Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Tag der gesunden Ernährung 2018 – Lebererkrankungen durch gesunde Ernährung vermeiden

„Genussvoll Essen und Trinken – Den Menschen und der Ernährung
verpflichtet“ lautet das Motto des 21. Tages der gesunden Ernährung. Am 7.
März 2018 macht der Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) auf
die Wichtigkeit von gesunder Ernährung aufmerksam. Die Deutsche
Leberstiftung nutzt den Aktionstag, um die Bedeutung einer gesunden
Ernährung für die Lebergesundheit zu unterstreichen. Rund ein Drittel der
Erwachsenen hat eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber – und die
Zahl nimmt stetig zu. Auch bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet
daran. Zu den möglichen Folgeerkrankungen einer Fettleber zählen
Leberzirrhose und Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC).

Um der Öffentlichkeit die vielfältigen Möglichkeiten zu zeigen, gesund zu
essen und dabei zu genießen, sind über 2.000 Aktionen bundesweit und in
deutschsprachigen Nachbarländern für den diesjährigen Tag der gesunden
Ernährung geplant. Obwohl täglich Kochshows im Fernsehen laufen und
Rezeptseiten für gesundes Kochen die Magazine füllen, scheint der
Aufklärungsbedarf groß zu sein: Immer mehr Menschen in Deutschland
ernähren sich ungesund – und bewegen sich zu wenig. Insbesondere Männer
werden in Deutschland immer dicker, dies belegt eine aktuelle Studie der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) mit dem Titel: „So dick
war Deutschland noch nie“. In der Altersklasse der Berufstätigen ist das
Dicksein heutzutage so weit verbreitet, dass es keine Ausnahme mehr
darstellt, sondern der Normalzustand ist. Beim Eintritt in die Rente sind
74,2 Prozent der Männer übergewichtig. Bei den Frauen im gleichen Alter
sind es 56,3 Prozent.

Übergewicht ist eine der Hauptursachen für die Entstehung einer nicht-
alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLE), der am stärksten zunehmenden
Lebererkrankung in Deutschland. Eine Fettleber kann sich entzünden
(Fettleberhepatitis) und aus einer chronischen Leberentzündung kann sich
eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) entwickeln, die eine
Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) zur Folge haben kann. Die
Fettleberhepatitis führt zu einem erhöhten Risiko, einen Leberzellkrebs zu
entwickeln.

„Die drei Risikofaktoren ungesunde Ernährung, Übergewicht sowie
Bewegungsmangel können eine Leberverfettung und eine daraus resultierende
Leberschädigung verursachen“, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und ergänzt: „Zu den
möglichen Folgeerkrankungen einer Leberverfettung zählt im Endstadium der
Leberzellkrebs, von dem häufiger Männer als Frauen betroffen sind. Männer
achten deutlich seltener als Frauen auf die Qualität ihrer Ernährung,
ihren Lebensstil und die Gesundheit ihrer Leber“.

Alarmierend sind auch die Ergebnisse der DGE-Studie für den Bereich
Fettleibigkeit (Adipositas): Der Anteil adipöser Männer nahm im
Untersuchungszeitraum um 40 Prozent zu und der adipöser Frauen stieg um
24,2 Prozent. Und auch die Zahl der übergewichtigen und adipösen Kinder
ist sehr hoch.

„Besonders besorgniserregend ist, dass bereits etwa jedes zehnte Kind in
Deutschland an einer Fettlebererkrankung leidet. Wir raten dringend, bei
übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen immer auch eine
Fettlebererkrankung abzuklären. Eine einfache Ultraschalluntersuchung kann
Leberveränderungen sichtbar machen. Auch die Leberwerte (GPT, GOT und
GGT), die im Rahmen einer Blutuntersuchung beispielsweise beim Kinderarzt
festgestellt werden, können auf die Erkrankung hinweisen“, sagt Professor
Manns.

Eine Gewichtsreduktion kann zu deutlichen Verbesserungen der Leberfunktion
und der histologischen Zeichen einer Fettleberhepatitis bis hin zur
Normalisierung der Leberwerte führen. Auch das Risiko für Leberzellkrebs
kann gesenkt werden.

„Die Deutsche Leberstiftung unterstützt den Tag der gesunden Ernährung und
die Aufklärung über genussvolles Essen, das gleichzeitig die Gesundheit
fördert. Es gibt zahlreiche lebergesunde Alternativen zu den klassisch als
genussvoll wahrgenommenen Lebensmitteln wie Fleisch, kohlenhydrathaltige
Lebensmittel und Süßigkeiten. Gesundes Essen bedeutet nicht den Verzicht
auf Genuss“, sagt Professor Manns.

Die Deutsche Leberstiftung bietet ein Informationsfaltblatt zum Thema
„Leber und Fett“ sowie eine Broschüre zum Thema „Lebererkrankungen und
Ernährung“ an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite
unter http://www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

  • Aufrufe: 117
Die Kunst der Chirurgen und die Kooperation mit der Gewebebank haben Volker Löhr das Leben gerettet: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Dr. Stefan Heisel, Volker Löhr und Ernest Danch  (Foto: Armin Kühn).

Bad Oeynhausen: Lebensrettende Gewebespenden Spektakuläre Operation am Krankenhaus Bad Oeynhausen Sechs Gewebespenden aus der Gewebebank des HDZ NRW und zwei Spezialisten retteten Volker Löhr das Leben

Die Kunst der Chirurgen und die Kooperation mit der Gewebebank haben Volker Löhr das Leben gerettet: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Dr. Stefan Heisel, Volker Löhr und Ernest Danch  (Foto: Armin Kühn).
Die Kunst der Chirurgen und die Kooperation mit der Gewebebank haben Volker Löhr das Leben gerettet: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Dr. Stefan Heisel, Volker Löhr und Ernest Danch (Foto: Armin Kühn).

Als Volker Löhr kurz nach Weihnachten in die Notaufnahme des Krankenhauses
Lübbecke-Rahden eingeliefert wird, ist ihm seine lebensbedrohliche
Situation nicht bewusst. Erst als die Ärzte ihn in die Klinik für
Gefäßchirurgie des Krankenhauses Bad Oeynhausen verlegen lassen, wird ihm
der Ernst der Lage klar. 2007 war er dort nach dem Verschluss der
Beckenschlagader schon einmal operiert worden. Einen Teil der
lebenswichtigen Arterie hatten die Chirurgen damals durch eine
Kunststoffprothese ersetzt.

„Über ein Jahrzehnt gab es keinerlei Probleme“, sagt Löhr mit einem
Schulterzucken. Doch jetzt hatte sich die Prothese entzündet. Sie muss
umgehend entfernt und ersetzt werden. Doch womit? Sein Leben hängt am
seidenen Faden. Den 61-jährigen Volker Löhr trifft die Nachricht hart.
„Ich dachte, dass ich die Operation nicht durchhalte. Ich hatte mit dem
Leben abgeschlossen. Doch die Bad Oeynhauser Ärzte haben mir Mut gemacht“,
erzählt Volker Löhr. Den Lebensmut zurückgebracht hat insbesondere
Oberarzt Stefan Heisel. Er ist Gefäßchirurg im Krankenhaus Bad Oeynhausen.
In langen Gesprächen erklärte der Gefäßspezialist dem Patienten, welch
spektakuläre und gleichzeitig lebensrettende Operation er plant.

Zusammen mit dem Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie Dr. Heinrich
Walter fasst Stefan Hensel den Plan, die entzündete Kunststoffprothese
gegen ein menschliches Transplantat auszutauschen. „Die Wahrscheinlichkeit
einer Entzündung sinkt dabei erheblich“, sagt Hensel. Das Problem: Einen
Ersatz-Bypass in der benötigten, individuellen Größe zu erhalten, ist so
selten wie ein Sechser im Lotto. Die Zeit war knapp für Volker Löhr. „Wir
haben gemeinsam überlegt, was wir tun können“, sagt Walter. „Unsere Idee
war, eine geeignete Gefäßprothese zeitnah aus menschlichem Gewebematerial
selbst herzustellen.“ Die beiden Ärzte nehmen Kontakt mit dem Leiter der
Gewebebank am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Hermann Josef
Knobl, auf. Die Gewebebank im benachbarten Klinikum bereitet entsprechend
der gesetzlichen Vorgaben menschliches Gewebe und Herzklappen für
Transplantationen auf. Die Bereitschaft zu einer Gewebespende kann auf
einem Organspendeausweis dokumentiert werden. Im Gegensatz zu Organspenden
sind menschliche Gewebe –  auch Homografts genannt – nahezu unbegrenzt
haltbar, sie werden bei -180 Grad Celsius gelagert.

Und wieder hatte Volker Löhr Glück: Fast zeitgleich mit der Anfrage aus
dem Krankenhaus konnte Knobl neue Gewebespenden zur Verfügung stellen.
Während Dr. Heinrich Walter mit seinem Team den komplexen Eingriff am
Patienten anfing, setzte Stefan Heisel zusammen mit dem Oberarzt Mohssen
Amiri am nebenan liegenden OP-Tisch die von der Gewebebank aufbereiteten
Transplantate geschickt zusammen. Aus insgesamt sechs Gewebespenden
rekonstruierte er in einer dreistündigen Puzzlearbeit den dringend
benötigten Überbrückungsbypass. „Zu dem lebensrettenden Eingriff wurden
zwei Segmente der Brustaorta mit der Hals- und Schlüsselbeinarterie und
beide Oberschenkelarterien verwendet“, erläutert Knobl. Die eigentliche
Operation dauerte insgesamt neun Stunden, in denen das Operationsteam nach
Präparation durch ausgeprägte Verwachsungen die künstliche Prothese
entfernte, um dann das neue über 30 Zentimeter lange Transplantat zwischen
der Aorta und den beiden Beinarterien einzusetzen.

„Wir sind mit dem Verlauf der OP und dem Gesundheitszustand des Patienten
sehr zufrieden“, sagt Direktor Dr. Heinrich Walter. „Er hat sich gut
erholt und seine Entzündungswerte sind erheblich gesunken.“ Inzwischen
konnte Volker Löhr nach Hause entlassen werden. Dank der Fürsprache von
Stefan Heisel sei er ohne Angst in die Operation gegangen, bekräftigt
Volker Löhr noch einmal. Nur der Gedanke, dass ein Teil eines anderen
Menschen nun in ihm sei, machte ihn anfangs nachdenklich. „Es war ein
merkwürdiges Gefühl, doch jetzt bin ich sehr dankbar dafür“, sagt Löhr.
Die Ärzte aus dem Krankenhaus Bad Oeynhausen und dem HDZ NRW sind froh
über die gute Zusammenarbeit: „Wir arbeiten seit 30 Jahren überaus eng und
routiniert zusammen. Davon profitieren insbesondere die Patienten beider
Häuser. Die wenigsten wissen etwa, dass es zwischen Krankenhaus und HDZ
NRW einen Tunnel gibt, durch den wir jederzeit auf dem schnellsten Wege
Patienten zwischen den Häusern verlegen können“, sagt Ernest Danch,
Leitender Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Krankenhaus Bad
Oeynhausen.

Hintergrundinformation: Wie helfen Gewebespenden?

Zwischen Gewebe- und Organspenden gibt es auf Empfänger- und Spenderseite
sowie auf medizinisch betreuender Seite deutliche Unterschiede. Auch
organisatorisch sind verschiedene Einrichtungen verantwortlich: Während in
Deutschland die Organspende über das Transplantationsgesetz mit der
Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) als zentrale
Koordinierungsstelle geregelt ist, werden die Gewebetransplantate als
Arzneimittel von Einrichtungen mit den entsprechenden Erlaubnissen der
Landesbehörden und der Genehmigung der Bundesbehörde abgegeben.

Mit dem Gesetz über Qualität und Sicherheit von menschlichen Geweben und
Zellen wird seit dem 01.08.2007 eine gültige EU-Richtlinie in deutsches
Recht umgesetzt. Alle an der Gewebespende beteiligten Institutionen in
Deutschland handeln auf dieser Basis. Sie werden durch Bundes- und
Landesbehörden kontrolliert.

Zugelassene Gewebebanken wie die Herzklappen- und Gefäß-Gewebebank des
Herz- und Diabeteszentrum NRW (seit 2003) stellen nach Aufarbeitung und
Antibiotikabehandlung der Gewebe diese Transplantate nach den
Sicherheitsstandards des Deutschen Arzneimittelgesetzes her (§21a/21 AMG).
Die Homografts werden ohne Gewinninteressen an Kliniken weitergegeben und
dort überwiegend in der Gefäßchirurgie eingesetzt. Die Kosten für die
Entnahme und Aufbereitung werden von der Sozialkasse des Empfängers
getragen.

  • Aufrufe: 329

DGE-Kongress 2018: Kuschelhormon Oxytocin könnte Therapie psychischer Erkrankungen ergänzen

Das Hormon Oxytocin spielt eine wichtige Rolle im Sozial- und
Sexualverhalten, wie Studien an Menschen und Tieren zeigen. Es hilft
Müttern, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Im Tiermodell bewiesen
Forscher, dass das Hormon Ängste reduziert. „Neu sind Erkenntnisse, dass
Oxytocin bei sozialen Störungen und psychischen Erkrankungen therapeutisch
nützlich sein kann“, erklärt Professor Dr. Dr. med. René Hurlemann vom
Universitätsklinikum Bonn im Vorfeld des 61. Kongresses für Endokrinologie
vom 14. bis 17. März 2018 in Bonn.

Angststörungen mit belastenden körperlichen und psychischen Symptomen sind
die häufigsten psychischen Erkrankungen in Europa. Behandelt werden sie
mit Medikamenten und/oder kognitiver Verhaltenstherapie. „Die Zahl der
medikamentösen Neuentwicklungen stagniert allerdings“, sagt Professor
Hurlemann, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie und Direktor der Abteilung für Medizinische
Psychologie des Universitätsklinikums in Bonn. Daher seien neuere
Ergebnisse zum Potenzial des Hormons Oxytocin bei psychischen Erkrankungen
von besonderer Bedeutung: „Das Hormon könnte die Symptome verschiedener
psychischer Erkrankungen lindern und so Patienten mit autistischen
Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Angststörung helfen“,
erklärt Hurlemann,

Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist bekannt, dass Oxytocin
Geburtswehen auslöst und bei Müttern die Milch einschießen lässt. Von der
Weltgesundheitsorganisation wird das Hormon dank seiner Bedeutung für
Geburtshilfe und Stillzeit in der Liste „Essenzielle Medikamente“ geführt.
Wissenschaftler wissen auch schon länger, dass Oxytocin Müttern hilft,
eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.

Seit Jahrzehnten untersuchen Forscher im Tiermodell die Rolle des
Oxytocins für Sozialverhalten und Fortpflanzung. Da Oxytocin das
Sozialverhalten positiv beeinflusst, nannte man es bald sprachlich etwas
ungenau das „Kuschelhormon“. Studien haben gezeigt, dass Oxytocin sozialen
Stress dämpfen, Vertrauen und soziale Kompetenzen steigern und die
Reaktion des Mandelkernkomplexes (Amygdala) vermindern kann. Letzterer ist
für Emotionen wie Angst und Wut zuständig. „Der eigene Körper produziert
das Hormon als natürlichen Baustein. Als Nasenspray angewandt, kann es ins
Gehirn wandern und dort furchtdämpfend wirken“, erklärt Hurlemann. Aktuell
untersuchen Forscher auf der ganzen Welt in über hundert Studien, wie
Oxytocin bei verschiedenen psychischen Erkrankungen wirkt und welche Dosis
angebracht wäre.

„Die Ergebnisse zu Oxytocin und seiner Rolle bei psychischen Erkrankungen
mit Beeinträchtigung der sozialen Kompetenzen sind sehr spannend. Oxytocin
kann vielleicht die Behandlung von Patienten mit psychischen Störungen
ergänzen, aber sehr sicher ist, dass das Hormon stets mit einer
Psychotherapie kombiniert werden muss“, bewertet Professor Dr. med.
Matthias M. Weber, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für
Endokrinologie (DGE) und Leiter der Endokrinologie der Universitätsmedizin
der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Erkenntnisse. „Wir wissen
bereits eine Menge über einzelne Hormone und ihre Wirkung auf die Psyche.
Das Beispiel Oxytocin zeigt, wie wichtig Forschungen sind, die
translationale Ansätze haben, also den ‚Weg in die Praxis‘ mitdenken“,
ergänzt DGE-Kongresspräsident Professor Dr. rer. nat. Ulrich Schweizer vom
Institut für Biochemie und Molekularbiologie, Rheinische Friedrich-
Wilhelms-Universität Bonn.

Auf der Pressekonferenz in Bonn am 14. März 2018 zum 61. Kongress für
Endokrinologie werden die DGE-Experten zudem über Social Freezing,
chronische Entzündungsreaktionen, die mit Diabetes, Atherosklerose und
Demenz zusammenhängen, und über neue Behandlungsansätze bei Osteoporose
diskutieren.

Terminhinweise:
Pressekonferenz anlässlich des 61. Deutschen Kongresses für Endokrinologie
der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Termin: Mittwoch, 14.03.2018, 11:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Hauptgebäude, Senatssaal
Anschrift: Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn

Plenary: Translating oxytocin neuroscience to the treatment of psychiatric
disorders
Prof. Dr. René Hurlemann
Termin: Freitag, 16.03.2018, 09:45 bis 10:30 Uhr
Ort: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Hauptgebäude, Hörsaal X
Anschrift: Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn

S10 Neuroendokrinologie
Vorsitz: Prof. Dr. Sebastian Schmid, Dr. Wiebke Fenske
Präsentationen: Prof. Dr. Manfred Hallschmid: Metabolische Effekte von
Oxytocin und anderen (Neuro)Peptiden; Prof. Dr. Larry Young: Oxytocin and
the Pair Bond: Implications for Autism
Termin: Freitag, 16.03.2018, 15:00 bis 16:30 Uhr
Ort: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Hauptgebäude, Hörsaal X
Anschrift: Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn

Weitere Informationen zum Kongress und das Programm finden Sie im Internet
unter www.dge2018.de

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den
Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen – zum
Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in
Hoden und Eierstöcken – „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“
in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen wie
Speichel- oder Schweißdrüsen ihre Sekrete nach „außen“ ab.

  • Aufrufe: 122

DGP veröffentlicht Leitfäden zur palliativen Begleitung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung

„Für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und ihre Familien bestehen
erhebliche Barrieren im Zugang zur Hospiz- und Palliativversorgung.“, so
Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Palliativmedizin (DGP).  Deshalb hat sich die DGP die Verbesserung der
Information bezüglich der besonderen Bedarfe sowohl der Betroffenen als
auch ihrer Familie zum Ziel gesetzt und zwei barrierefreie Leitfäden für
Angehörige und für Mitarbeitende in Wohnformen der Eingliederungshilfe
veröffentlicht.

Die Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung hat sich
in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert, es sind überwiegend
Erwachsene, die über viele Jahre ihren Lebensmittelpunkt in einer
Wohneinrichtung oder im familiären Umfeld haben, bevor bei ihnen eine
lebensbegrenzende Erkrankung auftritt.

„Das schwerwiegende, fortschreitende und unheilbare Leiden eines Menschen
mit geistiger Beeinträchtigung, das nicht selten zu weiteren, oft schon
seit Geburt bestehenden Einschränkungen dazukommt, stellt Angehörige,
Ärzte, Pflegende und Einrichtungen vor große Herausforderungen.“ erklärt
Dr. Dietrich Wördehoff, Sprecher der AG „Palliativversorgung von Menschen
mit geistiger Beeinträchtigung“ in der Deutschen Gesellschaft für
Palliativmedizin (DGP). Die Familienmitglieder machen sich ähnlich wie
auch Mitarbeitende der Institutionen viele Gedanken, haben Ängste und sind
unsicher, wie die letzte Lebenszeit und das Sterben der von ihnen zu
Betreuenden ablaufen können.

Dabei hat ein Mensch mit Beeinträchtigung im Angesicht seines Lebensendes
keine anderen Bedürfnisse als jeder andere Mensch ohne Beeinträchtigung
auch, unterstreicht Barbara Hartmann, Sprecherin der genannten AG und
langjährige Mitarbeiterin in Wohnformen der Eingliederungshilfe und der
Spezialisierten Palliativversorgung: „Auch Menschen mit einer
intellektuellen, komplexen und/oder psychischen Beeinträchtigung wollen
ohne körperliche Beschwerden sterben. Sie möchten noch Dinge regeln, sie
möchten sich vielleicht verabschieden oder bis zum Schluss hoffen, dass
sie wieder gesund werden. Sie haben Fragen zum Tod und zum Danach und sie
möchten mit Menschen zusammen sein, die sie verstehen und für sie da
sind.“

Damit dies gelingt, hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
(DGP) mit der Expertise ihrer Arbeitsgruppe „Palliativversorgung von
Menschen mit geistiger Beeinträchtigung“ und mit dankenswerter Förderung
seitens des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
zwei Online-Broschüren auf den Weg gebracht, die zu einem leichteren
Zugang beitragen sollen:

1.      Begleiten bis zuletzt: Was können wir tun, damit es gut wird?
Leitfaden für Angehörige zur Information über die Möglichkeiten und
Angebote der (frühzeitigen) Einbindung der Hospiz- und Palliativversorgung

2.      Palliative Begleitung von Menschen in Wohnformen der
Eingliederungshilfe
Leitfaden für Träger, Leitungen sowie Mitarbeitende in der Assistenz und
Pflege von Menschen mit intellektueller, komplexer und/oder psychischer
Beeinträchtigung.

Beide Broschüren stehen ab sofort als barrierefreie Dateien zur Verfügung,
Druckversionen sind für das Frühjahr vorgesehen. Wichtig dabei: Diese
erste Auflage wurde auf der Grundlage der Erfahrungen der Autoren und
Autorinnen in der Begleitung von unheilbar erkrankten Menschen mit
geistiger Beeinträchtigung erstellt. Diese haben nicht den Anspruch, alle
Fragen und Probleme bedacht zu haben, die im Zusammenhang mit einer
fortschreitenden chronischen Erkrankung auftreten können. Die DGP bittet
deshalb ganz bewusst um Ergänzungen und Kommentare, wenn einzelne Aspekte
nicht ausreichend angesprochen sein sollten, damit diese in die geplante
Druckversion einbezogen werden können.

  • Aufrufe: 189