Fleischwirtschaft erwartet steigende Preise durch Herkunftskennzeichnung
Die deutsche Fleischwirtschaft rechnet für den Fall einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung mit deutlich steigenden Preisen. "Die gesamte Logistik und Kennzeichnung wird wesentlich aufwendiger", sagte Heike Harstick, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Fleischwirtschaft (VDF), der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die EU-Kommission prüft derzeit die Einführung einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung für Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch. Je nach Art der Kennzeichnung könnten die Produktionskosten deutlich steigen, heißt es im Entwurf eines Berichts der EU-Kommission an das Europäische Parlament. Die höheren Kosten könnten zu einem Großteil auf die Verbraucher abgewälzt werden. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bereits gewarnt, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch verursache "enorme Kosten", die "zwingend auf den Verbraucher abgewälzt werden müssten".
- Aufrufe: 540
Hans-Olaf Henkel, der frühere Chef des Bundesverbandes der Industrie (BDI), beschuldigt den scheidenden Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt, den von Union und SPD angepeilten gesetzlichen Mindestlohn vorbereitet zu haben. In einem Gastbeitrag für die "Stuttgarter Zeitung" schreibt Henkel: Vor allem Hundt, dem Vorkämpfer der Tarifautonomie, sei es zu verdanken, dass während der Regierung Kohl Mindestlöhne gesetzlich für allgemein verbindlich erklärt und damit die Tarifautonomie weiter ausgehöhlt wurde, zuerst im Bausektor, später unter Schröder und Merkel auch in anderen Branchen. "Wenn die Große Koalition sich jetzt auf den Weg macht, gesetzliche Mindestlöhne flächendeckend einzuführen, ist daran zu erinnern, dass diese verhängnisvolle Entwicklung erst durch die sukzessive Einführung von Mindestlöhnen in immer mehr Branchen vorbereitet werden konnte", kritisiert Henkel. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns sei der "bisher größte Angriff auf die Tarifautonomie".