Zum Hauptinhalt springen

In der Stadt wohnen und arbeiten, moderne Technologien oder klassisches Handwerk nutzen – „Urbane Produktion“ kann viel beitragen zur „Stadt der kurzen Wege“, Energieeffizienz und Klimaschutz. Das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule G

In der Stadt wohnen und arbeiten, moderne Technologien oder klassisches
Handwerk nutzen – „Urbane Produktion“ kann viel beitragen zur „Stadt der
kurzen Wege“, Energieeffizienz und Klimaschutz. Das Institut Arbeit und
Technik (IAT/Westfälische Hochschule Gelsenkirchen) veröffentlicht jetzt
den ersten wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig praxisbezogenen
Sammelband mit diversen Beispielen und Instrumenten zur „Produktiven
Stadt“.

Der Band verbindet Forschung zu Urbaner Produktion im deutschsprachigen
Raum und zeigt zahlreiche Lösungsmöglichkeiten und Konzepte zur
Nutzungsmischung unter Erhalt der produktionsbezogenen Wirtschaft auf. Das
Buch gibt einen Überblick zu Ideengeschichten, aktuellen Diskussionen,
Konzepten, Definitionen, Messbarkeit, Relevanz und Potenzialen von
Produktionsprozessen im urbanen Raum. Dabei werden notwendige
Rahmenbedingungen und deren Wirkungen zum Erhalt und zur Förderung Urbaner
Produktion betrachtet.

Somit diskutieren WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen
(Architektur, Maschinenbau, Stadt- und Raumplanung, Stadt- und
Immobilienökonomie, Planungsrecht) die Herausforderungen und Potenziale
und unterlegen sie mit Beispielen von gelungenen (Re-) Integrationen der
Produktion in die Stadt. Das Buch richtet sich sowohl an Studierende,
WissenschaftlerInnen als auch StadtplanerInnen und PraktikerInnen aus
Architektur, Immobilien-, Stadt- und Unternehmensentwicklung, Planungs-
und Bauordnungsrecht sowie Wirtschaftsförderung.

  • Aufrufe: 21

Welttag der Lebensmittelsicherheit: 600 Millionen Gründe für gute Küchenhygiene

Küchenhygiene-Tipps des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zum
Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen

Täglich erkranken weltweit etwa 1,6 Millionen Menschen aufgrund unsicherer
Lebensmittel. Jährlich sind es mehr als 600 Millionen. Allein in
Deutschland werden jedes Jahr mehr als 100.000 Erkrankungen gemeldet, die
auf lebensmittelbedingte Infektionen zurückzuführen sind, die Dunkelziffer
liegt jedoch weitaus höher. Der Welttag der Lebensmittelsicherheit macht
seit dem Jahr 2018 auf die Wichtigkeit des Themas aufmerksam. Auch das BfR
beteiligt sich in diesem Jahr wieder und informiert auf seinen Social-
Media-Kanälen mit der Themenwoche „Lebensmittelsicherheit zuhause“ über
verbrauchernahe Themen, wie Küchenhygiene, Kreuzkontamination oder was es
beim Verzehr bestimmter roher Lebensmittel zu beachten gilt.
„Lebensmittelbedingte Infektionen durch Bakterien, Viren oder Keime sind
eine Dauerbrenner-Herausforderung. Sie sind auch für jeden Haushalt ein
ernstes aktuelles Gesundheitsproblem“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas
Hensel, Präsident des BfR. „Umso mehr ist es uns ein Anliegen, die
Bevölkerung über die Betroffenheit von mangelnder Lebensmittelsicherheit
aufzuklären – das Einhalten weniger Verhaltensregeln kann Krankheiten
vermeiden und Leben retten.“

Die meisten in Deutschland gemeldeten lebensmittelbedingten Erkrankungen
werden durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht. Der richtige
Umgang mit Lebensmitteln ist daher von entscheidender Bedeutung, um
Lebensmittelinfektionen zu vermeiden. In den meisten Fällen gehen die
Erkrankungen mit Symptomen wie Magenkrämpfen, Durchfall oder Erbrechen
einher und sind nach wenigen Tagen überstanden. Bei Risikogruppen wie
Kleinkindern, Schwangeren, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem
Immunsystem können Lebensmittelinfektionen jedoch schwer verlaufen,
bleibende Schäden hinterlassen und in Einzelfällen sogar tödlich enden.
Daher ist es wichtig, Hygieneregeln bei der Lagerung und Zubereitung von
Lebensmitteln zu beachten, um die Verunreinigung von Lebensmitteln mit
Krankheitserregern in der eigenen Küche zu vermeiden.

Das BfR informiert auf seinen Social-Media-Kanälen mit der Themenwoche
„Lebensmittelsicherheit zuhause“ vom 05.06. – 09.06.2023 über den
richtigen Umgang mit rohen Lebensmitteln, welche Hygieneregeln es in der
Küche zu beachten gibt, was Kreuzkontaminationen sind, wie sie entstehen
und vermieden werden können. Die Inhalte können Sie auf der Instagramseite
(<https://www.instagram.com/bfrde/>) oder dem Twitterkanal
(<https://twitter.com/bfrde>) einsehen.

Daneben finden Sie auf der Webseite des BfR zahlreiche Informationen rund
um das Thema Lebensmittelsicherheit:

Verbrauchertipps: Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt:

<https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf
>

Verbrauchertipps zu Lebensmittelhygiene, Reinigung und Desinfektion:

<https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps-zu-lebensmittelhygiene-
reinigung-und-desinfektion.pdf
>

Fragen und Antworten zu korrektem Kühlen von Lebensmitteln in
Privathaushalten:
<https://www.bfr.bund.de/de/korrektes_kuehlen_von_lebensmitteln_im_privathaushalt-309974.html>

Der diesjährige Welttag der Lebensmittelsicherheit steht unter dem Motto
„Lebensmittelstandards retten Leben“. Lebensmittelstandards sind das
Herzstück der Lebensmittelsicherheit und sollen das Leben aller schützen.
Sie legen Kriterien fest, die Lebensmittel erfüllen müssen, damit diese
für die Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sind. Durch das
diesjährige Motto soll die wichtige Rolle etablierter
Lebensmittelsicherheitspraktiken und -standards, die
Lebensmittelsicherheit und -qualität gewährleisten, verdeutlicht werden.

Auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) finden Sie weitere
Informationen über den Welttag der Lebensmittelsicherheit und Erklärungen
zum diesjährigen Motto:

A Guide to World Food Safety Day 2023:

<https://apps.who.int/iris/rest/bitstreams/1492823/retrieve>

Food safety is everyone’s business at home:

<https://apps.who.int/iris/rest/bitstreams/1424730/retrieve>

Über den Welttag der Lebensmittelsicherheit

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2018 den Welttag der
Lebensmittelsicherheit ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung sicherer
Lebensmittel aufmerksam zu machen. Jedes Jahr erkrankt laut
Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit jeder zehnte an
lebensmittelbedingten Krankheiten, die im schlimmsten Fall tödlich enden –
davon sind alle Länder betroffen.

Mehr Informationen über den „Welttag der Lebensmittelsicherheit“ sind hier
zu finden:

<https://www.who.int/campaigns/world-food-safety-day/2023>

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen

  • Aufrufe: 16

Lebensmittelstandards retten Leben

BVL wirkt mit bei Setzung von Standards für Sicherheit von Lebensmitteln
weltweit

Unter dem Motto „Lebensmittelstandards retten Leben“ (“Food standards save
lives”) findet dieses Jahr am 7. Juni wie alljährlich der World Food
Safety Day, der Internationale Tag der Lebensmittelsicherheit, statt. Als
zentrale Bundesbehörde für die Sicherheit von Lebensmitteln engagiert sich
das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in
nationalen, europäischen und internationalen Normungsgremien und trägt so
zum Schutz von Verbrauchern weltweit bei.

Welchen Unterschied Lebensmittelstandards im Leben von besonders
empfindlichen Ver-brauchergruppen wie Kindern machen können, zeigt die
Ende 2022 verabschiedete Richtlinie für gebrauchsfertige therapeutische
Lebensmittel (Guidelines for Ready-to-Use Therapeutic Foods, kurz RUTF).
Hierbei handelt es sich um den weltweit ersten Standard, der die
Sicherheit und Inhaltsstoffe dieser lebensrettenden Spezialnahrung zur
Versorgung akut unterernährter Kinder in humanitären Krisen reguliert. Die
Richtlinie ist Teil des Codex Alimentarius. Ihre Einhaltung hilft, das
Leben zahlreicher unterernährter Kinder in Krisengebieten wie dem Tschad,
Somalia oder Burkina Faso zu schützen und ihnen eine normale Entwicklung
zu ermöglichen.

Vorbereitet wurde diese Richtlinie im Codex-Komitee für Ernährung und
Lebensmittel für besondere Ernährungszwecke (CCNFSDU), das sich auch mit
der Ernährung von sensiblen Verbrauchergruppen befasst und in dem
Expertinnen des BVL mitwirken. Daneben engagiert sich das BVL in vielen
weiteren Komitees der Codex Alimentarius-Kommission, einem gemeinsamen
Gremium der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsor-
ganisation (WHO). Beispielsweise arbeitet das Bundesamt an der Entwicklung
von Standards für die Lebensmittelhygiene, für die Methoden zur Probenahme
und Analyse von Lebens-mitteln oder für Zertifikationssysteme für Importe
und Exporte von Lebensmitteln mit.
Neben seinen Aufgaben im Codex Alimentarius ist das BVL in verschiedenen
Normungsgremien an der Erarbeitung von Standards für
Untersuchungsmethoden, Daten und Produkte auf nationaler und EU-Ebene, im
CEN, bei ISO und der OECD beteiligt. Es führt eine amtliche Sammlung von
Untersuchungsmethoden für Deutschland sowie Listen zur Beurteilung von
anderen Stoffen als Vitamine und Mineralstoffe als Zutat in Lebensmitteln.

Hintergrundinformation
Der World Food Safety Day, der Internationale Tag der
Lebensmittelsicherheit, wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2019 ins
Leben gerufen. Er wird jährlich am 7. Juni began-gen. Ziel ist es,
Menschen für sichere Lebensmittel zu sensibilisieren, um lebensmittelbe-
dingte Erkrankungen zu verhindern und zugleich einen Beitrag zur
Nachhaltigkeit zu leis-ten. Weltweit beteiligen sich zahlreiche
Einrichtungen mit verschiedenen Aktivitäten rund um das Thema
Lebensmittelsicherheit an diesem Ereignis.

Weiterführende Informationen
•       Codex Alimentarius:
https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik
/codex-alimentarius/codex-alimentarius_node.html

(Deutsch)
•       Codex Komitee für Ernährung und Lebensmittel für besondere
Ernährungszwecke (CCNFSDU):
https://www.fao.org/fao-who-
codexalimentarius/committees/committee/en/?committee=CCNFSDU
(nur Englisch)
•       World Food Safety Day:
https://www.fao.org/fao-who-codexalimentarius/world-food-safety-day/wfsd-
homepage/en/

(nur Englisch)
•       Guidelines for Ready-to-Use Therapeutic Foods, kurz RUTF:
https://www.fao.org/documents/card/en/c/cc4593en
(nur Englisch)

  • Aufrufe: 23

(Un-)Mögliche Diskursräume - Warum Diskurse scheitern und wie sie gelingen können

Empören, diffamieren, canceln: So werden kontroverse Diskurse zunehmend
unmöglich. Unter welchen Bedingungen sie gelingen können, zeigen Prof.in
Dr.in Isabelle Ihring und Prof. Dr. habil. Björn Kraus exemplarisch auf.
Deutlich wird dabei ihr gemeinsames Interesse, Diskursräume zu öffnen –
gerade auch in Auseinandersetzung um kontroverse Standpunkte.

Öffentliche Debatten sind meist polarisierend und emotional aufgeladen:
und nicht nur dann, wenn es um Identität, Gewalt, Macht und Herrschaft
geht. „Doch das verhindert einen respektvollen und lösungsorientierten
Austausch“, sind sich Ihring und Kraus einig. Beide Wissenschaftler*innen
halten die enger werdenden Diskursräume für gefährlich. „Hochschulen sind
wichtige Orte, an denen Diskurse nicht nur geführt werden“, so Kraus,
„sondern an denen dazu qualifiziert wird, wie begründete Positionen
entwickelt und ergebnisoffen diskutiert werden.“

Die beiden Professor*innen vermitteln durch ausgewählte „Blitzlichter“ im
aktuellen Hochschulmagazin ev.olve „Solidarität“, wie weit Diskursräume
sein können und müssen. Gleichwohl ist ihnen klar, dass im Rahmen nur
kurzer Textformate – ob geschrieben oder gesprochen – keine differenzierte
Darstellung ihrer Positionen oder der Diskurse, an denen sie sich
beteiligen und die sie miteinander führen, möglich ist. Beide sehen die
Gefahr, dass das, was sie sagen, immer auch als Gegenposition gelesen
werden kann: auch deshalb, weil sie als Gegensätze wahrgenommen werden
(Mann/Frau, schwarz/weiß).

Isabelle Ihring ist Professorin für Jugend und Soziale Arbeit. Sie bewegen
wissenschaftliche Analysen zu (globaler) Ungleichheit, „auch jene aus
Teilen der Welt, die hier nur wenig Gehör finden.“ Sie treiben Ihring an,
sich mehr für globale Gerechtigkeit einzusetzen, daher versteht sie sich
auch als Aktivistin. Zumal Soziale Arbeit auch ein politisches Mandat
habe, was für die Professorin bedeutet, sich für marginalisierte
Menschen(-gruppen) zu engagieren. „Den Vorwurf, emotionale Involviertheit
und Aktivismus wären einer guten Wissenschaftlerin abträglich, teile ich
nicht. Hätten Wissenschaftler*innen sich nicht auch von ihren Emotionen
antreiben lassen, gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen, gäbe es heute keine
Gender Studies, keine Critical Race Theory und Ähnliches“, betont Ihring.

Björn Kraus befasst sich mit den Formen der „Cancel Culture“, die
Professor*innen erleben. Der Professor für Wissenschaft Soziale Arbeit
betont, dass Urteile darüber, wer wozu sprechen dürfe – und vor allem, wer
nicht – in unterschiedlichen Lagern meist vergleichbaren Mustern folge.
„Sowohl meine Kollegin als auch ich sind damit konfrontiert, dass mit
Blick auf zugeschriebene äußerliche Kriterien Redeverbote erteilt werden.
Sie solle oder könne sich als schwarze Frau nicht äußern und ich nicht als
weißer Mann. In beiden Fällen gibt es sowohl bei Begründungen als auch bei
den Konsequenzen Gemeinsamkeiten.“ Als Grundlage solcher
Einschränkungsversuche werde nicht die Qualität der jeweiligen
wissenschaftlichen Arbeit angeführt, sondern einzelne Aspekte, „die der
Person zugeschrieben werden“, kritisiert Kraus: „Die Folge ist die
Unterdrückung unserer Forschungsergebnisse, Positionen und Argumente.“

Der vollständige Artikel steht im aktuellen Hochschulmagazin ev.olve #03
„Solidarität“ (print und online) zur Verfügung.

Zur Person

Prof.in Dr.in Isabelle Ihring lehrt als Professorin für Jugend und Soziale
Arbeit. Schwerpunktmäßig arbeitet sie zum Bereich der Hilfen zur Erziehung
mit besonderem Blick auf Kinderschutz und zur Analyse globaler
Ungleichheitsverhältnisse mit besonderem Fokus auf Rassismus aus
postkolonialer und intersektionaler Perspektive. Hinzu kommt die
Auseinandersetzung mit dekolonialen Praktiken und deren Relevanz für die
Soziale Arbeit.

Prof. Dr. habil. Björn Kraus ist Professor für Wissenschaft Soziale
Arbeit. Er leitet den Master-Studiengang Supervision und Coaching. Seit
Ende der 1990er-Jahre zählt er zu den Protagonisten konstruktivistischer
Theorieentwicklung in der Sozialen Arbeit. Neben
wissenschaftstheoretischen Grundlagenarbeiten zählen zu seinen
Arbeitsschwerpunkten etwa Fragen der Macht, der Lebenswelten und
Lebenslagen und des professionellen Handelns.

  • Aufrufe: 18