags- und
Nachmittagsterminen. „Im Fall des Mammakarzinoms ist wissenschaftlich
belegt, dass Patientinnen, die regelmäßig Sport treiben, das Überleben
Ihrer Tumorerkrankung signifikant beeinflussen können“, sagt Prof. Pauline
Wimberger, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am
Dresdner Uniklinikum. Auch kann Yoga im Rahmen der Tumorbehandlung dazu
beitragen, die Symptome von Therapie und Erkrankung zu reduzieren. Dies
sind unter anderem Erschöpfung, Übelkeit, Schlafstörungen und eine
beeinträchtigte körperliche Verfassung. Neben den physischen Effekten
wirken sich diese Aktivitäten auch positiv auf die Psyche aus: „Weil die
Patienten die Übungen in der Gruppe absolvieren, kommen sie leichter in
kontinuierlichen Kontakt mit anderen Tumorkranken. In diesem Rahmen fällt
es ihnen leichter, sich mit Menschen austauschen, welche von derselben
Krankheit betroffen sind. – Sie empfinden weniger Scham und fühlen sich
besser verstanden“, führt Prof. Wimberger weiter aus. Deshalb spielen
regelmäßige körperliche Aktivitäten wie therapeutisches Yoga eine wichtige
Rolle im Genesungsprozess. Sie geben den Frauen Vertrauen in den eigenen
Körper zurück und stärken sie darin, ganzheitlich mit ihrer Erkrankung
umzugehen.

Statement Klaus Schrott, Stiftung Leben mit Krebs:

„Der Kampf gegen Krebs ist nur durch eine Teamleistung ‚in einem Boot‘
möglich und erfolgreich. Deshalb freuen wir uns, dass unsere Initiative
von Anfang an auf eine so breite Beteiligung in Dresden gestoßen ist. Die
Stiftung verfolgt mit ihren seit 2005 bundesweit ausgerichteten
Benefizregatten das Ziel, therapieunterstützende Projekte bundesweit zu
fördern. Durch die Erlöse der Regatten kann Krebspatienten auf ganz
besondere Weise geholfen werden: ihr Leben wird lebenswerter“, sagt Klaus
Schrott, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Leben mit Krebs.

Statement Dr. Reinhard Kretzschmar, Dresden International University

„In einer Reihe von Bachelor- und Masterstudiengängen, insbesondere auf
dem Gebiet der Palliativmedizin, beschäftigt sich die Dresden
International University intensiv mit Krebserkrankungen und deren Folgen
für die Betroffenen. Der Charakter der berufsbegleitenden Studiengänge
bringt es mit sich, viele Dimensionen dieses breitgefächerten Leidens
kennenzulernen. Und obgleich Krebs keine Nischenerkrankung ist, fehlt es
noch oft an Aufmerksamkeit und Teilnahme durch eine aufgeklärte
Öffentlichkeit“, sagt Dr. Reinhard Kretzschmar, Geschäftsführer der
Dresden International University (DIU): „Um hier zu informieren und zu
sensibilisieren, ist Sport bekanntermaßen ein ideales Instrument. Denn
Sport begeistert, fasziniert und motiviert. So ist es für uns keine Frage
gewesen, die Aktion ‚Rudern gegen Krebs‘ zu unterstützen. Und wir freuen
uns sehr, dass es uns gemeinsam mit dem Uniklinikum und dem Sächsischen
Elbe-Regattaverein jährlich gelingt, die Benefizregatta nach Dresden zu
holen. Nicht allein die finanzielle Unterstützung der Partner ist dabei
wichtig, vielmehr möchten wir durch unseren aktiven Einsatz bei der
Organisation und mit unseren DIU-Ruderteams zeigen, welche Bedeutung der
Umgang mit dieser Krankheit für uns hat.“

Weitergehende Informationen

Aktuelle Studie zur Bedeutung des Ernährungsverhaltens für die Gesundheit
von Krebspatienten: Schwedhelm et al., 2016, Effect of diet on mortality
and cancer recurrence among cancer survivors: a systematic review and
meta-analysis of cohort studies. Nutrition Reviews, Vol. 74(12): 737-748
(http://dx.doi.org/10.1093/nutrit/nuw045)

Anmeldungen für die Kurse im Universitätsklinikum

Therapeutisches Yoga für Brustkrebspatientinnen: Interessierte können sich
ab sofort per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
oder telefonisch unter der 0351 458 4526 anmelden.

„Aktiv in der Nachsorge“-Ernährungsprogramm: Die Kurse richten sich an
Patientinnen und Patienten nach abgeschlossener Krebstherapie, die sich in
der Nachsorge befinden. Sie können sich anmelden unter Telefon 0351
458-7447, per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder postalisch
an Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Präventions- und
Bildungszentrum des Universitäts KrebsCentrums Dresden, 01304 Dresden).

Kontakte

Stiftung Leben mit Krebs
Projektkoordinator
Stefan Grünewald-Fischer
Tel.: 0171 / 315 3458
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Universitätsklinikum Dresden
Pressesprecher
Holger Ostermeyer
Tel.: 0351 / 458 41 62
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Sonnenstrahl e.V. Dresden
Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche
Geschäftsführerin
Antje Herrmann
Tel.: 0351 / 815 83 900
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Arten der Pressemitteilung:
Buntes aus der Wissenschaft

Sachgebiete:
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Medizin
Pädagogik / Bildung

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.rudern-gegen-krebs.de
http://www.uniklinikum-dresden.de
http://www.sonnenstrahl-ev.org
http://www.di-uni.de

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Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und
Immunantworten des Wirts
Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre
Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem
Modellorganismus Yersinia pseudotuberculosis durchgeführt. Wissenschaftler
des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben
jetzt erstmals eine sogenannte Transkriptomstudie des Erregers im
infizierten Lymphknotengewebe von Säugern durchgeführt, also eine Analyse
aller aktiven Gene der Krankheitserreger und des Wirts. Das Ergebnis:
Yersinien nutzen verschiedene Strategien, um ihren Wirt effektiv zu
infizieren. Dazu passen sie zum Beispiel ihren Stoffwechsel schnell an,
konkurrieren um essenzielle Metallionen oder injizieren Gifte, die die
Wirtszellen schädigen. Der infizierte Organismus antwortet mit einer
starken Immunabwehr und versucht, die Erreger mit einem Netz aus
Fibrinfasern an der Ausbreitung zu hindern. Auch auf Einzelzellebene
untersuchten die Wissenschaftler den Infektionsprozess der Darmbakterien
in einem systembiologischen Ansatz. Sie konnten zeigen, dass sich
Yersinien durch Ausbildung einer heterogenen Population einen
Überlebensvorteil im Wirtsgewebe verschaffen. Durch genetische Regelkreise
entstehen spontan voradaptierte Bakterien, die eine neue Situation im Wirt
möglicherweise besser überleben können. Ein genaueres Verständnis der
Wirt-Pathogen-Interaktionen wird es zukünftig erleichtern, potenzielle
Ansatzpunkte für neue Medikamente zu identifizieren. Ihre Ergebnisse
veröffentlichten die Forscher jetzt in den Fachjournalen PLOS Pathogens
und PNAS.

Magen-Darm-Infektionen zählen weltweit zu den häufigsten Erkrankungen.
Ausgelöst werden sie zum Beispiel durch bakterielle Erreger wie Yersinien.
Diese Darmbakterien sind benannt nach dem Schweizer Alexandre Yersin, der
den gefürchteten Pest-Erreger Yersinia pestis entdeckt hat. Fast jeder
Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Yersinien. Sie können
schwere Darminfektionen mit Entzündungen der Lymphknoten im Bereich des
Darmes und akute Bauchschmerzen auslösen. Die stäbchenförmigen
Stuhlbakterien kommen in zahlreichen Säugern vor und werden hauptsächlich
über kontaminierte Lebensmittel von Tieren auf den Menschen übertragen.

Um den Darm zu besiedeln, müssen Yersinia-Bakterien zunächst an die
Oberfläche der Darmschleimhaut binden. Sie passieren diese, um in
tieferliegende Gewebe einzudringen und zu den Organen zu gelangen. „Die
Mechanismen, mit denen unterschiedliche Yersinia-Bakterien die Wirtszellen
infizieren und ihre Ausbreitung im Wirt steuern, sind sehr ähnlich. Wir
untersuchen deshalb im Labor eine weniger gefährliche Verwandte aus der
Familie der Yersinien: den Modellorganismus Yersinia pseudotuberculosis.
Der Erreger besitzt viele Gemeinsamkeiten mit dem Pesterreger Yersinia
pestis“, sagt HZI-Wissenschaftlerin Prof. Petra Dersch, Leiterin der
Abteilung „Molekulare Infektionsbiologie“. Es reicht aber nicht, das
Gewebe des Wirtes zu besiedeln, die Bakterien müssen auch den Kampf gegen
dessen Immunsystem gewinnen. „Bisher wurden solche Studien nur in vitro,
also in Zellkultur unter Laborbedingungen, durchgeführt. Dabei lässt sich
zwar die Wirtsumgebung (höhere Temperatur, mehr Nährstoffe) nachahmen,
aber nicht der Einfluss des Immunsystems“, sagt Dersch.

Um besser zu verstehen, wie eine Yersinien-Infektion abläuft, müssen sich
die Wissenschaftler die Regulationsmechanismen anschauen, die in Gang
gesetzt werden, wenn ein Krankheitserreger einen lebenden Wirt befällt.
Dazu versuchten Dersch und ihr Team nun, mit modernsten Sequenziermethoden
und umfangreichen bioinformatischen Analysen an infizierten Mäusen
aufzuklären, mit welchen Strategien und Mechanismen der Krankheitserreger
Yersinia seinen Wirt infiziert und wie das Immunsystem darauf reagiert.
Dersch: „Unsere Analyse tausender Gene auf Transkriptomebene zeichnet eine
genaue Landkarte eines harten Kampfes während der Infektion durch das
Pathogen und der darauffolgenden Immunabwehr der Maus.“

Für die Studie wurde mit Yersinien infiziertes lymphatisches Gewebe von
Mäusen untersucht, welches eng mit dem Darm assoziiert ist. Typisch für
Yersinien ist eine Infektion, die zuerst die Lymphknoten befällt. „Wir
konnten nachweisen, dass der Wirt auf die frühe Infektion mit Yersinien
mit einer massiven Einwanderung von Abwehrzellen, den sogenannten
Neutrophilen, reagiert“, erklärt Dersch. Außerdem versuche der Wirt, mit
der Produktion bestimmter Gerinnungsfaktoren den eindringenden Keim bei
der Ausbreitung im Gewebe zu behindern und ihn zu immobilisieren. „Durch
die Gerinnungsfaktoren kann der infizierte Wirt ein Netz aus Fibrinfasern
um den Erreger bilden, einen sogenannten „Clot“ oder Gerinnungsklumpen.
Diese Struktur ist gleichzeitig sehr wichtig für das Immunsystem, welches
diesen Zellklumpen als fremd erkennt und beseitigen kann.“

In der Studie konnten die Wissenschaftler außerdem zeigen, dass kleine
regulatorische RNA-Moleküle bei der Infektion eine wichtige Rolle spielen.
Dies ist eine wichtige Strategie der Bakterien, weil sie damit bestimmte
Stoffwechselprozesse anpassen, um neue Nahrungsquellen schnell zu
erschließen – sozusagen eine evolutionäre Anpassung der Bakterien an den
Wirt. Denn sie konkurrieren unter anderem mit dem Wirt um bestimmte
Metallionen wie Eisen, Mangan oder Zink. Sowohl die Bakterien als auch die
Wirtszellen verfügen über spezielle eisenbindende Moleküle, mit denen sie
sich gegenseitig das Eisen entziehen und so für das eigene Überleben
sichern. „Trotz seiner starken Immunantwort kann der Wirt den Kampf gegen
die bakterielle Infektion letztendlich nicht gewinnen“, sagt Petra Dersch.
„Die Bakterien injizieren starke Gifte in die Wirtszellen, sogenannte
Effektoren, die die Zellen töten.“

In einem weiterführenden Experiment untersuchten die HZI-Forscher
gemeinsam mit Kollegen der Technischen Universität Braunschweig vom
Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS), der Universität
Saarbrücken und der TU München die Yersinien-Infektion auch noch direkt
auf der Ebene einzelner Bakterienzellen. Bei diesem systembiologischen
Ansatz zeigte sich ebenfalls, dass die Darmbakterien sehr gut in der Lage
sind, sich an das Umfeld im Lymphgewebe des Wirtes anzupassen. „Durch eine
komplexe genetische Verschaltung werden in einigen Yersinia-Zellen
bestimmte Virulenzgene spontan „angeschaltet“, in anderen aber nicht.
Diese Verschiedenartigkeit kann das Überleben des Erregers im Wirt
sichern, weil einige Bakterien beispielsweise an eine künftig neue
Situation im Darm besser angepasst sind“, erklärt Aaron Nuss,
Wissenschaftler im Team von Petra Dersch. „Bisher haben wir das gesamte
Ausmaß der Verschiedenartigkeit in den Erregerpopulationen – und welche
Vorteile sie für die Bakterien hat – noch nicht genau analysieren können.
Wenn wir dies besser verstehen, könnten wir diese Pathogene auch besser
bekämpfen.“

„Die neuen Untersuchungsmöglichkeiten mit modernster Technologie erlauben
uns wichtige Einblicke in das Zwiegespräch zwischen Pathogen und Wirt
während einer Infektion in Geweben oder auch auf Basis der einzelnen
Zelle“, sagt Petra Dersch. „In Zukunft werden wir auch
Transkriptionsprofile anderer Pathogene erstellen können, um bisher
verborgene Genfunktionen zu entdecken, die wesentlich für das Überleben in
verschiedenen Wirten sind. Dies wird zudem die Identifikation von
potenziellen Ansatzpunkten für Medikamente verbessern.“

Originalpublikationen:
Aaron M. Nuss, Michael Beckstette, Maria Pimenova, Carina Schmühl, Wiebke
Opitz, Fabio Pisano, Ann Kathrin Heroven, and Petra Dersch: Tissue dual
RNA-seq: a fast discovery path for infection-specific functions and
riboregulators shaping host-pathogen transcriptomes. PNAS, 2017, January
17; 114 (3), doi: 10.1073/pnas.1613405114.

Aaron M. Nuss, Franziska Schuster, Louisa Roselius, Johannes Klein, René
Bücker, Katharina Herbst, Ann Kathrin Heroven, Fabio Pisano, Christoph
Wittmann, Richard Münch, Johannes Müller, Dieter Jahn and Petra Dersch: A
precise 1 temperature-responsive bistable switch controlling Yersinia
virulence. PLOS Pathogens, 2016, Dec 22;12(12), doi:
10.1371/journal.ppat.1006091.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen
Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was
Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll
den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
<www.helmholtz-hzi.de>

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Demenz, Parkinson und Schlaganfall: Wo stehen wir in der Medizin?

Hertie-Stiftung initiiert sechsteilige Veranstaltungsreihe zu
Alterserkrankungen des Gehirns in Frankfurt - Auftakt am 31.1.2017 mit
Vortrag von Prof. Mathias Jucker (Hertie-Institut für klinische
Hirnforschung) sowie Podiumsrunde „Mit 80 nicht mehr volljährig“

Die Herausforderungen, die der demografische Wandel für Wirtschafts-,
Sozialsysteme und unseren Lebensalltag bedeutet, sind bekannt. Mit der
zunehmenden Überalterung werden aber auch die altersbedingten Erkrankungen
des Gehirns wie Demenz oder Parkinson steigen – Experten rechnen mit einem
jährlichen Anstieg von allein 40.000 Demenzfällen, so dass 2030 etwa 2,5
Mio. Menschen in Deutschland betroffen sein werden.

„Mit der Veranstaltungsreihe  Alterserkrankungen des Gehirns  will die
Hertie-Stiftung über die häufigsten Krankheiten des Gehirns im Alter
informieren und für die damit verbundenen sozialen, ethischen und
rechtlichen Probleme sensibilisieren“, sagt Prof. Dr. Michael Madeja,
Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, die der größte private Förderer der
Neurowissenschaften in Deutschland ist. Madeja weiter: „Die Probleme für
den einzelnen Erkrankten, aber auch für die Gesellschaft sind enorm. Je
eher wir uns damit beschäftigen, desto besser können wir uns den kommenden
Anforderungen stellen.“
Die sechsteilige Reihe ist eine Kooperation mit der Goethe-Universität
Frankfurt und der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Führende
Neurowissenschaftler stellen jeweils den aktuellen Forschungsstand der
Krankheiten Demenz, Parkinson, Schwindel, Schlaganfall, Hirntumor und
Depression vor. Die anschließenden Podien diskutieren über einen
gesellschaftlich relevanten Aspekt, der mit den Erkrankungen einhergeht:
Wohnen im Alter, Geschäftsfähigkeit, Selbstständigkeit, Kosten, Gesundes
Altern und Sterbehilfe. Besetzt sind die Gesprächsrunden mit
Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis.

Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz, Vize-Präsident der Goethe-Universität
Frankfurt: „Wir freuen uns sehr über diese gute Kooperation in bewährter
Partnerschaft. Als erklärte Bürger-Universität möchten wir unseren
Mitmenschen vor Ort Angebote ermöglichen, die sich mit aktuellen und
drängenden Themen für alle Generationen beschäftigen. Die komplexen
Herausforderungen des Alters verkörpern ein solches Feld zu 100 Prozent.“

Den Auftakt der Reihe am 31. Januar 2017 macht die Alzheimer-Demenz mit
der Problematik der Geschäftsfähigkeit bei fortschreitender Erkrankung.
Prof. Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Tübingen wird über den Stand der medizinischen Forschung berichten. Diese
am häufigsten auftretende neurodegenerative Erkrankung ist zwar unheilbar,
aber die Wissenschaft hat seit ihrer Entdeckung Anfang des 20ten
Jahrhunderts bereits zahlreiche Erkenntnisse zu Entstehung und Behandlung
gewonnen. In der anschließenden Podiumsrunde „Mit 80 nicht mehr
volljährig?“ diskutieren der gerichtl. Vormund Jürgen Frank, Axel Bauer,
Richter am Betreuungsgericht Frankfurt, und Filmemacher und Autor von
„Vergiß mein nicht“ David Sieveking über den Verlust der eigenen
Geschäftsfähigkeit. Die hr-Journalistin Alice Engel moderiert die Runde.

Die Veranstaltung am 31. Januar beginnt um 18:30 Uhr und findet im
Festsaal des Casinos der Goethe-Universität Frankfurt Campus Westend,
Nina-Rubinstein-Weg 1 statt. Der Besuch ist kostenfrei, jedoch ist eine
Anmeldung erforderlich unter www.ghst.de/veranstaltungsreihe.

Die folgenden Termine:
- 28.03.2017: Vortrag Depression & Podiumsrunde „Macht Altern krank?“
- 16.05.2017: Vortrag Parkinson & Podiumsrunde „2 ZKB für 80+ gesucht!“
- 20.06.2017: Vortrag Hirntumor & Podiumsrunde „Wann darf ich endlich
sterben?“
- 26.09.2017: Vortrag Schwindelerkrankung & Podiumsrunde „Lass, ich kann
das noch alleine!“
- 21.11.2017: Vortrag Schlaganfall & Podiumsrunde „Wer soll das alles
bezahlen?“

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