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Gesundheit

Gasstation Foto Pixabay-727162_1920, JirkaF.

Krebsgefahr am Arbeitsplatz

Gasstation Foto Pixabay-727162_1920, JirkaF.
Gasstation Foto Pixabay-727162_1920, JirkaF.

Zum Schutz von Beschäftigten wurden aktuell 13 weitere Stoffe, unter anderem auch Dieselabgase, in die Krebsrichtlinie der EU aufgenommen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums informiert auch zu krebserregenden Stoffen am Arbeitsplatz.Schätzungen zufolge sind die Hälfte aller arbeitsbedingten Todesfälle in der EU auf Krebserkrankungen zurückzuführen. Dabei ist Lungenkrebs eine der führenden Todesursachen. Auslöser können krebserregende Stoffe sein. Die Krebsrichtlinie der EU soll Beschäftigte bestmöglich schützen. Aktuell wurden 13 weitere Stoffe, unter anderem auch Dieselabgase, in die Liste mit aufgenommen. Der Krebsinformationsdienst beantwortet Fragen zum Thema wissenschaftlich fundiert.

Krebserregende Stoffe in der Arbeitswelt sind beim Krebsinformationsdienst immer wieder ein Thema. „Arbeit ist ein zentraler Teil unseres Lebens, wir verbringen viele Stunden an unserem Arbeitsplatz“, so Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes im Deutschen Krebsforschungszentrum, „daher ist es nachvollziehbar, dass Menschen sich auch mit einer möglichen Krebsgefahr in ihrem beruflichen Umfeld auseinandersetzen.“ Der Krebsinformationsdienst beantwortet seit 33 Jahren alle Fragen zum Thema Krebs, telefonisch täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr unter 0800-420 30 40 und per E-Mail unter krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Warum sind Abgase von Diesel-Motoren krebserregend?
Diesel-Emissionen bestehen aus einer Mischung von festen und flüssigen Teilchen. Die Partikel sind mit einem Durchmesser von 10 Mikrometer, das sind 0,01 Millimeter, winzig und sehr leicht. Sie können sich ungehindert und tief in den Bronchien und Lungenbläschen festsetzen oder sogar ins Blut übergehen. Ausschlaggebend für die krebserregenden Eigenschaften ist die Menge der eingeatmeten ultrafeinen Staubpartikel. Da sie zudem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die selber krebserregend sind, absorbieren können, sind sie sogar doppelt schädlich. Übrigens: Das Inhalieren von Tabakrauch verstärkt die schädlichen Effekte von Dieselabgasen zusätzlich. Um Beschäftigte zu schützen, hat die Europäische Kommission im Januar dieses Jahres unter anderem auch Dieselabgase in die Liste der krebserregenden Stoffe aufgenommen. Der Arbeitsplatzgrenzwert liegt bei einer Konzentration von 0,05 mg pro Kubikmeter Luft. Von der aktualisierten Vorschrift könnten in ganz Europa etwa 20 Millionen Berufstätige profitieren: vor allem Bauarbeiter, Beschäftigte im Güterverkehr, in der Metall- und der Automobilindustrie, Hafen- und Lagerarbeiter sowie Berufskraftfahrer. Allerdings gilt der Grenzwert erst ab Februar 2023 – für Untertagebau und Tunnelbau sogar erst ab Februar 2026.

Wie gefährlich ist das Arbeiten an Tankstellen?
Benzol, ein flüssiger organischer Kohlenwasserstoff, kann zu Krebserkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems führen. Bereits 2004 wurde die Substanz in die Liste der krebserregenden Stoffe mit aufgenommen. Die Hauptquelle für Benzol in der Außenluft sind Benzinprodukte. Motorbenzin darf EU-weit nur noch in geringen Mengen, etwa zu einem Prozent, Benzol enthalten. Für Tankstellen sind bereits seit 1988 sogenannte Gasrückführungssysteme Pflicht, um die Freisetzung von Benzol an den Zapfsäulen zu vermindern. Einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zufolge, liegt die Benzol-Belastung an Tankstellen mittlerweile zwar im Bereich der normalen Atemluft. Benzol kann sich allerdings in Innenräumen anreichern, beispielsweise in den Kassen- und Verkaufsräumen von Tankstellen. Eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zeigte: Bei zwölf von 40 Messungen an Tankstellen lag die Benzolbelastung in der Innenraumluft der Verkaufsräume über dem Grenzwert von 5 μg/m³. Für werdende Mütter, zum Beispiel, ist das keine gesunde Umgebung. Daher sind Tankstellenbetreiber dazu verpflichtet, die Benzolbelastung der Atemluft über einen Zeitraum von sieben Tagen professionell messen zu lassen. Nur wenn die Werte nachweislich unter 5 μg/m³ liegen, können schwangere Frauen weiter beschäftigt werden.

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Diabetes Kongress 2019: „Diabetes – Nicht nur eine Typ-Frage“

Unter dem Motto „Diabetes – Nicht nur eine Typ-Frage“ wird vom 29. Mai bis
zum 1. Juni 2019 in Berlin über neueste Entwicklungen der
Diabetesforschung und –behandlung diskutiert. Der Diabetes Kongress zieht
jedes Jahr rund 7.000 klinisch tätige und niedergelassene Ärztinnen und
Ärzte, Forschende sowie nichtärztliche Mitglieder und Interessierte an.
Kongresspräsident des diesjährigen Diabetes Kongresses 2019, der
Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), ist Professor
Michael Roden, Vorstand und Wissenschaftlicher Geschäftsführer am
Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ).

Diabetesklassifikation, Remission und genderbezogene Aspekte sind
ausgewählte Schwerpunkte des Diabetes Kongresses 2019
(https://diabeteskongress.de/). „Die aktuellen Bestrebungen einer neuen
Gruppierung der bekannten Diabetestypen in mehrere Subphänotypen bieten
eventuell die Chance zur einer differenzierteren Therapie und Vorsorge“,
erklärt Prof. Michael Roden, Vorstand des Deutschen Diabetes-Zentrums. Im
Rahmen eines Symposiums diskutieren Forschende und in der Klinik tätige
Experten auf dem Diabetes Kongress über die neuesten Studien zu
Subphänotypen. Ergebnisse aus der Deutschen Diabetes-Studie zeigen: Mit
Hilfe einfacher klinischer Parameter lassen sich jene Patientengruppen
schon bald nach der Diabetes-Diagnose identifizieren, die ein besonders
hohes Risiko für die frühe Manifestation einer Nervenschädigung oder die
Progression einer Fettleberekrankung haben. „Die frühzeitige Entdeckung
solcher Patientengruppen mit besonders hohem Risiko für eine bestimmte
Folgeerkrankung kann den Weg zur gezielten Diabetestherapie im Sinne der
Präzisionsmedizin weisen“, betont DDG-Kongresspräsident 2019, Prof.
Michael Roden.

Im Klinikalltag werden Ärzte in der Diabetesbehandlung mit
unterschiedlichen Bedürfnissen von Männern und Frauen konfrontiert. Die
geschlechtsspezifischen Unterschiede stellen eine große Vielfalt dar,
denen sich der Diabetes Kongress 2019 unter Gesichtspunkten wie den
Risikofaktoren und Komplikationen widmet. „Komplikationen und
Begleiterkrankungen sollten auch geschlechtersensibel betrachtet werden“,
verdeutlicht Prof. Michael Roden. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung
liegt in der Interaktion von Umwelt, psychosozialen Faktoren und
Lebensqualität. Hier steht zum einen die Rolle von psychosozialen
Stressfaktoren oder Umweltbelastungen wie z.B. Feinstaub auf das
individuelle Risko für eine Diabeteserkrankung und ihre Komplikationen im
Mittelpunkt. Zum anderen sollen aber auch gesellschaftliche Lösungsansätze
diskutiert werden, die nur durch eine intensive Kommunikationen zwischen
Ärztinnen und Ärzten, Forschenden, Fachgesellschaften und Politik
entwickelt werden können.

Zum 54. Mal veranstaltet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) den
Diabetes Kongress. An dreieinhalb Tagen nutzen Fachleute aus Forschung,
Praxis, Wissenschaft die Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen,
gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern, sowie Pharmavertretern in
Symposien, Workshops, Posterpräsentationen und freien Vorträgen
auszutauschen und zu speziellen Themen weiterzubilden.

Diabetes Kongress 2019: 29. Mai – 1. Juni 2019

Kongressort
CityCube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin
www.citycube-berlin.de

Themenschwerpunkte Diabetes Kongress 2019
•       Neue Diabetes-Klassifikation – Relevanz für Diagnose und Therapie?
•       Diabetes: Von der Prävention zur Remission
•       Management der Komplikationen/ Begleiterkrankungen
•       Gender und Diabetes
•       Umwelt, psychosoziale Belastungen und Lebensqualität – Aufgaben
für Gesellschaft und Politik

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„Gesundheit – das höchste Gut?“ Band zu PTHV-Ringvorlesung „Heil und Heilung“ jetzt im Verlag Herder erschienen

Zu der im akademischen Jahr 2017/18 von der Philosophisch-Theologischen
Hochschule Vallendar (PTHV) unter dem Thema „Heil und Heilung“
durchgeführten Ringvorlesung ist nun im Verlag Herder unter dem Titel
„Gesundheit – das höchste Gut? Anfragen aus Theologie, Philosophie und
Pflegewissenschaft“ ein Band mit allen Beiträgen der Vorlesungsreihe
erschienen (ISBN: 978-3-451-38311-3, 32, 00 Euro inklusive MwSt.).
Herausgegeben wurde der Band von PTHV-Rektor Prof. Dr. Dr. Holger
Zaborowski und Prof. Dr. Ingo Proft, Leiter des Ethik-Institutes an der
PTHV. „Das Buch widmet sich Fragen, die jeden betreffen“, sagt Prof.
Zaborowski. „Was ist überhaupt Gesundheit? Was bedeutet es, dass zum
Menschsein auch Krankheiten, Leiden und Tod gehören? Wie kann man ein
gerechtes Gesundheitssystem verwirklichen?“

„Nicht selten stellt sich in der Arbeit mit Ethik-Komitees, in Gesprächen
mit Seelsorgern oder auch im persönlichen Gespräch mit Ärzten oder
Pflegenden – besonders aber in der Begegnung mit Patienten und ihren
Angehörigen die Frage: Wo endet die Gesundheit und wo beginnt die
Krankheit? Was ist eigentlich normal?“, ergänzt Prof. Proft. Die
Buchbeiträge mischen sich engagiert in die gesellschaftliche Debatte um
das „Gut Gesundheit“ ein, indem sie zentrale Fragestellungen
interdisziplinär aus philosophischer, pflegewissenschaftlicher,
theologischer und ethischer Sicht behandeln.
Link zum Buch: https://www.herder.de/theologie-pastoral-
shop/gesundheit-%E2%80%93-das-hoechste-gut-gebundene-ausgabe/c-37/p-15127/

In dem Band werden Themen aus der Ringvorlesung wie unter anderem
„Heilsame Wege finden im Umgang mit fremder und eigener Krankheit“, „Wer
ist schon normal? Eine kritisch-ethische Anfrage an Gesundheit und
Krankheit“, „Gesundheit, die neue Religion?“ sowie „Das Zweite
Vatikanische Konzil und die Sorge um das menschliche Heil“ aufgegriffen.
Die Ringvorlesung fand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern an der
PTHV sowie an weiteren Orten statt: im ISSO-Institut in der Koblenzer
Altstadt, in der Stadtbibliothek Koblenz, im Rosa Flesch-Tagungszentrum
Waldbreitbach und im Forum Antoniuskirche Waldbreitbach. Alle
Ringvorlesungen wurden von Domradio übertragen und können in der Mediathek
des Domradios angehört werden (https://www.domradio.de/radio/sendungen
/domradio-kopfhoerer-0
).

Information zur PTHV:
Die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV) ist eine
kirchlich und staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule (im Rang
einer Universität) in freier Trägerschaft. Die Gesellschafter der PTHV
gGmbH sind die Vinzenz Pallotti gGmbH und die Marienhaus Holding GmbH.
Rund 50 Professoren und Dozenten forschen und lehren an der PTHV und
betreuen etwa 450 Studierende beider Fakultäten Theologie und
Pflegewissenschaft.

Kontakt zur Pressestelle der PTHV:
Verena Breitbach, Tel.: 0261/6402-290, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Besuchen Sie uns auch im Internet unter: www.pthv.de

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Das Jena e-Health-Center for Cancer Therapies, JeCaTh, beteiligt sich am Innovationswettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums.  Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Künstliche Intelligenz für personalisierte Krebstherapie

Das Jena e-Health-Center for Cancer Therapies, JeCaTh, beteiligt sich am Innovationswettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums.  Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
Das Jena e-Health-Center for Cancer Therapies, JeCaTh, beteiligt sich am Innovationswettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Friedrich-Schiller-Universität Jena und Universitätsklinikum Jena wollen
zusammen mit regionalen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft
Künstliche Intelligenz (KI) für die verbesserte individuelle Versorgung
von Krebspatienten einsetzen. Mit dem Konzept beteiligt sich das Jena e
-Health-Center for Cancer Therapies, JeCaTh, am Innovationswettbewerb des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Therapieempfehlungen vom Rechner, Roboter-geführte Operationen, digitale
Warnsysteme in der Nachsorge – die Vorhaben des JeCaTh-Verbundes klingen
eigentlich nach dem genauen Gegenteil einer medizinischen Versorgung, in
deren Mittelpunkt der Patient mit seiner individuellen Erkrankung und
Lebenssituation steht. Doch genau um individualisierte Therapien soll es
bei einem Projekt aus Jena gehen. „Wir wollen neue Technologien einsetzen
und die daraus gewonnenen Informationen zusammen mit den vorliegenden
Daten effektiv auswerten, um die Behandlung besser an den einzelnen
Patienten anpassen zu können – und das  von der Früherkennung über die
Therapie bis hin zur Nachsorge und Rehabilitation. Das soll letztlich den
Patientennutzen erhöhen“, beschreibt Prof. Orlando Guntinas-Lichius,
Verbundkoordinator und Klinikdirektor Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am
Universitätsklinikum Jena, das Ziel.

Dabei stützt sich der JeCaTh-Verbund auf die Jenaer Stärken in der
Photonik und Sensorik, Medizin- und Automatisierungstechnik, die durch
Hochschulen, Institute, forschungsstarke Unternehmen und Netzwerke als
Partner beteiligt sind. Die zentrale Rolle werden Innovationen im Bereich
Künstliche Intelligenz spielen. „Viele Prozesse sind wegen Art und Umfang
der Daten und der notwendigen Geschwindigkeit nur durch  maschinelle
Lernverfahren und Deep-Learning-Ansätze umsetzbar. Die Ergebnisse dieser
Prozesse so aufzubereiten, dass sie für die Chirurgin im OP, den Pfleger
in der Nachsorge oder die Patientin selbst verwertbar sind, stellt eine
zusätzliche Herausforderung dar“, betont der Lehrstuhlinhaber für Digitale
Bildverarbeitung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Joachim
Denzler.

JeCaTh zählt zu den 36 Verbünden, die für die Endrunde im
Innovationswettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für
volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie ausgewählt worden sind. Bis zum August muss das
Konzept für das Jena e-Health-Center for Cancer Therapies stehen, das am
Beispiel der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren zeigt, wie Künstliche
Intelligenz in jeder Phase der Therapie zum Nutzen der Patienten
eingesetzt werden kann. Zum Projekt gibt es eine umfassende
interdisziplinäre Begleitforschung. Bei einer positiven Bewertung könnte
im kommenden Jahr die Umsetzung starten.

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