Tägliche Routinen können helfen, organisierter, besser und auch gesünder
durchs Leben zu gehen. Wie das lebenswichtige – doch leider häufig wenig
beachtete – zentrale Stoffwechselorgan Leber von täglichen gesunden
Ritualen profitiert, erklärt die Deutsche Leberstiftung anlässlich des 20.
Deutschen Lebertages am 20. November 2019. Mit dem Motto „Jeder Tag ist
Leber-Tag“ weist der diesjährige Aktionstag auf die Wichtigkeit hin, sich
täglich die Bedeutung der Leber bewusst zu machen und aktiv die
Lebergesundheit zu fördern und zu verbessern. Der Appell richtet sich
nicht nur an Erwachsene – immer häufiger haben auch Kinder eine kranke
Leber.
Weltweit stellen Lebererkrankungen eines der größten Gesundheitsprobleme
dar und gehören zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland
gibt es mindestens fünf Millionen Leberkranke. Das zentrale
Stoffwechselorgan Leber erfüllt viele lebenswichtige Funktionen im Körper.
Jeder Mensch kann durch seinen Lebensstil dazu beitragen, sein
persönliches Erkrankungsrisiko zu senken: „Lebererkrankungen sind in
vielen Fällen vermeidbar. Neben den Risikofaktoren Übergewicht,
Bewegungsmangel sowie ungesunde Ernährung, Diabetes mellitus, Rauchen und
übermäßiger Alkoholkonsum können auch Virusinfektionen eine
Lebererkrankung verursachen. Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten können
geändert werden. Und gegen einige Virushepatitiden gibt es wirksame
Impfungen“, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Doch leider sind zu wenigen
Menschen die Risiken bewusst, die zu einer Lebererkrankung führen können.
Oftmals wissen Patienten nur, dass ein erhöhter Alkoholkonsum zu
Lebererkrankungen führen kann. Und das Tückische an Lebererkrankungen ist,
dass die Leber im Gegensatz zu anderen Organen nahezu schmerzunempfindlich
ist – häufig verlaufen Lebererkrankungen über einen langen Zeitraum
symptomarm.“
Damit Lebererkrankungen – unabhängig davon, wodurch sie verursacht wurden
– möglichst früh erkannt und therapiert werden können, sollten Ärzte bei
jedem Verdacht auf eine mögliche Leberschädigung die Transaminasen (GPT
und GOT – Leberenzyme, die durch einen einfachen Bluttest bestimmt werden
können) kontrollieren. Die Therapie-Optionen bei Lebererkrankungen konnten
in den letzten Jahren optimiert werden. Beispielsweise kann die Hepatitis
C mit nebenwirkungsfreien Medikamenten in Tablettenform, die direkt in den
Vermehrungszyklus des Virus eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting
Antiviral Agents), in einem Zeitraum von nur zwei bis maximal drei Monaten
bei fast allen Patienten geheilt werden. Diese und weitere Fortschritte in
der modernen Hepatologie können selbstverständlich nur greifen, wenn Ärzte
und Patienten für das Thema Leber und Lebererkrankungen sensibilisiert
sind und frühzeitige Diagnosen gestellt werden.
Mit dem diesjährigen Motto des Deutschen Lebertages „Jeder Tag ist Leber-
Tag“ soll auch ein immer größer werdendes Problem thematisiert werden, das
manche Experten bereits als Epidemie bezeichnen: Die stetig wachsende Zahl
von Menschen, die an einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (Non-
Alcoholic Fatty Liver Disease, NAFLD) leiden. Etwa jeder zweite Erwachsene
mit Fettleibigkeit (Adipositas) hat eine nicht-alkoholische Fettleber
(NAFL). In Kombination mit einem Typ 2-Diabetes liegt die NAFL-Prävalenz
bereits bei 70 Prozent. Und immer mehr Kinder haben eine durch
Fetteinlagerungen geschädigte Leber.
„Die Entwicklungen sind wirklich alarmierend, denn wir wissen heute, dass
sich sowohl eine Leberzirrhose als auch ein Hepatozelluläres Karzinom
(HCC) direkt aus dem Stadium einer NAFL entwickeln können. Noch vor
einiger Zeit ging man davon aus, dass diese schwerwiegenden
Leberkomplikationen nur über die Entwicklung einer Fettleber-Hepatitis
(NASH, nicht-alkoholische Steatohepatitis) möglich seien. Bislang gibt es
keine medikamentöse Therapie für die NASH, verschiedene Medikamente mit
differenzierten Wirkprinzipien befinden sich im Entwicklungsstatus. Eine
NAFL und auch eine NASH können sich zurückbilden – vorausgesetzt, die
Betroffenen ändern konsequent ihren Lebensstil und machen jeden Tag zu
einem Lebertag: Zur neuen täglichen Routine sollten eine kontrollierte
Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und ein
Alkohol-Verzicht gehören“, fordert Professor Manns.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung zu
verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für
Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die
Stiftung sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de.
JETZT NEU: Website-Relaunch der Deutschen Leberstiftung https://www
.deutsche-leberstiftung.de – wichtige Basisinformationen, umfangreicher
Service und Presseinformationen/-bilder im neu gestalteten Online-Portal
für Betroffene und Angehörige, Fachkreise sowie Medienvertreter.
BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
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