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Gesundheit

Geburtenzahl steigt am Dresdner Uniklinikum auf Allzeit-Hoch

Die Teams von Kreißsaal und Neugeborenen-Station der Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe blicken auf ihr bisher arbeitsreichstes
Jahr zurück: 2016 wurden am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
insgesamt 2.809 Babys geboren – mehr als jemals zuvor. Damit steigern sich
die Neugeborenen-Zahlen am Universitätsklinikum nach den vergangenen
Rekordjahren – 2015 waren es 2.521 Babys – deutlich. Durch das
hochschulmedizinische Umfeld mit der unter anderem auf Neonatologie
spezialisierten Klinik für Kinder- und Jugendmedizin können hier junge
Familien ideal versorgt werden.

Auch Paare mit bisher unerfülltem Kinderwunsch finden im Universitäts
Kinder-Frauenzentrum hochkompetente Ansprechpartner: Die dokumentierte
Geburtsrate nach künstlicher Befruchtung mit in vitro-Fertilisation lag
2015 bei 33 Prozent – einem Wert, der doppelt so hoch ist wie der
deutschlandweite Durchschnitt. Damit liegt die Reproduktionsmedizin der
Dresdner Uni-Frauenklinik im bundesweiten Vergleich auf einer
Spitzenposition für die IVF-Behandlung: Platz drei unter insgesamt 91
erfassten reproduktionsmedizinischen Zentren. Von einer besonderen
Expertise der Kinderwunschsprechstunde der Dresdner Uni-Frauenklinik
profitieren Patientinnen und Patienten, die sich aufgrund einer
Krebserkrankung einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen müssen.
Durch das Einfrieren von Eierstockgewebe,  Eizellen oder Spermien lassen
sich die Chancen auf den eigenen Nachwuchs ebenso erhalten wie in
bestimmten Fällen durch den medikamentösen Schutz der Keimdrüsen.

Mit einem Plus von gut elf Prozent verzeichnet die Geburtshilfe am
Dresdner Uniklinikum einen deutlichen Anstieg der hier geborenen Babys.
Unter den 2016 Neugeborenen waren 1.323 Mädchen und 1.486 Jungen.
Insgesamt registrierte die Dresdner Uni-Frauenklinik im vergangenen Jahr
2.668 Geburten; darunter 131 Zwillingspärchen und fünf Mal Drillinge.
Damit wurden auch bei den Mehrlingsgeburten alle bisherigen Rekordmarken
überboten. „Während meiner nunmehr 40-jährigen Dienstzeit in der
Geburtshilfe, hat es so etwas noch nicht gegeben“, sagt Oberärztin Dr.
Gabriele Kamin. „Die Geburtenzahlen am Uniklinikum steigen seit den
2000er-Jahren kontinuierlich an, doch selten gab es einen solchen Sprung
wie in diesem Jahr.“ Für Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik
für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ist dies ein Beleg für den
hervorragenden Ruf der Klinik. Dafür ausschlaggebend sind die erfahrenen
Teams von Kreißsaal und Neugeborenen-Station sowie das umfassende
Versorgungsangebot der Geburtsmedizin: „Am Universitätsklinikum bieten wir
unseren Patienten ein Rundum-Paket mit dem Ziel der größtmöglichen
Sicherheit. Dazu können wir schnell Spezialisten aller notwendigen
Fachgebiete hinzuziehen, um Mutter und Kind gemeinsam optimal zu
versorgen. Hinzu kommt eine hervorragende Infrastruktur mit fünf
Kreißsälen, einem Vorwehenzimmer, zwei Vorbereitungsräumen sowie einem für
Kaiserschnittentbindungen reservierten Operationssaal“, erklärt Prof.
Wimberger. Doch ein Teil der Patientinnen wird an der Uni-Frauenklinik
nicht erst kurz vor der Geburt betreut: Besonders bei
Risikoschwangerschaften werden die Frauen intensiv in der
Schwangerenambulanz betreut. Die Schwangeren profitieren dann von einer
kontinuierlichen Betreuung bis zur Entbindung. Ein besonderer Schwerpunkt
ist hier die intensivierte Ersttrimesteruntersuchung. Durch ein spezielles
Früherkennungsprogramm können die Ärzte beispielsweise Risiken einer
Frühgeburt oder der Präeklampsie – eine so genannte späte
Schwangerschaftsvergiftung – senken.

Kinderwunschbehandlung: Bei der Erfolgsquote in der Spitzengruppe

Doch nicht nur für Schwangere ist das Uniklinikum eine attraktive Adresse.
Auch für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch bietet die Frauenklinik
besondere Therapien an. Schwerpunkt der Kinderwunschbehandlung ist die
künstliche Befruchtung – In-vitro-Fertilisation (IVF) und
intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) –, bei der Eizellen
außerhalb des Körpers befruchtet werden. Ein Großteil der Patientinnen
unterzieht sich zuvor einer hormonellen Stimulation. Rund 33 Prozent der
mit IVF vorgenommenen Befruchtungen haben 2015 im Universitätsklinikum zu
der Geburt eines Kindes geführt. „Damit liegen wir deutlich über dem
Durchschnitt der bundesweit dokumentierten Erfolgsquote von 15 Prozent“,
sagt Oberärztin Dr. Maren Goeckenjan. Die Leiterin des IVF-Zentrums am
Uniklinikum verweist auf die „Qualitätssicherung in der
Reproduktionsmedizin“ (QSRepromed), einer bundesweiten Auswertung der
Daten aller IVF-Zentren Deutschlands. Mit diesem Wert erreichen die
Spezialisten des Uniklinikums einen Spitzenplatz deutschlandweit.

In der Kinderwunschsprechstunde der Dresdner Uni-Frauenklinik stellten
sich 2016 mehr als 350 Paare erstmals vor. Bei 200 Frauen erfolgte eine
künstliche Befruchtung nach hormoneller Stimulation. In einer vorläufigen
Bilanz geht das Team der Reproduktionsmedizin davon aus, dass auch für das
Jahr 2016 ähnlich gute Geburtenraten erzielt werden können wie 2015. Bei
einem Fünftel der Schwangerschaften nach reproduktionsmedizinischen
Maßnahmen im Uniklinikum erwarteten die Mütter Zwillinge. „Alle unsere
Patienten profitieren dabei von einer kontinuierlichen Betreuung durch
unsere Klinik – von der künstlichen Befruchtung bis zur Entbindung“, sagt
Dr. Goeckenjan. Neben der herkömmlichen IVF nach Hormonstimulation bietet
die Kinderwunschsprechstunde auch ein Verfahren ohne Stimulation an.

Erfüllter Kinderwunsch trotz Chemo- oder Strahlentherapie

Ein zweiter Schwerpunkt der Kinderwunschsprechstunde besteht darin, Frauen
und Männern mit Krebserkrankungen vor einer Chemo- oder Strahlentherapie
zu beraten. Weil diese Therapien die Eierstöcke und Hoden und somit die
Fruchtbarkeit irreversibel schädigen können, stellen sich vor allem im
Dresdner Uniklinikum behandelte Krebspatientinnen in dieser Sprechstunde
vor und werden individuell und zeitnah betreut. In vielen Fällen erhalten
sie dank einer Behandlung mit modernen Methoden der Fertilitätsprotektion
langfristig die Chance, ein eigenes Kind zu bekommen. Zu den dabei
genutzten Methoden gehören die Kryokonservierung – das Einfrieren von
Eierstockgewebe oder Eizellen sowie Spermien und der medikamentöse Schutz
der Keimdrüsen.

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Volkskrankheit Arthrose: Neues Frankfurter Forschungszentrum sucht bessere Wege der Therapie

Das Orthopädische Universitätsklinikum Friedrichsheim geht mit der engen Verzahnung von Wissenschafts- und Klinikbetrieb neue Wege in der Arthrose-Forschung.Fünf Millionen Deutsche sind Tag für Tag von Arthrose-Beschwerden betroffen. Weitere 15 Millionen haben zeitweilig Beschwerden. Die Überalterung der Gesellschaft und die steigende Lebenserwartung werden die Zahlen der Arthrose-Patienten in Zukunft weiter ansteigen lassen. Wie kann man Arthrose verhindern, rechtzeitig und richtig behandeln? Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt geht dazu jetzt einen neuen Weg: mit einem direkt an die Klinik angegliederten Forschungsbereich. Dort sollen in den nächsten sieben Jahren ganz nah am Patienten und am Klinikbetrieb unter anderem neue Therapien gegen Arthrose entwickelt werden. "Diese Nähe von Forschung und Klinikbetrieb ist in Deutschland im Bereich der Arthrose-Forschung bisher einmalig", sagt Professor Frank Zaucke, Leiter des Projekts. 



Das Forschungslabor befindet sich unter dem Dach der Klinik. Durch kurze Wege zwischen Forschung und Klinikbetrieb können auch die behandelnden Ärzte ihre Erfahrung in die Forschungsarbeiten einfließen lassen. Derzeit wird das Forschungslabor aufgebaut. Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung unterstützt das Projekt in den nächsten sieben Jahren mit insgesamt 4,2 Millionen Euro Fördergeldern. Klinikdirektorin Frau Prof. Dr. Meurer erhofft sich durch diese Initiative eine frühere Diagnose, eine effizientere Behandlung und dadurch eine signifikante Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung.

Forschungsschwerpunkte sind laut Professor Zaucke:
- Neue Wege zur früheren Diagnose der Arthrose
- Bessere Erforschung von Auslösern und der Entwicklung der Arthrose
- Die Entwicklung neuer Therapien, basierend auf neuen Erkenntnissen aus der
  Molekularforschung und dem Zusammenspiel verschiedener Zelltypen
- Die Entwicklung von Biomaterialien, mit denen sich zerstörtes Gewebe
  ersetzen lässt bzw. die die Regeneration von körpereigener Knochen- und
  Knorpelsubstanz unterstützt

Die Wissenschaftler können künftig bei ihrer Arbeit auch auf Patientenproben, zum Beispiel auf das beim Einsatz von Gelenkprothesen anfallende Knochengewebe, zurückgreifen. Ihnen steht auch die technische Infrastruktur des Klinikums Friedrichsheim zur Verfügung, das heute zu den führenden Therapiezentren im Bereich des Gelenkersatzes gehört.

Die Förderung dieser Initiative läuft seit Juli 2016 und nach einer Vielzahl von infrastrukturellen Maßnahmen und der Rekrutierung von Wissenschaftlern wird das neue Arthrose-Forschungslabor im Orthopädischen Klinikum Friedrichsheim Anfang 2017 seine Arbeit aufnehmen

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Deutsches Zentrum für Lungenforschung: 5 Jahre erfolgreich im Kampf gegen Lungenerkrankungen

Deutsches Zentrum für Lungenforschung, Grafik: ©DZLDas 2011 gegründete Deutsche Zentrum für Lungenforschung blickt zurück auf
fünf Jahre erfolgreiche Forschung im Kampf gegen Lungenkrankheiten.
Atemwegserkrankungen gehören in Deutschland und weltweit zu den
schwerwiegendsten Gesundheitsproblemen und den häufigsten Todesursachen.
Der Forschungsverbund verfolgt daher das Ziel, Prävention, Diagnose und
Therapie von Lungenerkrankungen zu verbessern.

Die auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen führenden universitären und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen haben sich vor fünf Jahren zum
Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) zusammengeschlossen. Der
Verbund hat das gemeinsame Ziel, die translationale Lungenforschung
voranzutreiben, also Forschungsergebnisse zügig und effizient in die
klinische Anwendung zu bringen. Insgesamt acht Krankheitsbereiche stehen
im Fokus des DZL: Asthma und Allergien, Chronisch obstruktive
Lungenerkrankung (COPD), Mukoviszidose, Lungenentzündung und
Atemnotsyndrom, Interstitielle Lungenerkrankung, Lungenhochdruck,
Lungenkrebs sowie Lungenerkrankungen im Endstadium. Mehr als 220
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie deren Arbeitsgruppen aus 24
Forschungseinrichtungen an fünf Standorten kooperieren, um neue Ansätze
für Patientinnen und Patienten zu entwickeln.

Lungenerkrankungen nehmen weltweit zu. Der Verlust an Lebensqualität und
Lebenszeit der Betroffenen macht deutlich, wie sehr neue Lösungsansätze
notwendig sind. „Das Behandlungsspektrum bei Lungenerkrankungen ist im
Vergleich zu vielen anderen Krankheiten derzeit leider eher gering. Ich
bin stolz darauf, dass wir seit der Gründung des DZL einen großen Beitrag
zur Verbesserung dieser unbefriedigenden Situation leisten konnten“, so
Professor Werner Seeger, Vorstandsvorsitzender und Direktor des DZL-
Standorts Gießen/Marburg/Bad Nauheim.

Positive Begutachtung

Das DZL hat in den zurückliegenden fünf Jahren eine rasante Entwicklung
durchlaufen und wesentliche Forschungserfolge erzielt. 2015 beurteilte ein
internationales Gutachtergremium das Zentrum und seine
Forschungstätigkeiten als „hervorragend“. Die Gutachter lobten die enormen
Fortschritte und substantiellen Erfolge des DZL. Es sei gelungen, ein
„weltweit führendes Kraftwerk aus Forschern, Werkzeugen, Kohorten und
Kollaborationen“ aufzubauen. „Wir konnten im DZL wesentliche Strukturen
für eine vernetzte translationale Forschung schaffen. Dazu gehören gut
charakterisierte Patientenregister kombiniert mit einer starken Bio- und
Bilddatenbank und der Aufbau eines gemeinsamen Datenmanagements“, erklärt
Professor Tobias Welte, Direktor des DZL-Standorts Hannover. Die
Netzwerkbildung und der damit verbundene Austausch von Techniken und
Methoden wurden explizit von den Gutachtern gelobt. „Durch die
bemerkenswerte Kooperationsbereitschaft der klinischen Forschung im DZL
ist es uns gelungen, eine große Zahl an Studienpatienten in unsere
Register aufzunehmen und so häufige wie auch seltene Lungenkrankheiten
detailliert zu untersuchen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von
Klinikern und Grundlagenforschern erlaubt es uns, Lungenerkrankungen aus
unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und translationale Forschung
möglich zu machen“, sagt Professor Klaus F. Rabe, Direktor des DZL-
Standorts Borstel/Großhansdorf/ Kiel/Lübeck.

Zahlreiche Forschungserfolge

„Wir konnten in den vergangenen fünf Jahren in jedem der acht untersuchten
Krankheitsbereiche dazu beitragen, das Spektrum an
Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern und zu erweitern“, so Seeger.

DZL-Wissenschaftlern ist es beispielsweise gelungen, mit „SB010“einen
neuartigen Wirkstoff zur Behandlung des Allergischen Asthmas zu entwickeln
und erfolgreich zu testen. Der Wirkstoff bereitet den Weg zu einem
neuartigen Therapieprinzip, das helfen soll, die beim Allergischen Asthma
auftretende Entzündung der Atemwege zu kontrollieren und somit den
Krankheitsverlauf abzumildern. Asthma ist mit ca. 300 Millionen
Betroffenen eine der häufigsten Krankheiten weltweit. Etwa 50 Prozent der
Erkrankten leiden unter Allergischem Asthma.

„Auch im Bereich der seltenen Lungenerkrankung Mukoviszidose konnte das
DZL bereits erhebliche Fortschritte erzielen“, stellt Professor Marcus A.
Mall, Direktor des DZL-Standorts Heidelberg, heraus. „Wissenschaftler des
DZL leisteten einen wesentlichen Beitrag zur deutschlandweiten Einführung
des Neugeborenen-Screenings auf Mukoviszidose, eine der häufigsten
tödlichen Erbkrankheiten, die vor allem Kinder und junge Erwachsene
betrifft. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie entwickelten sie
außerdem ein sensitives Untersuchungsverfahren zur nicht-invasiven sowie
strahlenfreien Diagnostik früher Lungenveränderungen bei dieser
Erkrankung. Darüber hinaus führen DZL-Forscher derzeit die weltweit erste
Studie zur Wirksamkeit einer präventiven Inhalationstherapie bei
Säuglingen mit Mukoviszidose durch“, erklärt Mall.

DZL-Wissenschaftler waren zudem federführend daran beteiligt, ein neues
Medikament gegen Lungenhochdruck zu entwickeln und zur internationalen
Zulassung zu führen. Lungenhochdruck ist eine schwere, fortschreitende und
lebensbedrohliche Krankheit der Lunge und des Herzens. Der neuentwickelte
Wirkstoff „Riociguat“ wird zur Behandlung von zwei lebensbedrohlichen
Formen des Lungenhochdrucks eingesetzt. Für eine der beiden Formen, den
Chronisch thromboembolischen Lungenhochdruck, ist das Arzneimittel aus
Deutschland die erste verfügbare medikamentöse Therapie überhaupt. Das
innovative Medikament kann den von der schweren Erkrankung Betroffenen
erhebliche Besserung verschaffen.

Dies sind nur einige der zahlreichen translationalen Forschungserfolge,
die im Rahmen des DZL in den letzten fünf Jahren erzielt werden konnten.

Ein Blick in die Zukunft

„Unsere Forschung betreiben wir zum Wohle der Patienten. Seit Beginn an
ist uns der Lungeninformationsdienst dabei ein wichtiger Partner, um
Patienten verständlich und unabhängig über Forschungsergebnisse zu
informieren. Dem DZL ist zudem wichtig, Betroffene und deren Anliegen
künftig noch stärker zu involvieren“, so Professor Oliver Eickelberg,
Direktor des DZL-Standorts München.
„Gestärkt durch die sehr guten Ergebnisse der ersten fünfjährigen Laufzeit
des DZL blicken wir den noch zu bewältigenden Herausforderungen im Kampf
gegen Lungenerkrankungen in den nächsten Jahren zuversichtlich entgegen“,
resümiert Seeger.

Weitere Informationen:

Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL e. V.) ist ein vom BMBF und
Ländern geförderter Verbund. Die fünf Standortverbünde des Zentrums sind
Borstel/Lübeck/Kiel/

Großhansdorf (Airway Research Center North, ARCN),
Gießen/Marburg/Bad Nauheim (Universities of Giessen and Marburg Lung
Center, UGMLC), Hannover (Biomedical Research in Endstage and Obstructive
Lung Disease, BREATH), Heidelberg (Translational Lung Research Center,
TLRC) und München (Comprehensive Pneumology Center Munich, CPC-M).
Vereinssitz ist Gießen. Das DZL kooperiert eng mit dem
Lungeninformationsdienst (<www.lungeninformationsdienst.de>).
Nähere Informationen zum Deutschen Zentrum für Lungenforschung finden Sie
unter <http://www.dzl.de>.
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Am Dresdner Uniklinikum profitieren Neugeborene zunehmend von schonenden Schlüsselloch-Operationen

Dr. Kruppa mit Gustavs Eltern sowie Prof. Fitze (hintere Reihe v.l.). Neben dem kleinen Patienten ist sein größter Bruder Eduard zu sehen. Vor ihm stehen Heinrich, Friedrich und Hermine (v.l.).  Foto: Uniklinikum Dresden/Holger OstermeyerGustav ist das sechste Neugeborene, bei dem das Expertenteam der Klinik
und Poliklinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Carl Gustav
Carus Dresden eine fehlgebildete Speiseröhre minimalinvasiv rekonstruiert
hat. Die Klinik gehört damit zu den wenigen Zentren in Deutschland, die
diese komplizierte Operationstechnik auch bei Babys anwendet. Statt eines
großen Schnittes im Bereich des Brustkorbs und extrem gespreizten Rippen
nutzen die Kinderchirurgen sogenannte thorakoskopische Instrumente, um den
Eingriff auszuführen. Diese Instrumente werden über Röhrchen in den Körper
eingeführt, so dass nur vier sehr kleine Schnitte nötig sind, um die
Organe zu erreichen.

Gustav war erst zwei Tage alt, als er am 18. Oktober 2016 im Dresdner
Uniklinikum operiert wurde. Nach einem dreieinhalbwöchigen stationären
Aufenthalt kehrte er mit seiner Mutter in die Oberlausitz zurück, wo seine
vier Geschwister auf ihn warteten. Seit der Operation entwickelt sich der
Junge bestens. „Für uns Chirurgen ist der Erfolg dieser Form des Eingriffs
ein Ritterschlag“, sagt Prof. Guido Fitze. Das Team des Direktors der
Klinik für Kinderchirurgie nutzt seit fünf Jahren minimalinvasive
Operationsverfahren, um auch bei Neugeborenen Fehlbildungen zu
korrigieren. „Die besondere Herausforderung bei der Rekonstruktion von
Speiseröhren besteht darin, dass wir im Prinzip nur einen Versuch haben“,
sagt der stellvertretende Klinikdirektor Dr. Christian Kruppa. Denn bei
diesem Eingriff müssen die Chirurgen die Naht an der Speiseröhre in
höchster Perfektion ausführen, damit sie schnell und vollständig ausheilt.
Die Speiseröhre darf auf keinen Fall undicht sein, sonst treten
Speisereste aus, die schwere Entzündungen verursachen, die das
Zusammenwachsen des Gewebes verhindern.

Etwa eines von 3.500 Neugeborenen kommt mit einer Fehlbildung der
Speiseröhre zur Welt. In den meisten Fällen endet der obere Teil in einem
sogenannten Blindsack, während der untere Teil den Magen mit der Luftröhre
verbindet. So war es auch bei Gustav. Als Neugeborener spuckte er die
Muttermilch gleich wieder aus. Da zudem sein Bauch durch Luft gebläht war,
hatte die Hebamme schnell die Vermutung, dass etwas mit der Speiseröhre
nicht stimmte. Der Junge wurde sofort ins Dresdner Uniklinikum verlegt.

In einer eineinhalbstündigen Operation trennten die Kinderchirurgen den
unteren Teil der Speiseröhre von der Luftröhre, öffneten dann den
verschlossenen oberen Teil und fügten beide zusammen. „Noch vor 50 Jahren
sind alle Babys mit dieser Fehlbildung gestorben“, erklärt Prof. Fitze.
Seit dieser Zeit etablierte sich die Kinderchirurgie als eigenständiges
Fach und verzeichnet parallel zur Erwachsenenchirurgie einen enormen
Aufschwung. Doch erst seit wenigen Jahren nutzen die Kinderchirurgen
minimalinvasive OP-Techniken, um Fehlbildungen bei Neugeborenen zu
korrigieren. Häufiger als die der Speiseröhre werden jedoch Brüche des
Zwerchfells verschlossen und Fehlbildungen der Harnröhre und des Darms
korrigiert. Bei diesen leichteren Eingriffen bauten die Kinderchirurgen
einen Erfahrungsschatz auf, der ihnen nun zu Gute kommt. „Wir haben vor
der Operation missgebildeter Speiseröhren großen Respekt“, sagt Dr.
Kruppa. Auch deshalb, weil es jedes Jahr in Sachsen nur etwa zehn dieser
Fälle gibt, so dass sich nur schwer eine entsprechende Kompetenz aufbauen
lässt. Schulungen und Probe-Operationen bei kleinen Tieren halfen den
Chirurgen, in diesen seltenen Fällen erfolgreich operieren zu können.

Der Ablauf einer offenen Operation an der Speiseröhre verdeutlicht die
Vorteile der Schlüssellochchirurgie: Beim herkömmlichen Verfahren müssen
die Chirurgen die Rippen stark spreizen, um bis zur Speiseröhre vordringen
zu können und genügend Bewegungsfreiheit zu haben. Damit steigt das Risiko
von Knochenbrüchen und darauf folgend Wachstumsstörungen. Auch muss bei
einer offenen OP die Lunge zur Seite gedrückt und Gewebe und Gefäße
durchtrennt werden. „Bei einem minimalinvasiven Eingriff respektieren wir
die Anatomie“, sagt Prof. Fitze. Die Bewegungsfreiheit bei dieser OP-
Technik schaffen die Chirurgen dadurch, dass der operierte Bereich mit
Kohlenstoffdioxid (CO2) aufgebläht wird. Schnitte durch Gewebe und Gefäße
lassen sich so vermeiden. Die Neugeborenen profitieren davon, weil sie
während und nach der Operation weniger Schmerzmittel benötigen und sich
deutlich schneller erholen. Für die Ärzte besteht ein wesentlicher Vorteil
der Schlüssellochchirurgie darin, dass neben den Instrumenten eine Optik
in den Körper eingeführt wird. Sie liefert hochauflösende, vergrößerte
Bilder: „So können wir während der Operation auf einem Bildschirm genauer
sehen, was wir tun“, so Dr. Kruppa.

„Wir sind sehr beeindruckt von dem, was die Chirurgen geleistet haben“,
sagt Gustavs Vater. Für sein Dafürhalten ist es die Kombination von Wissen
und höchstem handwerklichen Können, die den Erfolg ermöglicht habe. Für
die Mutter zählt vor allem, dass sich ihr jüngster Sohn nach den
dreieinhalb Wochen im Uniklinikum mittlerweile gut in der Familie
eingelebt hat: „Ich merke keinen Unterschied, in Gustavs Entwicklung“,
sagt sie mit Blick auf seine Schwester und seine drei Brüder, die sich
liebevoll um den jüngsten Spross der Familie kümmern. Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uniklinikum-dresden.de/kch

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