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Lebensmittelstandards retten Leben

BVL wirkt mit bei Setzung von Standards für Sicherheit von Lebensmitteln
weltweit

Unter dem Motto „Lebensmittelstandards retten Leben“ (“Food standards save
lives”) findet dieses Jahr am 7. Juni wie alljährlich der World Food
Safety Day, der Internationale Tag der Lebensmittelsicherheit, statt. Als
zentrale Bundesbehörde für die Sicherheit von Lebensmitteln engagiert sich
das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in
nationalen, europäischen und internationalen Normungsgremien und trägt so
zum Schutz von Verbrauchern weltweit bei.

Welchen Unterschied Lebensmittelstandards im Leben von besonders
empfindlichen Ver-brauchergruppen wie Kindern machen können, zeigt die
Ende 2022 verabschiedete Richtlinie für gebrauchsfertige therapeutische
Lebensmittel (Guidelines for Ready-to-Use Therapeutic Foods, kurz RUTF).
Hierbei handelt es sich um den weltweit ersten Standard, der die
Sicherheit und Inhaltsstoffe dieser lebensrettenden Spezialnahrung zur
Versorgung akut unterernährter Kinder in humanitären Krisen reguliert. Die
Richtlinie ist Teil des Codex Alimentarius. Ihre Einhaltung hilft, das
Leben zahlreicher unterernährter Kinder in Krisengebieten wie dem Tschad,
Somalia oder Burkina Faso zu schützen und ihnen eine normale Entwicklung
zu ermöglichen.

Vorbereitet wurde diese Richtlinie im Codex-Komitee für Ernährung und
Lebensmittel für besondere Ernährungszwecke (CCNFSDU), das sich auch mit
der Ernährung von sensiblen Verbrauchergruppen befasst und in dem
Expertinnen des BVL mitwirken. Daneben engagiert sich das BVL in vielen
weiteren Komitees der Codex Alimentarius-Kommission, einem gemeinsamen
Gremium der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsor-
ganisation (WHO). Beispielsweise arbeitet das Bundesamt an der Entwicklung
von Standards für die Lebensmittelhygiene, für die Methoden zur Probenahme
und Analyse von Lebens-mitteln oder für Zertifikationssysteme für Importe
und Exporte von Lebensmitteln mit.
Neben seinen Aufgaben im Codex Alimentarius ist das BVL in verschiedenen
Normungsgremien an der Erarbeitung von Standards für
Untersuchungsmethoden, Daten und Produkte auf nationaler und EU-Ebene, im
CEN, bei ISO und der OECD beteiligt. Es führt eine amtliche Sammlung von
Untersuchungsmethoden für Deutschland sowie Listen zur Beurteilung von
anderen Stoffen als Vitamine und Mineralstoffe als Zutat in Lebensmitteln.

Hintergrundinformation
Der World Food Safety Day, der Internationale Tag der
Lebensmittelsicherheit, wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2019 ins
Leben gerufen. Er wird jährlich am 7. Juni began-gen. Ziel ist es,
Menschen für sichere Lebensmittel zu sensibilisieren, um lebensmittelbe-
dingte Erkrankungen zu verhindern und zugleich einen Beitrag zur
Nachhaltigkeit zu leis-ten. Weltweit beteiligen sich zahlreiche
Einrichtungen mit verschiedenen Aktivitäten rund um das Thema
Lebensmittelsicherheit an diesem Ereignis.

Weiterführende Informationen
•       Codex Alimentarius:
https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik
/codex-alimentarius/codex-alimentarius_node.html

(Deutsch)
•       Codex Komitee für Ernährung und Lebensmittel für besondere
Ernährungszwecke (CCNFSDU):
https://www.fao.org/fao-who-
codexalimentarius/committees/committee/en/?committee=CCNFSDU
(nur Englisch)
•       World Food Safety Day:
https://www.fao.org/fao-who-codexalimentarius/world-food-safety-day/wfsd-
homepage/en/

(nur Englisch)
•       Guidelines for Ready-to-Use Therapeutic Foods, kurz RUTF:
https://www.fao.org/documents/card/en/c/cc4593en
(nur Englisch)

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(Un-)Mögliche Diskursräume - Warum Diskurse scheitern und wie sie gelingen können

Empören, diffamieren, canceln: So werden kontroverse Diskurse zunehmend
unmöglich. Unter welchen Bedingungen sie gelingen können, zeigen Prof.in
Dr.in Isabelle Ihring und Prof. Dr. habil. Björn Kraus exemplarisch auf.
Deutlich wird dabei ihr gemeinsames Interesse, Diskursräume zu öffnen –
gerade auch in Auseinandersetzung um kontroverse Standpunkte.

Öffentliche Debatten sind meist polarisierend und emotional aufgeladen:
und nicht nur dann, wenn es um Identität, Gewalt, Macht und Herrschaft
geht. „Doch das verhindert einen respektvollen und lösungsorientierten
Austausch“, sind sich Ihring und Kraus einig. Beide Wissenschaftler*innen
halten die enger werdenden Diskursräume für gefährlich. „Hochschulen sind
wichtige Orte, an denen Diskurse nicht nur geführt werden“, so Kraus,
„sondern an denen dazu qualifiziert wird, wie begründete Positionen
entwickelt und ergebnisoffen diskutiert werden.“

Die beiden Professor*innen vermitteln durch ausgewählte „Blitzlichter“ im
aktuellen Hochschulmagazin ev.olve „Solidarität“, wie weit Diskursräume
sein können und müssen. Gleichwohl ist ihnen klar, dass im Rahmen nur
kurzer Textformate – ob geschrieben oder gesprochen – keine differenzierte
Darstellung ihrer Positionen oder der Diskurse, an denen sie sich
beteiligen und die sie miteinander führen, möglich ist. Beide sehen die
Gefahr, dass das, was sie sagen, immer auch als Gegenposition gelesen
werden kann: auch deshalb, weil sie als Gegensätze wahrgenommen werden
(Mann/Frau, schwarz/weiß).

Isabelle Ihring ist Professorin für Jugend und Soziale Arbeit. Sie bewegen
wissenschaftliche Analysen zu (globaler) Ungleichheit, „auch jene aus
Teilen der Welt, die hier nur wenig Gehör finden.“ Sie treiben Ihring an,
sich mehr für globale Gerechtigkeit einzusetzen, daher versteht sie sich
auch als Aktivistin. Zumal Soziale Arbeit auch ein politisches Mandat
habe, was für die Professorin bedeutet, sich für marginalisierte
Menschen(-gruppen) zu engagieren. „Den Vorwurf, emotionale Involviertheit
und Aktivismus wären einer guten Wissenschaftlerin abträglich, teile ich
nicht. Hätten Wissenschaftler*innen sich nicht auch von ihren Emotionen
antreiben lassen, gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen, gäbe es heute keine
Gender Studies, keine Critical Race Theory und Ähnliches“, betont Ihring.

Björn Kraus befasst sich mit den Formen der „Cancel Culture“, die
Professor*innen erleben. Der Professor für Wissenschaft Soziale Arbeit
betont, dass Urteile darüber, wer wozu sprechen dürfe – und vor allem, wer
nicht – in unterschiedlichen Lagern meist vergleichbaren Mustern folge.
„Sowohl meine Kollegin als auch ich sind damit konfrontiert, dass mit
Blick auf zugeschriebene äußerliche Kriterien Redeverbote erteilt werden.
Sie solle oder könne sich als schwarze Frau nicht äußern und ich nicht als
weißer Mann. In beiden Fällen gibt es sowohl bei Begründungen als auch bei
den Konsequenzen Gemeinsamkeiten.“ Als Grundlage solcher
Einschränkungsversuche werde nicht die Qualität der jeweiligen
wissenschaftlichen Arbeit angeführt, sondern einzelne Aspekte, „die der
Person zugeschrieben werden“, kritisiert Kraus: „Die Folge ist die
Unterdrückung unserer Forschungsergebnisse, Positionen und Argumente.“

Der vollständige Artikel steht im aktuellen Hochschulmagazin ev.olve #03
„Solidarität“ (print und online) zur Verfügung.

Zur Person

Prof.in Dr.in Isabelle Ihring lehrt als Professorin für Jugend und Soziale
Arbeit. Schwerpunktmäßig arbeitet sie zum Bereich der Hilfen zur Erziehung
mit besonderem Blick auf Kinderschutz und zur Analyse globaler
Ungleichheitsverhältnisse mit besonderem Fokus auf Rassismus aus
postkolonialer und intersektionaler Perspektive. Hinzu kommt die
Auseinandersetzung mit dekolonialen Praktiken und deren Relevanz für die
Soziale Arbeit.

Prof. Dr. habil. Björn Kraus ist Professor für Wissenschaft Soziale
Arbeit. Er leitet den Master-Studiengang Supervision und Coaching. Seit
Ende der 1990er-Jahre zählt er zu den Protagonisten konstruktivistischer
Theorieentwicklung in der Sozialen Arbeit. Neben
wissenschaftstheoretischen Grundlagenarbeiten zählen zu seinen
Arbeitsschwerpunkten etwa Fragen der Macht, der Lebenswelten und
Lebenslagen und des professionellen Handelns.

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Eingesponnene Bäume – nicht immer war es der Eichenprozessionsspinner!

Aktuell sind an vielen Baum- und Straucharten auffällige Gespinste zu
finden. Verursacher sind die Raupen von Gespinstmotten, die vor allem an
Traubenkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Schlehe und Wildpflaume fressen.
„Diese Raupen, deren Gespinste bereits von weitem gut sichtbar sind, sind
für uns Menschen völlig ungefährlich“, betont Ludwig Straßer, Waldschutz-
Experte der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).
Auch der umfangreiche Blattfraß ist für die Bäume meist kein großes
Problem.

„Die Raupen der Gespinstmotten stehen jetzt kurz vor der Verpuppung und in
der Regel treiben die befallenen kahlen Sträucher und Bäume wieder neu
aus“, so Straßer. An verschiedenen Laubbäumen, bevorzugt der Eiche und
Obstgehölzen, kann auch der ebenfalls ungefährliche Ringelspinner
beobachtet werden. Die Raupen leben gesellig in lockeren Gespinsten und
sind durch ihre besondere Färbung mit blauem Kopf und blauen Längsstreifen
gut zu erkennen.

Allerdings gibt es auch Schmetterlingsarten, bei denen Vorsicht geboten
ist. Ihre Raupen haben giftige Brennhaare, die bei Menschen und Haustieren
allergische Haut- und Schleimhautreaktionen auslösen können.

Als erstes ist hier der Eichenprozessionsspinner zu nennen: Seine Raupen
leben gesellig in großen Familien und bewegen sich in den namensgebenden
Prozessionen fort. Sie sind mittlerweile in ganz Bayern verbreitet,
ernähren sich ausschließlich von Eiche und leben dort vom Ei bis zum
fertigen Falter.

Eine weitere Schmetterlingsart mit giftigen Brennhaaren sind die Raupen
des Goldafters, die bevorzugt an Eiche und Obstgehölzen in faustgroßen,
silbrig glänzenden Gespinsten leben, die sie zum Fressen verlassen.
Auffällige Gespinstsäcke werden außerdem von den Raupen verschiedener
Wollafter-Schmetterlinge gebildet. So findet man den Birkennestspinner mit
großen, an den Zweigenden hängenden Gespinstnestern besonders entlang von
Straßenalleen. Die Raupen können bei Berührung bei empfindlichen Personen
Hautreaktionen auslösen.

Für diese Arten, insbesondere den Eichenprozessionsspinner gilt, sich von
befallenen Bäumen fernzuhalten, Warnschilder zu beachten, Kinder zu
informieren und jeglichen Kontakt mit Raupen oder Gespinstestern zu
vermeiden.

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Bunker Requiem - NO MORE WAR“

Am Sonntag, 11. Juni, ab 15 Uhr, wird im Denkort Bunker Valentin die
interdisziplinäre Konzertperformance „Bunker Requiem - NO MORE WAR“ von
Studierenden der Hochschule für Künste (HfK) Bremen aufgeführt.
Ausgangspunkt ist das Graffito „NO MORE WAR“, das einst an der Stirnseite
des ehemaligen U-Boot-Bunkers in Bremen-Rekum zu lesen war.

„Der Schriftzug wurde damals schnell übermalt, bis 2010 nutzte die
Bundeswehr den Bunker als Lagerfläche. Jetzt bringt die Natur die
politische Botschaft erneut ans Tageslicht, die Verwitterung legt die rote
Farbe des Schriftzugs langsam wieder frei und regt uns an, über
verschiedene Zeitschichten, die Künste und Politik, Gedenken und
Erinnerung sowie über die Verbindung und Potentiale unterschiedlicher
künstlerischer Disziplinen mit politischer Bildung nachzudenken“, erklärt
Raphael Sbrzesny, HfK-Professor für Kreation und Interpretation mit den
Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept. Zusammen mit Felix Elsner,
HfK-Professor für Musikpädagogik, hat er das Projekt initiiert.

Was ist konkret am 11. Juni im Denkort Bunker Valentin zu erleben? Die
Bunkerwand mit dem „NO MORE WAR“-Schriftzug sieht in Nahaufnahme aus wie
abstrakte Kunst und dient zehn Musiker:innen als grafische Notation, die
sie live verklanglichen. „Zehn Performer:innen agieren mit tragbaren
Lautsprechern und Texten, entwickeln eigene Narrative mit
Schattenspielinterventionen und digitalen Mitteln. Das Ziel: dem
auratischen Moment der pompösen Architektur des Schreckens nicht zu
erliegen, sondern diese im Sinne einer ‚forensischen Pädagogik‘ mit
beweglichen Lichtquellen, Klang und den eigenen Stimmen zu
dekonstruieren“, so Sbrzesny. Dabei würden auch performative Strategien
der Katharsis erprobt.

Mit diesem Projekt schließen die Studierenden an das Recherche-,
Ausstellungs- und Kooperationsprojekt „Re:Bunker“ an, welches 2019 von
Prof. Dr. Mona Schieren und Prof. Katrin von Maltzahn angestoßen und
realisiert wurde. Dabei standen die Architektur, eine Kulturgeschichte des
Bunkers allgemein und die Bildende Kunst im Zentrum der
Auseinandersetzung. Nun erkunden die Studierenden, was es konkret heißt,
an einem Ort Kunst zu machen, an dem bis zu 10.000 Kriegsgefangene, KZ-
Häftlinge, zivile Zwangsarbeiter und Gefangene der Bremer Gestapo für die
NS-Kriegsmaschinerie arbeiten mussten und viele an Unterernährung,
Krankheiten und der Gewalt der Wachmannschaften starben. Wie ist die
Erinnerung daran mit künstlerischen Mitteln lebendig zu halten, ohne
ritualisierte Gedächtniskultur zu bedienen oder „Versöhnungstheater“ zu
machen? Dabei würden Menschen nur sich selbst beweisen, wie weit sie von
den Verbrechen des Nationalsozialismus entfernt und wieder anständig
geworden seien, so der deutsche Publizist Max Czollek. Außerdem
interessiert die Studierenden, wie sich künstlerische und politische
Bildung vereinen lässt, um eine eigene Stimme zu entwickeln und sich damit
in aktuelle gesellschaftliche Diskurse einbringen zu können.

Für die Studierenden – gleichermaßen aus den Bereichen Musik, Freier
Kunst, Integriertem Design und Digitalen Medien – geht es pragmatisch auch
darum, innerhalb der HfK Bremen jeweils andere Disziplinen und
Studiengänge kennenzulernen und gleichzeitig mit einem Ort außerhalb der
Hochschule zu kooperieren. Insbesondere die Studierenden des Fachbereiches
Musik sollen mit unkonventionellen Konzertformaten in Berührung kommen und
neben den klassischen Spielstätten neue Performance-Möglichkeiten
erkunden.

Teilnehmende Studierende: Anna Zineli, Ruben Lyon, Christine Claussen, Qi
Jin, Cora Stam, Ilona Karacsony, Vassilissa Gorbacheva, Vera Tolmatsova,
Magdalena Otto, Erik Wälz, Andrej Denisow, Leona Heerbaart, Guillermo
Marcelo Bolentini Bada, Janusz Kendel, Simon Krüger, Fan, Chen Shao,
Joshua Rödel, Ivett Kallai, Marcel Effner, Markus Meier, Isa Kleinhempel,
Lennart Heuser, Louisa Beßling, Lisa Spetzler, Tristan Keyers, Petra
Tjandra, Wahida Soulemane, Boyang Xia, Hye Sun Yoo, Helise Gomes Oliveira,
Josephine Beste u. a.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Begleitprogramms zur
Klanginstallation „Erinnern durch Klang“, die Annemarie Strümpfler bis zum
6. August am Denkort Bunker Valentin präsentiert.

Im Inneren des Bunkers ist es auch bei warmen Außentemperaturen kühl.
Bitte denken Sie an entsprechende Kleidung!

Näheres zur Anfahrt zum Veranstaltungsort: https://www.denkort-bunker-
valentin.de/besuch/oeffnungszeiten-preise-anfahrt.html

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