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Gesundheit

Prof. Dr. Jan Ehlers  UW/H

Wie die Digitalisierung die Gesundheitsbranche verändert Und warum sich die medizinischen Fakultäten darauf einstellen müssen

Prof. Dr. Jan Ehlers  UW/H
Prof. Dr. Jan Ehlers UW/H

Fast in jedem Haushalt arbeiten und leben die Menschen heute mit
Smartphones oder Computern, sie kaufen online ein, streamen Filme, lesen
Nachrichten auf ihren Tablets oder nutzen soziale Netzwerke und Messenger-
Programme, um sich innerhalb von Sekunden mit Menschen rund um den Globus
zu vernetzen. Auch im Gesundheitssektor hat die Informationstechnologie
nachhaltige Veränderungen hervorgebracht. Zwar verläuft der Trend zur
Digitalisierung durch die hohen Qualitätsanforderungen und Regulierung
langsamer als in anderen Bereichen, dennoch ist auch in der Medizin der
Beginn eines tiefgreifenden Wandels zu spüren. So nutzen Ärzte bereits
heute täglich moderne elektronische Technologien und IT-Systeme. Sie
ermöglichen die Organisation von Krankenhäusern, die Verwaltung und
Dokumentation von Patientendaten, steigern diagnostischen Möglichkeiten,
bieten Alternativen zu invasiven operativen Eingriffen und geben Patienten
in einigen Ländern sogar die Chance, den Arztbesuch von zu Hause per
Videokonferenz zu erledigen.

Ein Blick auf den Stand der aktuellen Forschung und neueste klinische
Studien verrät, welche entscheidende Rolle die Informationstechnologie im
medizinischen Alltag spielen wird. So beschäftigt sich zum Beispiel ein
aktuelles Forschungsgebiet mit neuronalen Interfaces, sogenannte Brain-
Computer-Interfaces. Basis dafür ist die Kopplung von Nervenzellen im
Gehirn mit einer Recheneinheit oder einem Computer. Diese Schnittstellen
werden dann dazu genutzt, Recheneinheiten anzusprechen, wodurch sich
Computerprogramme oder Prothesen durch die normale Gehirnaktivität steuern
lassen. Eine klinische Studie aus den USA nutzt eine solche Technologie
zur Therapie von Patienten mit refraktärer fokaler Epilepsie.

Solche wahrscheinlich in naher Zukunft einsetzbaren Methoden erfordern ein
hohes Maß an technischem Verständnis, damit eine erfolgreiche Therapie
gewährleistet werden kann. Von Ärzten der Zukunft wird erwartet,
Funktionalität und Aufbau solcher Technologien verstehen und mit dem
technischen Personal besprechen zu können. Nur dann kann interdisziplinäre
Zusammenarbeit gewährleistet werden, die dem Patienten nutzt.

„Das Leistungsvermögen von moderner IT-Technologie wächst exponentiell,
unzählige Studien zeigen, dass die Medizin erst am Anfang ihrer
technischen Möglichkeiten steht“, sagt Philip Boehme, der an der
Universität Witten/Herdecke einen Kurs zur digitalen Transformation des
Gesundheitswesens leitet. „Eine High-Tech-Versorgung ist aber immer nur so
gut wie der Arzt, der sie durchführt. Er muss daher mehr als ein
grundlegendes Verständnis dafür besitzen. Moderne Mediziner benötigen
dringend auch die Kompetenz, neue Methoden kritisch hinterfragen sowie
Vorteile und Risiken einschätzen zu können. Dafür braucht es ein Umdenken
an den Universitäten, die die Studierenden auf die veränderte Arbeitswelt
vorbereiten müssen. Das Medizinstudium an vielen Universitäten hat sich
den neuen Entwicklungen noch nicht angepasst“, sagt Prof. Dr. Jan Ehlers,
Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke (UW/H).

Integration in das Studium

Bereits seit dem Wintersemester 2016/2017 bietet die UW/H im Rahmen des
fächerübergreifenden Studium fundamentale (Stufu) den Kurs „Digital
Medicine - how data will change the way we treat” an. Er ist
multiprofessionell ausgelegt und steht Studierenden aus allen
Studiengängen offen. Ziel ist es, die Studierenden für das Thema zu
sensibilisieren und den reflektierten, interdisziplinären Umgang mit den
digitalen Medien zu fördern. Die Themen sind breit aufgestellt - von Big
Data über Datensicherheit bis hin zu Startup-Gründung. „Eine Besonderheit
des Kurses ist, dass nicht nur über Technologien diskutiert wird, sondern
diese auch so eingesetzt werden, dass an dem Kurs nicht nur in Präsenz,
sondern auch online teilgenommen werden kann“, erläutert Privatdozent
Hubert Trübel, der in dem Kurs unterrichtet. Das Angebot ist mittlerweile
auf sehr großes Interesse gestoßen: Während der Kurs im ersten Semester
nur von 15 Studierenden belegt wurde, fanden sich im letzten Semester
bereits 63 Studierende und in diesem Semester sogar 183 Studierende ein.
Ehlers: „Unser Fazit nach gut einem Jahr Erfahrung: Viele Curricula stehen
der medizinischen Digitalisierung passiv gegenüber. In diesen Seminaren
konnten wir das Thema allerdings sowohl inhaltlich als auch technisch-
methodisch so erfolgreich angehen, dass dieser Kurs im nächsten Semester
nicht nur weitergeführt, sondern in einzelnen Studiengängen auch noch
stärker in das Curriculum integriert wird.“

Nachdem die Teilnehmenden des Kurses im Dezember in Wuppertal bei Bayer
Healthcare waren und die Digitalisierung auch praktisch erleben konnten,
findet am 15. Februar eine Exkursion zu Johnson & Johnson in Hamburg
statt. Dort können die teilnehmenden Studierenden nicht nur die bisherige
Umsetzung erleben, sondern auch mit den Akteuren über die nächsten
innovativen Schritte diskutieren. Am selben Abend treffen sich dann im
Rahmen von „Stufu on Tour“ Studierende und Alumni der UW/H bei Google in
Hamburg und nehmen die Digitalisierung noch umfassender ins Visier.

Um die Digitalisierung des Gesundheitswesens wissenschaftlich zu
untersuchen, wurde aus vielen Interviews mit Experten ein Fragebogen
entwickelt, um die Erwartungen von Medizinern und Nicht-Medizinern an die
Digitalisierung zu erheben: www.digitization-healthcaresystem.de. „Es ist
großartig, wenn sich möglichst viele Menschen ein paar Minuten Zeit nehmen
und den Fragebogen ausfüllen“, appelliert Ehlers, der die Arbeit betreut.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jan Ehlers, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder
02302 / 926-920

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.400 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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Freistellungs-Stipendiaten der Deutschen Leberstiftung 2018 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung (v.l.n.r.): M. P. Manns, R. A. Greinert, K. Schulze, A. LohseP

Die Deutsche Leberstiftung vergibt Freistellungs-Stipendien für klinische hepatologische Projekte

Freistellungs-Stipendiaten der Deutschen Leberstiftung 2018 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung (v.l.n.r.): M. P. Manns, R. A. Greinert, K. Schulze, A. LohseP
Freistellungs-Stipendiaten der Deutschen Leberstiftung 2018 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung (v.l.n.r.): M. P. Manns, R. A. Greinert, K. Schulze, A. LohseP

Die Deutsche Leberstiftung fördert mit Freistellungs-Stipendien die
Initiierung und Planung von klinischen Projekten oder klinischen Studien
im Bereich der Hepatologie. Für das Jahr 2018 beschloss das
Gutachterkomitee die Förderung von zwei klinischen Projekten mit diesen
Stipendien. Gefördert wird damit die Forschung zur Hepatischen
Enzephalopathie und zum Leberzellkrebs.

Die Deutsche Leberstiftung setzt sich stark für die Verbesserung der
Patienten-Versorgung im Bereich der Lebererkrankungen ein. Dafür hat die
klinische Forschung eine hohe Bedeutung. Daher fördert die Stiftung
klinische Projekte oder klinische Studien seit einigen Jahren durch die
Vergabe von Stipendien. Diese Stipendien können eingesetzt werden, um eine
Freistellung von Ärzten für die Projekt- bzw. Studienplanung zu
finanzieren. Sie umfassen die Übernahme von Personalkosten eines Arztes
für bis zu drei Monate (bis 20.000,- Euro). Pro Jahr können maximal zwei
Freistellungs-Stipendiaten unterstützt werden.

Um die Stipendien haben sich Ärzte mit wegweisenden klinischen Studien und
Projekten beworben. Die Prüfung und Begutachtung der Anträge erfolgte
durch ein unabhängiges Gutachterkomitee, dessen Mitglieder Prof. Dr. Frank
Lammert, Homburg/Saar, Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Wiesbaden und Prof.
Dr. Christoph Schramm, Hamburg waren.

Prof. Dr. Christoph Sarrazin, einer der Gutachter, betont die Bedeutung
der Stipendien: „Die Freistellungs-Stipendien sind wichtig, weil sie die
Möglichkeit schaffen, sich aus der Belastung der Arbeit in der Klinik für
eine bestimmte Zeit zu befreien, um ein klinisches Projekt zu etablieren,
was sonst nicht möglich wäre.“

Die Gutachter beschlossen die Förderung von zwei Stipendiaten mit ihren
Projekten:

Dr. Robin Alexander Greinert vom Universitätsklinikum Halle plant die
Evaluation eines neuen diagnostischen Vorgehens der minimalen Hepatischen
Enzephalopathie unter Berücksichtigung klinischer relevanter Endpunkte.

Dr. Kornelius Schulze, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, befasst
sich in seinem Projekt mit der Auswertung aktivierender Mutationen im
TERT-Promoter und deren Bedeutung für den klinischen Krankheitsverlauf des
frühen Hepatozellulären Karzinoms.

Prof. Dr. Christoph Sarrazin erläutert die beiden Projekte und die
Entscheidung der Gutachter: „Die Hepatische Enzephalopathie stellt eine
wesentliche Beeinträchtigung im Alltag von Patienten mit Leberzirrhose
dar. Die Erfassung und genaue Einordnung des Ausmaßes der Beschwerden sind
im klinischen Alltag unzureichend. Dr. Greinert hat sich bereits in seiner
Promotion und in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten mit dieser
Erkrankung beschäftigt. In dem aktuell von der Deutschen Leberstiftung mit
einem Freistellungs-Stipendium geförderten Projekt soll ein neues
diagnostisches Prozedere zur Erfassung der minimalen Hepatischen
Enzephalopathie untersucht werden. Dabei soll anhand der Evaluation von
unterschiedlichen vorhandenen Untersuchungen eine Testform etabliert
werden, die im klinisch-praktischen Alltag umsetzbar ist. Das zweite
geförderte Projekt befasst sich mit dem Leberzellkrebs. Beim
Leberzellkarzinom sind die Erkenntnisse zu den Entstehungsmechanismen
sowie die Möglichkeiten zur Prognoseabschätzung und zu medikamentösen
Therapieoptionen bisher sehr limitiert. Dr. Schulze beschäftigt sich mit
Varianten in einem Tumorgen (Mutationen im TERT-Promotor), die für den
weiteren Verlauf der Krebserkrankung bei den einzelnen Patienten von
großer Bedeutung sein könnten. Das Projekt ist eingebettet in einem großen
Forschungsverbund und hat daher ideale Voraussetzungen für eine
zielorientierte und rasche Umsetzung. Es besitzt das Potential, einen
Biomarker für den Verlauf einer Leberzellkrebserkrankung zu etablieren.
Der Stipendiat ist durch entsprechende Vorarbeiten und eine Ausbildung am
international hoch-renommierten INSERM UMR 1162 „Unité Génomique
Fonctionnelle des Tumeurs Solides, Université Paris Descartes, France“
bestens für die Förderung durch das Freistellungs-Stipendium der Deutschen
Leberstiftung geeignet.“

Die mit einer Freistellung geförderten Stipendiaten wurden am 26. Januar
2018 im Rahmen der 34. Jahrestagung der GASL (German Association for the
Study of the Liver) in Hamburg bekannt gegeben. Die Stipendiaten erhielten
ihre Urkunden von Prof. Dr. Ansgar Lohse, Tagungspräsident und Prof. Dr.
Michael P. Manns, Vorsitzender des Vorstandes.

Die Freistellungs-Stipendien zur Förderung von klinischen Studien und
Projekten werden auch für das Jahr 2019 ausgeschrieben. Bei Fragen zur
Antragstellung steht die Geschäftsstelle der Deutschen Leberstiftung unter
der Telefonnummer 0511 – 532 6819 oder per Mail an info@deutsche-
leberstiftung.de zur Verfügung.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich. Weitere Informationen: <www.deutsche-leberstiftung.de>.

Kontakt:

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Frühzeitige Diagnose und Therapie von Lebererkrankungen können Krebs verhindern

Seit 2006 findet jährlich am 4. Februar der Weltkrebstag statt. Der
globale Aktionstag geht zurück auf eine Initiative der Internationalen
Vereinigung gegen Krebs (UICC) und anderen Organisationen. Wie in den
Vorjahren steht der Weltkrebstag auch am 4. Februar 2018 unter dem Motto
"Wir können. Ich kann". Vorbeugung, Früherkennung, Behandlung und
Erforschung von Krebserkrankungen werden weltweit in das öffentliche
Bewusstsein gerückt. Auch die Deutsche Leberstiftung beteiligt sich daran,
die Krebsbekämpfung in den Fokus zu stellen und fordert zu
Vorsorgeuntersuchungen auf, um Risikofaktoren für Leberzellkrebs
(Hepatozelluläres Karzinom, HCC) frühzeitig zu erkennen und aktiv zu
beseitigen.

„Leberzellkrebs ist weltweit die zweithäufigste krebsbedingte
Todesursache. In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle entwickelt sich der
Leberzellkrebs auf Basis einer Leberzirrhose. Die Zahl der Todesfälle
aufgrund von Leberzellkrebs hat sich seit den 70er-Jahren mehr als
verdoppelt. Auch in Deutschland steigen die Zahlen. Es gibt jährlich etwa
8.200 Neuerkrankungen und fast ebenso viele Todesfälle“, erklärt Professor
Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung
und fordert: „Wir werden die Anstrengungen im Kampf gegen
Tumorerkrankungen wie Leberzellkrebs entschlossen fortsetzen. Die Menschen
müssen begreifen, dass HCC-Vorstufen wie eine nicht-alkoholische Fettleber
häufig durch unseren westlichen Lebensstil, der oft durch zu wenig
körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot
gekennzeichnet ist, entstehen.“

Aktuell werden sieben von zehn Leberzellkrebs-Erkrankungen erst in bereits
fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Der Tumor ist besonders tückisch, weil
man ihn häufig wegen fehlender Symptome zu spät diagnostiziert: Heilbar
ist Leberzellkrebs jedoch nur, wenn er frühzeitig entdeckt und behandelt
wird. Diese bösartige Erkrankung entwickelt sich direkt aus den
Leberzellen – meist auf der Basis einer Leberzirrhose, die nach einer
lange bestehenden Lebererkrankung entsteht. Bei Zirrhose wird das gesunde,
aktive Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt, das die vielfältigen
Stoffwechselaufgaben des gesunden Lebergewebes nicht übernehmen kann. Die
Ursachen für eine Leberzirrhose sind vielfältig: Neben Alkoholmissbrauch,
chronischen Infektionen mit den Hepatitis B-, Hepatitis C- oder Hepatitis
delta-Viren zählen immer häufiger die von Professor Manns beschriebenen
nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) zu den Risikofaktoren.
Auch Diabetes mellitus, erbliche Stoffwechselerkrankungen und
Schimmelpilze in der Nahrung können zu einer Leberschädigung mit
anschließender Leberzellerkrankung führen.

„Betroffene haben bei einer beginnenden Leberzirrhose häufig keine
Beschwerden. Deswegen ist es wichtig, dass an Aktionstagen wie dem
Weltkrebstag auf die Möglichkeiten hingewiesen wird, die Prävention und
Früherkennung für die Verhinderung von Leberzellkrebs bieten“, betont
Professor Manns. Neben einer Ultraschall-Untersuchung können erhöhte
Leberwerte im Blut entscheidende Hinweise auf eine Lebererkrankung geben.

Wie notwendig verstärkte Aufklärung über Krebserkrankungen wie
beispielsweise Leberzellkrebs ist, belegen aktuelle Studienergebnisse des
Forschungsinstituts Forsa: Die Angst der Menschen vor bösartigen
Tumorerkrankungen geht zurück. Im Jahr 2010 gaben 73 Prozent der Befragten
an, Angst vor Krebs zu haben. 2017 waren es nur noch 65 Prozent. Und mit
dem Rückgang der Angst sinkt auch die Zahl der Menschen, die an
Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Nur 49 Prozent – also knapp jeder
Zweite – nimmt aktuell die Krebsfrüherkennung in Anspruch. 2010 waren es
noch 60 Prozent. Ebenfalls rückläufig ist das Interesse an regelmäßiger
sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung.

Offensichtlich besteht großer Aufklärungsbedarf rund um das Thema Krebs.
Der Motivationsaufruf zum Weltkrebstag mit dem Motto "Wir können. Ich
kann.“ fordert zum Handeln auf allen Ebenen auf.

„Die Deutsche Leberstiftung freut sich über das weltweite Engagement zum
Weltkrebstag und unterstützt es. Auch wir engagieren uns in
verschiedensten Aktionsfeldern im Kampf gegen Lebererkrankungen, die unter
anderem zu Leberzellkrebs führen können. Die Kampagnenziele decken sich
mit unseren Forderungen nach Früherkennung und gesunder Lebensweise“, sagt
Professor Manns.

Die Deutsche Leberstiftung bietet für Betroffene und ihre Angehörigen ein
Informationsfaltblatt zum Thema „Leber und Krebs“ sowie einen Lebertest
an. Um Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung, die ein erhöhtes
Risiko für die Entwicklung von Leberzellkrebs haben, zu unterstützen, hat
die Stiftung einen Früherkennungspass zum Leberzellkrebs entwickelt.
Informationen zu Bestell- und Downloadmöglichkeiten dieser und weiterer
Service-Angebote der Deutschen Leberstiftung unter www.deutsche-
leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Seit zehn Jahren gemeinsam gegen Krebs: Tumorkonferenzen an Düsseldorfer Uniklinik Rund 2.500 Krebspatienten werden jedes Jahr besprochen / Welt-Krebs-Tag am 4. Februar

Rund 2.500 Patienten mit bösartigen Krebserkrankungen werden jedes Jahr in
den Tumorkonferenzen am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) besprochen.
Bereits seit zehn Jahren kommen am größten Düsseldorfer Krankenhaus
wöchentlich Mediziner aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen, um
gemeinsam individuelle Therapieempfehlungen für die Patienten zu
erarbeiten.

Dreizehn solcher Tumorkonferenzen gibt es am UKD – zwölf davon
spezialisiert auf einzelne Krebsarten, wie Brustkrebs, Hautkrebs oder
Kopf-Hals-Tumoren, und eine weitere Konferenz für  Patienten deren
Krebserkrankung schwer zuzuordnen oder besonders kompliziert ist. Von der
Bündelung der Kompetenzen profitiert vor allem der Patient:
Tumorkonferenz-Patienten bekommen häufig die modernsten Therapien, zum
Teil im Rahmen von klinischen Studien. Außerdem kann durch zügiges,
interdisziplinäres Diskutieren und Berücksichtigen aller Krankheitsaspekte
schneller mit einer wirksamen Therapie begonnen werden.

Tumorkonferenzen: Alle zusammen statt jeder für sich alleine

Viele Patienten am Düsseldorfer Universitätsklinikum haben schwere
Krebserkrankungen und benötigen eine sogenannte multimodale Therapie: Bei
ihnen müssen verschiedene Verfahren der Krebsbehandlung – Operation,
Bestrahlung, Chemotherapie oder Immuntherapie – angewendet werden.
Durchgeführt werden die Verfahren  in den verschiedenen Kliniken und
Abteilungen auf dem UKD-Gelände. „Ein gut begründetes, individuell
ausgerichtetes und konsequent umgesetztes Therapiekonzept ist wichtig für
den Erfolg einer Krebsbehandlung“, sagt Prof. Dr. Norbert Gattermann,
Geschäftsführender Leiter des Universitäts¬tumorzentrums (UTZ) am UKD. Die
zeitliche Abfolge der unterschiedlichen Verfahren muss daher genau
koordiniert sein.

Zur Mindestbesetzung einer Tumorkonferenz gehören internistische
Onkologen, Strahlenkliniker, Chirurgen, Radiologen und Pathologen. Darüber
hinaus kann die Zusammensetzung der Tumorkonferenz je nach Erkrankung des
Patienten variieren. Wenn beispielsweise zu klären ist, ob eine
Tumorabsiedlung am Knochen operativ beseitigt werden kann, ist ein
chirurgisch tätiger Experte aus der Orthopädie mit dabei. „Regelmäßig
leisten auch die Ärzte der Palliativmedizin einen wichtigen Beitrag, wenn
es um die möglichst wirkungsvolle Linderung von Krankheitssymptomen geht“,
erklärt Professor Gattermann.

Direkte Diskussion ersetzt zeitaufwändige Abstimmungsgespräche

In den Tumorkonferenzen stellt einer der behandelnden Mediziner die
aktuelle Situation des Patienten vor, erläutert die Krankengeschichte und
fasst die bisherigen Befunde zusammen. Der Radiologe erklärt die Bilder
der Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) oder
Positronenemissionstomographie (PET). Der Pathologe steuert wichtige
Informationen zu den molekularen Eigenschaften des Tumors bei. Der
onkologisch erfahrene Chirurg hilft bei der Beurteilung, ob eine Operation
technisch durchführbar und im onkologischen Gesamtkonzept sinnvoll ist.
Die Einsatzmöglichkeiten moderner Strahlentherapie werden vom
Radioonkologen eingeschätzt, und der internistische Onkologe bringt sein
Spezialwissen zur Chemotherapie, Immuntherapie und molekular
zielgerichteten Therapie ein.

„Statt mehrere separate, zeitaufwändige Abstimmungsgespräche zwischen den
einzelnen Fachdisziplinen zu führen, können wir in der interdisziplinären
Tumorkonferenz viel effizienter über den Fall diskutieren. Wir bündeln
unser Fachwissen und betrachten die medizinischen Befunde aus
verschiedenen Blickwinkeln. Falls unterschiedliche Einschätzungen
vorliegen, können diese direkt verhandelt und auf einen gemeinsamen Nenner
gebracht werden“, erklärt Norbert Gattermann den Ablauf der wöchentlichen
Tumorkonferenzen. „Der Beschluss der Tumorkonferenz wird elektronisch im
Krankenhausinformationssystem dokumentiert und ist allen Ärzten
zugänglich, die an der Behandlung des Patienten beteiligt sind“.

Ein weiterer nützlicher Aspekt der Tumorkonferenzen betrifft die
Ausbildung. Die Tumorkonferenzen stehen nicht nur den Spezialisten,
sondern auch den Assistenzärzten und anderen Auszubildenden in
medizinischen Berufen offen. „Dies trägt am Standort dazu bei, das
Fachwissen zur Krebsbehandlung auf ein hohes Niveau zu bringen“, fasst
Gattermann zusammen.

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