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Gesundheit

Die Klinikdirektoren (v.l.) Prof. Dr. Jan Gummert, Prof. Dr. Volker Rudolph und Prof. Dr. Philipp Sommer haben das Herzinsuffizienz-Zentrum am HDZ NRW neu aufgestellt  (Foto: Marcel Mompour).

HDZ NRW: Gemeinsame Strategie gegen die Herzschwäche

Die Klinikdirektoren (v.l.) Prof. Dr. Jan Gummert, Prof. Dr. Volker Rudolph und Prof. Dr. Philipp Sommer haben das Herzinsuffizienz-Zentrum am HDZ NRW neu aufgestellt  (Foto: Marcel Mompour).
Die Klinikdirektoren (v.l.) Prof. Dr. Jan Gummert, Prof. Dr. Volker Rudolph und Prof. Dr. Philipp Sommer haben das Herzinsuffizienz-Zentrum am HDZ NRW neu aufgestellt (Foto: Marcel Mompour).

Ziel Lebensqualität: Im neu formierten Zentrum für Herzinsuffizienz des
Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, ermitteln interdisziplinäre
Teams für jedes Erkrankungsstadium die am besten geeignete Therapie.

Rund 6.500 Patienten jährlich werden im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ
NRW), Bad Oeynhausen, mit einer Pumpschwäche des Herzens
(Herzinsuffizienz) stationär behandelt. Die Herzinsuffizienz ist
nachweislich die häufigste Einzeldiagnose von vollstationär behandelten
Patienten.

Die fortschreitende Erkrankung begleitet die meisten Patienten über viele
Jahre. Während am Anfang oft eine medikamentöse Therapie deutliche
Linderung verschafft, kommen mit Fortschreiten der Erkrankung je nach
Patient und Krankheitsbild eine Vielzahl unterschiedlicher
Therapieverfahren in Betracht. In Bad Oeynhausen stellt ein gemeinsames
Behandlungsteam der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie unter
der Leitung von Prof. Dr. Jan Gummert, der Klinik für Allgemeine und
Interventionelle Kardiologie unter Prof. Dr. Volker Rudolph und der Klinik
für Elektrophysiologie/Rhythmologie unter der Leitung von Prof. Dr.
Philipp Sommer sicher, dass für jeden Patienten im Zuge seiner Erkrankung
die jeweils passende Therapie gefunden wird.

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW ist ein überregionales, über die
Fachgesellschaften zertifiziertes Zentrum zur Behandlung der
Herzinsuffizienz (HFU – Heart Failure Unit).
„Die chronische Herzschwäche tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf“,
sagt Professor Dr. Jan Gummert, Ärztlicher Direktor am HDZ NRW. „Aber auch
Diabetiker haben ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko, an einer
Herzinsuffizienz zu leiden.“ Eine frühzeitige Behandlung könne zudem
dadurch erschwert werden, dass bei einem Teil der Betroffenen erst zu
einem späten Zeitpunkt Symptome auftreten. „Auch Ursachen und Verlauf der
Erkrankung sind so unterschiedlich, dass dies einen Austausch der
verschiedensten Fachrichtungen erfordert, um Grad und Ausmaß einer
bestehenden Linksherz- sowie Rechtsherzschwäche, pulmonaler Hypertonie
oder weiterer Begleiterkrankungen exakt beurteilen und daraus die
bestmögliche und schonendste Behandlungsstrategie für den Patienten
entwickeln zu können.“ Seit vielen Jahren werde am Bad Oeynhausener
Spezialklinikum daher der intensive Austausch mit Hausärzten und
Fachärzten gepflegt. Zum Angebot zählen regelmäßige
Fortbildungsveranstaltungen, darunter Live-Übertragungen aus den OP-Sälen
und Herzkatheterlaboren.

Drei Fachkliniken unter einem Dach

Die ambulante und stationäre Betreuung der Patienten im neu formierten
Zentrum für Herzinsuffizienz erfolgt in enger interdisziplinärer
Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Allgemeine und Interventionelle
Kardiologie/Angiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Rudolph, der
Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie unter der Leitung von Prof. Dr.
Philipp Sommer, sowie der von Prof. Gummert geleiteten Klinik für Thorax-
und Kardiovaskularchirurgie. Gemeinsame oberärztliche Betreuungsteams und
speziell ausgebildete Pflegeteams versorgen Patienten mit schwerster
Herzinsuffizienz auf den in direkter Nachbarschaft gelegenen Stationen für
mechanische Kreislaufunterstützung und Herztransplantation.

Lebensqualität trotz komplexer Erkrankung

Da Herzinsuffizienz selten allein auftritt und persönliche Risikofaktoren
die Prognose beeinträchtigen können, werden bei Bedarf weitere
Spezialisten der Labordiagnostik, Diabetologie, Radiologie und Pneumologie
unter dem Dach des HDZ NRW eingebunden. „Eine Multisystemerkrankung
erfordert ein multidisziplinäres Team“, erläutert Prof. Rudolph die
Behandlungsstrategie am Zentrum. „Zunächst gilt es dabei immer, die
Ursache der Herzinsuffizienz zu erkennen und – soweit möglich – zu
beseitigen.“ Das bedeute: Ein hoher Blutdruck muss gesenkt, eine koronare
Herzerkrankung gegebenenfalls mit einem Eingriff im Herzkatheterlabor
behandelt, eine Klappenerkrankung möglicherweise operiert werden.
Patienten mit Rhythmusstörungen oder Vorhofflimmern können dagegen von
Medikamenten, einer Schrittmacher-Implantation oder einer Katheterablation
sowie von den bei uns etablierten Spezialverfahren zur kathetergestützten
Behandlung von Herzklappen profitieren.“ Weitere wichtige Elemente dieses
Konzepts seien die differenzierte Ursachenabklärung einer
Rechtsherzschwäche sowie die gemeinsame Beurteilung und leitliniengerechte
Behandlung eines Lungenhochdrucks.

Mitunter lässt sich die Kontraktionsfähigkeit und die Pumpleistung des
Herzens mit einer sogenannten kardialen Resynchronisationstherapie (auch:
biventrikuläre Schrittmachertherapie) verbessern. „Ein solcher
Schrittmacher unterstützt das Zusammenziehen des Herzmuskels und
verbessert die Zusammenarbeit der beiden Herzkammern bei Patienten mit
einer Herzinsuffizienz“, erläutert Prof. Sommer, der sich am HDZ auf
besonders strahlungsarme Eingriffe spezialisiert hat und dazu Anfang
dieses Jahres ein neues Herzkatheterlabor in Betrieb genommen hat.

Patienten mit Herzschwäche steht am HDZ zudem über das Institut für
angewandte Telemedizin (IFAT) seit vielen Jahren eine umfassende
telemedizinische Versorgung und Betreuung in enger Abstimmung mit
Hausärzten und niedergelassenen Kardiologen zur Verfügung, die aktuell mit
modernster Technologie ausgestattet wird.

Die Forschung über die Zusammenhänge von chronischer Herzinsuffizienz und
nächtlichen Schlaf- und Atmungsstörungen hat am HDZ eine lange Tradition.
Hier wurde einst das bundesweit erste kardiologisch geführte Schlaflabor
eingerichtet. Jüngere Forschungsbereiche am Erich und Hanna Klessmann-
Institut für kardiovaskuläre Forschung und Entwicklung sowie am Agnes-
Wittenborg-Institut für Translationale Forschung des HDZ NRW beschäftigen
sich mit Aspekten der Kardiogenetik sowie der Entwicklung neuer Ansätze
für die medikamentöse Therapie der Herzschwäche. In der Pflege wurde 2018
ein eigener Pflege-Forschungsschwerpunkt für Herzinsuffizienz
eingerichtet.

„Oberstes Ziel unserer gemeinsamen Behandlungsstrategie ist es, unsere
Patienten in jedem Stadium ihrer Erkrankung die bestmögliche
Lebensqualität auf Dauer zu erhalten“, fasst Prof. Gummert die Devise des
erfahrenen Bad Oeynhausener Herzteams zusammen, die auch wichtige
Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen sind. Das Herzinsuffizienz-Zentrum
in Bad Oeynhausen deckt dabei das gesamte Spektrum moderner
Behandlungsverfahren ab, angefangen von der frühen Diagnose bis zu den
Möglichkeiten der Spitzenmedizin mit einem der weltweit umfassendsten
Kunstherzprogramme für schwerstkranke Herzpatienten. Als größtes
Herztransplantationszentrum in Europa ist das HDZ NRW letztlich auch
Hoffnungsträger für Patienten, die auf eine Herztransplantation warten
müssen. Info und Ansprechpartner im Behandlungszentrum für
Herzinsuffizienz sind über Homepage des HDZ NRW zu finden: www.hdz-nrw.de.

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 35.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten fünf
Universitätskliniken und Institute seit 35 Jahren interdisziplinär
zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

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Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Pflegeaufgaben verbessern

Am 13. September 2019 findet in Dresden die „Tagung zur Vereinbarkeit von
beruflicher Pflege und Angehörigenpflege“ statt. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler der Evangelischen Hochschule Dresden (ehs) und der
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW Dresden) präsentieren
ihre Forschungsergebnisse zur Situation und den Unterstützungsbedarfen der
doppelt Pflegenden in Deutschland.

Double Duty Carer (DDC) sind Pflegefachpersonen (Altenpfleger*innen,
Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Gesundheits- und
Kinderkrankenpfleger*innen), die neben ihrer beruflichen Pflegetätigkeit
auch privat für die Pflege eines Angehörigen verantwortlich sind. Sie
schultern also eine doppelte („double“) Verpflichtung („duty“) in Sachen
Pflege.
Aufgrund ihres fachlichen Wissens werden sie oft mit Erwartungen aus dem
familiären Umfeld konfrontiert, Pflege und Pflegeverantwortung auch für
die pflegebedürftigen Angehörigen zu übernehmen. Gleichzeitig sind sie in
Arbeitsbereichen tätig, die durch Schichtdienst, Wochenendarbeit sowie
hohe psychische und physische Belastungen gekennzeichnet sind. Diese
Anforderungen zu vereinbaren, stellen die DDC und deren Arbeitgeber vor
große Herausforderungen.

Das gemeinsame Forschungsprojekt der ehs und der HTW Dresden „DDcareD –
Double Duty Carers in Deutschland – Verbesserung der Vereinbarkeit von
beruflichen und privaten Pflegeaufgaben“ hat erstmalig erfasst, wie viele
Double Duty Carer es in Deutschland gibt. Ziel war es, mehr über deren
Arbeits- und Lebenssituation zu erfahren und Maßnahmen zu entwickeln, die
Double Duty Carer unterstützen. Ausgehend von den Ergebnissen haben die
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Handlungsempfehlung für
Arbeitgeber*innen entwickelt. Auf der Tagung werden die Ergebnisse
vorgestellt. Im Mittelpunkt steht darüber hinaus vor allem der Austausch
zwischen DDCs, Arbeitgeber*innen und Wissenschaftler*innen.

Weitere Referentinnen sind u.a. eine Pflegedienstleiterin, die über ihren
Alltag als DDC berichtet, sowie Johanna Knüppel vom Deutschen
Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), die über Bedarfe und Ansatzpunkte
zur besseren Vereinbarkeit aus Sicht der Arbeitnehmer*innen referiert.

Tagungsort ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA), Fabricestraße 8, 01099 Dresden, Raum 202.

Das ausführliche Tagungsprogramm und Informationen zur Anmeldung finden
Sie unter www.doubledutycare.de.

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Stellungnahme der Deutschen Atemwegsliga zum Entwurf eines Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetzes

Die Deutsche Atemwegsliga unterstützt den Entwurf des BMG für ein „Gesetz
zur Stärkung von Rehabilitationen und intensiv-pflegerischer Versorgung in
der GKV“. Allerdings fordern wir
• eine Neubewertung der beatmungsmedizinischen Leistungen zur Verhinderung
falscher ökonomischer Anreize,
• eine Prüfung des Weaning-Potentials mit dokumentiertem Weaning-Versuch
durch ein fachkompetentes Team,
• die Prävention einer akuten Beatmung bei besonders gefährdeten
Patienten. Oberstes Gebot ist der Patientenwille, sowie
• die Etablierung und flächendeckende Sicherstellung einer außerklinischen
ärztlichen Versorgung anhand definierter Kriterien.

Die Deutsche Atemwegsliga unterstützt ausdrücklich den Referentenentwurf
des Bundesgesundheitsministeriums für ein „Gesetz zur Stärkung von
Rehabilitationen und intensiv-pflegerischer Versorgung in der gesetzlichen
Krankenversicherung“. Die Deutsche Atemwegsliga steht zudem als
Gesprächspartner für die weitere Ausarbeitung zur Verfügung.
Diesbezüglich sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

1. In der Abrechnung von Leistungen an Beatmungspatienten existieren
ökonomische Anreize, Patienten lange invasiv zu beatmen, und zwar sowohl
innerhalb des DRG-Systems bei hospitalisierten Patienten als auch in der
außerklinischen Versorgung. Hier besteht ein komplexes Zusammenspiel
beginnend bei der Akutbeatmung auf der Intensivstation über Versuche der
Beatmungsentwöhnung bis hin zur Einleitung einer außerklinischen Beatmung
bei frustraner Beatmungsentwöhnung. Der rasante Anstieg von Patienten mit
außerklinischer Beatmung in den letzten Jahren ist zumindest teilweise
durch diese ökonomischen Anreize zu erklären. Die Deutsche Atemwegsliga
fordert eine Neubewertung der beatmungsmedizinischen Leistungen, um
falsche ökonomische Anreize zu verhindern.

2. Eine Prüfung des Weaning-Potentials mit dokumentiertem Weaning-Versuch
durch ein fachkompetentes Behandlungsteam ist zwingend vor Verlegung in
eine außerklinische Versorgung für alle beatmeten Patienten nachzuweisen.
Die Entwöhnung vom Respirator innerhalb der Klinik muss gefördert werden.
Hier sind hohe Qualitätskriterien zu definieren. Eine entsprechende
Fachkompetenz im Behandlungsteam muss als wichtigstes Kriterium für eine
Beatmungsentwöhnung und zur Einleitung einer außerklinischen Beatmung
gelten. Eine außerklinische Intensivpflege sollte primär in stationären
Pflegeeinrichtungen oder entsprechend ausgestatteten Wohneinheiten
erbracht werden. Eine Eins-zu-Eins-Versorgung in der eigenen Häuslichkeit
sollte aber in begründeten Fällen möglich sein. Dies betrifft Kinder, aber
auch erwachsene Patienten. Diesbezüglich sind klar definierte Kriterien zu
etablieren.

3. Ältere Menschen, polymorbide Patienten und insbesondere solche mit
zugrundeliegenden chronischen Atemwegs- und Lungenkrankheiten haben das
höchste Potential, im Falle einer notwendigen akuten Beatmung langfristig
vom Respirator abhängig zu bleiben. Die Prävention einer akuten Beatmung
ist gerade bei diesen Patienten vordringlich. Zudem müssen solche
Patienten, wenn möglich, bereits im Vorfeld über die Möglichkeiten und
Konsequenzen einer drohenden Langzeitbeatmung im Falle einer akuten
Beatmung aufgeklärt werden. Für Therapieentscheidungen gilt als oberstes
Gebot der Patientenwille.

4. Neben einer Verbesserung der Qualität in der Beatmungspflege muss auch
die außerklinische ärztliche Versorgung anhand definierter Kriterien
etabliert und flächendeckend sichergestellt werden. Auch wenn hier der
Behandlung von Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenkrankheiten
und Langzeitbeatmung insbesondere durch Fachärzte für Pneumologie eine
besondere Bedeutung zukommt, sollte die Gebietsbezeichnung allein nicht
als einziges Qualitätskriterium herangezogen werden. Auch hier stellt die
primäre Fachkompetenz, welche anhand klarer Kriterien zu definieren ist,
die wichtigste Voraussetzung für die ärztliche Betreuung von außerklinisch
beatmeten Patienten dar. Vorstellbar ist eine Betreuung durch Fachärzte
mit unterschiedlichen Gebietsbezeichnungen, um eine flächendeckende
Versorgung in Deutschland sicherzustellen.

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Diagnose Fettleberentzündung: die gefährliche Volkskrankheit für Groß und Klein!

Gemeinsamkeiten bei Groß und Klein sind häufig positiv: Ob
Fußballbegeisterung, die Tochter und Vater teilen oder Freude am Garten,
die der Sohn gemeinsam mit der Mutter erlebt. Es kann schön sein, wenn
zwei Generationen etwas gemeinsam haben, aber nicht, wenn es sich dabei um
eine Erkrankung handelt. Die steigenden Zahlen der Erwachsenen und Kinder
mit der Diagnose nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) sind
alarmierend. Die Ausrichter des 20. Deutschen Lebertages am 20. November
2019 – Deutsche Leberhilfe e. V., Deutsche Leberstiftung und Gastro-Liga
e. V. – weisen auf diese große medizinische Herausforderung unter dem
Motto: „Jeder Tag ist Leber-Tag“ hin.

„In Deutschland hat rund ein Drittel der Erwachsenen eine durch
Fetteinlagerung vergrößerte Leber – und die Zahl nimmt stetig zu. Auch
bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet an diesem Problem“,
erklärt Professor Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Leberhilfe e. V., und warnt: „Die nicht-alkoholische Fettleber
macht sich bei Kindern wie auch bei Erwachsenen am Anfang nur in seltenen
Fällen bemerkbar, doch auch ohne Krankheitssymptome ist sie ein großes
Gesundheitsrisiko. Es besteht die Gefahr einer Leberentzündung und die
Gefahr der Entwicklung einer nicht mehr umkehrbaren Vernarbung des
Lebergewebes, einer sogenannten Fibrose, die sich zu einer Leberzirrhose
entwickeln kann. Vor allem bei einer bestehenden Leberzirrhose ist auch
bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich
erhöht.“

Eine aktuelle Studie belegt, dass bereits in der frühen Kindheit die
Weichen für die Entwicklung von Übergewicht und Fettleibigkeit
(Adipositas) – beide Faktoren gelten als Ursachen für die Entstehung einer
nicht-alkoholischen Fettleber – gestellt werden. Ein weiteres
Studienergebnis ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr zum
Normalgewicht in der Jugend bei kleinen Kindern mit Adipositas bei weniger
als 20 Prozent liegt. Und manchen Kindern wird Übergewicht von ihren
übergewichtigen Müttern „in die Wiege gelegt“, sie haben ein deutlich
höheres Risiko für kindliches Übergewicht als Kinder von normalgewichtigen
Müttern. Diese „Generation Pommes“, wie sie in den Medien betitelt wird,
muss dann mit allen negativen Konsequenzen beispielsweise für die
Entwicklung von gefährlichen Folgeerkrankungen bereits in jungen Jahren
leben.

Der körperliche Zustand von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen steht
seit einiger Zeit im Interesse der Öffentlichkeit und wird massenmedial
präsentiert. Doch offensichtlich wird das Gefahrenpotential, das von
Übergewicht und Adipositas ausgeht, noch nicht ausreichend berücksichtigt
– auch nicht von manchen Ärzten. Bei Menschen jeden Alters mit Übergewicht
oder Adipositas ist es sinnvoll, die Transaminasen (GPT und GOT,
Leberenzyme, die durch einen einfachen Bluttest bestimmt werden können) zu
kontrollieren; denn diese Patientengruppe hat ein hohes Risiko für eine
nicht-alkoholische Fettlebererkrankung. Sind die Transaminasen erhöht, und
bleiben sie sechs Monate hoch, sollte nach der Ursache geforscht und
Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

„Die primären Ursachen für eine nicht-alkoholische Fettleber sind
Bewegungsmangel, der immer mehr Erwachsene und auch Kinder betrifft, sowie
kohlenhydratreiches Essen und Übergewicht. Es gibt derzeit keine
Medikamente, die zur Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber
zugelassen sind. Eine Fettleber und auch eine Fettleberentzündung können
sich zurückbilden, wenn die Betroffenen ihren Lebensstil konsequent
ändern. Neben ausreichender Bewegung und einer verringerten Kalorienzufuhr
sollte der Verzehr von Kohlenhydraten, gesättigten Fetten sowie
Fruchtzucker eingeschränkt werden“, sagt Professor Sarrazin.

Mehr Infos zum 20. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter
http://www.lebertag.org

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