Im Rahmen des Musikfestivals Szenenwechsel 2017, Lars Møller und Big Band der Hochschule Luzern, 5. Februar 2017, besucht von Léonard Wüst
Besetzung und Programm:
Big Band der Hochschule Luzern
Lars Møller Saxofon, Komposition, Arrangement
Rezension:
Lars Møller wurde für seine Big Band-Kompositionen verschiedentlich mit hohen Auszeichnungen geehrt. Unter vielen anderen auch für seine viel beachtete Komposition «ReWrite of Spring», eine Hommage an Strawinskys Meisterwerk «Le sacre du printemps».
Das Konzert enthielt nebst dem erwähnten Werk auch weitere Kompositionen aus Lars Møllers Hand.
So ein Konzert ist natürlich auch eine ganz spezielle, wertvolle Erfahrung für die jungen Musiker. Ein Auftritt unter Leitung eines so renommierten Musikers, Dirigenten und Komponisten, ein Meilenstein in der Ausbildung zum Profimusiker. Ein Konzert mit Musik fernab des gängigen Big Band Repertoires, mit ungewohnten, avantgardistischen Klängen, sphärisch dicht, nahe beim Free Jazz. Lobenswerter Weise liess Møller den jungen Musikern genügend Raum, sodass fast alle ein Solo darbieten konnten. Bei diesen blitzte schon ein erstaunliches Können und eine grosse Selbstsicherheit auf. Unaufgeregt, fast schon routiniert performten die Musikstudentinnen im Luzerner Saal, vor dem zahlreich erschienenen, fachkundigen Publikum eher gesetzteren Alters. Aufgrund der Biografie des Leaders eher Saxophon lastig, was aber den Genuss keineswegs trübte, zumal Møller auch mal selbst mitspielte und mit seiner Spielfreude seine Mitmusiker anspornte und mitriss.
Der erste Konzertteil brachte diverse Eigenkompositionen des Dänen, dem „Folk Song Nr. 1“ .mit einer explosiven Sax Improvisation von Mirjam Scherrer, folgte „Marit`s Dream“ mit dem feinfühligen Trompetensolo von Martin Borner, ergänzt durch den impulsiven Ergänzungspart von Marius Meier am Kontrabass. Brillante Akzente setzte darauf der Tenorsaxophonist Andri Schärli, unterstützt von einem Trompetenduett als kongenialer Untermalung, bevor der Meister in „Noon Skys“ das Zepter, respektive das Saxophon selber übernahm und Höhepunkte setzte mit seinem unermesslichen Improvisationskönnen. Dann konnte auch noch Moritz Anthes mit seiner Posaune einen Glanzpunkt setzen, bevor eine wohlverdiente Pause anstand. Nach diesem kurzen Unterbruch entführte Møller in sein dreisätziges Meisterwerk „Rewrite Of Spring“, damit noch einen Schritt weiter in eine andere Welt, die immer auch beeinflusst ist durch seine Aufenthalte in Indien und seiner Liebe zur klassischen indischen Musik.
So fliessen auch eher ungewohnte Klänge in diese Hommage an Strawinsky, ähnlich, wie das früher u.a. bei den „Beatles“ war. Auch hier bot Møller den Jungspunden reichlich Gelegenheiten zur Demonstration deren solistischen Könnens, genutzt u.a. vom Altsaxophonisten Benjamin Knecht im Verbund mit dem Schlagzeugsolo von Lukas Blattner. Den Mittelsatz nutzte der Chef für ein fulminantes Solo der absoluten Weltklasse. Im Schlusssatz, geprägt vom souverän satten Bläsersatz, zeigte Djordje Kujundzic auf dem Tenorsaxophon, was man auf diesem alles machen kann, bevor sich Florian Respondek mit einem funk- rockigen Solo auf der Gitarre emanzipierte. Ein äusserst anspruchsvolles Programm, von den Protagonisten perfekt dargebracht, mit begeistertem Applaus vom Publikum belohnt. Als Dank gewährten die Musiker noch eine kurze, rassige Zugabe, bevor dann definitiv Schluss war. Fazit: Ein perfekter Abschluss der Konzertreihe Szenenwechsel 2017 der HSLU
«Strawinsky und der Jazz»Text: www.leonardwuest.ch
Fotos: www.hslu.ch
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Besetzung und Programm:
Dmitri Liss leitet mit dem Ural Philharmonic Orchestra eines der führenden russischen Orchester. Der 1960 geborene Vertreter der Moskauer Dirigentenschule und Absolvent des Moskauer Konservatoriums begann seine Laufbahn als Assistent von Dmitry Kitayenko beim Moscow Philharmonic Orchestra. Über das zuerst interpretierte Violinkonzert bemerkte der Mozart Biograf Alfred Einstein (1880 – 1952): Wenn es ein Wunder in Mozarts Schaffen gibt, so ist es die Entstehung dieses Konzertes. Etwas ungewohnt für Mozart, dass kurz nach dem intensiven Streicherbeginn eine Sequenz mit den Hörnern eingefügt ist und die erstmalig grosszügige Raumlassung für die Violine als Soloinstrument, wie er das bei seinen späteren, ausgereifteren Klavierkonzerten systematisch anwendet. Auch ist der erste Satz mit 226 Takten überaus lang. als das bis anhin Gewohnte. Mozart schrieb am 23. Oktober 1777 seinem Vater aus dem Augsburger Dominikanerkloster Heilig Kreuz u.a. Auf die Nacht beim Souper spielte ich das Strassburger Concert; es ging wie Öl, alles lobte den schönen, reinen Ton. So einen schönen, reinen Klang entlockte auch Isabelle van Keulen ihrer Violine.
Die Solistin ist Mozart auch dadurch verbunden, dass sie einen Teil ihres Studiums am Salzburger Mozarteum absolvierte. Auffällig oft korrespondierte sie durch Augen und Gesten mit den jungen Musikern des gemischten Orchesters, lobte und munterte sie so auf.
Das Publikum war ob dieser grandiosen Interpretation begeistert und feierte die Protagonisten mit stürmischem, langanhaltendem Applaus und sogar einigen Bravorufen.
Besetzung und Programm:

Besetzung und Programm:
John Neschling führte das ihm anvertraute Ensemble gestenreich schwungvoll durch die drei Sätze, mit exakt getimten Gesten die Feinheiten herauskitzelnd. Schön, dass er das doch recht opulente, üppige Werk nicht noch mit zu viel Pomp und Vibrato Effekten „verzuckerte“. Dafür durften die Musiker, besonders die Bläser, einen langanhaltenden Applaus geniessen. John Neschling verliess kurz die Bühne, um die Solistin des Abends, Mezzosopranistin Vasselina Kasarova (*1965), auf die Bühne zu bitten, für die nun folgenden „Wesendonck – Lieder“ von Richard Wagner. (Das Beste, das ich je geschrieben habe, so das Zitat des Komponisten) Wagner schrieb diese parallel zu seiner Arbeit an „Tristan und Isolde“, verwendete deshalb auch einige Motive davon in den Liedern. Ein sehr abrupter Paradigmenwechsel vom unbeschwert fröhlichen „Rossini“ zum ernsten „Wagner“. Kein Problem für das Orchester, für die Sängerin sowieso nicht und auch das Auditorium schaffte den Spagat und genoss die nachdenklicheren Töne. Gewohnt engagiert und souverän die gebürtige Bulgarin. Hochkonzentriert intonierte sie die Reime der Förderin und Geliebten Richard Wagners.
Eindrücklich auch ihre sehr präzise Aussprache, unterstützt durch entsprechende Gesten und Mimik. Für ihre Leistung genossen die Protagonisten langen, starken Applaus, der sie immer wieder auf die Bühne zurückholte. Schlussendlich wurden sie dann doch in die wohlverdiente Pause entlassen.