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Gesundheit

Neue Herausforderungen und bewährte Strukturen im neuen Jahrzehnt – 10 Jahre Deutsche Leberstiftung

Anstatt mit geladenen Gästen auf die Erfolge anzustoßen, widmet sich die
Deutsche Leberstiftung auch am 10. Jahrestag ihrer Anerkennung als
Stiftung denen, die im Fokus ihres Engagements stehen: den Patienten. Beim
Arzt-Patienten-Seminar am 1. Dezember 2016 in Berlin treffen sich
Patienten und renommierte Experten, um die häufigsten Fragen zu
Lebererkrankungen und aktuelle Erkenntnisse in der Leberkunde zu
diskutieren. Einen Tag zuvor organisierte die Deutsche Leberstiftung das
„Strategietreffen Virushepatitis in Deutschland eliminieren“, bei dem
Experten Strategien zur Elimination der Hepatitis B und C in Europa
erörterten. Zwei Veranstaltungen, die einen markanten Abschluss setzen.

„Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre Deutsche Leberstiftung freut
es mich sehr, dass unser Gründungsziel, die Strukturen des Kompetenznetz
Hepatitis zu erhalten und unsere Aktivitäten über die Virushepatitis
hinaus deutlich auszubauen, sehr schnell geglückt ist“, erinnert sich
Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung an die ersten zehn Jahre. „Dieser Erfolg basiert auf der
Unterstützung zahlreicher Spender, dem individuellen Engagement der
zahlreichen Ärzte, Wissenschaftler, Kliniker, Patientenselbsthilfegruppen
und Apotheker sowie den kooperativen Partnerschaften mit der
pharmazeutischen Industrie und nicht zuletzt auch auf dem Einsatz aller
Mitarbeiter der Geschäftsstelle.“

Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 befasst sich die Deutsche Leberstiftung
mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Der große Erfolg
der Stiftungsarbeit in diesem ersten Jahrzehnt basiert auf Kontinuität,
Nachhaltigkeit und dem Ausbau wichtiger Aktionsfelder wie beispielsweise
der Forschungsförderung: Eine im Oktober 2016 veröffentlichte Studie der
Deutschen Leberstiftung ist der jüngste Forschungserfolg. Es konnte
erstmals gezeigt werden, dass mit einer der neuen Interferon-freien
Kombinationstherapien auch eine akute Hepatitis C ausheilen kann – und
zwar sogar schneller als die chronische Hepatitis C, die aktuell für acht
bis zwölf Wochen behandelt werden muss. Es handelt sich um die weltweit
erste Studie zur Interferon-freien Behandlung einer akuten Hepatitis
C-Virusinfektion, aus der die kompletten Daten vorliegen.

In ihrem HepNet Study-House, das vom Deutschen Zentrum für
Infektionsforschung (DZIF) unterstützt wird, führt die Deutsche
Leberstiftung noch weitere klinische Studien und Patientenregister durch,
die zur Verbesserung der Behandlung von Patienten beitragen. Zudem
koordiniert, betreibt und fördert die Stiftung wissenschaftliche Projekte
zu verschiedenen hepatologischen Fragestellungen. Darüber hinaus
finanziert die Deutsche Leberstiftung Freistellungs- und Vernetzungs-
Stipendien und vergibt einen Publikations-Preis. Sie veranstaltet jährlich
u. a. das inzwischen etablierte HepNet Symposium. Auch Fortbildungen für
Apotheker, Arzt-Patienten-Seminare und eine viel beachtete Zeitschrift
gehören zu den Aktionsfeldern der Deutschen Leberstiftung.

Ein besonderes Highlight unter den zahlreichen Kommunikationsmitteln, mit
denen die Deutsche Leberstiftung das Bewusstsein für die Leber und ihre
Erkrankungen seit über zehn Jahren steigert, ist „Das Leber-Buch“, das im
Jubiläumsjahr in einer dritten, aktualisierten und stark erweiterten
Auflage erschienen ist. Verständlich und anschaulich erläutert der
bewährte Ratgeber in aktueller Form die lebenswichtigen Aufgaben sowie die
möglichen Erkrankungen der Leber und die entsprechenden Behandlungen.

Ähnlich den aktualisierten Inhalten, mit denen "Das Leber-Buch" regelmäßig
auf den neuesten Stand gebracht wird, vor allem im Bereich der Hepatitis
C-Therapie, in dem es in den letzten Jahren große Veränderungen gegeben
hat, agiert und reagiert auch die Deutsche Leberstiftung stets am Puls der
Zeit.

„Die aktuellen globalen und lokalen Aktivitäten zur Eliminierung der
Hepatitis C sind neue Ansatzpunkte für die Deutsche Leberstiftung und eine
große Herausforderung für die Zukunft“, sagt Professor Manns. „Auch andere
Themen wie die immer häufiger werdende Fettleberhepatitis und der
Leberzellkrebs sind Aufgaben, denen wir uns im nächsten Jahrzehnt in
gewohnt engagierter Weise widmen werden“, beschreibt er die Zukunft der
Stiftung.

Weitere Informationen zur Deutschen Leberstiftung: http://www.deutsche-
leberstiftung.de

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, € 16,99. Weitere Informationen: http://www.deutsche-
leberstiftung.de/Leber-Buch

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DIVI-Kongress 2016: Keine unliebsamen Überraschungen bei Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Es ist ein echter Fall. Zugetragen hat sich das Drama in den letzten
Wochen: Vermutlich dachte die Patientin aus Nordrhein-Westfalen, alles
richtig gemacht zu haben. Schließlich hatte sie im Gegensatz zu vielen
anderen eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung. Doch nun liegt
sie im Koma und muss höchstwahrscheinlich gegen ihren eigenen Wunsch
weiterleben. Nicht konkret genug seien die Angaben auf den von ihr
ausgefüllten Formularen, lautete das Urteil des Bundesgerichtshofs.

„Dieser tatsächliche Fall ist leider kein Einzelfall“, sagt Professor
Stefan Kluge, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären
Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und Präsident des 16.
DIVI-Kongresses. „Laut einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs kann
eine Patientenverfügung nur dann in Kraft treten, wenn sie sehr präzise
und konkret umgesetzt werden kann.

Doch was heißt das? Ist es nicht eindeutig, wenn der Patient schreibt, er
wünscht für den Fall, dass das Gehirn durch Krankheit oder Unfall einen
schweren Dauerschaden erleidet, keine lebensverlängernden Maßnahmen? Nein,
das ist es nicht! Intensivmedizinische Behandlungen müssen exakt benannt
werden. Dazu gehören Maßnahmen wie die künstliche Ernährung oder eine
künstliche Beatmung. Ebenso wie etwa in der Behandlungssituation, bei der
sich jemand im Wachkoma befindet oder im Endstadium einer unheilbaren
Krankheit. „Wenn nur ein Punkt fehlt, dürfen wir Ärzte nicht eingreifen“,
erklärt Professor Kluge, der auch Direktor für die Klinik für
Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist. „Deshalb
lohnt es sich, seine Patientenverfügung noch einmal genau durchzugehen.“
Für den Patienten ist es wichtig zu wissen: Die Patientenverfügung muss
nicht medizinisch perfekt formuliert, aber eben konkret und aussagefähig
sein.

Liegt keine Patientenverfügung vor, wie es bei 70 Prozent aller
Bundesbürger nach wie vor der Fall ist, muss der „mutmaßliche Wille“
ermittelt werden. Nötig dafür ist allerdings außerdem eine
Vorsorgevollmacht. „Ehepartner oder Familienangehörige wähnen sich oft auf
der sicheren Seite und glauben sich gegenseitig vertrauen zu können“, sagt
der Experte. „Doch dem ist nicht so. Bei Handlungsunfähigkeit bestellt das
Gericht einen Betreuer und dieser muss nicht unbedingt ein naher
Verwandter sein.“ Wer also nicht möchte, dass sich ein Fremder um seine
Belange kümmert, sollte dies mit einer Vorsorgevollmacht verhindern.

Mit der Vorsorgevollmacht ist es möglich, eine Person des Vertrauens zu
ermächtigen, alle persönlichen und gesetzlichen Entscheidungen zu treffen,
wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Ein handschriftlich
verfasster Text oder ein Formular genügen. „Es ist ratsam, das
Schriftstück dem Hausarzt vorzulegen, um eventuelle Unklarheiten zu
beseitigen“, sagt der Hamburger Intensivmediziner. „Das gilt auch für die
Bereitschaft zur Organspende.“

In den meisten Fällen setzen sich Ehepartner gegenseitig als
Bevollmächtigte ein. „Das ist verständlich, es geht ja schließlich um
uneingeschränktes Vertrauen“, führt Professor Kluge aus. „Doch im hohen
Lebensalter kann es Sinn machen, noch eine weitere, jüngere Person zu
bevollmächtigen. Ideal sind erwachsene Kinder. Denn es ist möglich, dass
der in der Regel selbst schon ältere Ehepartner mit der Verantwortung
überfordert ist oder sogar vor ihm stirbt.“ Übrigens: Niemand muss sich
einen teuren Anwalt nehmen, um eine korrekt formulierte Vorsorgevollmacht
oder eine Patientenverfügung aufzusetzen. Auch eine Beglaubigung oder
Beurkundung ist laut Gesetz nicht vorgeschrieben. Sehr gute Anleitungen
mit Textbausteinen, die den neuesten gesetzlichen Anforderungen
entsprechen, bietet das Bundesjustizministerium (<www.bjm.de>).

DIVI-Kongress 2016 „Präzision und Komplexität“

Das Thema „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ spielt auch auf dem
diesjährigen DIVI-Kongress eine wichtige Rolle, der vom 30.11. bis zum
02.12.2016 in Hamburg stattfindet. „Wir freuen uns mit rund 6000
erwarteten Teilnehmern über einen neuen Besucherrekord“, sagt
Kongresspräsident Professor Stefan Kluge. „Damit ist der DIVI-Kongress der
größte Kongress einer Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum zum Thema
Intensiv- und Notfallmedizin und untermauert den immer wichtiger werden
Stellenwert dieses Fachbereichs.“

Wie in den vorangegangenen Jahren bietet der DIVI-Kongress 2016 wiederum
das gesamte Spektrum der Intensiv- und Notfallmedizin in verschiedenen
Formaten an. Dazu gehören wissenschaftliche Symposien, Workshops und
Fortbildungskurse. Weitere wichtige Elemente des Programms sind der
durchgehende Pflegekongress sowie der durchgehende Strang zu
notfallmedizinischen Themen, der den Stellenwert der Notfallmedizin
unterstreicht. Ein besonderer Schwerpunkt wird erneut auf
praxisorientiertes Handeln gelegt. Es werden insgesamt über 60 spannende
und innovative Workshops angeboten, welche durch Simulatoren, Schauspieler
und diverse reale Diagnostik- und Therapiegeräte den besonderen Charakter
echter Hands-On Kurse haben und die Vielfalt der Intensiv- und
Notfallmedizin widerspiegeln.

Eine schöne Tradition ist mittlerweile der DIVI-Charity Walk and Run,
dessen Erlös an die Organisation „Kinderhilfe Organtransplantation, KiO
eV. geht. Die Schirmherrschaft für diesen Lauf hat das Vorstandsmitglied
des KiO e.V. Herr Hartwig Gauder übernommen, Olympiasieger im Gehen, der
auch den Startschuss gibt.

Kongressteilnehmer können am Simulationstraining des Kommandos Schnelle
Einsatzkräfte Sanitätsdienst und des Kommandos Sanitätsdienst des
Bundeswehrkrankenhauses Hamburg teilnehmen. Die Hamburger Feuerwehr führt
Übungen vor (Rettung eines übergewichtigen Menschen / Höhenrettung).
Weitere Information zum Kongress, allen Themen und Veranstaltungen unter
<www.divi2016.de> im Internet.

DIVI weltweit einzigartig

Die 1977 gegründete DIVI ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss
von mehr als 2000 Anästhesisten, Neurologen, Chirurgen, Internisten,
Kinder- und Jugendmedizinern sowie Fachkrankenpflegern und entsprechenden
Fachgesellschaften: Ihre fächer- und berufsübergreifende Zusammenarbeit
und ihr Wissensaustausch machen im Alltag den Erfolg der Intensiv- und
Notfallmedizin aus. Insgesamt bündelt die DIVI damit das Engagement von
mehr als 30 Fachgesellschaften und persönlichen Mitgliedern. Mehr unter
<www.divi.de>.

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Podiumsgespräch: Grenzenlose Traumata – begrenzte Therapie?

Die Fliedner Klinik Stuttgart nimmt am 7. Dezember 2016 um 19 Uhr im Haus
der Wirtschaft in Stuttgart  eine ganz persönliche Seite der weltweiten
Fluchtbewegungen in den Blick: die Behandlung von Traumata bei
Geflüchteten sowie die ärztlichen, gesellschaftlichen und politischen
Probleme, die damit einhergehen. An der Gesprächsrunde mit Kurzvortrag
nehmen unter anderem Prof. Dr. Dr. Jan Kizilhan, medizinisch-
psychologischer Leiter des Projektes „Sonderkontingent für
schutzbedürftige Frauen und Kinder“ der Landesregierung Baden-Württemberg
und Staatssekretärin Bärbel Mielich des Ministeriums für Soziales und
Integration Baden-Württemberg teil.

„Wie spricht man über Seele mit Menschen, in deren Sprache es kein Wort
für Seele gibt?“ (Jan Kizilhan)

Prof. Dr. Dr. Jan Kizilhan gibt zunächst in seinem Kurzvortrag „Behandlung
von Trauma und Traumafolgestörungen bei Geflüchteten“ einen realistischen
und nachdrücklichen Einblick in das Themenfeld. Im Anschluss diskutiert er
mit Staatssekretärin Bärbel Mielich, Ministerium für Soziales und
Integration, Ulrike Schneck, Leitende Psychologin des Stuttgarter
Hilfsvereins Refugio und Dr. med Ingrid Rothe-Kirchberger, Beisitzerin im
Vorstand der Landesärztekammer Baden-Württemberg über ärztliche,
politische und gesellschaftliche Herausforderungen der Traumabehandlung
von Geflüchteten.Die Diskussion wird von Uschi Goetz (Deutschlandradio)
moderiert.

Wie können Psychiatrie und Psychotherapie trotz sprachlicher und
organisatorischer Hürden und knapper  Ressourcen die akut notwendige Hilfe
bereitstellen?

Antworten geben wir am 7. Dezember um 19 Uhr im Haus der Wirtschaft in
Stuttgart. Anmeldung per Fax (0711 280499-69) oder Mail
(Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) erbeten.



Fliedner Klinik Stuttgart
Die Fliedner Klinik Stuttgart ist seit 2014 im Stadtzentrum, im Bülow
Carré, zuhause.  Auf Grundlage der modernen neurowissenschaftlichen und
medizinischen Forschung bietet das Team aus Psychiatern, Psychologen,
Pflegekräften, Kunst-, Musik- und Bewegungstherapeuten eine individuelle
Therapie auf Augenhöhe.

Ambulanz und Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Lautenschlagerstraße 23 (im Bülow Carré)
70173 Stuttgart
Telefon: (0711) 28 04 99-0
Telefax: (0711) 28 04 99-69
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.fliednerklinikstuttgart.de

Leitung:
Prof. Dr. med. Barbara Wild
Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapie
Chefärztin
Prof. Dr. Dipl. psych. Martin Hautzinger
Klinische Psychologie und Psychotherapie

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Ist Schlafapnoe ein frühes Anzeichen für Demenz?

Erste Untersuchungen deuten auf ernstzunehmenden Zusammenhang hin.
Schlafmediziner verweisen auf dringend notwendige Studie als
Beweisgrundlage.
Demenz ist eine im höheren Lebensalter häufige Erkrankung, die den
Betroffenen und sein Umfeld erheblich belastet. Ein Schwerpunkt in der
Demenzforschung ist die Suche nach beeinflussbaren Faktoren, um durch
deren Behandlung das Eintreten einer Demenz zu verhindern oder wenigstens
zu verzögern. Schlafmediziner lenken hier das Augenmerk auf ihr
Fachgebiet, denn möglicherweise stellt die unbehandelte Schlafapnoe einen
modifizierbaren Risikofaktor für das Auftreten einer Demenz dar.

Unter dem Leitmotiv „Schlafmedizin: grenzüberschreitend und innovativ“
werden sich vom 1. bis 3. Dezember in Dresden etwa 2000 Experten
anlässlich der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) auch über die Einflüsse von
Schlafstörungen auf neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz
austauschen.

Schlafbezogene Atmungsstörungen werden zunehmend als ein Risikofaktor für
das Auftreten einer Demenz erkannt. „Gestützt wird diese Annahme durch
Tierversuche mit Simulation einer Schlafapnoe und anschließender
Untersuchung der  Gehirne der Versuchstiere. Hier fanden sich bei
exponierten Tieren Veränderungen, wie sie auch bei Demenzerkrankten
beobachtet werden“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Helmut Frohnhofen, Leitender
Arzt Bereich Altersmedizin, Alfried-Krupp-Krankenhaus, Essen.
Auch wenn ein sicherer Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsbildern noch
nicht bewiesen ist, so stützen neuere Daten diese Annahme. Eine Studie von
2015 fand in einer retrospektiven Analyse bei Menschen, die Symptome einer
Schlafapnoe angaben, eine Vorverlagerung der Manifestation einer
kognitiven Beeinträchtigung oder Demenz um etwa zehn Jahre. Diejenigen,
die bei Angabe von Symptomen einer Schlafapnoe mit einer PAP-Therapie
versorgt waren, zeigten diese Vorverlagerung nicht. „Damit findet sich
erstmals indirekte Evidenz dafür, dass durch die Behandlung einer
Schlafapnoe der Zeitpunkt der Manifestation einer Demenz verschoben werden
kann“, so Helmut Frohnhofen.

Zum Beweis dieses Zusammenhanges und unter dem Aspekt einer älter
werdenden Gesellschaft und den erheblichen Problemen, die mit der
Erkrankung Demenz verbunden sind, ist eine Studie dazu nicht nur
gerechtfertigt, sondern dringend notwendig. Der Beweis eines kausalen
Zusammenhangs zwischen einer unbehandelten Schlafapnoe und der Entstehung
einer Demenz kann nur durch eine solche Interventionsstudie bewiesen
werden. Mit dem Wissen, dass die unbehandelte Schlafapnoe möglicherweise
einen modifizierbaren Risikofaktor für das Auftreten einer Demenz
darstellt, rät der Schlafmediziner: „Eine jetzt schon verantwortbare
Konsequenz ist es, an diesen Zusammenhang zu denken und dies auch den
Patienten mit Schlafapnoe gegenüber zu verdeutlichen, um so die Compliance
weiter zu verbessern.“

Die obstruktive Schlafapnoe beeinflusst durch eine Fülle
pathophysiologischer Mechanismen zahlreiche Regulationssysteme und Organe
des Organismus. Dies führt zu klinischen Symptomen wie Müdigkeit und
Schläfrigkeit am Tage, einer reduzierten Leistungsfähigkeit und einer
Beeinträchtigung der Lebensqualität. Weiterhin bestehen unter anderem enge
Beziehungen zwischen der obstruktiven Schlafapnoe und Erkrankungen des
Herz- Kreislaufsystems wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und
Schlaganfall.

Weitere aktuelle Erkenntnisse dazu werden auf der 24. Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in
Dresden ausgetauscht. Das gesamte Programm und alle wichtigen
Kongressinformationen sind ersichtlich auf der Homepage <www.dgsm-
kongress.de>.

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