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Gesundheit

Auch junge Krebspatienten wollen später Eltern werden.  Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

Onkofreezing wird in Belgien übernommen - deutsche Krebspatienten müssen selbst zahlen Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs engagiert sich für Gesetzesänderung in Deutschland

Auch junge Krebspatienten wollen später Eltern werden.  Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs
Auch junge Krebspatienten wollen später Eltern werden. Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

„Junge Krebspatientinnen und
-patienten sollen sich zu 100 Prozent auf die Heilung konzentrieren
können“, wird die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block von der
Katholischen Nachrichtenagentur kna zitiert.  Seit einem Jahr müssen junge
krebskranke Frauen und Männer in Belgien das Einfrieren von Eizellen,
Sperma oder Hodengewebe nicht mehr selbst finanzieren. Die belgischen
Krankenkassen übernehmen die Kosten, die in Belgien zwischen 1.300 und
3.400 Euro für das sogenannte Onkofreezing betragen.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs setzt sich dafür ein,
dass auch in Deutschland fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen für junge
krebskranke Menschen von den Krankenkassen bezahlt werden müssen. Chemo-
und Strahlentherapien können die Fruchtbarkeit der jungen Frauen und
Männer, die vor der Krebsbehandlung oft noch keine eigenen Kinder haben,
erheblich beeinträchtigen. So sind die Entnahme und das Einfrieren von
Keimzellen und -gewebe eine grundlegende Investition in die Zukunft der
jungen Betroffenen. Die Heilungschance junger Krebspatienten im Alter von
18 bis 39 Jahren liegt bei 80 Prozent.

Doch die Kosten sind für die jungen Menschen, die noch in der Ausbildung
stecken oder gerade in den Beruf starten, nahezu unerschwinglich. In
Deutschland muss eine junge Krebspatientin für die Entnahme und das
Einfrieren ihrer Eizellen zwischen 3.500 und 4.300 Euro bezahlen. Ein
junger deutscher Krebspatient zahlt ca. 500 Euro für die Entnahme und das
Einfrieren von Spermien. Dazu kommen jährliche Kosten von rund 300 Euro
für die Lagerung im Stickstofftank. „Diese zusätzliche Belastung
unmittelbar nach der Diagnose Krebs ist unwürdig“, erklärt Prof. Dr. med.
Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge
Erwachsene mit Krebs.

In Belgien ließen zwischen April 2017 bis Januar 2018 insgesamt 209 Männer
und 94 Frauen ihre Keimzellen vor der Krebstherapie einfrieren. Die
belgische Regierung will dies nun auch jungen Patienten mit anderen
Krankheiten ermöglichen.

Eine Finanzierung der Entnahme und Konservierung von Eizellen, Spermien
oder Hodengewebe sieht das deutsche Sozialgesetzbuch V (SGB V) als
zentrales Regelwerk für die hiesigen gesetzlichen Krankenkassen bisher
nicht vor. Um eine Kostenübernahme zu verwirklichen, bedarf es nur einer
Anpassung im Satz 5 des § 27 SGB V „Krankenbehand¬lung“ (Abs. (1)). Die
Stiftung hat dazu einen konkreten Vorschlag gemacht:

Der Wortlaut müsste in der folgenden Weise geändert werden (In Klammern
gesetzt):

„Zur Krankenbehandlung gehören auch Leistungen zur Herstellung (oder
Bewahrung) der Zeugungs- oder Empfängnisfähigkeit, (einschließlich der
Entnahme, Aufbereitung, Kryokonservierung, Lagerung und späteren
Wiederverwendung von weiblichen und männlichen Keimzellen und Keimgewebe
für eine natürliche oder künstliche Befruchtung), wenn diese Fähigkeit
nicht vorhanden war oder durch Krankheit (oder wegen einer durch Krankheit
erforderlichen Sterilisation oder anderen erforderlichen Therapie)
verloren gegangen war (oder gefährdet ist).“

Jährlich erkranken 15.000 junge Frauen und Männer im Alter von 18 bis 39
Jahren in Deutschland neu an Krebs. Die Deutsche Stiftung für junge
Erwachsene mit Krebs ist Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige,
Wissenschaftler, Unterstützer und die Öffentlichkeit. Die
Stiftungsprojekte werden zum Teil in enger Zusammenarbeit mit den jungen
Patienten, Fachärzten sowie anderen Experten entwickelt und bieten direkte
und kompetente Unterstützung für die Betroffenen. Die Stiftungsarbeit, die
als gemeinnützig anerkannt ist, wird ausschließlich durch Spenden
finanziert.

Kontoverbindung der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs:
Postbank, IBAN: DE57 1001 0010 0834 2261 04, BIC: PBNKDEFF

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Depressionen, Alzheimer und Diabetes: Die „Innere Uhr“ als Taktgeber für unsere Gesundheit

Der Wechsel von Tag und Nacht bestimmt unseren Lebensrhythmus – und das
nicht nur im Hinblick darauf, wann wir müde werden und wann wir aufwachen.
Auch die Körpertemperatur, der Energiestoffwechsel, die Ausschüttung
verschiedener Hormone und die Aktivität von Immunzellen zählen zu den
Körperfunktionen, die sich, orientiert am 24-Stunden-Takt, verändern. Dass
gesundheitsrelevante Prozesse so eng mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus verzahnt
sind, kann auch therapeutisch genutzt werden.

Wie die sogenannte Chronotherapie dabei helfen kann, die Wirkung von
Medikamenten zu verbessern oder chronischen Erkrankungen vorzubeugen,
darüber wird der Lübecker Neurobiologe Professor Dr. rer. nat. Henrik
Oster auf einer Pressekonferenz anlässlich des 124. Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) in Mannheim
sprechen.

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Ohne äußere Einflüsse schwingt der innere Taktgeber nicht immer genau im
24-Stunden-Rhythmus. Beim einen kann der Takt bei 23, beim anderen eher
bei 25 Stunden liegen. Wissenschaftler sprechen daher von zirkadianen,
also nur ungefähr der Länge eines Tages entsprechenden Rhythmen. „Man weiß
heute außerdem, dass es nicht nur eine innere Uhr gibt, sondern dass es
sich um ein hierarchisch organisiertes System handelt“, erklärt Henrik
Oster. Übergeordneter Schrittmacher ist der Nucleus suprachiasmaticus im
Zwischenhirn. Er ist dicht an den Sehnerv geschmiegt und kann so die
zirkadianen Rhythmen auf den Hell-Dunkel-Rhythmus abstimmen. Aber auch
jede Körperzelle verfügt über Gene, die im Tagesrhythmus aktiv werden.

So zuverlässig die innere Uhr arbeitet, so flexibel reagiert sie auf
Veränderungen: Sich auf die Sommerzeit einzustellen oder einen
reisebedingten Jetlag zu überwinden, gelingt in der Regel innerhalb
weniger Tage. Halten die Störungen jedoch an – etwa durch häufige
Nachtschichten oder auch durch ausgeprägte Schlafstörungen – kann dies die
Gesundheit der Betroffenen stark beeinträchtigen. „Chronische Störungen
des zirkadianen Systems erhöhen das Risiko für Stoffwechselerkrankungen
wie Diabetes, aber auch für Krebserkrankungen“, sagt Henrik Oster, der das
Institut für Neurobiologie an der Universität Lübeck leitet. Auch
neuropsychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und
Alzheimer träten häufiger auf.

Eines der Ziele, die chronotherapeutische Ansätze verfolgen, ist daher die
Stabilisierung des inneren Rhythmus. „Das kann etwa durch eine
Lichttherapie geschehen, oder durch einen festen Aktivitäts- und
Essensrhythmus“, erläutert Oster. Auch über Medikamente kann das
zirkadiane System beeinflusst werden. Klinisch erprobt sind bislang
allerdings lediglich Wirkstoffe, die auf die Hormone Cortisol und
Melatonin und die von ihnen angestoßenen Stoffwechselwege wirken. „Mehr
als jeder dritte Bundesbürger leidet an Schlafstörungen oder anderen
Störungen des zirkadianen Rhythmus“, sagt Professor Dr. med. Cornel C.
Sieber, Vorsitzender der DGIM und Kongresspräsident des 124.
Internistenkongresses. Angesichts dieses Ausmaßes komme der Erforschung
chronobiologischer Zusammenhänge und möglichen, daraus abgeleiteten
Therapieformen eine große Bedeutung zu.

Mit dem zweiten chronotherapeutischen Ansatz verknüpft sich die Hoffnung,
die Wirkung von Medikamenten optimieren zu können, indem man die Einnahme
auf den zirkadianen Rhythmus abstimmt. Auch die Nebenwirkungen
nebenwirkungsreicher Medikamente – etwa in der Krebstherapie – sollten so
möglichst gering gehalten werden. Bisherige Studien haben jedoch noch
nicht zu konkreten Empfehlungen geführt. „Vermutlich muss neben der
Tageszeit auch der Chronotyp der Patienten berücksichtigt werden – also
salopp gesagt, ob sie eher Früh- oder eher Spätaufsteher sind“, gibt
Henrik Oster zu bedenken. Das mache den Studienaufbau zusätzlich
kompliziert.

Terminhinweis:

Mittags-Pressekonferenz der DGIM anlässlich des 124. Internistenkongresses
in Mannheim
Termin: Dienstag, 17. April 2018, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Dorint Kongress Hotel Mannheim (Johann Sebastian Bach)
Anschrift: Friedrichsring 6, 68161 Mannheim

Plenarvortrag von Professor Henrik Oster beim 124. Internistenkongress:
„Altern – Auch die innere Uhr tickt mit“
Termin: 17. April, 11:45 bis 12:15, Saal 11
Ort: Congress Center Rosengarten
Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim

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Rechtliche Fragen bei psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen Einladung zum 11. Bamberger Neuropsychologie-Tag

Neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfall
führen zu rechtlichen Fragen. Welche Unterstützungen durch
Rentenversicherung und Krankenkassen bekommen Patienten? Wie glaubwürdig
müssen Patienten dazu auftreten? Welche Einschränkungen – wie
beispielsweise die der Fahreignung – erfahren Patienten mit
Hirnschädigung? Am 11. Bamberger Neuropsychologie-Tag stellen Expertinnen
und Experten aus Deutschland und der Schweiz ihre aktuellen Forschungen,
Erkenntnisse und Erfahrungen vor und laden zur Diskussion ein. Außerdem
erfahren die Besucherinnen und Besucher Wissenswertes zu
neuropsychologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter wie zum
Beispiel ADHS.

Die öffentliche, kostenlose Veranstaltung, die von den Professuren für
Physiologische und für Kognitions- und Emotionspsychologie organisiert
wird, findet statt am 20. April zwischen 10.30 Uhr und 15.30 Uhr.
Veranstaltungsort ist der Hörsaal M3N/02.32 im Universitätsgebäude
Markusplatz 3.

Der regelmäßig stattfindende Bamberger Neuropsychologietag versteht sich
als Schnittstelle zwischen Ausbildung und Wissenschaft, aber auch zwischen
Wissenschaft und Öffentlichkeit sowie als Fort- und Weiterbildungsangebot.
Er möchte Impulse für die praktische Arbeit von Ärzten und
Psychotherapeuten, aber auch Anregungen für alle Interessierten geben, die
sich mit den Krankheitsbildern und ihren Behandlungsmöglichkeiten fundiert
auseinandersetzen möchten.

Die Qualität der Veranstaltung wird insbesondere an den Referentinnen und
Referenten sichtbar: Seit dem ersten Neuropsychologie-Tag im Jahr 2003
dürfen die Organisatoren regelmäßig national und international bekannte
Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis begrüßen. Der Bedarf an
Forschung und Ausbildung in diesem Bereich ist groß, denn trotz der stark
steigenden Anzahl von betroffenen Patienten ist die Neuropsychologie noch
ein sehr junges Fach, das längst nicht an allen Universitäten Deutschlands
studiert werden kann. In Bamberg hingegen ist es seit 2003 Bestandteil des
Fächerkanons der Bamberger Psychologie, bis zu 15 Absolventinnen und
Absolventen verstärken jährlich den Berufsstand.

Weitere Informationen zum 11. Bamberger Neuropsychologie-Tag, insbesondere
zum konkreten Programm, gibt es unter: www.uni-bamberg.de/physiolpsych/npt

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Das Immunsystem gegen Krebs mobilisieren? Chancen und Risiken von Gentherapien: Wissenschaft im Dialog und Leopoldina laden zum Planspiel in Halle ein

Jedes Jahr erhalten hunderttausende Deutsche eine Krebsdiagnose. Ein Teil
des Problems: Die schwache Reaktion des Immunsystems auf Tumorzellen. Neue
Verfahren der Gentherapie setzen an dieser Stelle an. Mit der Genschere
CRISPR-Cas9 wird es möglich sein, körpereigene Abwehrzellen so zu
verändern, dass sie Krebszellen effektiver bekämpfen. Dabei findet ein
Eingriff in das menschliche Erbgut statt. Doch wie gut sind die Chancen,
Krebspatienten mit einer solchen Gentherapie zu heilen? Welche Risiken
birgt das neue Verfahren? Wissenschaft im Dialog (WiD) und die Leopoldina
laden alle Interessierten zur Diskussion ein im Rahmen des Planspiels „Das
Immunsystem gegen Krebs mobilisieren?“. Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 18. April 2018, von 18 bis 21 Uhr an der Nationalen Akademie der
Wissenschaften Leopoldina (Vortragssaal), Jägerberg 1, 06108 Halle
(Saale). Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Anmeldung bis zum 15. April
wird gebeten.

Der Biologe Dr. Tony Gutschner von der Universität Halle-Wittenberg führt
in die Thematik ein. Im anschließenden Planspiel lernen die Teilnehmenden
ein Fallbeispiel kennen und schlüpfen in die Rolle einer Ärztin, eines
Angehörigen oder eines Forschers. In Kleingruppen diskutieren sie das
Thema „Gentherapien gegen Krebs“ aus unterschiedlichen Perspektiven.
Unterstützt werden sie dabei von Moderator Hannes Schlender.
Tiefergehendes Vorwissen ist nicht erforderlich.

Genomchirurgie im Diskurs ist ein gemeinsames Projekt von Wissenschaft im
Dialog und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und wird
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es,
einen gesellschaftlichen Diskurs über Methoden der Genomchirurgie (engl.
Gene-Editing) anzuregen.

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