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Dresdner Uniklinikum bietet Patientinnen und Patienten mit dem „rauchfrei ticket“ den ersten Schritt weg vom Rauchen

Im ersten Jahr seiner Mitgliedschaft im „Deutschen Netz Rauchfreier
Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen“ (DNRfK e.V.) hat das
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden seine Aktivitäten deutlich
ausgebaut. Ein wichtiges Element ist die Etablierung des „rauchfrei
ticket“. In diesem Rahmen wird mit den stationär aufgenommenen
Patientinnen und Patienten über das Rauchen gesprochen, deren Rauchstatus
erfasst und zu Möglichkeiten gesprochen, das Rauchen aufzugeben. Eine in
diesem Rahmen ausgefüllte Anmeldung – das „rauchfrei ticket“ – ebnet den
Weg zu einer individuellen und professionellen Rauchstoppberatung am
Telefon.

Nachdem in einem ersten Schritt Mitarbeitende des Uniklinikums als interne
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für diese Erstgespräche geschult
wurden, weisen Zahlen, die das Uniklinikum zum Internationalen
Weltnichtrauchertag am heutigen Mittwoch (31. Mai 2023) präsentiert, einen
positiven Trend aus: Seit Januar meldeten sich 87 im Uniklinikum
behandelte Patientinnen und Patienten für das „rauchfrei ticket“ an. Unter
den insgesamt 42 deutschen Krankenhäusern, die sich dem DNRfK
angeschlossen haben, nimmt das Uniklinikum mit dieser Zahl einen
Spitzenplatz ein.

„Der Konsum von Tabak ist statistisch gesehen das bedeutendste
Gesundheitsrisiko sowie die häufigste Ursache frühzeitiger Sterblichkeit.
Deshalb ist es so wichtig, Rauchende zu bewegen, den Tabakkonsum zu
reduzieren oder besser ganz aufzugeben“, sagt Prof. Michael Albrecht:
„Erfolgversprechender als weiter ausgebaute Verbote oder unmittelbarer
Druck sind nach unserer Überzeugung individuelle Angebote, die es den
Menschen ermöglichen, ihre Nikotinabhängigkeit zu beenden“, so der
Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums weiter.

Patientinnen und Patienten, die mit dem Rauchen aufhören möchten, finden
im Dresdner Uniklinikum künftig immer mehr geschulte Mitarbeitende, die
sie bei den ersten Schritten in ein rauchfreies Leben unterstützen. Damit
möglichst viele Personen vor allem aus dem ärztlichen Dienst und der
Pflege die Erstgespräche mit Rauchenden führen können, wurden in einem
ersten Schritt Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Sie
sorgen dafür, dass das „rauchfrei ticket“ auf allen Stationen des
Uniklinikums präsent ist, in dem sie einige der dort Tätigen dafür
schulen, Patientinnen und Patienten auf die Themen Tabakkonsum,
Rauchstatus sowie Rauchstopp anzusprechen und darüber hinaus die
Vorgehensweise des „rauchfrei ticket“ zu erläutern. Wecken sie bei diesen
Motivationsgesprächen das Interesse der Rauchenden für eine weitergehende
telefonische Beratung, nehmen sie die ausgefüllten Anmeldungen entgegen
und leiten so die individuelle und professionelle Rauchstoppberatung am
Telefon ein, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(BZgA) organisiert wird.

„Mit dem zunehmend an Fahrt gewinnenden ‚rauchfrei ticket‘-Projekt gehen
wir einen weiteren Schritt auf unserem Weg zur Zertifizierung als
‚Rauchfreies Krankenhaus‘. Dabei sind wir inzwischen auf einem guten Weg,
die Erstberatung rauchender Patientinnen und Patienten flächendeckend im
Universitätsklinikum zu etablieren“, sagt Prof. Dirk Koschel. Der Leiter
des Bereichs Pneumologie der Medizinischen Klinik I ist zugleich
Projektverantwortlicher für alle Maßnahmen im Rahmen der Rauchfrei-
Strategie und der daran geknüpften Zertifizierungen des „Deutschen Netz
Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen“. In einem ersten
Schritt ist es gelungen, als Modell die Medizinische Klinik I zu
zertifizieren, so dass mit den weiteren Aktivitäten nun die Zertifizierung
des gesamten Uniklinikums angestrebt wird.

Das „rauchfrei ticket“ hilft bei der Aufgabe des Tabakkonsums

Das „rauchfrei ticket“ ist ein Angebot der BZgA. Damit fördert diese
Institution bundesweit die Trainings und Umsetzung des Konzepts des
„rauchfrei ticket“ in Gesundheitseinrichtungen. Der DNRfK e.V. unterstützt
die Initiative, indem es deren Implementierung in Kliniken und weiteren
Einrichtungen im Gesundheitswesen anbietet. Die im Rahmen des „rauchfrei
ticket“ angebotene professionelle Telefonberatung von Patientinnen und
Patienten hilft ihnen evidenzbasiert bei der Vorbereitung, Umsetzung und
Stabilisierung des Rauchstopps. Die Wirksamkeit der proaktiven
Telefonberatung konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden und ist
von nationalen und internationalen Leitlinien empfohlen.

Für das Angebot des „rauchfrei tickets“ am Dresdner Uniklinikum sind in
den beiden vergangenen Jahren bereits erste Mitarbeitende des Klinikums
unterschiedlicher medizinischer Fachgebiete und Berufsgruppen als
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet worden, zu denen in den
ersten Monaten dieses Jahres 15 weitere hinzugekommen sind. Im Juni läuft
nun die nächste Schulung von zehn zusätzlichen Expertinnen und Experten.
Damit werden es voraussichtlich 30 Personen sein, die weitere Klinikums-
Mitarbeitende darin schulen werden, Erstgespräche zum „rauchfrei ticket“
zu führen. Wie groß der Bedarf an solchen Erstberatungen ist, zeigen die
Zahlen der vergangenen Monate, in denen sich die wachsende Anzahl der
geschulten Mitarbeitenden niederschlägt: Seit Januar meldeten sich bereits
87 Personen für das „rauchfrei ticket“ an. Eine Erhebung des DNRfK e.V.
ergab, dass das Dresdner Uniklinikum damit einen Spitzenplatz unter den
insgesamt 42 deutschen Krankenhäusern einnimmt, die sich diesem Netzwerk
angeschlossen haben.

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Hautkrebs: Viele Menschen schützen sich nicht ausreichend vor UV-Strahlung am Arbeitsplatz

In Deutschland arbeiten 2 bis 3 Millionen
Erwerbstätige überwiegend im Freien und haben somit ein erhöhtes Risiko,
an Hautkrebs zu erkranken. Das Plattenepithelkarzinom der Haut, auch
weißer Hautkrebs genannt, ist der häufigste Berufskrebs und ist die
dritthäufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. Mit einfachen
Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Trotzdem
schützen sich viele Menschen nicht ausreichend vor UV-Strahlung am
Arbeitsplatz. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und
Umweltmedizin (DGAUM) sieht zum Beginn der Sommer-Saison Handlungs- und
Aufklärungsbedarf.

Neue Studie zeigt Lücken beim Sonnenschutz am Arbeitsplatz:

Eine jüngst veröffentlichte Studie der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg (FAU) zeigt, dass Sonnenschutz am Arbeitsplatz häufig
nicht ausreichend vorhanden ist. Beispielsweise gaben nur rund 38 Prozent
der Befragten an, einen Sonnenschutz fürs Gesicht zu verwenden. Etwa die
Hälfte erhielten von ihren Arbeitgebenden Schutzkleidung, rund ein Viertel
ein Sonnenschutzmittel gestellt. DGAUM-Vorstand Professor Hans Drexler war
an der Studie der FAU beteiligt. Sein Fazit: „Viele Menschen, die im
Freien arbeiten, schützen sich nicht ausreichend vor UV-Strahlung.
Einfache Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz können das Risiko, an Hautkrebs
zu erkranken, deutlich reduzieren“. Gefährdet seien jedoch nicht nur helle
Hauttypen. Auch Menschen dunkleren Hauttyps müssten auf die Krebsgefahr
hingewiesen werden, so Drexler.

Sonnenschutz bereits ab März notwendig:

Die Monate März bis September zählen zu den UV-intensiven Monaten. Die
DGAUM empfiehlt daher allen Menschen, die im Freien arbeiten, sich zu
schützen, wann immer sie sich im Freien aufhalten – unabhängig von der
Dauer des Aufenthalts. Die besten Sonnenschutzmittel sind die Beschattung
und die Bekleidung. Nur an Körperstellen, die nicht bekleidet werden
können, sollten chemische Lichtschutzmittel, sprich Sonnencreme,
eingesetzt werden.

Sonnenschutz ist Pflicht für Arbeitgebende:

Arbeitgebende sind grundsätzlich in der Pflicht für eine sichere
Arbeitsumgebung zu sorgen und Beschäftigte vor gesundheitlichen Gefahren
am Arbeitsplatz zu schützen. Die DGAUM empfiehlt deshalb den Unternehmen,
dort wo es möglich ist, für die Beschattung von Arbeitsplätzen zu sorgen.
Sofern es die Tätigkeit erlaubt, können die strahlungsintensiven
Mittagsstunden gemieden und Arbeitszeiten in die Morgen- bzw. Abendstunden
verlagert werden. Langärmelige Kleidung, eine breitrandige Kopfbedeckung
sowie die Anwendung von geeigneten Sonnencremes am Arbeitsplatz bieten
ebenfalls Schutz und reduzieren das Hautkrebsrisiko.

Betriebsärztlichen Rat einholen:

DGAUM-Vorstand Professor Drexler rät Unternehmen eine Betriebsärztin oder
einen Betriebsarzt zu konsultieren, die eine Gefährdungsbeurteilung am
Arbeitsplatz durchführen und Mitarbeitende beraten. Was viele nicht
wissen: Beschäftigte können auf Wunsch eine betriebsärztliche
Vorsorgeuntersuchung veranlassen. Generell sollten insbesondere Menschen,
die im Freien arbeiten, ab einem Alter von 35 Jahren regelmäßig an einer
Untersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung teilnehmen. Diese werden in Haus-
oder Hautarztpraxen angeboten und von den gesetzlichen Krankenkassen
bezahlt.

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Beyond Traditional Income: Unveiling the Financial Potential of Best Paid Medical Surveys

Best Paid Medical Surveys Symbolfoto
Best Paid Medical Surveys Symbolfoto

In today's rapidly evolving medical industry, healthcare surveys have emerged as a crucial tool for gathering valuable data and insights. These surveys play a pivotal role in shaping research, advancements and decision-making processes in healthcare. However, beyond their impact on the industry, healthcare surveys offer an additional benefit that has captured the attention of healthcare professionals worldwide: the potential to earn income beyond traditional sources. By participating in surveys, healthcare professionals can leverage their expertise, share valuable insights and unlock financial opportunities that extend beyond their regular income streams. This combination of professional contribution and financial reward makes healthcare surveys an enticing prospect for professionals looking to expand their financial horizons.

Basic understanding of medical surveys

Medical surveys are structured questionnaires or interviews conducted in the medical field to collect data and insights from healthcare professionals. These surveys aim to gather information about various aspects of healthcare, including patient care, treatment effectiveness, healthcare policies and healthcare professionals' experiences and perspectives. They can take various forms, such as online surveys, phone interviews or in-person questionnaires. By gathering data from healthcare professionals, surveys provide valuable insights into the challenges, trends and needs of the medical industry. This information is essential for making informed decisions, improving healthcare practices and driving advancements in patient care and outcomes.

Importance of Medical Paid Surveys for the Medical Industry

  • Contribution to Research and Advancements:

Surveys serve as a valuable source of data for researchers studying various medical phenomena. The information collected through surveys allows researchers to analyze trends, identify patterns and generate evidence-based knowledge. This, in turn, contributes to advancements in medical treatments, technologies and overall healthcare practices.

  • Influencing Medical Practices and Policies:

Survey data has the power to influence medical practices and policies by providing a comprehensive understanding of healthcare professionals' perspectives, experiences and challenges. For instance, surveys on medication effectiveness and side effects have led to the revision of drug administration protocols. Similarly, surveys on patient safety have prompted the implementation of improved protocols and guidelines.

  • Understanding Patient Experiences:

Healthcare surveys play a crucial role in capturing patient experiences and perspectives. By gathering feedback on aspects such as communication, accessibility and satisfaction, surveys provide valuable insights into the patient journey. This information enables healthcare providers to tailor their services, improve patient-centered care and enhance overall quality of care.

  • Enhancing Quality of Care:

Surveys help identify gaps and areas for improvement in healthcare delivery. By collecting data on patient outcomes, satisfaction and perceived quality of care, surveys enable healthcare organizations to assess their performance, identify strengths and address weaknesses. This continuous feedback loop allows for quality improvement initiatives that result in better patient outcomes and overall healthcare experiences.

  • Monitoring Healthcare Trends and Needs:

Healthcare surveys are essential for monitoring emerging trends, identifying evolving healthcare needs and addressing emerging challenges. Surveys provide a platform for healthcare professionals to share their perspectives on critical issues such as healthcare access, resource allocation and disease management. This information guides policymakers, healthcare organizations and stakeholders in making informed decisions to meet the changing needs of patients and the community.

Various difficulties that healthcare professionals encounter

Healthcare professionals face numerous challenges that can impact their overall well-being and satisfaction. Two significant challenges they often encounter are busy schedules and limited earning potential.

Busy schedules are a common challenge for healthcare professionals. They often work long hours, handle heavy workloads and face high levels of stress. The demanding nature of their jobs leaves little time for personal activities, self-care and maintaining a healthy work-life balance. This can lead to physical and mental exhaustion, burnout and a decline in overall job satisfaction. Addressing these challenges is crucial to ensure the well-being and long-term retention of healthcare professionals.

Limited earning potential is another challenge that affects healthcare professionals. Despite their extensive education, training and expertise, many professionals find their earning potential constrained by various factors such as fixed salary structures, limited reimbursement rates or lack of opportunities for additional income streams. This can be demotivating and hinder their financial growth and stability. Addressing this challenge is important to recognize and reward the valuable contributions healthcare professionals make to the healthcare system.

Best paid medical surveys Can Help Healthcare Professionals to overcome the challenges

Medical paid surveys provide healthcare professionals with opportunities to overcome various challenges they face. Here's how participating in surveys can help:

  • Additional Income Opportunities: Surveys offer healthcare professionals a chance to earn additional income beyond their regular salaries. By sharing their insights and expertise, professionals can receive financial compensation for their time and contributions. This extra income can alleviate financial pressures, provide financial stability and open up avenues for professional growth and personal pursuits.

  • Flexibility and Convenience: Survey participation offers healthcare professionals the flexibility to earn on their own terms. Surveys can be completed at their convenience, fitting into their busy schedules without disrupting patient care or work responsibilities. Professionals can participate from any location with an internet connection, making it accessible and convenient for those with demanding schedules.

  • Sharing Insights and Expertise: Healthcare surveys enable healthcare professionals to share their valuable insights and expertise. By participating, professionals contribute to research, inform decision-making processes and drive positive changes in the medical industry. Their input helps shape healthcare policies, practices and advancements, ultimately leading to improved patient care and outcomes. This sense of contribution and impact can enhance job satisfaction and professional fulfillment.

  • Professional Development: Surveys provide an opportunity for healthcare professionals to stay updated on the latest research and advancements in their field. By engaging with survey questions and exploring industry trends, professionals can expand their knowledge base and remain informed about current practices and emerging developments. This continuous learning fosters professional development and keeps professionals at the forefront of their respective specialties.

  • Networking and Collaboration: Participating in medical surveys often involves interacting with other healthcare professionals, researchers and industry experts. This creates networking opportunities and facilitates collaboration, allowing professionals to connect with peers, share experiences and learn from others in their field. Collaborative efforts and knowledge exchange can lead to innovative ideas, improved patient care and personal growth.

MDforLives: The Best Paid Medical Survey Platform for Healthcare Professionals

MDforLives is recognized as a leading platform dedicated to medical surveys. With a vast network of healthcare professionals and researchers, it offers a robust platform for professionals to share their insights, expertise and opinions on various medical topics. It provides healthcare professionals with unique features and benefits. It offers a user-friendly interface that makes survey participation seamless and convenient. Professionals can easily navigate through surveys, provide their responses and track their earnings with ease.

The platform presents healthcare professionals with significant financial potential. By participating in surveys, professionals can earn supplemental income, with surveys often offering generous compensation. This additional earning opportunity helps professionals overcome financial challenges and enhances their overall financial well-being.

The medical paid survey platform understands the demanding schedules of healthcare professionals. Hence, it offers flexibility in survey participation. Professionals can complete surveys at their convenience, allowing them to seamlessly integrate survey participation into their busy routines without disrupting patient care or work responsibilities.

MDforLives goes beyond surveys by providing access to valuable resources and updates. Professionals can access the latest medical news, blogs, case studies and research findings directly on the platform. This ensures that professionals stay informed about the latest advancements in their field, contributing to their professional development and staying at the forefront of medical knowledge.

It fosters an engaging community of healthcare professionals. It provides networking opportunities and facilitates collaboration among professionals from different specialties and locations. This allows professionals to connect, share experiences and learn from each other, creating a supportive and collaborative environment.

Key points

Healthcare surveys play a crucial role in gathering valuable data and insights from healthcare professionals, driving advancements in the medical industry and improving patient care. Participating in medical paid surveys not only offers financial opportunities and flexibility for healthcare professionals but also allows them to contribute their expertise and shape the future of healthcare. Platforms like MDforLives provide a convenient and rewarding avenue for healthcare professionals to engage in surveys, earn additional income, stay updated and make a meaningful impact on the medical field.

 

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Konventionelle Herzchirurgie präsentiert sich mit überragenden Langzeitdaten

Eindrücke vom amerikanischen Herzchirurgenkongress in Los Angeles:

(Berlin, 30. Mai 2023) Im Mai dieses Jahres trafen sich Herzchirurginnen
und Herzchirurgen aus aller Welt in Los Angeles zum Kongress der
amerikanischen Herz- und Thoraxchirurgie (American Association for
Thoracic Surgery - AATS):

- Patienten profitieren von der Ross-Prozedur
- Bei angeborenen Anomalien der Aortenklappe zeigt herzchirurgische
Operation besseres Langzeitüberleben
- Minimalinvasive Operationstechniken sind sicher und mit einer
schnelleren Rehabilitation und Mobilisation assoziiert
- Herzchirurgische Bypass-Versorgung: auch für ältere Patienten besseres
Langzeitüberleben

Klassische Herzchirurgie, die in den meisten Fällen durch einen direkten
Zugang zum Herzen über eine Eröffnung des Brustbeins durchgeführt wird,
hat in den letzten Jahren „Konkurrenz“ bekommen. Grund dafür ist die
Entwicklung mehr und mehr sog. interventioneller Verfahren, die ebenfalls
in der Lage sind, Probleme an den Herzklappen oder den Herzkranzgefäßen zu
behandeln, aber ohne Eröffnung des Brustbeins, sondern mit Hilfe eines
Katheters, der über die Leiste oder den Arm zum Herzen vorgeführt wird.
Diese interventionellen Verfahren, die von spezialisierten Kardiologen
durchgeführt werden, haben erheblich an Beliebtheit bei Patienten und an
Anzahl der Anwendungen gewonnen. Allerdings sind die Langzeitergebnisse
dieser Interventionen oft nicht bekannt.

Beim diesjährigen Kongress der amerikanischen herzchirurgischen
Gesellschaft präsentierte die konventionelle Herzchirurgie herausragende
Langzeitergebnisse, was in den folgenden „Highlights“ des Kongresses zum
Ausdruck kommt:

Patienten profitieren von der Ross-Prozedur
Ein Gigant der internationalen Herzchirurgie, Sir Magdi Yacoub aus London,
präsentierte Daten von 108 Patienten, die eine Ross Operation erhielten.
Bei dieser komplexen Operation wird eine erkrankte Aortenklappe durch die
eigene Pulmonalklappe des Patienten ersetzt. Die dann fehlende
Pulmonalklappe wird wiederum durch eine konservierte menschliche
Spenderklappe ausgetauscht. Diese Operation ist prominent geworden durch
die Anwendung bei dem österreichisch-amerikanischen Schauspieler Arnold
Schwarzenegger Ende der 1990er Jahre und war über Jahre umstritten.
Die Studie von Sir Magdi Yacoub zeigt eine herausragende
Langzeithaltbarkeit und ein Überleben, welches sich nicht von dem der
altersangepassten Normalbevölkerung unterscheidet. Prof. Tirone David,
einer der renommiertesten Aortenklappenchirurgen der Welt, kommentierte
diesen Höhepunkt und unterstrich die besondere Bedeutung dieser Operation.
Er betonte allerdings im Kontext, dass eine besondere operative Expertise
nötig sei, um derart gute Ergebnisse erzielen zu können.
Aus Patientensicht sind diese Ergebnisse besonders wertvoll, da es sich
bei dieser Operation um eine biologische Lösung handele, von der vor allem
junge Patienten profitieren. Diese werden ansonsten meist mit einer
mechanischen Klappenprothese sinnvoll versorgt, bei der eine
Normalisierung der Lebenserwartung bisher nicht ganz erreicht werden
konnte, und bei der zudem die lebenslange Zugabe von Blutgerinnungshemmern
nötig ist.

Bei angeborenen Anomalien der Aortenklappe zeigt herzchirurgische
Operation besseres Langzeitüberleben
Eine zweite interessante Studie verglich den konventionellen,
chirurgischen Ersatz einer verengten Aortenklappe (AKE) mit den neuen
Transkatheterverfahren (TAVI) bei Patienten, die eine angeborene Anomalie
der Aortenklappe aufweisen (sog. biskuspide Aortenklappe), was oft zu
einer verfrühten Degeneration führt. Diese Patienten wurden in den
standardisierten Vergleichen (sog. randomisierte Studien) bisher
ausgeschlossen.

Die Autoren (Chen und Kollegen aus Los Angeles, USA) analysierten ein
großes amerikanisches Register und wendeten statistische Verfahren zur
Risikoangleichung an. In diesem Vergleich zeigte sich initial kein echter
Vorteil durch das Katheterverfahren und nach drei Jahren war bei der
klassischen Chirurgie die Sterblichkeit signifikant niedriger. Diese
Daten, die an Patienten mit recht niedrigem Operationsrisiko erhoben
wurden, bestätigen andere bisher veröffentlichte Registerstudien, die die
Langzeitergebnisse der neuen interventionellen Verfahren in Frage stellen
(derartige Daten gibt es aus Deutschland, Italien, Frankreich und Polen).

Minimalinvasive Operationstechniken sind sicher und mit einer schnelleren
Rehabilitation und Mobilisation assoziiert
Trotz dieser herausragenden Therapieerfolge der klassischen Herzchirurgie
bleibt die Sorge um die Eröffnung des Brustbeins bei Patienten und
konservativen Medizinern groß. Auch hier konnten auf dem Kongress
wesentliche neue Erkenntnisse präsentiert werden. Prof. Akowuah von den
South Tees Hospitals in England präsentierte die „Mini-Mitral Studie“, bei
den Rekonstruktionen der Mitralklappe entweder über ein eröffnetes
Brustbein oder über einen minimalinvasiven Zugang an der rechten Brust
durchgeführt wurden. Die Studie zeigte keine Unterschiede im Ergebnis nach
12 Wochen, konnte aber eine schnellere Mobilisierbarkeit und eine frühere
Entlassung der Patienten aus dem Krankenhaus belegen. Eine Eröffnung des
Brustbeins ist damit für eine erfolgreiche Reparatur einer Mitralklappe in
den Händen von Experten nicht mehr nötig.

Im gleichen Kontext faszinierte auch eine Präsentation von Prof.
Oleksander Babliak aus Kiew. Seine Gruppe versorgte über einen minimal-
invasiven Zugang an der linken Brust nicht nur das Herz mit koronaren
Bypässen, sondern rekonstruierte gleichzeitig eine erkrankte Mitralklappe.

Herzchirurgische Bypass-Versorgung: auch für ältere Patienten besseres
Langzeitüberleben
Schließlich wurde auch ein Vergleich zwischen der interventionellen
Behandlung der koronaren Herzerkrankung (Stentimplantation) mit der
klassischen Bypassoperation bei Patienten im Alter von über 80 Jahren
präsentiert. Die Autoren (Kirov und Kollegen aus Jena in Deutschland)
fassten alle verfügbaren Daten zu diesem Thema in einer Meta-Analyse
zusammen und demonstrierten auch bei diesen Patienten, die oft als zu alt
für eine Operation angesehen werden, eine signifikanten Überlebensvorteil
für die Bypassoperation gegenüber dem Stent. Dieser Vorteil hatte den
Preis einer etwas höheren operativen Sterblichkeit, war aber mit deutlich
weniger Herzinfarkten der bypassoperierten Patienten vergesellschaftet,
was von den Autoren als Ursache für den Effekt angesehen wird.

Privat-Doz. Dr. Färber (Universitätsklinikum Jena) präsentierte relevante
Daten aus einem der größten Register für minimalinvasive
Mitralklappenchirurgie (Mini-Mitral International Registry). An der Studie
waren 17 Herzzentren in Europa, Amerika, Ozeanien und Asien mit ca. 6.500
Patienten beteiligt. Prof. Oleksander Babliak aus Kiew präsentierte im
Kontext Daten, bei denen Herzpatienten über einen minimal-invasiven Zugang
an der linken Brust nicht mit Bypassgrafts versorgt wurden, sondern
gleichzeitig die erkrankte Mitralklappe rekonstruiert wurde.

All diese Arbeiten betonen die herausragenden Therapieerfolge mit
konventionellen herzchirurgischen Verfahren. Insofern kann Patienten, bei
denen sowohl interventionelle als auch herzchirurgische Verfahren in Frage
kommen, nur geraten werden, in jedem Falle auch die herzchirurgische
Meinung vor einer Behandlung einzuholen bzw. eine Konsens-Entscheidung vom
etablierten Herz-Team zu fordern, wie es auch die Leitlinien vorsehen und
vorgeben.

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